Hangsicherung

  • Hallo,


    ich bin ganz neu in diesem Forum, entschuldigen Sie wenn das Thema schon behandelt wurde, ich habe zumindest nichts ähnliches gefunden.


    Wir werden ein Haus kaufen, welches in Hanglage steht. Die Stützmauer zum oberhalb liegenden Nachbarn hin muss lt. Statiker dringend erneuert werden. Wegen der örtlichen Gegebenheiten wird das eine teure und aufwändige Angelegenheit.

    Der Nachbar oberhalb hat allerdings später gebaut und ist daher doch selbst für die Absicherung des Hanges verantwortlich und so auch für eine geeignete Stützmauer? Oder irren wir uns hier? Hier geht es um Kosten von bis zu 50.000 Euro.


    Ich weiß nicht, ob es relevant ist, aber es ist nicht klar, wer (oder wann) die vorhandene Mauer errichtet hat, es gibt hier keine Unterlagen und der Besitzer bzw. Verkäufer kann keine Auskunft geben.

    Der betreffende Nachbar von oberhalb meint, die Mauer wäre schön vorhanden gewesen, bevor er sebst gebaut habe. Andere Nachbarn sagen, die Mauer wäre erst errichtet worden, nachdem der Hang abgerutscht ist, als der oben liegende Nachbar seine Baugrube ausgehoben hat. Das lässt sich wohl nicht abschließend klären. Jedenfalls liegt die Mauer auf "unserem" Grundstück, wurde wohl im Eilverfahren errichtet und ist stark einsturzgefährdet.


    Wer ist zuständig, wer muss die Kosten tragen?


    Vielen lieben Dank schon mal im Voraus!

  • Habt Ihr (bzw., der Vorbesitzer) den Hang abgegraben und durch diese Mauer das oberliegende Grundstück gesichert?


    Oder hat der Oberliegende das hangige Gelände aufgefüllt (um zB eine eben Fläche zu bekommen) und damit den Hang gesichert?


    dass die Wand auf Eurem Grund steht ist natürlich ein Indiz, dass evtl. Ihr die Problemerzeuger seid (bzw. der Vorbesitzer).

  • Die Entsorgung der alten Mauer dürfte nicht unerheblich zu den Kosten beitragen aber für 50 TEUR kann man nach meiner Erfahrung mit unserem Hanggrundstück schon eine Menge Mauer bekommen, wenn das Gelände einigermaßen zugänglich ist.Wie hoch/lang ist denn Deine Mauer?

    Grundsätzlich wird man wohl sagen müssen: dein Grundstück, dein Problem, es sei denn, Du kannst z.B. nachweisen, dass Dein Nachbar die Mauer errichten musste, weil er den natürlichen Geländeverlauf geändert hat. Wenn das alles schon sehr lange her und nicht nachweisbar ist, dann wirst Du im Zweifel das Problem haben.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -

  • ...aber für 50 TEUR kann man nach meiner Erfahrung mit unserem Hanggrundstück schon eine Menge Mauer bekommen, wenn das Gelände einigermaßen zugänglich ist....

    Wenn das Gelände aber nicht zugänglich und ein wenig steil ist und der Aushub, Beton etc. aufwändig hinter das Gebäude transportiert und eingebaut werden muss, dann wirst du dich wundern wie wenig Mauer man für € 50.000 bekommt :-)

  • dann wirst du dich wundern

    stell dir vor , dass ich mich nicht wundern muss .


    einen grossen teil meines lebens habe ich mit solchen mauern zugebracht ,( vor allem damit ,manche architertektenplanung für die hälte hinzustellen) :P,.....


    50teur ist trotzdem viel .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • ja, sehe ich genauso. Der Beitrag sollte ein wenig witzig sein. Wir haben vor ca. 3 Jahren eine Hangsicherung gemacht, Betonwand 3,50 hoch mit 40 cm und entsprechendem Fundament an schwieriger Stelle. Wenn ich mich richtig erinnere war der Auftrag etwa die Hausnummer. Also da muss man schon etwas veranstalten für das Geld.

