Alu-Pergola Aussteifen der Eckbereiche

  • Hallo Forenmitglieder!


    Ich hätte eine Frage die in die Richtung Metallbau geht.


    Ich plane über meiner Terrasse eine Aluminium-Pergola. Diese ist im groben 6,00m breit und 4,10m tief, bei einer Höhe von ca. 2,50m (kann noch um 10cm variieren). Anhand der anliegenden Bilder kann man die Konstruktion erkennen - das komplette System ist zum Stecken geplant und eine einheitliche saubere Optik zu erhalten.


    Es sollen in den Deckenfeldern dann vier gleich große Seilspannmarkisen verbaut werden um in den sonnenreichen Monaten eine den Verhältnissen angepasste Verschattung vornehmen zu können.


    Das ganze System soll freistehend mit einem Abstand von ca. 50mm zur Hauswand installiert werden. Die komplette Konstruktion besteht aus 100/100mm Aluminiumprofilen pulverbeschichtet in DB-703.


    Der Anbieter merkte nun an, dass in den Eckbereichen Aussteifungen erfolgen müssen damit die Konstruktion nicht zu "weich" wird - Schneelasten und Windlasten fallen keine großen an, die Installation einer Schaukel oder Ähnlichem an den "Sparren" werden wir uns wohl verkneifen...


    Was für dezente, optisch ansprechende Aussteifungen in Form von Knotenblechen oder Ähnlichem könnte man an den Eckbereichen anordnen?


    Ziel ist es eine möglichst filigrane Konstruktion zu erhalten die optisch kaum oder keine Aussteifungselemente aufzeigt - Querverstrebungen sollen auf keinen Fall installiert werden...


    Was habt ihr für Vorschläge die ich dem Ersteller an die Hand geben kann?


    Besten Dank und Grüße aus dem Norden...

  • Windlasten fallen keine großen an

    Das wage ich zu bezweifeln. Spätestens, wenn eine unerwartete Windböe die Markisen durchschüttelt, wirst Du das bestätigen.


    Zur Konstruktion: Du musst biegesteife Ecken herstellen. Mit Aluschweißen (Knotenbleche) musst Du schon eine gute Schlosserei erwischen, das kann nicht jede. Außerdem treten bei kurzen Knotenblechen recht große Kräfte auf,


    Alternativ könnten Stahlteile, z.B. aus verzinkten MSH-Profilen, im Inneren der Stützen und Riegel verbaut werden. Vom Konstruktionsprinzip ähnlich wie bei den einfachen Pavillons, wo die 3-seitigen Eckverbindungen Stützen/2 Riegel eine gewisse Aussteifung bringen. Aber auch die meistens nur bis zur 1. Windböe oder Wassersack bei plötzlichem Regen. Ich hab das durch, nur haben mir damals die ~50 DM nicht so wehgetan. Von Kunststoff hate ich deshalb ab.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Wer "plant" denn nun im Sinne einer Erstellung der nötigen Statik?

    Du selbst oder der Anbieter (was bietet der an - nur Materiallieferant oder Systemlieferant)?


    Könnte die Konstruktion evtl. gegen bestehende Gebäude abgestützt/-gespannt werden?

  • Wer "plant" denn nun im Sinne einer Erstellung der nötigen Statik?

    Du selbst oder der Anbieter (was bietet der an - nur Materiallieferant oder Systemlieferant)?


    Könnte die Konstruktion evtl. gegen bestehende Gebäude abgestützt/-gespannt werden?

    Der Anbieter rechnet auch eine Statik dazu - der is sonst vornehmlich im Balkonbau unterwegs...


    Dieser stellt das Konstrukt auch auf - gegen bestehende Gebäude abstützen würde prinzipiell gehen - jedoch bin ich nicht so scharf drauf dass für das Aussteifen durch das zweischalige Mauerwerk hindurch in die Tragwand / Decke verankert wird... ich möchte das Haus (auch wenns Eigentum ist) so wenig wie möglich bearbeiten....


    Von daher auch die selbststehende Konstruktion

  • Das etwas gemacht werden muss in den Ecken ist auch vollkommen klar - hier geht es um möglichst optisch dezente Lösungen und Beispiele dazu welche man als Diskussionsgrundlage mit einbringen kann...

  • gegen bestehende Gebäude abstützen würde prinzipiell gehen

    Das nützt Dir nur am Gebäude. Immerhin würde dann 1 von 5 Flächen (4 "Wände" + Dach) stehen bleiben.

    hier geht es um möglichst optisch dezente Lösungen und Beispiele dazu welche man als Diskussionsgrundlage mit einbringen kann...

    Was gefällt Dir an meinem Vorschlag mit den innenliegenden MSH-Profilen nicht?

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Das nützt Dir nur am Gebäude. Immerhin würde dann 1 von 5 Flächen (4 "Wände" + Dach) stehen bleiben.

    Was gefällt Dir an meinem Vorschlag mit den innenliegenden MSH-Profilen nicht?

    Hab ich das richtig verstanden dass in den eckbereichen in den Profilen innenliegend noch profile zum aussteifen laufen sollen?


