gesundheitliche und rechtliche Auswirkungen von Entkalkungsanlagen?

  • Private Bauherrn von mir lassen ein MFH zur Eigennutzung errichten. Sie haben den TGA-Fachplaner um seine Einschätzung einer Entkalkungsanlage gefragt:

    Zitat von Anfrage Bauherr

    ... kam der Vorschlag auf (und wurde von allen Beteiligten sehr positiv aufgenommen), von Anfang an eine Wasserenthärtungsanlage für das gesamte Haus einzubauen, wenn dies ohne großen Mehraufwand möglich ist. Wir haben da z.B. an dieses Modell gedacht: Grünbeck Enthärtungsanlage softliQ:MD32 · 187400 · Enthärtungsanlagen · heizung-billiger.de,

    ... wären ... dankbar, wenn Sie uns sagen könnten ob diese Anlage mit dem bei uns im Haus vorgesehen Wasseranschluss kompatibel ist und ob Sie als TGA Fachmann uns zu so einer Anlage raten können, oder einen besseren Vorschlag haben. Haben Sie Erfahrungswerte zu solchen Anlagen?

    seine Antwort lautete:

    Zitat

    üblicherweise funktioniert die 'Enthärtung' durch den Austausch der im Trinkwasser enthaltenen Calzium-Ionen durch Natrium-Ionen. Sie 'versalzen' also Ihr Trinkwasser. Nach den aktuellen Normen und Verordnungen bedeutet diese Nachbehandlung auch, daß Sie aus dem vom Wasserversorger gelieferten Nahrungsmittel 'Nichttrinkwasser' machen. Das Salz muß regelmäßig nachgefüllt werden und stellt für sich schon eine Verunreinigungsquelle dar. Es handelt sich um Sackware ohne Einhaltung von Lebensmittelstandards. Der Vorteil der Entkalkung besteht ausschließlich in der einfacheren Pflege der Entnahmearmaturen und Fliesenbeläge. Für die Ernährung, also die tatsächliche Nutzung als 'Trink'- Wasser, würde ich dann auf Flaschenwasser umsteigen.

    Was denken die Foristinnen und Foristen über Entkalkungsanlagen und diesen Fachplaner?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Zitat

    Nach den aktuellen Normen undVerordnungen bedeutet diese Nachbehandlung auch, daß Sie aus dem von den Wasserbetrieben gelieferten Nahrungsmittel 'Nichttrinkwasser' machen.

    Viele Trinkwässer werden aufbereitet bevor sie geliefert werden. So pauschal kann das nicht stimmen.



    Der gute Mann hat anscheinend auch nicht so ganz begriffen wie solche Anlagen funktionieren?

    Einmal ist eine gesättigte NaCl Lösung praktisch steril.

    Zum zweiten wird damit die Säule nur gespült und anschließend wieder mit Trinkwasser gespült. Etwaige unlösliche Rückstände aus dem Salz kommen nicht ins Trinkwasser.

  • Viele Trinkwässer werden aufbereitet bevor sie geliefert werden.

    Natürlich. An Trinkwasser bestehen höhere Anforderungen als an Mineralwasser, klar, dass da aufbereitet werden muss.


    Bei den Stadtwerken Augsburg bin ich auf diesen Artikel gestoßen.


    Zitate:

    "Konventionelle Enthärtungsverfahren

    ... Ionenaustausch (Nachteil: Zugabe von Natrium führt zu „Aufsalzung“ des Wassers)"


    "Wer den Einbau einer zentralen Enthärtungsanlage plant, sollte darauf achten, dass diese die hygienischen und technischen Anforderungen für Wasserinstallationen erfüllt. Anlagen, welche diesen Anforderungen genügen, tragen ein Zertifikat eines für den Trinkwasserbereich akkreditierten Zertifizierers, wie z.B. des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW). Patentnummern, TÜV, CE, VDE und ähnliche Zeichen sagen nichts über die Eignung der Geräte für den Trinkwasserbereich oder deren Wirksamkeit aus."

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Wenn wir hier dabei sind.... hatte die Frage schon immer im Kopf da mir der Kalk lagsam auf den Keks geht ;-)


    Bei uns in Teltow sind unten stehende Werte.

