Reihenhaus mit Wintergarten und Probleme bei Erneuerung

  • Moin,


    Wir haben ein Reihenhaus mit Wintergarten, dieser ist von der Vorbesitzern bereits erachtet worden und auch im Grundbuch eingetragen. Nun wollten wir den Wintergarten erneuern und um ca. 30 cm erhöhen um ihn besser in der Wand verankern zu können. Dazu haben wir ein Bauantrag gestellt, dieser wurde mit dem Hinweis, dass sowohl GFZ als auch GRZ überschritten seien abgelehnt. Was uns verwundert, denn weder die GRZ noch die GFZ werden durch die Erneuerung geändert sondern lediglich der Wintergarten auf die normale Geschosshöhe (Verankerung in der Zwischendecke Erdgeschoss/1. OG).

    Das Gespräch mit dem Bauamt wollen wir nicht direkt suchen, da wir schon arbeiten durchgeführt haben und auch noch nicht die volle Lage durchblicken. Vielleicht kann uns jemand Tips geben.


    Danke

    DocDucati

  • Schwierig. Sieht so aus, dass der Vorbesitzer schwarz gebaut hat. Kann sein, dass das Bauamt irgend wann mal von der Existenz des Wintergarten erfährt und ihr bekommt dann einen entsprechenden Brief. Bei uns vergleicht die Baubehörde Luftaufnahmen mit den Genehmigungsplänen und da haben schon einige Bauherren nach Jahren einen Brief bekommen. Dieses Damoklesschwert wird über euch schweben...

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Der Wintergarten des Vorbesitzers ist genehmigt, der damalige Bauantrag mit Baugenehmigung liegt uns vor. Der Wintergarten muss jetzt allerdings erneuert werden, da die tragenden Balken faulig sind.

  • Du hast jetzt schlafende Hunde geweckt. Wer hat denn den Antrag gestellt (Du wirst keine Bauvorlageberechtigung haben) Was sagt der/die denn zum Problem.

    Mag sein, der bisherige Wintergarten überschritt wirklich die GRZ/GFZ. Dann hätte der Antragsersteller ja feststellen müssen und entsprechende Vorschläge gemacht haben (Antrag auf Ausnahme/Befreiung z.B.) Auf jeden Fall hätte die alte Genehmigung im neuen Antrag genannt worden sein müssen. In Nds gibts dafür eine extra Spalte im Formular.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Der Bauantrag wurde von einem bauantragsvorlageberechtigten Ingenieur ausgeführt, der auch Kenntnis der vorigen Genehmigung hatte. Dieser meinte der Antrag geht problemlos durch und man solle ihn zur Sicherheit stellen. Leider ist dieser Ingenieur seitdem nicht zu erreichen, vielleicht ist er auch nur in Urlaub.


    Dürfte ich den Wintergarten in gleicher Ausführung ersetzen ohne Bauantrag? Brauche ich anwaltliche Beratung?


    Mein Menschenverstand sagt mir, dass es keine Probleme geben dürfte weil ich die GFZ/GRZ nicht verändere zum bisher schon genehmigten Wintergarten. Einzig die Höhe ändert sich um ca. 15-20 cm und statt Holz wollen wir Aluminium als Einfassung für die Scheiben verwenden.

  • Die Mauern zum Nachbarn bleiben in gleicher Höhe bestehen, lediglich im Bereich der Sparren wird es um die 15-20cm höher durch den Materialwechsel und nun außenliegende Holme.

  • Gibt es eine Toleranz bei der man nichts zu befürchten hat?

    Gesetze selbst - wie Bauordnungen - kennen per se keine Maßtoleranzen.


    Hier aus Berlin kenne ich aber die Aussage von ö.b. Vermessungsingenieuren, dass von den Berliner Vermessungsingenieurinnen und -ingenieuren aus Gründen einer technisch nie sicher auszuschließenden Messungenauigkeit Abweichungen von bis zu 3,0 cm (absolut) von der Soll-Position nicht als "falsch" beanstandet werden. Sollten Messungen innerhalb dieses Toleranzbereichs gefordert werden, so sind diese gegen entsprechende Mehrkosten möglich, behalten aber auch dann noch eine Resttoleranz. Aber Achtung: Auch für risikofreudige Bauherren hört natürlich bei Überschreitung dieses Toleranzmaßes um nur 0,1 cm die Toleranz auf. Ausführende Handwerker dürfen also nicht mehr im Rahmen der ihnen nach DIN 18202 "zustehenden" Toleranzmaße vom Soll-Maß abweichen. Das muss ausdrücklich vertraglich vereinbart werden. Und wenn irgendetwas schief geht, gibt es keine Rückfallebene mehr.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Vielleicht ist die GRZ/GFZ aktuell ja überschritten und nicht schon damals bei dem Bauantrag für den Wintergarten.

    Dieser wurde ja damals genehmigt (falls es keine Ausnahmegenehmigung zur Überschreitung GFZ/GRZ war).


    Eventuell wurden nachträglich noch Wege oder andere Anbauten 'schwarz' ausgeführt und das war jetzt auf dem Bauantrag zu sehen. Im dortigen Lageplan ist ja schnell zu sehen, wieviel Fläche des Grundstückes bebaut sind an m2 und dann kann man schauen ob man drüber ist.


    Das wäre also meine Vermutung. Wintergarten normal genehmigt und nachträglich die GRZ überschritten durch was auch immer. Dadurch wird der jetzige Bauantrag abgelehnt.

  • Nein, bei der GRZ/GFZ hat sich im Vergleich zur damaligen Genehmigung nichts geändert. Wobei jedoch eine Gartenhütte "schwarz" vom Vorbesitzer errichtet wurde, davon hat das Bauamt jedoch keine Kenntnis und diese würde ich beseitigen.

  • Also:

    Es gab mal eine Genehmigung für den WiGa? Von wann?

    Ihr habt ebenfalls eine Baugenehmigung für die Erneuerung beantragt?

    Der Ingenieur ist untergetaucht? ( das klingt etwas seltsam, ehrlich gesagt)


    Ist die Ablehnung schriftlich? Stell die doch mal rein. Achtung, bitte anonymisieren!

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Nein, bei der GRZ/GFZ hat sich im Vergleich zur damaligen Genehmigung nichts geändert. Wobei jedoch eine Gartenhütte "schwarz" vom Vorbesitzer errichtet wurde, davon hat das Bauamt jedoch keine Kenntnis und diese würde ich beseitigen.

    Wurde für den Bauantrag kein Lageplan vom Grundstück eingereicht ? Dort sind doch idR die Dinge mit drauf was auf dem Grundstück ist.

    GRZ sind nicht nur Häuser sondern auch Wege / Carport / Stellplätze

  • Doch, ein solcher Lageplan ist eingereicht gewesen wenn ich das als Laie richtig interpretiere.
    Wie der alte Wintergarten genehmigt war ist mir nicht ganz klar, hier fehlen 2 Seiten der Genehmigung. Allerdings haben die Reihenhäuser bereits ohne Anbauten und ohne Wege die GRZ beinahe zur Gänze ausgereizt und zum Teil überschritten.
    Es gibt jedoch einen Bauantrag für einen kleinen Windfang, dieser ist genehmigt worden bei gleicher GFZ/GRZ im Jahr 2000. Hierin ist der Wintergarten als Wohnfläche aufgeführt und die GRZ/GFZ waren bereits auf das heutige Maß überschritten.

  • Stand auch so im Bauantrag, haben wir von der vorigen Baugenehmigung übernommen. Haben jetzt Widerspruch eingelegt und einen Anwalt beauftragt.