Umbau Öl auf Gas/Brennwert mit Solarthermie

  • Hallo zusammen,


    ich melde mich hier, weil ich mein Haus, Baujahr 66, Reiheneckhaus mit Flachdach, in Sachen Heizung aufmöbeln möchte.

    Es hat aktuell eine Ölheizung aus '93. Die Heizkörper sind die üblichen, ein paar haben modernisierte Bedienteile.

    Ich möchte das auf Gas/Brennwert mit Solarthermie umbauen (wegen der Förderung lohnt sich Gas allein kaum.).


    Mir liegen aktuell zwei Angebote dazu vor, von denen mich eure Rückmeldungen interessieren würde.

    Angebot sind angehängt ... was denkt ihr?


    Angebot 1 hat die Förderprämie (wohl 40%) abgezogen:



    Angebot 2 hat das nicht und hier ist der hydrauliche Abgleich noch extra mit 1700€ anzusetzen. :

    Hier würde ich also bei 14000€ landen.

    Bei beiden angeboten muss man noch den Anschluss berücksichtigen (60% von 3000€).

    Wie seht ihr das Thema? Andere Heizsysteme fallen leider 'raus, da sie im Altbau schwierig nachzurüsten sind.Viele Grüße

  • Bewohnt ihr das Haus selbst?

    Eine Anlage mit wirksamer solarer Heizungsunterstützung wird der Heizungsbauer nämlich nicht voll funktionstüchtig erstellen können. Dies muß erst durch iterative Optimierung im Betrieb passieren. Das kann man eigentlich nur, wenn man selbst drin wohnt.


  • ich melde mich hier, weil ich mein Haus, Baujahr 66, Reiheneckhaus mit Flachdach, in Sachen Heizung aufmöbeln möchte.


    Bei beiden angeboten muss man noch den Anschluss berücksichtigen (60% von 3000€).

    Wie seht ihr das Thema? Andere Heizsysteme fallen leider 'raus, da sie im Altbau schwierig nachzurüsten sind.Viele Grüße

    Hallo,

    Was wird da aufgemöbelt?

    Ich verstehe nicht was mit 60% von 3000€ gesagt sein soll. Erhelle uns doch.


    Nachrüstbar ist vieles.

    Gas-Brennwert (Erdgas-Flüssiggas)

    Öl-Brennwert

    Holz

    Pellets,

    Direktelektrisch

    Wärmepumpe

    Kaminofen mit Wassertaschen

    Brennstoffzelle

    Fernwärme

    Nahwärme


    Das ist natürlich alles eine Frage der Örtlichkeiten und der Gegebenheiten.

    Schwierig mag manches für den Laien aussehen, muss aber nicht deswegen ausgeschlossen werden.

    :thumpsdown:

  • mein Haus, Baujahr 66, Reiheneckhaus mit Flachdach,

    Ist denn die Heizlast bekannt?

    WW Bedarf?


    Im Moment ist schwer nachvollziehbar, auf welcher Basis die Angebote erstellt wurden. Beim ersten Angebot finde ich die Flachkollektoren charmant. Röhrenkollies liefern zwar etwas höhere Erträge, Flachkollektoren sind hingegen die einfachere und weniger anfällige Lösung. Leider gab es schon oft Probleme mit einzelnen Röhren die ausgetauscht werden mussten. Ein Paket mit Flachkollektoren wäre auch beim 2. Angebot möglich, wurde aber nicht angeboten.


    Der Kombispeicher bei Angebot 1 für Heizungsunterstützung und WW ist auch OK, sofern die 150 Liter Speicherhinhalt des WW Anteils zum WW Bedarf passen. Für eine einzelne Familie sollte die Schüttleistung mehr als ausreichend sein.

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    .

  • Hi Leute,


    danke für eure antworten.


    Bewohnt ihr das Haus selbst?

    Eine Anlage mit wirksamer solarer Heizungsunterstützung wird der Heizungsbauer nämlich nicht voll funktionstüchtig erstellen können. Dies muß erst durch iterative Optimierung im Betrieb passieren. Das kann man eigentlich nur, wenn man selbst drin wohnt.

    Wir bewohnen das Haus selbst. Wie optimiert man das iterativ? Würde natürlich auch die Firma fragen, aber vielleicht gibt's irgendwelche Tipps?


    Aufgemöbelt wird das von Öl zu Gas Brennwert, mit Solar, was an sich ja eine Verbesserung sein sollte.

    Nein hier sind viele der genannten Sachen nicht nachrüstbar bzw. ich mag jetzt nicht 30 Tsd. nur für ne Heizung zahlen, vor allem mit Kindern ists schon teuer ;)

    60% von 3000€, da der Anschluss nochmal 3000 € kostet, aber auch hier dann nur 60%.

    Wenn man auf Gas mit Solarthermie umrüstet dann bekommt man 40% Förderung auf alle Kosten.



