Abwasserleitung, maximales Gefälle?

  • Hallo


    Gibt es eine Vorgabe oder Empfehlung bezüglich dem maximalen Gefälle einer Abwasserleitung?

    Es geht um eine Leitung im Erdreich außerhalb des Gebäudes.


    Gruß

    Jan

  • Es geht um eine Leitung im Erdreich außerhalb des Gebäudes.

    wiki schreibt:


    "Sammel- und Grundleitungen sollen nach EN 752 nicht mit einem Sohlgefälle zwischen 5 % und 100 % (entspricht 3° bis 45°) verlegt werden, da in diesem Bereich die Gefahr besteht, dass sich Feststoffe aufgrund der hohen Fließgeschwindigkeit aus der Flüssigkeit separieren und zurückbleibendes Material an der Rohrwandung anhaftet. Demgegenüber werden Feststoffe beim empfohlenen Gefälle zwischen 0,5 % und 2 % (bei Rohren ab 200 mm Nennweite) bzw. bis zu 5 % (bei Rohren bis 150 mm Nennweite) von der Flüssigkeit mitgeschwemmt. Größere Höhenunterschiede sollten durch einen abgetreppten Rohrverlauf (möglichst mit Kontroll- und Reinigungsöffnungen) oder durch einen sogenannten Absturz innerhalb eines Schachts überbrückt werden."

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Zur Bemessung (aus DIN 1986-100):

    SW / MW außerhalb Gebäude

    Mindestfließgeschwindigkeit v_min = 0,7 m/s

    Höchstgeschwindigkeit v_max = 2,5 m/s

    Zulässiger Füllgrad h/di = 0,7

    und Mindestgefälle von 1:DN


    Das maximale Gefälle ergibt sich daher immer nur rechnerisch in Abhängigkeit von Nennweite und Zufluss. Pauschale Aussage gibts da nicht.

    Wenn ich Kanäle mit % (Prozent) Angaben seh bekomm ich wieder Gänsehaut. Das wird in ‰ (Promille) geplant. ;(:bier:


    Da du bei einer Verbandsgemeinde arbeitest könnte es aber auch Stadtentwässerung sein. Dann greift die DIN 1986-100 nicht mehr und du solltest die DWA-A 118 aufschlagen. Da gehts dann etwas anders vor. Wir fangen dann irgendwo zwischen 50 und 100 ‰ an mit Absturzschächten, Wirbelfallschächten oder Schwanenhals im Schacht vorzusehen. Aus der Fernen kann man da schlecht was zu sagen.

  • Guten Morgen


    Es geht bei mir aktuell im ein sehr kleines Bauvorhaben (am Ortsrand) und die Verbindung zwischen dem Häuschen und dem Pumpschacht.

    Vom Schacht bis zum eigentlichen Kanalanschluss im Ort wird es eine Abwasserdruckleitung geben.

    Das Gebäude wiederum steht auf einer kleinen Anhöhe.

    Wenn der Schacht jetzt an der Grundstücksgrenze positioniert werden würde, wäre er an der tiefsten Stelle.

    Vom Gebäude bis zum Schacht sind es ungefähr 30m und wenn ein Gefälle von 50 ‰ zulässig wäre würde man wohl damit hinkommen.

    Ansonsten müsste ein Absturz (mit Kontrollschacht) dazwischen.

  • Dann siehe DIN1986-100 wie oben in #6 geschrieben:

    Nennweite des geplanten Rohres und Q in l/s was an Schmutzwasser so anfällt. Kann ja sein, dass das kleine Bauvorhaben jetzt für ne 4 Personenhütte oder ne 40 Personenhütte ist. Das sollte der zuständige Planer jedoch aufgezeigt haben.