Geländer Dachterrasse seitliche Befestigung an gedämmter Decke

  • Guten Abend zusammen!


    Erst einmal muss ich sagen wie klasse ich finde, dass es ein solches Forum gibt.

    Schade, dass ich nicht früher darauf aufmerksam geworden bin.


    Zu meiner Fragestellung:

    ich habe für eine private Dachterrasse ein Geländer zur Selbstmontage bestellt.

    Da ich gelernter Metallbauer bin, stellt mich die Montage vor keine Herausforderungen; ich habe jedoch eine Frage zur Befestigung:

    das Geländer soll seitlich in einer 20cm starken Betondecke aus C20/25-Beton verankert werden, ich dachte zunächst an Betonanker.

    Ankerplatte 10cm, Befestigung mit zwei Gewinden M10 und 7cm Lochabstand


    Das Geländer ist vom Hersteller für diese Befestigung freigegeben, allerdings stellt sich die Situation etwas anders dar als in den Angaben vom Hersteller:

    die Decke ist seitlich mit 4cm Styropor gedämmt, auf dem nochmal ca. 1cm Außenputz angebracht wurden.


    Meine Frage daher: wie befestige ich das jetzt?

    Kann ich die Ankerplatte mit den Betonankern (bspw. Hilti HST3R) gegen die Dämmung und den Putz verspannen oder sollte ich das sein lassen?

    Wenn ich es sein lassen sollte: warum? Nur um Rissen vorzubeugen oder auch, weil es ein Stabilitätsproblem geben könnte?


    Welche Art der Befestigung schlagt ihr vor?


    Anmerkungen:

    - eine seitliche Montage ist aufgrund einer unter der Dachterrasse verbauten Abdichtung und Dämmung zwingend erforderlich

    - es handelt sich um ein Geländer für meine eigene Dachterrasse; ich bin mir bewusst, dass ich dafür hafte


    Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe!

  • Kann ich die Ankerplatte mit den Betonankern (bspw. Hilti HST3R) gegen die Dämmung und den Putz verspannen

    nein

    oder sollte ich das sein lassen?

    ja

    Wenn ich es sein lassen sollte: warum?

    Weil Styropor nicht ausreichend druckfest ist. Siehe: Es ist als Trittschalldämmung geeignet, also federnd, elastisch.

    das Geländer soll seitlich in einer 20cm starken Betondecke aus C20/25-Beton verankert werden, ich dachte zunächst an Betonanker.

    Ankerplatte 10cm, Befestigung mit zwei Gewinden M10 und 7cm Lochabstand

    verstehe ich richtig, dass alle Löcher bzw. Anker auf der selben Achse sitzen?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Vielen Dank für die sehr schnelle Antwort!


    Ja, alle Löcher/Anker sitzen auf der selben Achse.


    Welche Möglichkeiten der Anbringung habe ich denn?

  • Ja, alle Löcher/Anker sitzen auf der selben Achse.

    Das klingt für meine Ohren als tragwerksplanerischen Halblaien suboptimal. Aber das mögen die TWP aus dem Forum kommentieren.

    Welche Möglichkeiten der Anbringung habe ich denn?

    Styropor entfernen und die Kopfplatten mit "Thermostop" unterlegt anschrauben. Auch der Einsatz einer Kopfplatte aus Edelstahl würde die Wärmedämmfähigkeit der Befestigung verbessern. Gibt es für genau die vorgesehene Montage einen vollständigen stat. Nachweis der Aufnahme der Holmlast? Dass die Stahlbetondecke ausreichend tragfähig und die Terrasse genehmigt ist, setze ich einfach mal voraus. Ich hoffe, zu Recht!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: WärmeXXXXfähigkeit korrigiert.

  • die beiden löcher nebeneinander sind dem problem beton-dübel-randabstände geschuldet.

    lösung für weiche zwischenlage? harte zwischenlage. ausreichend gross. oder zwischenbauteil - mit stat. berechnung.

  • Vielen Dank für die Antworten!

    Das Geländer ist statisch gerechnet worden, allerdings ohne die Styroporsache (die ist mir erst bei der ersten Bohrung aufgefallen).

    Da ich außer der Probebohrung noch nichts an der Wand gemacht habe kann ich noch reagieren.

    Was haltet ihr davon, wenn ich statt den Betonankern auf einen Injektionsmörtel wechsle?

    Dann müsste ich nicht alles auf der selben Achse machen, da ich bei den Randabständen flexibler bin...