    Macht es Sinn die Entkalkungsanlage nur vor dem WW anzuschließen ? Sodas nur der WW Speicher und die WW Leitungen entkalktes Wasser haben. Oder hat man dann immer noch das Problem beim kalten Wasser das an den Armaturen trotzdem der Kalk anfällt ?


    Am WW ist ja eine niedrige Temp besser um weniger Kalkausfall zu haben....

    Die Webseiten reden teils von der Carbonathärte im mg/l , ist das das Kalium bei der Auflistung unten ?



    Prüfparameter Grenzwert Min Mittel Max
    Gesamthärte °dH 17 24 26
    Hydrogenkarbonat
    mg/l 311,2 350,0 355,9

    Karbonathärte °dH 11 12 18
    Kalium mg/l 1,8 2,8 4,5
    Karbonathärte °dH 11 12 18

  • Die sogenannte Karbonathärte ist im wesentlichen (gelöstes) CaCO3 also Calciumkarbonat (Kalk) und Magnesiumkarbonat (Dolomit).


    Genau genommen ist es das gesamte HCO3- Ion (Kohlensäure), aber der Unterschied ist idR marginal.


    Wenn nun Wasser erhitzt wird, kann es weniger CO2 lösen, und das Ca und Mg fallen als unlöslicher Bestandteil aus bzw lagern sich in mineralischer Form an.


    Kalium kommt nur in Spuren vor und braucht bzgl. Härte nicht weiter beachtet zu werden. Da gehts eher um Ernährungsphysiologie.




    Mit einer Entkalkungsanlage nur im WW Schützt du deinen WW Speicher/WT. Aber weder Kaffeemahchine, Spülmahscine, Waschmaschine, Wasserkocher.. und auch in der Dusche wirst du sicher 50/50 mischen und so deutlich mehr Kalkablagerungen haben als wenn auch das KW behandelt wird.

    Bei 24° würde ich definitiv enthärten.

  • Vielen Dank, also gilt die Gesamthärte als Argument bei mit mit mittel 24dH und nicht die Karbonathärte.


    Mir ging es darum, wenn es nur vor dem WW ist, schütze ich auf jeden Fall den "dummen" kleinen Plattenwärmetauscher in der Heizung. Der soll ja doch problematischer sein was Kalk angeht als ein Rohrwendelspeicher.


    Eine Verbesserung an den Armaturen bei der Dusche würde man bei 50/50 doch aber trotzdem zumindest etwas haben. Für Kochen / Kaffee / usw könnte man ja dann auch notfalls Warmwassr nehmen.


    Mal schauen.... muss das Ding auch irgendwie noch dazwischen gebaut bekommen ;-)


    VG

  • ...Also bleibt das Wasser Trinkwasser.

    Falsch.

    Nur weil ein Gerät DVGW- zertifiziert ist, sagt das nichts über die Qualität des veränderten Wassers aus.

    In den Wasserwerken wird das geförderte Rohwasser auch verändert. Aber von ausgebildeten Fachleuten, nach den Regeln der Technik. Was in den privaten Enthärter anlagen passiert, weiß kein Mensch.

    Ich stehe jedweder privaten Manipulation des Trinkwassers skeptisch gegenüber.

    Die Aufbereitung des Heizungswassers ist oft notwendig. Das Wasser zum Trinken und Speisenzubereiten muss und sollte in Deutschland nicht verändert werden. Es geht grundsätzlich nur schlechter...

    Und das Nichtputzenwollen von Armaturen wäre für mich kein Grund unserer wertvollstes Lebensmittel zu verfälschen.


    Wenn es dann aber noch um ein Mehrfamilienhaus geht, also Wasser-Versorgung für Dritte, hört der Spaß auf.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Was in den privaten Enthärter anlagen passiert, weiß kein Mensch.

    das git doch genauso für die privaten Verteilnetze, Wasseruhren, Absperrventile, Steigleitungen etc... pp....


    Nach deiner Argumentation ist das Trinkwasser keines mehr, sobald es das Netz des Versorgers verlässt.


    Was ist den mit Warmwasser? Das läuft auch im MFH durch irgendeine "private" Brutstätte.