    Jochen

  • Da ihr das Haus (samt Grundstück) erst kaufen WERDET und die Stützmauerproblematik glücklicherweise vorab bekannt ist, werdet ihr das ja hoffentlich vorab klären und dann in die Kaufpreisfestlegung einfließen lassen!

  • in die Kaufpreisfestlegung einfließen lassen!

    Ob der Verkäufer eine Minderung um 50 k€ akzeptiert mit der Begründung "Die Mauer muss neu", ist aber zu bezweifeln. Der wird es eher mit Walter halten "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten"

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Hallo und vielen Dank schonmal! Tatsächlich hatte ich nicht etwas besseres zu tun, sondern war leider etwas länger unterwegs, tut mir leid- außerhalb keine Datenverbindung..


    Okay, das hilft mir auf jeden Fall weiter, auch wenn ich natürlich gerne eine andere Antwort gehabt hätte😉

    Bisher hat sich nicht klären lassen, wer diese Mauer tatsächlich gebaut hat, es ist nur so, dass der oben liegende Nachbar NACH dem Bau "unseres" Hauses gebaut hat und währenddessen der Hang gerutscht ist.. anscheinend wurde dann -von wem auch immer-die Mauer errichtet.


    Uns wurde nur tatsächlich vorher und auch von einem Bauingenieur der vor Ort war gesagt, dass der Nachbar zuständig ist, denn er wäre für die Absicherung nach unten verantwortlich, da er zuletzt gebaut hat.

    Aber klar, eindeutig ist, die Mauer steht auf unserem Grund.


    Der Hohe Preis kommt wohl auch dadurch zustande, dass ein Kran gestellt werden muss, da von Straßenseite aus zwei Stockwerke überbrückt werden müssen und das Gelände schwer zugänglich ist Die Länge beläuft sich etwa auf 25 m, knapp 3m Höhe. Uns wurde empfohlen Gabionen vorzubauen, die dann mit Beton hinterfüllt werden sollen. Ärgerlicher Weise gehen uns bei dieser Variante knapp 1,5m Gartenanteil verloren.

    Mir als Laien kommt das heftig vor, ich hätte da eher an Pflanzsteine gedacht, die könnte man zur Not selbst setzen!

    Da müssen wir kreativ werden, denn 50T sind nicht im Budget und der Preis ist leider nicht verhandelbar..


    Vielen Dank für die vielen Antworten!! Ich denke, wenn wir wirklich gekauft haben, bin ich öfter hier😀

  • ich hätte da eher an Pflanzsteine gedacht, die könnte man zur Not selbst setzen!

    :wall:

    ganz falsch .


    eine wirksame hangsicherung von 3m macht man nicht als laie mit pflanzsteinen .


    manche machen es zwar , aber sie bereuen es dann auch .


    wir hatten hier irgendwo ein paar eindruckvolle bilder zum thema ....

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Entscheidend ist, wer das Gelände verändert hat. Ist das noch nachzuvollziehen wo der ursprüngiche Geländervlerauf war?

    Wurde "euer" Garten abgegeraben oder der oberhalb aufgeschüttet?

    Oder wurde ggf. gar kein Geländer verändert und die reine Bautätigkeit oben war ursächlich?


    Nach den Schilderungen hört es sich eher so an, als wäre bei euch abgegraben worden ohne Hangsicherung, als der Oberlieger gebaut hat kam die Choose ins Rutschen und es wurde schnell was gebaut.


    Damit wärt ganz klar ihr im Boot. Wärt ihr sowieso, als Eigentümer, aber da gäb dann wenigstens eine Chance rauszukommen.


    Foto wäre vielleicht hilfreich.

  • Auf unserem Grundstück wurde keine Bautätigkeit vorgenommen, ursächlich für den Hangrutsch war das Ausgraben des Kellers des oben liegenden Nachbarn, also dessen Bautätigkeit.. er hat das Gelände also verändert. Das ist allerdings sicherlich schon vor 20 Jahren gewesen.


    Wir konnten keine Unterlagen, Luftbilder oder ähnliches auftreiben, auch keine Rechnung etc. für die erstellte Mauer. Ich gehe einfach davon aus, dass unsere Mauer vom derzeitigen Besitzer erstellt wurde. Er ist leider nicht in der Verfassung hierzu Angaben zu machen.

