Balkon über Wohnraum

  • Hallo Leute,


    wir haben an unserem Neubau einen ca. 5m x 10m Balkon aus Stahlbeton. Der Balkon ist zur Hälfte über genutztem Wohnraum und dient zur anderen Seite als Carport. Da der Balkon nicht thermisch vom Rest des Hauses getrennt ist (keine Isokörbe), muss er isoliert werden. Von der Stahlbetonplatte aus, habe ich etwa 13cm Platz (ich weiß - dass ist sehr knapp) bis zur Oberkante des Balkontüreinstands. Der gesamte Balkon ist überdacht und soll später viel genutzt werden.


    Wie baue ich am besten den Boden gerade auch in Hinblick auf Feuchtigkeitsschutz und Dämmung in diesen 13cm am besten auf?


    vielen Dank schon im Voraus!

  • ein Neubau mit einer nicht thermisch getrennten Balkon Betonplatte ??

    Das sollte sich ein Fachmann Vorort anschauen und beraten ...und dem Planer vom Haus kannste die Rechnung dafür schicken

  • Wer plant den so einen Murks

    Der GÜ - und der plant nix, der baut nur.

    was sagt die EnEV-Berechnung dazu?

    Die WAS? Meinst Du, son "Kleinkram steht da drin?


    Was mich viel mehr stört, ist der Punkt Garage. Ist das eine Garage/Unterstellplatz im Grenzabstandsbereich (Abstandsfläche)?

    Das würde die "falsche Planung" der Türhöhe erklären, weil nie was vorgesehen war.

    Balkon direkt auf einer "Garage" im Bereich der Abstandsfläche wäre unzulässig. 2mm Abstand einer Balkonplatte würden wieder reichen. Gaga, ich weiß, ist aber so.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Moin feelfree,


    leider hat die Auslegung der Dämmung für den Balkon keinen Einzug in den Bauantrag gehalten. Wurde aber dennoch genehmigt.

    Das Thema hat schon mehrfach die Runde zwischen Statiker, Architekt und Energieberater gedreht, doch zuständig will dort keiner sein.

    In der EnEV-Berechnung findet sich der Balkon nicht. Ich möchte auch aus baurechtlicher Sicht keine schlafenden Hunde wecken..


    mit bestem Gruß


    Alex

  • Moin Herr Dühlmeyer,


    der Abstand zur Grunstücksgrenze wurde meines Wissens zu allen Seiten eingehalten. Die Autos stehen direkt unter dem Balkon. Der vom Balkon "überdachte" Wohnbereich ist unser Eingangsbereich. Die Höhe der gesamten 1. Etage (inkl. Balkon) hat sich an einem Bestandsbau orientiert, an den der Neubau angebaut wurde.


    viele Grüße


    Alex

  • ein Neubau mit einer nicht thermisch getrennten Balkon Betonplatte ??

    Hallo KlausJ,


    ja, man hatte uns erzählt, dass man so das Geld für die Iso-Körbe sparen könnte, aber im Gegenzug den Balkon rundum dämmen muss.


    viele Grüße


    Alex

  • Das das Gebäude Abstand hält, sollte klar sein. Aber auch wenn der Eingangsbereich und die "Garage" eine gesamte durchgehende Decke haben, dürfte der "Garagen"teil direkt an der Grenze/in dem 3 m Streifen stehen. Nur als Balkon wäre das Dach (über der "Garage) unzulässig. Über dem Eingang könnte ein kleiner(er) Balkon sein.


    Vielleicht erklärt der Begriff "Eingangsbereich" auch die nicht geplante Dämmung. Evtl. war der Bereich als nicht zum beheizten Volumen gehörig gedacht. Dann wärs ggf. OK.

    Jetzt da noch fachgerecht (unabhängig von der Balkon ja/nein Thematik) was zu machen, ist fast unmöglich. Es bleiben ja max. 8 cm für Toleranzausgleich, Gefälle, Abdichtung und Aufkantung, wenn man die Überdachung einrechnet. (5 cm Anschlußhöhe)

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  • ja, man hatte uns erzählt, dass man so das Geld für die Iso-Körbe sparen könnte, aber im Gegenzug den Balkon rundum dämmen muss.