  • das git doch genauso für die privaten Verteilnetze, Wasseruhren, Absperrventile, Steigleitungen etc... pp....

    Der Unterschied zwischen einer "passiven" Verteilung und einem "aktiven" Ionenaustausch ist jetzt aber auch nicht ganz zu vernachlässigen, oder?

  • SirSydom eigentlich hat feelfree schon ins Schwarze getroffen.

    Jeder USI (Unternehmer oder sonstige Inhaber) einer Wasserversorgungsanlage hat die Pflicht, das Trinkwasser so zu behandeln, dass von diesem keine Gefährdung zu befürchten ist.

    Das kann er tun, indem nur zugelassenes Leitungsmaterial verbaut und nur Apparate und Anlagen, die unbedingt erforderlich sind eingesetzt werden (Minimierungsgebot und der bestimmungsgemäße Betrieb aller Anlagenteile sichergestellt wird.


    Skeptiker kannst Du bitte die Begrifflichkeiten MFH und Selbstnutzung näher erläutern? Mir fällt da nur arabischer Familenclan oder Kelly Family ein.

    Sobald nämlich eine gewerbliche Wasserversorgung stattfindet, wirds nämlich mit dem Betrieb solcher Enthärtungsanlagen im Trinkwasserbereich richtig kriminell.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Skeptiker kannst Du bitte die Begrifflichkeiten MFH und Selbstnutzung näher erläutern? Mir fällt da nur arabischer Familenclan oder Kelly Family ein.

    MFH: Gebäude mit mehreren getrennt nutzbaren WE.

    Selbstnutzung eines MFH: Teilung auch WEG, alle Eigentümer nutzen ihr Eigentum bei Bezug selbst.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Aha, dann ist die Eigentümergemeinschaft als Ganzes, operativ vertreten durch den Verwalter, verantwortlicher USI und jeder einzelne Eigentümer kann bei einer Schädigung seine Ansprüche an die Gemeinschaft stellen.

    Man sollte sich gut überlegen, ob man sich ohne Not dem Risiko, eine wartungs- und bedienungsintensive Anlage zur Trinkwasserveränderung zu betreiben, aussetzen will und ob die notwendige Sachkunde vorhanden ist.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Unabhängig von der rechtlichen Frage der Haftung:


    Gibt es belastbare Zahlen (oder zumindest überhaupt welche) über tatsächliche Probleme mit der Trinkwasserqualität beim Einsatz von Wasserenthärtungsanlagen in MFH in Dtl.?

    Ich kenne nur einige Häuser, wo solche im Einsatz sind (teils schon seit Jahrzehnten und oft mit ziemlich mäßiger Wartung), habe aber noch nie von derartigen Weiterungen gehört?


    Ich vermute, daß sich die tatsächliche Relevanz solcher Gegebenheiten in der gleichen (minimalen) Größenordnung bewegt wie die mehr theoretischen Befürchtungen bezüglich der Auswirkungen toter Rohrabzweige und nicht wärmegedämmter Kaltwasserleitungen...



    Wenn man im Gegenzug bedenkt, wie die Anforderungen der Trinkwasserverordnung in bestimmten Punkten plötzlich deutlich gelockert wurden, um nach der Wiedervereinigung nicht schlagartig in die mißliche Lage zu geraten, daß die meisten Versorger im Beitrittsgebiet kein die Grenzwerte einhaltendes Trinkwasser mehr hätten liefern können, sollte diese Frage erlaubt sein!

  • Speziell zu Enthärtungsanlagen sind mir keine umfassenden Untersuchungen bekannt. Dazu sind solche Anlagen in MFH zu selten und in EFH interessiert sich schlicht niemand für zwei oder drei Leute, die nach Jahren gesundheitliche Probleme bekommen und stellt einen Zusammenhang zur Installation her. Aus dem gleichen Grund unterliegen auch EFH nicht der Überwachungspflicht auf Legionellen. Det angeblich erhöhte Wasserwechsel ist nur die vorgeschobene Begründung der Offiziellen.