    Er hat die Konstruktion im Moment so geplant dass sämtliche Verbindungen gesteckt werden - sprich hier gibt es ein festes eckelement mit drei "Dornen" welche in die Profile eingeschoben werden. Das sollte ähnlich sein?

  • Könnte sein. Mit nur gesteckt hätte ich aber ein Problem. Wenn Dir der Wind die Markisen packt, dann wollen sie i.d.R. nach oben.

    Ja das ist natürlich richtig - die Verbindungen werden natürlich zusätzlich zum Stecken auch verschraubt (mit mind. 2 Schrauben) um den "Mantel" und den "Dorn" zu verbinden. Unten werden die Elemente mit Fußplatten am Fundament ebenfalls verschraubt... Das ging aus meinem text natürlich nicht so hervor...

  • Guten Morgen,


    der Anbieter bietet Dir eine Pergola an und DU sollst dich darum kümmern diese Konstruktion zu verbessern? Hat der Anbieter dazu keine Lösung, oder ist das eine Spezialkonstruktiln nur für Dich?

    Sofern die Pergola nicht seitlich durchlaufen wird wäre es eine Möglichkeit Stahlseile im X in die seitlichen Felder einzubauen? und diese so zu versapnnen.


    VG M.

  • Der Anbieter findet bestimmt selbst eine Lösung dazu - da bin ich mir sicher. Das ist eine Pergola die extra für mich angefertigt wird - keine "Stangenware" auch wenn sehr simpel im Design... Ich stelle lediglich hier die Anfrage nach optisch ansprechenden Lösungen falls seitens des Erstellers keine den optischen Ansprüchen gerechte einfallen will... So eine Art Ideensammlung...


    Stahlseile fallen raus da seitlich der Zugang erfolgen soll bzw. zu pflegende Grünbereiche angrenzen...

  • Warum werden die Stützen nicht im Fundament eingespannt??

    Weil das Alu an der Übergangsstelle schnell weggammelt?


    Aber man könnte durchaus Stahlrohre mit angesetzten Tellern einbetonieren und dann die Alu-Konstruktion (mit dem entsprechenden Abstand zum Boden) darüberstecken.

    Gute Überlegung!

  • Warum werden die Stützen nicht im Fundament eingespannt??


    Das auch eine Pergola unter Umständen Grenzabstände einhalten muss, ist Dir klar?

    Stützen einspannen ist ne gute Idee - gerade mit der Ergänzung von Julius


    Grenzabstände etc. kein Problem - wurde im Vorfeld untersucht...

  • Soooo - Pergola ist aufgestellt!


    Folgende Konstruktion:


    Träger längs oben stecken in Stützen auf einer längeren Länge drin; Träger hausseitig wurde mittels Edelstahlgewindestangen in Decke befestigt (gegen abkippen und um zum Haus hin auszusteifen); Stützen mit verschweißter Fußplatte auf Fundamente verdübelt...


    So nach dem ersten "Rütteln" etc. ist alles ordentlich steif, Knotenbleche als Dreieck und 90° Winkel liegen hier noch und könnten bei "Bedarf" noch angebracht werden...


    Vorerst haben wir nur auf der Hälfte ein Sonnensegel angebracht, die Seilspannmarkisen je Feld kommen zu einem späteren Zeitpunkt...


    Hier noch ein paar Bilder...

  • Ähm nein...?!


    Wie beschrieben in der EG-Decke mittels Edelstahlgewindestangen welche mit Injektionsmörtel eingeklebt wurden...

    Äh,..., praktisch doch.


    Um die Stangen in der Decke zu befestigen, ohne die Verblendfassade großflächig zu öffnen, wären folgende Schichtdicken zu durchdringen:

    1. Deckenstirndämmung geschätzt 4 cm

    2. Dämmung und Luftschicht/Fingerspalt 12 - 20 cm

    3Vormauerziegel 11,5 cm

    Macht summa summarum 27,5 - 35,5 cm

    + Verankerungslänge min 80 mm

    So lange Bohrer findet man schon mal nicht in jedem Betrieb. Wenn ich mir dann noch vorstelle, wie der Geselle versucht, das Bohrloch zu reinigen/auszublasen - der könnte auch im Zirkus auftreten.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Berechtigter Einwand, ganz einfach war es auch nicht...


    Schichtaufbau (von außen nach innen):


    Vormauerziegel 11,5cm

    Fingerspalt 1cm

    MiWo 14cm (in 2 Lagen 6cm + 8cm)

    Deckenrandstreifen (Stirndämmung) ca. 4cm


    ergibt: 30,5cm bis man auf den Beton trifft.


    Bohrerlänge waren ca. 75cm, abzüglich des Rahmens (10cm) und Abstand zum Rahmen und Rahmen zu Vormauerziegel (in Summe 5cm) verbleiben 60cm Bohrtiefe ab Vorderkante VmZ; das ergibt dann ca. 29,5cm Bohrtiefe im Beton.


    Ich war die ganze Zeit der Arbeiten mit vor Ort, die Bohrlöcher wurden mittels einer "Pumpe mit Schlauch" ausgeblasen um den Bohrstaub daraus zu entfernen, dieses wurde mehrfach je Bohrung praktiziert.

