Mix Zweifach-/Dreifachverglasung möglich

  • Hallo Forum,


    unser geplanter Bauunternehmer hat uns ein Angebot für ein EFH nach ENEV2016 vorgelegt. Er sieht durchgängig eine Zweifachverglasung vor.

    Die Wohnzimmer- und Küchenausrichtung ist Richtung Nord-Nordwest. Da dort eine breite Fensterfront geplant ist, mache ich mir Sorgen wegen des Wärmeverlustes speziell in diesen beiden Räumen (...wir wissen natürlich um die deutlich bessere Wärmedämmung von Dreifachverglasung im ganzen Haus Bescheid; letztlich ist das eine Entscheidung aus Kostengründen).

    Daher denken wir darüber nach, die Verglasung in diesen Räumen durch eine Dreifachverglasung zu ersetzen. Die erste Reaktion des Unternehmers war: Er glaubt nicht, dass das geht. Entweder Zweifach- oder Dreifachverglasung im ganzen Haus.


    Was ist Eure Meinung dazu? Kann man einen solchen Mix machen? Oder spricht aus bautechnischer Sicht etwas dagegen?


    Danke für Eure Hinweise


    Bauhelm

  • Ich wüsste auch nicht, was dem entgegenstünde. Gerade bei großen Fensterflächen sind die Wärmeverluste bedeutsam gegenüber rel. kleinen Fensterflächen. Vielleicht haben aber die Energieberater Probleme bei der Einstufung des Hauses?




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Mir ist keine Regelung bekannt, die eine einheitliche Verglasung vorschreiben würde. Der Regelfall ist sogar, unterschiedliche Verglasungen zu verbauen. Der Auftragnehmer möchte sich nur den Koordinierungsaufwand klein halten.


    Die vertragliche Regelung sollte aber konkrete bauphysikalische Kennwerte (Wärmeschutz, Sonnenschutz) enthalten, nicht nur die Festlegung zweifach oder dreifach, die sich in ihren Kennwerten sogar entsprechen können.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Kann man machen und kann sogar sinnvoll sein.

    Aber den wichtigen Hinweis von Skeptiker beachten!


    wer hat denn das Gebäude geplant?

    Auch jener "Bauunternehmer"?

    Wer wird den Bauantrag stellen?

  • Unternehmers war: Er glaubt nicht, dass das geht. Entweder Zweifach- oder Dreifachverglasung im ganzen Haus.


    Was ist Eure Meinung dazu?

    Du kannst ruhig mischen, das muss halt nur bei der Berechnung (EnEV) berücksichtigt werden.

    Ich würde direkt beieinander liegende Fenster nicht mischen, da unterschiedliche Gläser auch unterschiedlich dunkel wirken, sprich optisch sieht man einen Unterschied, und der fällt besonders dann auf, wenn zwei Fenster direkt nebeneinander sind.

    Fenster wählt man nicht nur nach der Verglasung aus, sondern da spielen auch so Dinge wie Schallschutz, Hitzeschutz, Optik eine Rolle, Schutz gegen Einbruch kann auch wichtig sein.


    Die Zeiten wo man für eine 3fach Verglasung eine Menge Geld auf den Tisch blättern musste sind vorbei. Du könntest Dir für jedes Fenster einfach die Option "3fach Verglasung Ug = xx, g=yyy, warme Kante usw." anieten lassen und dann vergleichen. Für den Anbieter sollte es gar kein Problem sein, diese Option im Angebot aufzuführen.

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  • Ich weiß ja nicht mit welche Fenster-/Fenstermarke er da plant, in Zeiten in der 3-fach aber Standard ist, dürfte der Preisunterschied nicht mehr so gravierend sein um darauf verzichten zu wollen.


    Um welchen Unterschied bei wie vielen Fenstern gesamt beziffert der BU das?

    Rechne mal auf 25-30 Jahre die Heizkosten gegen.

  • Ich weiß ja nicht mit welche Fenster-/Fenstermarke er da plant, in Zeiten in der 3-fach aber Standard ist, dürfte der Preisunterschied nicht mehr so gravierend

    So ist es. Bei einer Fensterausschreibung in 2019 waren beide Verglasungen (eher größere Formate) kaum zu unterscheiden, ein Bieter bot zweifach sogar teurer an als dreifach.

    Um welchen Unterschied bei wie vielen Fenstern gesamt beziffert der BU das?

    Bei dem Bauvorhaben hatten wir es explizit alternativ ausgeschrieben und die Holzfenster kosteten als Dreifachverglasung mit Ug= 0,7 W/m2K ca. 20,- € / m2 Glasfläche mehr als mit Ug= 1,0 W/m2K (zweifach).

    Rechne mal auf 25-30 Jahre die Heizkosten gegen.

    Das und die bei größeren Glasflächen spürbare größere Behaglichkeit im Winter.


    (Disclaimer: Die getroffene Aussage bezieht sich ausdrücklich auf Holzrahmen mit einer Gesamthöhe > 2,5 m und zweiflügelige Elemente. Bei Kunststoffrahmen kann das deutlich anders aussehen, weil die keine höheren Flügelgewichte vertragen. Dann liegt die Unmöglichkeit aber nicht am Preis, sondern an den zu großen Flügelformaten. Mit Holzfenstern ist das kein Thema - und die wollten unsere Bauherrn sowieso zwingend.)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Jepp, stimme Vorschreibern zu. Wichtige Punkte haben die genannt:


    Wenn Du irgendwelche Werte vergleichen willst:


    UG ist der Wert für das Glas


    Zusätzlich besteht so ein Fenster dann noch aus den Rahmen und den Abstandshaltern, zusammen mit anderen Punkten ergibt sich dann

    UW : window und ist der U-Wert fürs ganze Fenster (je kleiner der Wert desto besser Dämmeigenschaft)


    Gerne wird UG angegeben, der ist nämlich kleiner als der fürs ganze Fenster. Also genau hinschauen.


    3-Fach Verglasung ist kein Problem, ausser wie oben genannt Skeptiker bei Flügeln, weil einfach das ganze Glaspaket deutlich schwerer ist. Bei kleineren Fenstern wiederum spielt der Rahmen anteilmäßig stärker rein, sodass hier tatsächlich eine Usmtellung von 2 auf 3-fach nur marginale Unterschiede haben kann.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Optisch sind die schon etwas unterschiedlich. Das dickere Gals ( =3 Sch.Verglasung) kommt idR grüner rüber (Cu-Anteile im Glas; kann man zwar vermeiden, kostet aber ordentlich mehr) und 2 Sch. kommen mit schlankeren (weniger dicken) Fensterprofilen aus (weil Scheiben insgesamt dünner und leichter).


    Da die Preisunterscheide recht überschaubar sind, macht es mE keinen Sinn zu mixen. Da geht dann nur etwas schief, wird verwechselt....Ich würde hier im Zweifelsfalle überall 3-Sch-Verglasung einbauen.