    Ja...die Isokörbe sind tatsächlich recht teuer! Eine Balkonplatte allseitig einzupacken ist aber auch nicht ohne. Wurde das mal gegengerechnet. Auch macht ein allseitiges Einpacken eine solche Platte nicht gerade filigran.


    Geländer gibt es schon?


    wenn ja: sind diese mit entsprechendem Abstand montiert, so dass da noch WD hinpasst?


    Nochmals: Ein paar Bilder bitte. Sonst rätseln wir hier unendlich weiter.

  • Wie baue ich am besten den Boden gerade auch in Hinblick auf Feuchtigkeitsschutz und Dämmung in diesen 13cm am besten auf?

    Gar nicht.


    Was braucht man?


    Ganz grob, ohne jetzt die Örtlichkeit zu kennen:


    - Dampfdruckausgleichsschicht/ Dampfbremse: 0,5cm

    - Gefälledämmung ca. 16cm (Hochpunkt) - ca. 12cm (Tiefpunkt). Kann auch mehr sein, hängt von der Größe/ Tiefe der gefällestrecke ab. ich würde am Tiefpunkt (12cm) ansetzen und dann entwickelt sich das eben nach oben.

    - Abdichtungsbahn, 2-lagig, ca. 1cm

    - Riesel/ Splittbett: 4cm

    - Plattenbelag: ca. 3 - 4cm


    Summe: ca. 25 - 26cm (+/-) am Hochpunkt.


    Beim Kühnen Verzicht auf ein Gefälle, wozu ich nun wirklich nicht ernsthaft raten würde, wären es aber immernoch gut 20cm.

  • Der GÜ - und der plant nix, der baut nur.

    der GÜ plant sehr wohl. Der GU baut nur.


    Aber das ist Erbsenzählerei.


    Wie auch immer: Irgend Jemand (Arch/ Bau.Ing./ GÜ/…) muss es ja geplant haben. und es muss (müsste) dann auch zumindest technisch (theoretisch) funktionieren. Da muss man in der Planung (unabhängig von Iso-Korb oder nicht) natürlich den höheren Aufbau außen ggü. innen mit einplanen (Stufe vor Tür, Decke absenken zum Höhenausgleich...was auch immer).

  • Wie auch immer: Irgend Jemand (Arch/ Bau.Ing./ GÜ/…) muss es ja geplant haben.

    Oder es wurde nachträglich "umgeplant". Dann hat es vielleicht irgendwann einmal gepasst, und jetzt.....

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    .

  • der GÜ plant sehr wohl.

    Off-Topic:

    Theoretisch ja. Praltisch in 99,9 % aller Fälle keine Details. Aber das machen viele Kollegen ähnlich


    Wenn ich jetzt sagen sollte - nimm denundden Aufbau - ICH wüsste nicht, was man da machen könnte (von oben).

    Einen Teil der Problematik hat Thomas B schon erklärt. Selbst mit Vakuumdämmung wüsste ich keine Lösung, die fachgerecht wäre.

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  • Bild 3: Diese 13 cm, von denen Du schriebst, das ist doch (bestenfalls) die Höhe von der Betonplatte bis zum Alu-Profil (Ein Einstandsprofil beschreibt eine Rahmenaufdoppelung/ -Erhöhung um die Höhe des FB-Aufbaus auszugleichen).


    Rein Formal müssten man von diesem Aluprofil 15cm runter auf den Belag, Mit Sonderlösungen reichen auch 5cm. Bei Dir sind es Null. Wegen der fehlenden Höhe musst Du also bodengleich raus gehen. Ist nicht Din-konform, wäre mir persönlich aber angesichts der Überdachung egal. Da wird wohl niemals Wasser in erheblicher Menge hinkommen. Also: da würde ich mich jetzt eher locker machen. Immerhin.


    Dennoch. Es bedarf zumindest auf dem bewohnten Anbau (Eingangsbereich) einer durchaus guten Wärmedämmung. Wieviele cm? Aus dem Bauch würde ich sagen: mind. 12cm, eher mehr. Es mögen aber bei entsprechend guten Dämmwerten auch 10cmgenügen. Dazu aber kommen die Abdichtungsbahnen und irgendein Belag.