    Für die Behauptung der reduzierten Anforderungen an die Trinkwasserqualität im Beitrittsgebiet und die drohende Stilllegung der meisten Versorger hätte ich gern Quellen.

    Ich selbst bin in Magdeburg und Umgebung tätig und kann versichern, dass hier eines der besten Wässer deutschlandweit gefördert und verteilt wird, welches ohne jede Chlorung alle mikrobiologischen Parameter unterschreitet.




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    M.G.Wetrow

  • Den Vermieter unserer Büroräume habe ich heute beim Warten an der Kaffeemaschine zur im Haus installierten Wasserenthärtungsanlage befragt. Er nannte spontan die folgenden Punkte:

    • Enthärtetes Wasser schmecke vielen Menschen nicht. Die Nachfrage nach Mineralwasser ist bei seinen Mietern beim Umzug von Nachbarhaus in die neue Etage auf ca. das Vierfache (!) gestiegen.
    • Die Anlage war mit Investitionskosten in fünfstelliger Eure-Höhe verbunden.
    • Die Anlage bedarf der regelmäßigen Wartung und muss bei Störungsmeldungen wieder justiert oder repariert werden. Salz muss regelmäßig nachbestellt und nachgefüllt werden.
    • Die jährlichen Kosten für Bettrieb und Wartung der Anlage liegen im unteren vierstelligen Euro-Bereich.
    • Die Entkalkung ist de facto eine „Versalzung“ des Wassers.
    • Nur ein winziger Bruchteil der entkalkten Wassermenge von ca. einem Prozent wird tatsächlich als Trinkwasser im engeren Sinne genutzt, so dass sich die geschmackliche „Verbesserung“ schmecken lässt. Über 99 % des entkalkten Wasser laufen durch Toiletten, Duschen, Badewannen etc. direkt wieder in die Kanalisation.
    • Der Reinigungsaufwand ist bezogen auf die gesamte wöchentliche Reinigung einer Etage von 300 m2 Bürofläche nicht messbar kleiner als ohne die Anlage.
      Vor dem Hintergrund der geringen tatsächlich getrunkenen Wassermenge sei der Aufwand ökologisch betrachtet mehr als fragwürdig. Die Anlage habe in jedem Falle eine negative Öko-Bilanz.
    • Setzt man die Betriebs- und Verbrauchskosten der Entkalkung in Relation zur Menge des „aufbereiteten“ und tatsächlich getrunkenen Wassers, so sind die Kosten pro Liter höher als ein Liter Tafelwasser in den teuren Restaurants der Stadt kostet. Es sei de facto billiger, sich teures Mineralwasser in die Wohnung liefern zu lassen, als das gesamte Wasser eines Wohngebäudes zu entkalken.

    Er schloß, er würde in seinem nächsten eigenen Haus keine Enthärtungsanlage wieder befürworten. Er vermute, der Haustechnikplaner habe damit vor allem sein Honorar erhöhen wollen. Wenn Entkalkung, dann dezentral in der einzelnen Wohnung bzw. am Auslauf. Aber das führe wohl häufig zu einer starken Keimbelastung …


    Im Ergebnis kam also auch bei diesem Nutzer nach gut 5 Jahren Nutzung keine positive Bewertung heraus.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ist es aber nicht so, dass die Entkalkungsanlagen in erster Linie für Wasser eingebaut werden, das nicht direkt getrunken wird?

    - Duschwasser o.ä. um Flecken zu vermeiden

    - Wasser für Waschmaschine, Spülmaschine um Verkalkung zu vermeiden usw.


    Trinkwasser weicher zu machen ist wohl eher ein ungewünschter Nebeneffekt.

    Von daher finde ich den Vergleich mit teurem Tafelwasser nicht wirklich passend.


    Ich bin auch am Überlegen im Neubau so eine Anlage einzubauen (wir haben dh von knapp 20°) und habe hauptsächlich Bedenken, da ich ausschließlich Leitungswasser trinke und befürchte, dass das nachher nicht mehr schmeckt oder irgendwie ungesund verändert wird.

    Die Frau des Hauses verspricht sich jedoch einen deutlich reduzierten Reinigungsaufwand.