    Skeptiker : ist das Thermostop-System auch in einer Dicke von 5cm noch ausreichend belastbar?

    mls : der Hersteller des Geländers lässt mich mit dem Problem leider ziemlich alleine. Ich habe daher bei Würth nachgefragt. Die haben mir das System amomax empfohlen. Was haltet ihr davon?

    Link: AMO-Max Distanzhalter online kaufen | WÜRTH

  • Das Geländer ist vom Hersteller für diese Befestigung freigegeben, allerdings stellt sich die Situation etwas anders dar als in den Angaben vom Hersteller:

    die Decke ist seitlich mit 4cm Styropor gedämmt, auf dem nochmal ca. 1cm Außenputz angebracht wurden.

    Und was meint der Hersteller dazu? Der müsste doch seine Geländer und die Statik kennen, und ein WDVS ist jetzt nicht so außergewöhnlich.


    Ich kenne für solche Fälle nur 2 (sinnvolle) Möglichkeiten. Einerseits die Montage mit Schwerlastkonsolen, die sind m.W. für die Montage von Geländern zugelassen, beginnen aber erst ab einer Dicke von 80mm, oder man schraubt die Ankerplatte auf den Beton und nutzt längere Distanzhülsen zur Befestigung des Geländerpfostens. Letzteres wird von einigen Herstellern auch so angeboten, evtl. wird zusätzlich eine Verstärkungsplatte im Pfosten notwendig. Eine thermische Trennung ist damit nicht möglich.


    Bei der Variante mit den längeren Distanzhülsen zwischen Ankerplatte und Pfosten, können die Hülsen auch durch 2 Platten ersetzt werden, die seitlich miteinander verschraubt werden, also wie 2 Klemmbacken die beide Schrauben klemmen, und die der Konstruktion mehr Stabilität geben. Damit kann der Abstand zwischen Ankerplatte und Pfosten weiter vergrößert werden als nur mit Hülsen. MIt der Optik muss man sich halt anfreunden.


    Die Ankerplatte auf Abstand zur Wange zu setzen, ohne dass diese dann großflächig aufliegt, wird praktisch nur schwer funktionieren, selbst wenn sich die Konstruktion statisch vielleicht noch rechnen lassen würde. DIe Ankerplatte sollte exakt sitzen, da ansonsten der Pfosten schief in der Landschaft hängt, und da bei Ronden meist nur 2 Befestigungspunkte horizontal vorgesehen sind, bräuchte es schon große Hülsen, damit die Platte überhaupt etwas aufliegt.


    Ich denke es muss nicht ausdrücklich erwähnt werden, dass die Befestigung auch vom Geländer selbst, sprich Pfostenlänge, -abstand usw. abhängt. Daher wäre wichtig zu wissen, was der Hersteller dazu sagt. Alternativ müsste man sich das Geländer komplett neu (statisch) rechnen lassen.,

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    .

  • Das Geländer ist vom Hersteller für diese Befestigung freigegeben

    i.d.R. aber nur für optimale Befestigungsmöglichkeiten. Das heißt, der Verarbeiter muss sich

    - um den Untergrund kümmern (Betonfestigkeit, gerissen/ungerissen, bewehrt/unbewehrt, mit Randeinfassung, etc.)

    - um die Dübel kümmern (zulässige Achsabstände, zulässige Randabstände, zulässige Belastbarkeit, ...)

    - um die Einwirkungen auf die Anker kümmern (dass sie z.B. nicht auf Biegung beansprucht werden)

    - um ausreichend Druckkontakt kümmern (Mörtelbett, Zwischenstücke, Ankerlängen, Adapterplatten...)


    allerdings stellt sich die Situation etwas anders dar als in den Angaben vom Hersteller:

    Dann entspricht das nicht den Vorgaben, für die das Geländer vom Hersteller freigegeben ist.

    Jetzt liegt es in der Verantwortung des Verwenders.

    Was haltet ihr davon, wenn ich statt den Betonankern auf einen Injektionsmörtel wechsle?

    Auch bei In Injektionsankern müssen Randabstände und Achsabstände der Anker eingehalten werden. Hierzu muss man die Datenblätter der Anker bzw. des Mörtels und ggf. die Zulassungen der Verankerungssysteme heranziehen.

    Andere Anker helfen aber auch nur dann, wenn der Druckkontakt dauerhaft standfest gewährleistet werden kann.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Vielen Dank für die zahlreichen Antworten.

    Ich habe mir mittlerweile ein Angebot von einem Statiker eingeholt und werde dieses auch annehmen.

    Welche Fragen soll ich denn konkret stellen bzw welche Informationen sind für mich besonders wichtig?

    Wenn ich schon so viel Geld für die Statik ausgebe möchte ich natürlich auch einen großen Nutzen daraus ziehen...