Wie funktioniert eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung?

  • Hallo,


    ich habe eine Frage bez. einer dezentralen Lüftungsanlage. Es geht um ein Gerät wie das im Link:



    Viessmann Vitovent 100-D, Typ H00E A45, Dezentrales Lüftungsgerät

    Hersteller und Typ sind natürlich austauschbar.


    Wie funktioniert denn die Wärmerückgewinnung? Wird das Gerät einfach angeschlossen, mittels Kernbohrung nach aussen eingebaut und fertig???? Rohre etc. Fehlanzeige? Sorry, für meine naive Frage. Ach ja, und quasi in jedem Raum der Wohnung ein Gerät?


    Klar, wird ein Lüftungskonzept des 6-Fam. Hauses erstellt, aber mich interessiert dies vorab einfach mal....



    Vielen Dank!

  • Bob1

    Hat den Titel des Themas von „Wie funktioniert eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung“ zu „Wie funktioniert eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung?“ geändert.
  • Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten

    Von der super zentralen Anlage bis hin zum einfachen 'Loch' in der Wand


    TiPP : google mal bei Lüftungsgeräte der Hersteller.....da gibts tolle Infos wie solche Geräte funktionieren

  • Ok, mache ich ..... Danke!


    Es wird ein Mietobjekt, da steht halt schon oder auch der Preis im Vordergrund.


    Aha, schon gefunden.


    Das dezentrale Wohnungslüftungsgerät Vitovent 100-D ist besonders für die Be- und Entlüftung von Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmern geeignet. Der durchgehende Betrieb des Lüftungssystems gewährleistet in den Räumen einen konstanten Austausch von verbrauchter gegen frische Luft und reguliert gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit.

    Dafür arbeiten mindestens zwei Vitovent 100-D im Wechselbetrieb. Während ein Gerät Frischluft in den Raum befördert, transportiert das andere verbrauchte Luft nach draußen. Die darin enthaltene Wärme heizt den eingebauten Keramikspeicher auf. Nach ungefähr 70 Sekunden ändert sich die Laufrichtung der Lüfter und die zwischengespeicherte Abwärme wird dann an die frische Zuluft abgegeben.

    Quelle: Viessmann

  • Wie funktioniert denn die Wärmerückgewinnung?

    Es handelt sich dabei um ein dezentrales Gerät, man bräuchte also mehrere Geräte für eine Wohnung.

    Die WRG funktioniert so, dass während warme Raumluft nach draußen transportiert wird, ein Keramikelement erwärmt wird. Nach gut 1 Minute schaltet das Ding um und holt sich Luft von draußen. Die ist kälter als die Temperatur am Keramikelement, also wird Wärme von diesem an die Luft abgegeben, die Luft wird also vorgewärmt in den Raum geblasen.

    Dann schaltet das Teil wieder um, warme Raumluft geht nach draußen, Keramikelement wird wieder erwärmt usw.


    Eine einfache Lösung über deren Effizienz man streiten kann. Sie ist sicherlich besser als wenn man einfach die warme Raumluft nach draußen blasen und an anderer Stelle kalte Außenluft nach innen holen würde.

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  • Naja. Ich weiß nicht, ob Du im Schlaf Rauchgase einatmen und als Leiche aufwachen möchtest? Wenn nein, gibts da manches zu beachten.

    Sorry, aber Deine Antworten helfen nicht wirklich weiter...... Ich bin Laie, der hier nach einem fachmännischen Rat fragt, ohne das ein Brandschutz- bzw. Lüftungskonzept erwartet wird. Das erstellen dann schon die Fachleute

  • Naja. Ich weiß nicht, ob Du im Schlaf Rauchgase einatmen und als Leiche aufwachen möchtest?

    Hauptsache kein Corona. :lach:



    Inwiefern ist der "nicht ohne"?

    Brandschutz in MFH ist nicht so einfach. Da könnten dezentrale Geräte als "KWL" sogar von Vorteil sein, weil man damit schon keine Lüftungsverrohrung hat die Etagen überbrückt usw.

    Lüftung wäre aber nur ein Thema, da gibt es noch Installationsschächte usw. Was bei einem EFH meist noch sehr einfach gelöst werden kann, kann sich bei einem MFH zu einem echten Problem entwickeln, und wenn man Probleme lösen muss kostet das meist Geld.

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  • Danke R.B.!


    Ja, das war ja in Teilen schon bei unserem 3-Fam. Haus so, was wir 207/2018 gebaut haben. Abschottung der Abflussrohre usw......


    Und ein möglicher Installationsschacht ist natürlich auch entsprechend auszukleiden etc.

