Holzlack- oder Lasur für Fassade

  • mein Gartenschuppen wird mit 12/22 Fassadenprofil / N+F Keilspundrofil verkleidet. Material ist Fichte.

    Von der Gestaltung her kommt sowohl Lack als auch Lasur in Frage. Die Frage ist - was ist haltbarer, pflegeärmer und dauerhafter?


    Klar, der Lack bildet eine dichte Schutzschicht. Dafür kann er reißen / abblättern und dann kann Wasser eindringen und ggf. sogar dann länger unter dem Lack bleiben.


    Womit habt ihr bessere Erfahrung gemacht?

  • wir haben hier eine sägerauhe Holzfassade (Bandsägeschnitt). Vor über 15 Jahren gebaut und mit einem deckenden Anstrich gestrichen.

    Ich habe diese Farbe gewählt, weil ich schon vorher Häuser kannte, die damit bereits vor mehr als 10 Jahren gestrichen waren und schon damals noch gut aussahen.

    Jedenfalls hält die Farbe bei uns immer noch und musste noch nicht renoviert werden.

    Alle paar Jahre gehe ich mit dem Hochdruckreiniger ran und säubere die Fassade. Hält auch.


    Tendenziell hält die Farbe auf sägerauhem Holz natürlich besser als auf gehobelten Hölzern. da kommt es jetzt auch schon zu Ablösungen...


    Wichtig: nicht zu dick auftragen! eher dünn, um die Diffusionsfähigkeit zu erhalten. Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, den Anstrich eher zu rollen als zu streichen. Geht schneller und ist dünner. Nebenbei ist der Verbrauch auch noch niedriger...

  • Jedenfalls hält die Farbe bei uns immer noch und musste noch nicht renoviert werden.

    Welcher Farbton?



    Von der Gestaltung her kommt sowohl Lack als auch Lasur in Frage.

    Die "Holzoptik" soll also erhalten bleiben? Kein deckend weiß, grün, lila oder was weiß ich?

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  • Ich habe diese Farbe gewählt,

    "House Paint" - interessanter Name ;) Da wäre ich nie drauf gekommen, da es ja nicht mal eine spezialisierte Holzfarbe ist, sondern universal. Aber wenn du da so gute Erfahrung gemacht hast..


    Tendenziell hält die Farbe auf sägerauhem Holz natürlich besser als auf gehobelten Hölzern.

    Meine Schalung ist "fein gesägt", passt also!


    Die "Holzoptik" soll also erhalten bleiben? Kein deckend weiß, grün, lila oder was weiß ich?

    da sind wir noch nicht durch. Wir hatten schwedenrot oder auch blau mit weißen Akzenten überlegt, oder ganz weiß oder grau..

  • (beschichtete) (holz)fassade: es kommt auf die himmelsrichtung - und auf die wetterrichtung und bewitterungsintensität.

    manchmal kannst du kopfstand machen: die fassade veralgt. spätestens dann, wenn die biozide aus der farbe ausgewaschen sind.

    ob lack oder lasur, ist eine andere baustelle. lack wird irgendwann reissen, dann kommt das wasser. lasur ist nicht uv-dicht, dann kommt die vergrauung des holzes. wie du´s machst, isses verkehrt... jedenfalls dann, wenn du auf die dauerhaft "schöne" oberflächenbehandlung glaubst.

  • ich habe bewusst keine Imprägnierung verwendet.


    bei der weißen Farbe kam in den ersten paar Jahren ein stellenweise ein Gelbstich. Sah nicht so schön aus, ist aber wieder verschwunden.


    zur Bewitterung: unsere Erfahrung:

    • kritisch ist sicher die Nordseite, die habe ich schon mehrmals mit dem Hochdruckreiniger abdampfen müssen.So alle drei Jahre im Mittel. Sonst wird es unansehnlich.
    • die Westseite ist sogar deutlich unkritischer. Der Schlagregen wäscht den meißten Schmutz weg. Veralgung gibt es dort auch nicht. Sicher auch, weil die Abendsonne dort voll drauf brennt.
    • An der Südseite habe ich noch gar nichts machen müssen. Klar, die ist nicht mehr ganz so weiß wie anfangs, aber immer noch ansehnlich.
    • an der Ostseite wieder etwas mehr Schmutz wie im Süden, aber auch nicht so wild. Von der Ostseite stammen die eingestellten Fotos.
  • jedenfalls dann, wenn du auf die dauerhaft "schöne" oberflächenbehandlung glaubst.

    mir gehts um die Dauerhaftigkeit.