  • Scheint ein ehrlicher Mann zu sein. Die Meisten verteidigen einmal getroffene Entscheidungen mit Zähnen und Klauen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • @ pdz


    Ich habe das auch nicht als einen Vergleich verstanden, sondern als einen Hinweis auf erhebliche Nebenwirkungen.

    Insofern fand ich das sehr passend, ja wichtig!


    Deine Befürchtung bezüglich des Trinkwassergeschmacks (und dessen "Aufsalzung") teile ich.

    Das würde ich auch nicht haben wollen (trinke selbst viel Kranenberger).

    Andererseits sind 20°dH auch nicht ganz ohne.


    Da es bei Dir um einen Neubau geht, bestünde ja die Möglichkeit einer getrennten Leitungsführung.

    Also dahingehend, daß z.B. die Zapfstellen für Gartenwasser (sofern dafür Wasser der öffentlichen Versorgung verwendet wird), Küchenspüle und evtl. Waschbecken nicht über den Enthärter geführt werden.

    So könnte man die Vorteile für Maschinen (WaMa u. SpüMa) und Reinigung (Duschkabine u. Badewanne, evtl. Waschbecken) erreichen, ohne sich die (ME gravierenden) Nachteile für das zu trinkende Wasser einzuhandeln.

    Daß man dabei aber auf einen Teil der Reinigungserleichterung (nämlich im Bereich von Kochgeschirr, Wasserkocher, Kaffeemaschine sowie Spül- u. ggf. Waschbecken) verzichten muß, sollte klar sein.


    Es gibt sogar Leute, welche die Optimierung so weit treiben, daß sie sich an der Küchenspüle zwei Wasserzapfarmaturen (mit unterschiedlicher Speisung) gönnen...

  • Trinkwasser weicher zu machen ist wohl eher ein ungewünschter Nebeneffekt.

    Von daher finde ich den Vergleich mit teurem Tafelwasser nicht wirklich passend.

    sehe ich auch so. Die erhöhte Natrium-Konzentration im "getrunkenen Trinkwasser" ist tatsächlich unerwünscht.

    Wenn man aber mal die maximalen 200mg/l zu Grund legt es mit einem Mineralwasser vergleicht (gerne 100+ mg/l Na+) kommt da eine tägliche Natrium-Mehraufnahme zustande die sich irgendwo im Bereich von 100-300mg bewegt. Zum Vergleich - das entspricht etwa 1/12 bis 1/3 einer Brezn (in Bayern sind Brezn nicht nur Grundnahrungsmittel sondern auch eine Maßeinheit lol).


    Ich hab die Zahlen parat, weil ich sowas umfassend betrachte und mir das insbesondere auch für die Kinder wichtig ist.


    Die Anlage habe in jedem Falle eine negative Öko-Bilanz.

    Nun, das ist so ein tolles Universal-Totschlagargument in diesen Zeiten.

    Nahezu jedes technische Gerät, dass unseren Alltag erleichtern soll, hat eine negative Ökobilanz.


    Scheint ein ehrlicher Mann zu sein. Die Meisten verteidigen einmal getroffene Entscheidungen mit Zähnen und Klauen.

    Ich fühle mich jetzt, als einziger Befürworter solcher Anlagen hier, angesprochen. Falls dem nicht so ist, einfach vergessen.


    Ich kann den positiven Effekt auf die Verkalkung von Armaturen, Waschbecken, Duschen etc. vollumfänglich bejahen.

    Es kann sein, dass dies bei einer äußerst regelmäßigen Reinigung wie z.B. in Toiletten und Kaffeeküchen in einem Büro, nicht weiter auffällt.

    In einem Privathaushalt, in dem aber nicht ganz so oft alles geschrubt wird, und auch die Dusche nicht nach jedem Duschgang penibel getrocknet wird, ist der Unterschied deutlich. Eigene Erfahrung !


    Beweis erbracht durch einen Ausfall der Entkalkungsanlage. Salz war leer, ich hab nachgefüllt aber die Meldung nicht quittiert => außer Dienst.

    Innerhalb von einer Woche sah man das ganz deutlich in den Bädern.


    Geschmacklich merke ich persönlich keinen Unterschied. Bin aber auch kein Wasser-Gourmet. Hab ich ebenfalls blind verglichen.