  • Was hülfe Dir denn? Wenn ich/wir sagen: Beachte X,Y und Z? Also doch ein (Kleines) Brandschutzkonzept?

    Nö, siehe einfach als Beispiel R.B., dann passt es schon..... :bier:


    Und was heisst Brandschutzkonzept: Für einzelne Gebäudeklassen bestehen jeweilige Anforderungen an das Mauerwerk, Deckendurchbrüche etc. Daran hält man sich und fertig. Ist ja keine Raketenwissenschaft.

  • Es gibt da auch einigermaßen elegante Möglichkeiten die Wohnraumlüftung über "Leibungselemente" zu realisieren (Achtung: könnte mit evtl. geplanten Rolloführungsschienen kollidieren....muss man planen). Oder man macht es ganz sparsam über "Fensterfalzlüfter" Hängt aber von den Grundrissen ab. Wohnungen, die nur auf einer Gebäudeseite liegen, wo also kein rechter "Durchzug" ist haben da ihre Probleme.


    Am Besten wäre sicherlich eine zentrale Anlage. Aber da sollte dann jeder Lüftungsleitungsstrang aus einer Wohnung alleine belegt werden, also keine zweite Wohnung daran anschließen. Sonst hast Du eine perfekte Schallbrücke. Stapelt man dann genügend Wohnungen übereinander, kommen schon mal ein paar Lüftungsleitungen und damit verbunden Schachtdimensionen zusammen.

  • Hi Thomas,

    soweit ich das richtig verstanden haben, ist bei einem kfw40 Haus eine Wärmerückgewinnung vorgeschrieben. Dan fallen dann die sicher grundsätzlich zweckmäßigen und auch günstigen Fensterfalzlüfter raus.

  • Wie groß sind die Wohnungen? Wieviele Räume?


    Ob man bei 6WE noch auf ein zentrales Konzept zurückgreifen sollte? Da würde ich mit spitzer Feder rechnen. 6 WE mit je 80m², das macht ca. 1.100m³, bei 0,5 Luftwechsel sind das 550m³/h. Die über mehrere Etagen verteilen usw. Das was man am Gerät spart legt man für Lüftungskanäle, Schalldämpfer usw. doppelt drauf. Ob es dann noch günstiger wird als ein dezentrales Konzept?

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  • Jeweils 2 ZKB.

    Wie sollen die Wohnungen beheizt werden?


    Bei hoher Wärmedämmung und somit sehr niedriger Heizlast, lässt sich vielleicht Lüftung mit Beheizung kombinieren. Man sollte zu Beginn offen für alle möglichen Varianten sein, mit der Zeit trennt sich dann die Spreu vom Weizen. Bei Vermitung muss man halt immer daran denken, dass man Reserve braucht, denn jeder möchte die Wohnung etwas anders heizen. Man darf also kein Konzept wählen, das ständig am Anschlag läuft.

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  • Es soll eine Wärmepumpe werden, mit der die Wohnungen beheizt werden.


    Auch da wird es demnächst ein Termin mit dem Heizungsbauer geben, der soll mal einen Vorschlag machen. Soviele Alternativen gibt es ja nicht für uns: Gas oder Wärmepumpe.

  • Den Vorteil bei den dezentralen Geräten sehe ich vor allem in der relativ einfachen Installation.......

    Deshalb werden sie gerne von Heizungsbauern empfohlen, die sich die Installation einer richtigen Lüftungsanlage, gar mit Rückgewinnung nicht zutrauen. Die Dinger tauchen bei mir immer nur bei fehlender externer Planung der TGA auf und verschwinden nach relativ kurzer Zeit wieder sang- und klanglos in der Versenkung, weil die Vorstellung von ständiger "Zugluft" in den Wohnräumen den Bauherrn dann doch eher unsympathisch ist.


    Meine Empfehlung bei der TGA geht klar zu einer unabhängigen und kompetenten Fachplanung. Wo man gute Fachplaner findet und sie dann als solche erkennt? Das weiß ich auch immer noch nicht. Die meisten sind bestenfalls mittelmäßig, die guten sind immer überlastet und haben keine Lust auf kleine Objekt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Es soll eine Wärmepumpe werden, mit der die Wohnungen beheizt werden.


    Heizlast berechnen, dann sieht man klarer.

    WP wäre als SWP effizienter, sofern das Grundstück geeignet ist. Bei LWP muss man rechnen, die Strompreise sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Manchmal kriegt man noch Sondertarife, aber auch die werden immer weniger.