    Fazit: die 13cm reichen niemals. Es geht nicht.


    Aber: Laß Dir mal von Deinen Planern nicht einreden, dass dies ja nur am Nicht vorhandenen Isokorb läge. Der bewirkt nur, dass du (unsinnigerweise) die Unterseite dämmen musst. Die Oberseite hätte auch mit Isokorb gedämmt werden müssen. Zumindest im Bereich des Anbaus.


    Einzige -völlig irre- Mischlösung wäre: Du dämmst den Anbau so wie es sich gehört, reduzierst die Höhe dann auf der "Balkonseite" auf...sagen wir mal 6cm...um die Wärmebrücke so einigermaßen wegzukriegen. Das ist sicherlich nicht "die" Lösung, eher Bastel-Wastel … aber ich wüsste sonst auch nicht wie sonst.


    Letztendlich schuldet übrigens Dein GU / GÜ (wer auch immer) eine regelkonforme Lösung. Laß den mal nicht aus der Verantwortung.

  • Ach herje...gerade gesehen. der Raum hinter dem Carport: Da liegt die Decke und der Unterzug ja wohl auch auf ohne jedwede thermische Trennung?


    Der Planer soll man den Nachweis bringen wieviel cm WD man benötigt damit man schadensfrei wohnen kann. Natürlich ist auch ein Verstoß gegen die EnEV ein schaden, aber lassen wir das. Mit Schadenfrei meine ich, dass es zu keinerlei Kondenswasserausfall im Deckenbereich (innen) kommt.


    Der Schaden wäre dann nämlich schon eher unschön.

  • btw....was ist die thermische kritischste Stelle? Richtig...die Außenecke vorne auf Bild 1! Drei Seiten Außenwand. Eine geometrische Wärmebrücke. Diese gilt es besonders sorgfältig zu dämmen, da hier die Innenfläche gleich 3 Außenflächen zur Auskühlung serviert bekommt. Und auf eben diesem kritischen Punkt steht eine Betonsäule......


    Ich glaube ich schaue mir das besser nicht mehr weiter an, sonst fällt mir noch mehr auf.

  • Hallo,


    das wird ziemlich sportlich...., viele Möglichkeiten gibt es nicht ( wenn überhaupt )


    Vakuumdämmung könnte man prüfen, auch wenn die geforderten U-Werte nicht eingehalten werden und da es kpl. überdacht ist, könnte man noch über eine Anschlußhöhe im Türbereich < 5 cm nachdenken, um die letzten cm rauszuholen oder sich evtl mit einer Stufe anfreunden ( der Bereich mit Wohnraum darunter, wird stärker gedämmt, dass später mit dem fertigen Belag eine Norm-Stufenhöhe erreicht wird)

    Ist aber beides ausserhalb einer fachgerechten Lösung und wird wahrscheinlich nicht ohne Haftungsfreistellung über die Bühne gehen.

  • Elopant: Genau so meinte ich das. Führt zu sensationell beklopptem Endergebnis...aber nun ja.


    Dennoch: Schwierig wird die jährlich/ monatlich wiederkehrende Schimmelbehandlung im Innenbereich unter der Stahlbetonsäule. Die WB bekommt man nicht weg. Evtl. Begleitheizung innen?

  • Zitat

    --> Rate mal wer das ist... :-/



    Pu...ja...öhmm...keine Ahnung. Es gibt in D eine ganze Menge, kenne nicht alle. Nicht mal 5 %. Nicht mal 1%


    Zitat

    Es wird wohl auf min. 10cm Dämmung hinauslaufen und dann den Belag so flach wie möglich aussuchen.

    Plus Dampfsperre + Abdichtsbahnen,


    Ich kenne keinen so dünnen Belag. Halt doch...einfach Fliesen direkt drauf kleben. (Ironie!)