    Ich kenne den Effekt "einmal getroffene Entscheidungen mit Zähnen und Klauen" zu verteidigen druchaus. Aber nicht bei mir.

    Ich kann Fehlentscheidungen vor mir selbst und auch vor anderen zugeben. Nur gehört bei mir die Entkalkungsanlage definitiv nicht dazu. Würde ich immer wieder machen.

    (SoleWP wäre besser gewesen wie Luft-WP, Teppich in der Ankleide war ein Riesenfehler, mineralischer Fassadenanstrich ist kacke, GÜ mit Alibiplanungsleistung war ein Fehler, Holzwahl bei der Fassade meines Gartenschuppens)


    Also dahingehend, daß z.B. die Zapfstellen für Gartenwasser (sofern dafür Wasser der öffentlichen Versorgung verwendet wird), Küchenspüle und evtl. Waschbecken nicht über den Enthärter geführt werden.

    Auch das ist etwas, was ich bereue. Bei mir ist das nicht so. die beiden Außenzapfstellen hängen ganz normal mit drin. Das ist Mist.

    Beim Sani damals angesprochen, Argumentation Stichleitung ... geht nicht. Da ich damals noch mit einem ergiebigen und für die Gartenbewässerung ausreichendem Brunnen fest rechnete, war ich da nicht hartnäckiger.


    Aus heutiger sicht wäre ein zweiter Kaltwasserstrang, Außenzapfstellen und am Ende die Küchenspüle, eine gute Idee gewesen. Die Küchenspüle am Ende verhindert durch tägliche Benutzung jegliche Stagnation.

  • Falls dem nicht so ist, einfach vergessen.

    Nein, nicht einfach vergessen. Ich schrieb ja "die Meisten" und ich zähle mich selbst zu dieser Mehrheit. Wenn Du nicht dazugehörst, ehrt Dich das. Dennoch bleibt diese menschliche Schwäche weit verbreitet und ist auch sehr nützlich, dient sie doch dazu, mit sich selbst in Reine zu kommen und nicht ständig den Kopf zu zermattern, was man alles im Leben falsch gemacht hat.


    Julius Vorschlag zur getrennten Leitungsführung kenne ich auch und wird von der Fachwelt sehr kritisch gesehen, führt er doch unweigerlich zu einer höheren Stagnation weiter Anlagenteile. Da können Betreiber noch so sehr versichern, regelmäßigen Wasserwechsel durchzuführen.

    Seit Jahren plane und errichte ich alle Anlagen so, dass am Ende immer der Spülkasten der meistgenutzten Toilette hängt, weil ich die Erfahrung gemacht habe, das das Händewaschen oft nur ein guter Vorsatz bleibt, der Waschmaschinenanschuss ungenutzt bleibt, weil Mutti zwei Häuser weiter so gern wäscht und Pizzakartons und Kaffe-to-Go Becher nicht abgewaschen werden müssen.

    Die Klospülung ist die einzige Entnahmestelle, deren häufige Benutzung als gesichert angesehen werden kann.




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    M.G.Wetrow

  • Neben den Entkalkungsanlagen auf Basis Ionenaustausch gibt es m.W. auch noch Anlagen auf physikalischer Basis, die versuchen, Kalk zur Kristallisation zu bewegen und auszuspuelen statt abzulagern. Inwieweit diese Systeme im praktischen Einsatz funktionieren, kann ich allerdings nicht sagen.

    (Wir sind hier Kalkmangelgegend, hier werden jaehrlich tonnenweise Kalk in die Wälder gekippt, damit der Boden ueberhaupt ein bisschen was alkalisches abbekommt und sich das Gruenzeug nicht nur von sauren Regen und Arsen ernaehren muss.)

  • ..., aber wenn ein DVGW Zertifikat vorhanden ist, ist die Wirksamkeit geprüft....