    An sich hab ich auch nichts gegen in Würde vergraute, unbehandelte Holzflächen.

    Bei meinem Nachbarn siehts so aus:



    Aber ich war voll auf deckenden Anstrich, daher hab ich Fichte genommen.

  • Ist im Grunde eine Geschmackssache, wer eher Richtung weiss/grau gehen möchte, dem bleibt eigentlich nur der Lack - Schwerer aufzutragen und wirkt künstlicher.


    Lasur hat den Vorteil, dass die rustikale Holzoptik stehen bleibt und lässt sich einfacher mit der Spritzpistole auftragen.


    Persönlich mag ich helle Lasurfarben lieber.


    Falls es Lack werden soll, mit weisser Fassade und grauen Fenstern/Türen macht man nichts falsch, optisch sehr sauber und wäre in eurem Fall auch zum weissen Haus passend.

  • ich war voll auf deckenden Anstrich

    bin ich immer noch - hauptsache, der reisst nicht.

    am haus ostseitig auf sehr sägerauhem holz (naja..),

    garage ost- und nordseitig (überdacht) auf feingesägtem holz,

    experimentierbau süd- und nordseitig auf feingesägtem holz:

    überall die gleiche erfahrung .. nämlich gemischt ;)

    für mich passt´s.


    btw, oberflächenveränderungen wie durch fogging/veralgung usw. kann man auch auf mineraluntergrund haben.

    vor dem hintergrund: deckend, "bootslack", denkmalpflegergrau oder dunkellehmfarben (bähhh)

  • Eigentlich sollte Fichte VOR dem Einbau eine Beschichtung bekommen - (fast) egal welche.


    Eine klassische "Imprägnierung", dass ist zumeist ein Bläueschutzgrund, ist für Weichholz sicher kein Fehler - aber auch kein Muss.

    Hängt ein bisschen von den Gegebenheiten ab. In diesem Fall sehe ich auch keine Veranlassung dafür.


    Dieses House Paint ist im Grunde nichts anderes, als eine klassische Wetterschutzfarbe (Dispersionslack).

    Ich finde diese Materialien, wenn man eine deckende Optik, Haltbarkeit und eine leichte Überarbeitbarkeit haben will, sehr gut.


    Wenn sowas, dann aber den Mercedes unter diesen Materialien.

    Und das ist für mich unangefochten das.



    und lässt sich einfacher mit der Spritzpistole auftragen.

    Ich bin übrigens nicht so der Fan von Spritzverfahren in diesen Fällen, da es für die Anbindung (Adhäsion) auf den Untergrund durchaus eine Rolle spielt, ob das Material nur "aufgeblasen" oder mechanisch auf den Untergrund "gerieben" ist.

    Gruß Werner :)

  • Hallo,


    hatte beim Lesen der Beiträge parallel schon das Datenblatt von solid Color stains rausgesucht und wollte gerade posten, da kam ich zu Sarkas Beitrag, also alles zurück, deshalb hier meine Erfahrung:


    Auch für mich eine der besten Farben:


    Keine Grundierung nötig, die Farbe kann als Grundierung verdünnt verwendet werden. Blättert überhaupt nicht ab, bestenfalls "kreidet" sie im Laufe der Zeit ab (heißt aber nicht, das sie abfärbt o.ä. wird bestenfalls über die Jahre ein wenig dünner, reißt nicht, …. Der Hersteller gibt darauf 5 Jahre Garantie auf liegende Flächen und 10 Jahre auf stehende Flächen.