    Die Heizlast habe ich anhand einer Internetseite mit der Formel mit ziemlich genau 5000W berechnet. Das Haus hat 120 QM zu beheizen.

    Warmwasserbedarf kenne ich nicht aber wir baden nicht viel (wenn überhaupt), also nur Duschen und Abwaschen. Der Kollege befand das halt für "ausreichend".

    Die Basis für die Angebote waren, die jeweiligen Ansprechpartner haben sich den Keller angesehen und dann die Änderungen in ihr System berechnet.

    Wie findet ihr die Preise? In Ordnung?

    Gerade mit den Solar-Teilen habe ich 0 Gefühl.

  • Wie findet ihr die Preise? In Ordnung?

    Gerade mit den Solar-Teilen habe ich 0 Gefühl.

    Woher soll man aus ausenstehender wissen wie die örtlichen Gegebenheiten sind? Ich hab mit Absicht nicht mit dem Preis angefangen, weil man es nicht nachvollziehen kann.

    Die Anlagenbeispiele kosten dich ca 25000€ , ob du Förderung bekommst oder nicht, steht auf einem anderen Blatt. Ich sehe nirgends eine Fördermittelgarantie.

    Was machst du wenn du letztendlich kein Geld bekommst?

    Die Heizlast habe ich anhand einer Internetseite mit der Formel mit ziemlich genau 5000W berechnet. Das Haus hat 120 QM zu beheizen.

    Ja wie? anhand des Internets , oder genau? , aber das ist aber eher kosmetisch.

    :thumpsdown:

  • Die Heizlast habe ich anhand einer Internetseite mit der Formel mit ziemlich genau 5000W berechnet.

    Das passt vielleicht für ein EnEV-konformen Neubau seit den 2000er Jahren, aber niemals für einen Altbau aus 1966.


    Gehe zurück auf Los.

  • Stell mal ein Plänchen ein und was Du an Material hast (Wände gedämmt?, Fenster neu etc.) Dann kann man was abschätzen.

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  • Die Heizlast habe ich anhand einer Internetseite mit der Formel mit ziemlich genau 5000W berechnet. Das Haus hat 120 QM zu beheizen.

    Das ist keine Berechnung, nicht einmal eine gute Schätzung. Glücklicherweise können Gasthermen ihre Leistung über einen relativ weiten Bereich regeln, aber ob die angebotenen Geräte in Deinem Fall effizient betrieben werden können, das steht in den Sternen.



    Warmwasserbedarf kenne ich nicht aber wir baden nicht viel (wenn überhaupt), also nur Duschen und Abwaschen.

    Zumindest die Anzahl der Personen sowie Anzahl und Art der Zapfstellen sollten bekannt sein.


    Wie findet ihr die Preise? In Ordnung?

    Zum Preis kann man nicht viel sagen, dazu müsste man sich das Angebot im Detail anschauen. Auf den ersten Blick würde ich sagen, Materialkosten sind etwas hoch angesetzt, Montagekosten etwas zu niedrig. So lange man aber den Leistungsumfang nicht im Detail kennt, ist das nicht zu bewerten.

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  • Zum Preis kann man nicht viel sagen, dazu müsste man sich das Angebot im Detail anschauen. Auf den ersten Blick würde ich sagen, Materialkosten sind etwas hoch angesetzt, Montagekosten etwas zu niedrig. So lange man aber den Leistungsumfang nicht im Detail kennt, ist das nicht zu bewerten.

    Na das sind Sparbrötchenangebote, da wird schon am Text gespart. WIe eine Büchse mit was drin, aber genaueres weis man nicht.

    22t € in 13 Stichpunkte verpackt. Ich würd mich schämen. Potenzial für nachträge allemal. Billiganbieter mit ordentlichen Preisen :D

    :thumpsdown:

  • Das passt vielleicht für ein EnEV-konformen Neubau seit den 2000er Jahren, aber niemals für einen Altbau aus 1966.


    Gehe zurück auf Los.

    erst mal ja, gefühlt ist das untypisch für das Baujahr, aber...


    - das ist ein REH, also schon mal ~ 1/3 Außenwand weniger als ein freies EFH

    - die REH von damals sind üblicherweise rel. klein

    - Bj1966 kann gut sein, dass da energetisch schon was etwas verbessert wurde (Dach, Fenster)

    - wenn man dann mit den Raumtemp am unteren Ende hantiert (20°), NAT rel. hoch ist und WW aussen vor läßt, kann es schon sein, dass man grob in diese Richtung kommt.


    wenn man die Jahresverbräuche der letzten Jahre kennen würde, könnte man das darüber rel. gut abschätzen.

    Wenn man z.B. 1500l Ölverbrauch hätte, 85% Wirkungsgrad annimmt und 2000 Volllaststunden (ink.WW), wäre man bei ~ 6 - 6,5kW Normheizlast nach 2. Schweizer Formel.

  • Hi Leute


    ja das haut auch hin, das Haus hat ja ein Haus daneben und an der Eckseite hat es keine Fenster, d.h. es ist wie ein Reihenhaus.