    Eher ist dann festgestellt, dass die Anlage unter fachgerechtem Einbau und bestimmungsgemäßen Betrieb keinen schädlichen Einfluss auf die Trinkwasserqualität hat.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Die Baumusterprüfung nach DVGW W 510 verweist auch auf W 512 die da lautet:

    DVGW W 512:1996-09

    Verfahren zur Beurteilung der Wirksamkeit von Wasserbehandlungsanlagen zur Verminderung von Steinbildung



    der Volltext ist leider von meinem Normenabo nicht inkludiert, daher nur der Titel. Der ist aber schon ziemlich eindeutig, oder?

  • ...ich würde mir eine Leitung in die Küche legen lassen, die nicht über die Enthärtungsanlage läuft, wenn denn schon eine eingebaut werden soll.


    Bei uns in der Arbeit wurde das nachträglich gemacht - ein Trinkwasserbrunnen für das Personal sozusagen. Zentral und ohne Enthärtung eine Station zur Trinkwasserentnahme.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Um aber nochmal das Thema Entkalkung nur vor dem WW Bereiter, also nur die WW Leitungen / Plattenwärmetauscher und Armaturen / Fliesen bei Mischung 50/50 Warm/Kalt.


    Dann hätte man zwar immer noch Kalk, aber im reduzierten Umfang oder ? Dann dürfte doch aus 24dH, nur grob 12dH werden.


    VG

  • Uaagh, ich hätte schon viel früher schreiben müssen.... hab das Thema jetzt erst erkannt.


    Ob physikalisch oder per Iononentauscher. Beides gibt es mit DVGW zulassung. und es gibt viel drumherum dafür.

    ABER:

    1.) Es gilt ein Minimalgebot bei Trinkwasser. So wenig wie nötig einbauen und verändern.

    Leider interessiert das die Händler sehr wenig. Wir leben ja in einem Land die ALLES verklauft werden darf.

    Wer an DVGW Anlagen zweifelt, soltle erstmal prüfen was für einen Chinamüll er in der Dusche hängen hat.

    Ob Brause oder Brauseschlauch, manchmal auch die tollen Perlatoren und neulich Küchenarmatur.

    Diese Drecksdinger hab ich schon zu genüge ENTSORGT, weil gemeldet wurde, Erst schluck riecht, schlecht komisch, nur an dieser Stelle. ect ect.

    Was juckt mich was in den Papieren steht, sieht geil aus, ist billig , und das zählt alleinig.


    2. Ionontauscher mit DVGW ist als Beispiel wie oben bei Grünbeck, physikalische z.b. bei perma-trade

    Was man davon bevorzugt muss jeder für sich entscheiden.


    3. Wer sich so eine Anlage anschafft, hat eine Fürsorgepflicht. Wie bei jeder Trinkwasseranlage. Dafür gibt es auch Wartungsintervalle.

    Ob bei Ionen oder physikalischen, alles unterliegt Wartung.

    Wer nicht registriert, das eine Zirkulationspumpe im Warmwasser defekt ist, ist genauso am arsch wenn was passiert.


    4. Wenn man was schmeckt, dann ist es der erhöhte Natriumgehalt, kein Salzgehalt.


    5. Funktionierende Ionentauscher desinfizieren während der regeneration, sich selbst zusätzlich mit Chlor, welches intern erzeugt wird und ausgespült wird. ebenso wie die Salzsolelösung. Die Regulären Trinkwasserleitungen werden wie oft im Jahr gereinigt? geschweige der nervige Wasserfilter ausgetauscht?.


    6. Enthärtung mit Ionentauscher auf regulär 6°dH ist in einigen Regionen garnicht möglich, da hier der Natriumwert von haus aus zu hoch ist.


    7. Ganz verschwiegen wird, das es eigentlich eine dritte möglichkeit gibt. Die Imfung per Dosierpumpe, zur EInbringung eine Lösung, das Trinkwassersystem, dass das anhaften der Kaltteilchen aneinander verhindert bis zu einer Temperatur von ca. 75°C je nach Dosierlösung. Warum wird die wohl verschwiegen?


    ....war noch was unklar?


    Off-Topic:

    PS: ich sitzt in einer Region wo rund um mich Wasserhärte von 18-25 Standart ist. NUr wir hier haben gerademal 14°dH. Perfektes Wasser.

    Wird leider manchmal mit der härteren Wasserversorgung aus einem anderen Gebiet mit rein verschnitten.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.