  • Dennoch: Schwierig wird die jährlich/ monatlich wiederkehrende Schimmelbehandlung im Innenbereich unter der Stahlbetonsäule. Die WB bekommt man

    nicht weg. Evtl. Begleitheizung innen?

    Oh, da graust es mir jetzt schon vor...


    Wir sind gerade in der Estrichtrocknung und die Heizung hat die Vorlauftemperatur der FBH maxiamal erhöht.

    In den letzten Nächten war es noch ziemlich kalt und morgens konnten wir tatsächlich leicht Kondenswasser im Eingangsbereich sehen. Das ist jetzt wieder weg, weil wir über den Tag immer mal wieder Stoßlüften sollen - aber das möchte man ja im Winter nicht.


    Wäre es sinnvoll die Decke zusätzlich von innen zu Dämmen und dann luftdicht an die Wände anzuschließen?

  • Ich habe hier eine kleine Wärmebildkamera zum aufstecken aufs Handy. Leider kann man schon sehen, dass der Bereich über dem die Säule ist, im Verhältnis sehr kalt ist.


  • Fenster raus, höher setzen. Grunddämmung aus Vakuum und eine Schicht PUR. Kein Gefälle, schwerer Oberflächenschutz und Drainrinne vor dem Anschluss. Wenn möglich mittig ein beheizten Gully einbauen oder umlaufend vorgehängte Rinne. Kosten tragen Planer und Handwerker. Wer scheiße baut muss dafür auch gerade stehen.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

    * Administrative oder moderative Beiträge in rot

  • Leider kann man schon sehen, dass der Bereich über dem die Säule ist, im Verhältnis sehr kalt ist.

    Ja das sieht man da sehr schön.


    Hier wurde eine Wärmebrücke planmäßig konstruiert und umgesetzt.


    Wer hat den nun die Planung gemacht (GU + Architekt oder anderer Planer; GÜ mit eigenem Planer, externer planer,...)?


    Das sind hier ganz kapitale Fehlleistungen und es ist nicht an Euch hier Notlösungen zu finden und/ oder zu akzeptieren.


    Ein GU schuldet nicht zwingend eine durchdetaillierte Planung. Er schuldet aber ein weitgehend fehlerfreies Haus (was man natürlich mit einer durchdachten Planung besser und leichter erreicht...). Wie er zum Ziel kommt ist erst einmal sein Bier. Am Ende aber muss das Ergebnis stimmen.

    Das Thema hat schon mehrfach die Runde zwischen Statiker, Architekt und Energieberater gedreht,

    Also scheinen Planungsfachleute mit an Bord zu sein. Die dürfen das angerichtete Chaos nun schön selber lösen. Vielleicht wäre auch ein Ersttelefonat mit der Haftpflichtversicherung der Planenden keine allzu schlechte Idee....

  • So in etwa meinte ich das, Ralf. Natürlich soll nicht der BH die Versicherung anrufen, aber man könnte den "Planenden" (oder eher Nicht-Planenden) schon mal avisieren, dass man hier wohl alsbald einen Versicherungsfall haben wird.


    Die kernige Frage ist nur: Selbst wenn die Versicherung den Schaden regulieren würde: wie reguliert man das? Bei der Balkontür sehe ich die Möglichkeit des Austauschs mit entsprechend höherem Stockrahmen ( ca. + 10cm). Damit bekäme man dann die Dämmung auf dem Balkon hin. Die Dämmung der Balkonunterseite ist ja kein Schaden, sondern muss halt noch erfolgen. Die Wärmebrücke durch die Betonsäule wird da schon schwieriger. Habe da jetzt auch keine Lösung, aber das mögen sich die Verursacher selber überlegen.


    Interessant dürfte auch die Geländerkonstruktion/ - befestigung werden. Machbar natürlich, aber auch das will geplant sein....nur wer plant das dort...?

  • Die Wärmebrücke durch die Betonsäule wird da schon schwieriger.

    Es gibt meines Wissens Halbschalen aus Dämmmaterial in div Durchmessern, (EPS, XPS, Schaumglas, usw.) Ob man die nun auf ganzer Höhe oder nur bis ca. 50 cm Höhe anbaut, ist eher eine Gestaltungsfrage

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