    Wunderbar streichfähig durch den Leinölanteil ( mit ein wenig Erfahrung: Breiter Pinsel, 1x Farbe aufnehmen und 2-3 m Brett in einem Zug streichen. )


    Hab an meinem Haus ca. 500 Quadratmeter Lärchenbretter damit verarbeitet. (Bei Lärche dehnt sich, wegen dem hohen Harzanteil, der Trocknungsprozess ein wenig.

    l

    Grundstoffe Acryl, Alkhyd, und Leinöl so erstmal weitestgehend unbedenklich, Details für einmischfähige Zusätze siehe Datenblätter.


    Und nein: ich bin nur "normaler" Kunde, kein Vertriebler, das seht ihr schon daran, das Sarkas von "Mercedes" sprach,..... an der Kasse denke ich eher, ich hätte schon wieder einen Rolls Royce gekauft ;(


    MfG von der Küste, der Sterneberger

  • grundierung ja/nein, welche?

    was macht eine acrylfarbe zum mercedes unter den acrylfarben?

    gibt es geeignetere, deckende, anstriche als die mit acrylfarbe?


    Wollte gerade darauf antworten, aber besser wie Sterneberg hätt ich es auch nicht gekonnt. :thumbsup:

    Gruß Werner :)

  • Also:

    - Grundieranstrich machen mit (Wasser) verdünnert Farbe (wieviel Wasser?)

    Ist das technisch nötig oder nur für die deckende Optik? Eine "lasierende" Optik wäre ok für ich.


    - Deckanstrich


    Und wirklich vor dem Einbau anstreichen? Hat halt auch gewisse Nachteile...


    Mit was kann ich es abtönen? Bräuchte ein grau/antrahzit für die Fenster/Türrahmen



    an der Kasse denke ich eher, ich hätte schon wieder einen Rolls Royce gekauft

    gegenüber der Lucite House Paint nimmt die sich nix. Bauchemie kostet halt einfach...

  • :)

    danke.


    wenns nur nach dem preis ginge, wäre der rolls royce eher norwegischer herkunft, wobei ich nicht ausschliessen möchte, dass es produkte gibt, die dem geldbeutel noch intensiver in erinnerung bringen, dass er aus zwiebelledertränen gefertigt wurde.

  • - Grundieranstrich machen mit (Wasser) verdünnert Farbe (wieviel Wasser?)

    Unverdünnt


    Ist das technisch nötig oder nur für die deckende Optik? Eine "lasierende" Optik wäre ok für ich.

    Kommt darauf was Du unter "lasierend" verstehst. Bei mir ist "deckend" NICHT "lasierend" und das ist ein deckendes Material.

    Wenn Du damit meinst, man sollte nur die Struktur noch ein bisschen sehen - das sollte gelingen.


    Und wirklich vor dem Einbau anstreichen? Hat halt auch gewisse Nachteile...

    Jo, schon!

    Holz hat die Eigenschaft, dass es quillt und schwindet (auch Lärche).

    Langfristig sogar so weit, dass unbeschichtete Fugen sichtbar bleiben

    Je nach Farbton kann das furchtbar aussehen, und dieser Bereich ist dem Wetter auch ungeschützt ausgesetzt.



    Mit was kann ich es abtönen? Bräuchte ein grau/antrahzit für die Fenster/Türrahmen

    Das kannst im Fachhandel in (fast) jeden RAL- und NCS-Ton mischen lassen.

    Gruß Werner :)

  • Kommt darauf was Du unter "lasierend" verstehst. Bei mir ist "deckend" NICHT "lasierend" und das ist ein deckendes Material.

    Wenn Du damit meinst, man sollte nur die Struktur noch ein bisschen sehen - das sollte gelingen.