    Die Länge der Gewindestangen betrug mind. 60cm, so dass ich davon ausgehe (da das Ende der Stangen nicht 20cm über dem Rahmen überstand), dass diese mit einer entsprechenden Tiefe in der Decke verankert sind.


    Lieferant und Monteure gehören zu einem bundesweit agierenden Hersteller von Alu-Vorstellbalkonen - das Verankern von Rahmen in StB-Decken sollte denen geläufig sein, das ist für die "Tagesgeschäft".


    Diese Montageart wird aber doch bei zweischaligem Mauerwerk von jedem Terrassendachersteller, jedem Markisenlieferanten usw. tagtäglich angewendet - warum solche Zweifel?

  • tagtäglich angewendet - warum solche Zweifel?

    Weil ich die Ergebnisse vieler solcher "machen wir immer so" Aktionen erlebt habe. In der Kontrolle. Das fing schon mit mangelhafter Bohrlochvorbereitung an. (Bohrstaub ohne Ende), ging weiter mit fehlerhafter I-Mörtel Anwendung (Siebhüle? Wozu? Bei HLZ!) und endete bei ungenügender Einbindetiefe der Gewindestange.


    Mag sein, dass Dein Trupp wirklich gut war, aber ich bin halt (aus gemachter Erfahrung) skeptisch.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Das heißt, die Gewindestange kragt mind. 35cm aus, bevor sie auf die Metallkonstruktion trifft??

    Dann wird die Gewindestange also auf Biegung beansprucht oder leitet die Horizontallasten in die Vormauerschale.


    Ist das so in der statischen Berechnung nachgewiesen?


    Wie wurde der Füllstand mit Injektionsmörtel im Bohrloch kontrolliert?


    Ich war die ganze Zeit der Arbeiten mit vor Ort, die Bohrlöcher wurden mittels einer "Pumpe mit Schlauch" ausgeblasen um den Bohrstaub daraus zu entfernen, dieses wurde mehrfach je Bohrung praktiziert.

    Wurde auch gebürstet mit einer rotierenden Rundbürste?

    Hast Du mal einen Blick in die Setzanleitung des Injektionssystems geworfen?

    Ich kenne es in der Regel so: 3x bürsten und 3x blasen jeweils abwechselnd .

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Von VK Betondecke zu HK Alukonstruktion sind es genau 31cm (Abstand Rahmen zu Vormauerziegel 5mm); die eigentliche Ableitung der Lasten geschieht über die Stützen ins Fundament - die zusätzliche Befestigung an der Decke dient in erster Linie die Konstruktion auszusteifen (Sicherung gegen abkippen etc...)


    Nur mal nebenbei (alle Fragen haben ihre Berechtigung und die Hinweis sind wichtig) - wir reden hier von einer Pergola...

  • die zusätzliche Befestigung an der Decke dient in erster Linie die Konstruktion auszusteifen (Sicherung gegen abkippen etc...)

    Die Gewindestangen funktionieren höchstwahrscheinlich nur gegen einen einzigen Lastfall, nämlich Zug. Bei 31 cm freier Länge werden sie kaum Biegung aufnehmen können, Druckkräfte auch nur bedingt.


    Die Konstruktion muss aus eigener Kraft bzw. Verankerung allein standsicher sein. Ist sie das? Die Gewindestangen taugen höchstens als Angsteisen, aber nicht zum Lastabtrag außer Zug.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Die Gewindestangen funktionieren höchstwahrscheinlich nur gegen einen einzigen Lastfall, nämlich Zug. Bei 31 cm freier Länge werden sie kaum Biegung aufnehmen können, Druckkräfte auch nur bedingt.


    Die Konstruktion muss aus eigener Kraft bzw. Verankerung allein standsicher sein. Ist sie das? Die Gewindestangen taugen höchstens als Angsteisen, aber nicht zum Lastabtrag außer Zug.


    Die Konstruktion ist immer so konstruiert worden, dass diese allein für sich stehen kann/soll. Hier würden dann ggf. Knotenbleche erf. sein.


    Die Verankerung in der Decke ist tatsächlich zusätzlich erfolgt (da das Dingen eh an der Wand steht) - von daher sehe ich das als Hosenträger zum Gürtel an...

  • Die Konstruktion ist immer so konstruiert worden, dass diese allein für sich stehen kann/soll. Hier würden dann ggf. Knotenbleche erf. sein.

    D.h., ohne Knotenbleche ist sie nicht standsicher. Du möchtest also erst mal einen Lastversuch bei einem der kommenden Fallwinde machen. Viel Glück!

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Im Beitrag #16 sind vor der Vorsatzschale Stützen zu sehen und an den Rahmen (vermutlich biegesteif) verschweißte Einsteckrohre.

    Die Anker sind damit nur horizontal zur Lagesicherung gedacht.


    Warum plötzlich soviele Bedenken, die den Fragesteller jetzt nur noch (meiner Meinung nach grundlos) verunsichern können?

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18