    Ich würde bei Vermietung wohl auf Gas setzen. Das muss man halt wegen dem KfW40 rechnen. Denkbar wäre auch ein Pelletkessel. Pellets sind relativ günstig, wenn man im Sommer bunkern kann meist um die 200,- €/Tonne (macht dann4,5Ct./kWh thermisch), die Kessel sind dafür etwas teurer. Eine Pelletanlage erfordert aber regelmäßige Reinigung, was bei Vermietung nicht immer so einfach ist.


    Ich würde schauen, ob sich das mit einer Gastherme rechnen lässt, Wenn ja, dann wäre das mein Favorit, denn kostenmäßig dürfte das bei 6WE die günstigste Variante werden. Da macht es auch keinen großen Unterschied beim Preis, ob die Therme dann ein paar kW größer oder kleiner gewählt wird.


    Bei WP braucht es niedrige Heizwassertemperaturen damit die Anlage effizient läuft, dafür kommen an sich nur Flächenheizungen in Betracht, und das ist mit Mietern nicht immer so einfach. Die drehen an Thermostaten rum, die anderen möchten Nachts absenken, aber morgens soll es schlagartig wrm sein, usw. Am Ende geht die JAZ in den Keller und der hohe Strompreis treibt die Heizkosten zusätzlich in die Höhe.

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    Klar...die Frage ob man eine dezentrale Wohnraumlueftung im MFH nach den Vorgaben der MLüAR betrachten muss, kannst du sicher aus dem ff beantworten?


    Meine Empfehlung bei der TGA geht klar zu einer unabhängigen und kompetenten Fachplanung.

    Planung, wozu denn sowas, reine Geldverschwendung, der TE hat das doch schon erkannt...:


    Auch da wird es demnächst ein Termin mit dem Heizungsbauer geben, der soll mal einen Vorschlag machen. Soviele Alternativen gibt es ja nicht für uns: Gas oder Wärmepumpe.

  • Klar...die Frage ob man eine dezentrale Wohnraumlueftung im MFH nach den Vorgaben der MLüAR betrachten muss, kannst du sicher aus dem ff beantworten?


    Planung, wozu denn sowas, reine Geldverschwendung, der TE hat das doch schon erkannt...:

    Wir haben den Architekten, den Energieberater und den Statiker. Das muss reichen...... Das wiederum hast Du gut erkannt.


    Frage ich 5 unabhängige Planer, bekomme ich 5 unterschiedliche Antworten. Jeder hat seinen Fabel bzw. Favoriten. Isso.

  • Du hast das Wesen einer guten Planung nicht verstanden. Gewerke-/Fachbereichsübergreifende Zusammenarbeit. Oder gehts bloß darum, Planerhonorar einzusparen?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Und wer soll die Haustechnik etc. planen? Brandschutz? Schallschutz? Hitzeschutz? usw.


    Frage ich 5 unabhängige Planer, bekomme ich 5 unterschiedliche Antworten. Jeder hat seinen Fabel bzw. Favoriten. Isso.


    Planung beginnt lange bevor es an die Auswahl der Geräte geht. Deswegen ist es auch völlig egal, ob er Favoriten hat oder nicht. Du darfst Verkäufer nicht mit Planer verwechseln.


    Nehmen wir mal das Thema Schallschutz. In einem EFH unkritisch, aber bei 6WE sieht das anders aus. Was machst Du wenn die Mieter feststellen, dass der Schallschutz untauglich ist, und darauf hin die Miete kürzen? Nachträglich den Schallschutz verbessern bedeutet Aufwand und Kosten. Wer trägt diese Kosten?


    Keine Ahnung wie "fit" Dein Architekt ist, aber Energieberater oder Statiker interessieren sich eher weniger dafür, und Architekten sind selten Fachplaner für alle Gewerke.


    Du musst daran denken, als Bauherr bist Du immer für alles verantwortlich. Deswegen solltest Du genau überlegen, was Du an Verantwortung weiterreichen kannst, und welches Risiko Du selbst tragen kannst (möchtest). Manche Bauherren lassen sich zu leicht vor den Karren spannen, und ahnen gar nicht, dass sich die bezahlten Fachleute schon längt den Rücken freihalten und ihr Risiko minimieren. Das böse Erwachen kommt spätestens wenn Ärger in´s Haus steht.


    Deswegen mein Rat, kläre mit Deinem Architekten, wer, was, wie machen kann/muss, und wer dann dafür auch die Verantwortung trägt. Du solltest auch niemals etwas als selbstverständlich voraussetzen, durch solche Missverständnisse haben Bauherren schon viel Geld verloren.

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  • Wir haben den Architekten, den Energieberater und den Statiker. Das muss reichen......

    wenn es die RICHTIGEN sind dann reicht es .... aber wenn nicht dann eben nicht....

    Den Statiker interessiert sich in der Regel nicht für Heizlast und Wärmepumpe