    Ich beziehe mich auf diesen Satz im Datenblatt:

    Zitat

    hohe Deckkraft erster Anstrich lasierend, deckend mit zwei Anstrichen



    Langfristig sogar so weit, dass unbeschichtete Fugen sichtbar bleiben

    Je nach Farbton kann das furchtbar aussehen, und dieser Bereich ist dem Wetter auch ungeschützt ausgesetzt.

    klingt logisch. Erster Anstrich vorher, zweiter Nachher? Damit Schrauben, Schrammen von der Montage etc.. überdeckt sind?

  • "Zitat

    hohe Deckkraft erster Anstrich lasierend, deckend mit zwei Anstrichen"


    Das ist nicht mehr als ein frommer Wunsch.

    Nahezu jedes Farbmaterial kann, wenn es nicht oft genug und/oder dick genug aufgebracht wurde als lasierend (oder auch als schlecht verarbeitet) bezeichnet werden.

    Schlichtweg deswegen, weil zu wenig Pigment drauf ist um eine gleichmäßig deckende Oberfläche zu erreichen.

    Dass der Hersteller diese Formulierung verwendet, kann man durchaus als fahrlässig/irreführend bezeichnen.


    Wenn Du "deckendes Material" soweit herunter verdünnst, dass Du tatsächlich eine lasurähnliche Optik erreichst,

    ist der (wichtige) Kunstharzanteil bei diesem Material auf ein Minimum reduziert.

    Du wirst die erforderliche Mindestschichtdicke nicht schaffen.

    In richtiger Lasur sind mehr "transparente" Kunstharze enthalten - da geht das.


    Es hat schon seinen Grund, warum man nahezu jeden Farbton auch als richtige LASUR bekommt ;)



    klingt logisch. Erster Anstrich vorher, zweiter Nachher? Damit Schrauben, Schrammen von der Montage etc.. überdeckt sind?

    zweiter, und evtl. dritter nachher.

    Gruß Werner :)

  • Meine Fensterfront und Dachunterstände

    habe ich komplett mit Schwedenfarben gestrichen, deckt hervorragend und soll wohl extrem lange der Witterung standhalten.


    Die Fenster waren 30 Jahre alt und völlig verwittert, nach dem Abschleifen bekamen diese eine Leinölgrundierung anschließend 2-fach Decklack.


    Erstrahlen jetzt im modernen Schiefergrau. :thumbsup:

  • Die Nordlichter wissen schon auch, wie man gute Farben herstellt.

    Wobei die Bezeichnung "Schwedenfarbe" eigentlich kein Farmaterial darstellt, sondern eine Kombination von "Farbe" und "Farbton".

    Im Grunde ist es auch nur ein Wetterschutzfarbe oder Dispersionslack genanntes Material.


    Eine ausschließliche Leinölgrundierung als Grund vor wässrigen Wetterschutzfarben ist übrigens ein heißer Lauf.

    Wenn es denn über einen längeren Zeitraum keine Probleme gab, ist das ausschließlich Glück!

    Gruß Werner :)

  • Viele Eigenschaften, die dem "Schwedenanstrich" zugeschrieben werden, gehen auf die Inhaltsstoffe des ursprünglichen Falunrød zurück, das ein Abfallprodukt der Kupferindustrie war/ist

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Hatte den Aufbau mit Leinölgrundierung, Grundieranstrich und anschließend dem Silikonalkydharzlack vorgenommen.


    Das hält wunderbar und vorallem hat man eine relativ glatte und saubere Oberfläche.


    Die Fenster sahen schon sehr schlecht aus, teilweise mussten morsche Stellen aus dem Rahmen rausgeschnitten, neue Passtücke eingearbeitet und mit Holzspachtel verfugt.


    Da blieb dann nur noch der Deckanstrich, die Schadstellen sieht man jetzt nicht mehr. :thumbsup:

  • Na wat nu, Silikon-Alkyd (= lösemittelhaltig) oder Schwedenfarbe / Wetterschutzfarbe ( wasserverdünnbar)?


    Das ist ein Unterschied wie Dieselauto und Tesla Elektro :eek:

    Gruß Werner :)