    Hatte gehofft, dass der Nachbar zumindest anteilig Kosten tragen muss.

    Entscheidend ist, wer das Gelände verändert hat. Ist das noch nachzuvollziehen wo der ursprüngiche Geländervlerauf war?

    Wurde "euer" Garten abgegeraben oder der oberhalb aufgeschüttet?

    Oder wurde ggf. gar kein Geländer verändert und die reine Bautätigkeit oben war ursächlich?


    Nach den Schilderungen hört es sich eher so an, als wäre bei euch abgegraben worden ohne Hangsicherung, als der Oberlieger gebaut hat kam die Choose ins Rutschen und es wurde schnell was gebaut.

  • Den Bildern nach tippe ich auf Abgrabung auf "Eurer" Seite.


    Wie ist denn der Geländeverlauf bei den linken und rechten Nachbarn?

    Jeweils zwischen denen auf "Eurer" Höhe und auf Höhe des Oberlieger-Grundstücks.

  • eine wirksame hangsicherung von 3m macht man nicht als laie mit pflanzsteinen .


    manche machen es zwar , aber sie bereuen es dann auch .

    danke für die Info. Würden sie ebenfalls Gabionen empfehlen? L- Steine waren auch im Gespräch, sind an dieser Stelle aber wohl aufwändiger, da ein Fundament schwierig wird, denn vor die Sandsteinmauer ist zudem ein Beton Vorbau von ca. 1 m Höhe und 1 m Tiefe gesetzt, ich vermute er sollte die Mauer stabilisieren.. ziemlich verbaut also, ich weiß nicht ob man es auf den Fotos gut erkennt.

    Alles sehr verwildert und überwuchert.

  • Den Bildern nach tippe ich auf Abgrabung auf "Eurer" Seite.


    Wie ist denn der Geländeverlauf bei den linken und rechten Nachbarn?

    Jeweils zwischen denen auf "Eurer" Höhe und auf Höhe des Oberlieger-Grundstücks.

    Der Geländeverlauf zu rechtem und linkem Nachbarn entspricht unserem.

  • Der Geländeverlauf zu rechtem und linkem Nachbarn entspricht unserem.

    Was ist denn "euer" Geländeverlauf? Ich sehe da zu eurem Nachbarn hin auch nur eine Mauer.

    Also spricht alles dafür, dass eure Terrasse in den Hang eingegraben wurde.

  • Uns wurde nur tatsächlich vorher und auch von einem Bauingenieur der vor Ort war gesagt, dass der Nachbar zuständig ist, denn er wäre für die Absicherung nach unten verantwortlich, da er zuletzt gebaut hat.

    Das ist so als einzelne Aussage weder nachvollziehbar noch richtig.

    Der Geländeverlauf zu rechtem und linkem Nachbarn entspricht unserem.

    Das war nicht die Frage, sondern wie der ursprüngliche ("natürliche") Zustand des Geländes war.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Vermessungsamt fragen? Da könnten Unterlagen vorhanden sein.


    In den (Bauantrags-) Plänen ist der Verlauf des ursprünglichen Geländes nicht eingezeichnet?

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Vermessungsamt fragen? Da könnten Unterlagen vorhanden sein.


    In den (Bauantrags-) Plänen ist der Verlauf des ursprünglichen Geländes nicht eingezeichnet?

    Geländedarstellung in den Plänen? Vor mehr als 20 Jahren? Das wäre reine Glückssache. Viele Planer versuchen heute noch, sich das Aufmaß zu sparen oder kennen nicht einmal das Baugrundstück... :eek:

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Viele Planer versuchen heute noch, sich das Aufmaß zu sparen oder kennen nicht einmal das Baugrundstück... :eek:

    Habe ich auch gehört! Aber dann müssen die Grundleistungen der LP 1 nach HOAI auch nicht voll bezahlt werden.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Habe ich auch gehört! Aber dann müssen die Grundleistungen der LP 1 nach HOAI auch nicht voll bezahlt werden.

    ...wenn das die Bauherren wüssten... - nein - im Ernst: das sind doch meistens Angestellte von im Fertighausfirmen, deren Bezahlung im Global-Pauschalvertrag enthalten ist.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!