    Dach ist, soweit ich weiß, noch im Originalzustand. Fenster sind alle doppel-verglast.

    Leider kenne ich die alten Verbräuche nicht, aber einige Nachbarn meinten dass 1500 L zu erwarten sind. Vorbesitzerin ist verstorben, daher keine Unterlagen.


    Angebot #1 ist übrigens ein Festpreis (der hat auch die Abstände richtig präzise ausgemessen).

    Wir sind zu zweit, vielleicht aber mal 3 oder 4. Zapfstellen hat das Haus 4.

    Förderung ist wohl garantiert da man ja die Bedingungen erfüllt (Gas + 25% regenerativ). Dann gibt's 40%.

  • Förderung ist wohl garantiert da man ja die Bedingungen erfüllt (Gas + 25% regenerativ). Dann gibt's 40%.

    wohl nur bis zur Fördermittelgrenze? Und wer gibt Garantie auf was im Bezug auf die Förderung?

    Dein Auftrag lautet trotzdem immerhin die Endsumme ohne Fördergeld.

    :thumpsdown:

  • Wir bewohnen das Haus selbst. Wie optimiert man das iterativ? Würde natürlich auch die Firma fragen, aber vielleicht gibt's irgendwelche Tipps?

    Das ist gut, denn ohne selbst drin zu wohnen (und sich jahrelang intensiv um die Optimierung der Anlage zu kümmern!), bekommt man eine wirklich nennenswerte Solarnutzung leider nicht hin. Insbesondere, wenn -wie bei Euch- Heizkreise mit höherer Temperatur vorhanden sind.


    Iterativ heißt dabei, jeweils eine kleine Veränderung an nur einem Parameter vorzunehmen und dann abzuwarten (ggf. mehrere Tage), welche Auswirkungen dies hat. Dann erneut diesen (oder ggf. einen anderen) Parameter verändern.

    Man muß die ganze Anlage laufend im Blick haben (vor allem die Temperaturverläufe im Speicher) und auch bereit sein, sich relativ weit in die Materie ihrer Regelungstechnik einzuarbeiten!

    Rechne mit zugehörigen Handbüchern im Umfang eines mittleren A4-Ordners. Die sollten nicht nur einstauben...


    Leider durchblicken offenbar etliche Heizis das selber nicht im Detail oder es ist ihnen schlichtweg egal/zu aufwendig (Hauptsache, der Kunde ruft nicht an, daß ihm zu kalt sei - Gasverbrauch/Solarernte spielt keine Rolle)!


    Und wenn man sieht, was auch führende deutsche Kesselhersteller an kümmerlichen Primitiv-Regelungen (aber für stolzeste Preise) mitliefern, wird einem sowieso ganz schlecht.


    Soll Dich jetzt aber nicht abschrecken. Man kann gut ein kleines Zusatzhobby daraus machen und sogar Spaß daran finden. Immerhin kostet es nichts, sondern bringt stattdessen Geld!

  • Leider durchblicken offenbar etliche Heizis das selber nicht im Detail oder es ist ihnen schlichtweg egal/zu aufwendig (Hauptsache, der Kunde ruft nicht an, daß ihm zu kalt sei - Gasverbrauch/Solarernte spielt keine Rolle)!

    Im "Über dem Kamm Scheren" bist du jedenfalls ganz gut. Gabs dazu ein Seminar?


    Es ist nunmal wie auch hier oft genug besprochen das der Kunde das bekommt was er ordert, LP1-4 oder LP4-8 oder LP1-9.

    Ich hab schon oft genug darauf hingewiesen das man feinjustieren sollte. Wir können das auch übernehmen, je nach Anlage, Behaglichkeit und Co. ist das mit mehreren Anfahrten und Zeitaufwendungen, zu vergüten. Eine Näherung bzw Errechnete Einstellung wird von aus aus natürlich gemacht, sofern das automatisch mit im Auftrag ist. (D.h. Werkseinstellungen gibt es bei uns nicht beim verlassen.)

    Wir können aber nicht vorhersehen wie alleszZeitlich und bedarftechnisch funktioniert in der Jeweiligen Nutzungseinheit.

    :thumpsdown:

  • Besser lesen! "Etliche" sind nicht alle. Aber eben nennenswert viele.

    Wenn Du Dich nicht dazu zählst, finde ich das sehr erfreulich.


    Leider zeigt die Praxis, daß im Feld ein hoher Anteil der Anlagen mit Solarkollektoren deutlich suboptimal arbeitet! Um es vorsichtig auszudrücken...


    Und wenn "strunzdumme" Regelungen verbaut sind, welche nicht in der Lage sind, uhrzeitabhängig den Puffer nicht fossil vollzuladen (um Speicherkapazität für zu erwartende Solarernte vorzuhalten), hat auch ein guter Heizi einstellungsseitig wenig Optimierungsmöglichkeiten.