Wandaufbau Fertighaus

  • Hallo zusammen,


    wir sind aktuell dabei uns verschiedene Angebote von Anbietern für eine Fertighaus im Holzrahmenbau einzuholen.

    Leider ist der Markt und vorallem auf die Begrifflichkeiten der einzelnen Anbieter teilweise extrem undurchsichtig und natürlich ist jeder Anbieter von seinen Produkt überzeugt und versucht es als das Beste zu verkaufen.
    Installationsebene ja, nein - braucht man nicht, haben noch keine Klagen gehört etc. !?

    Derzeit habe ich eine Leistungsbeschreibung mit folgenden Punkten vorliegen und mich würde mal eure Meinung dazu interessieren.

    - Ca. 108 mm Außenputzaufbau System STO als Wärmedämm-Verbundsystem. Der Oberputz besteht aus einem handaufgetragenen weißen Edelputz
    - Alternativ zum Putz kann die Fassade ganz nach Ihren Wünschen, z. B. als Holzschalung in Fichte oder Lärche, Fassadenplatten, Schiefer oder anderen geeigneten Materialien ausgeführt werden.

    Wandaufbau von außen nach innen:
    - 16 mm wohngesunde Holzwerkstoffplatte P5 (LIVINGBOARD) als Außenbeplankung
    - 160 mm massives Holz-Ständerwerk aus getrocknetem Brettschichtholz (DUO-Balken)
    - 160 mm mineralische Wärme- und Schalldämmung zwischen den Holz-Ständern (Wärmeleitgruppe 035) (alternativ andere Dämmstoffe)
    - Feuchtevariable Klimamembran. Die Funktion ist ähnlich wie bei Goretex-Material. Das bedeutet für Sie eine diffusionsoffene Wandkonstruktion mit höchster Sicherheit.
    - 16 mm wohngesunde Holzwerkstoffplatte P5 (LIVINGBOARD) als Innenbeplankung 10 mm Gipsfaserplatten (FERMACELL)
    - Innenanstrich inklusive Spachtelarbeiten gemäß Punkt Innenmalerarbeiten
  • - Ca. 108 mm Außenputzaufbau System STO als Wärmedämm-Verbundsystem. Der Oberputz besteht aus einem handaufgetragenen weißen Edelputz

    also klassisches WDVS, der Dämmstoff wird nicht genannt, könnte also EPS (Styropor) sein, damit vor allem billig (pardon, "preisgünstig")


    ... oder irgendwas anderes ...

    - 16 mm wohngesunde Holzwerkstoffplatte P5 (LIVINGBOARD) als Außenbeplankung

    eine Spanplatte ohne Angabe ihrer Wasserdampfdiffusionsfähigkeit. Hier sollte sie diffusionsoffen sein, vermutlich, tendenziell

    - 160 mm massives Holz-Ständerwerk aus getrocknetem Brettschichtholz (DUO-Balken)

    nasses ist eh nicht zulässig, immerhin verzugsarm verleimt

    - 160 mm mineralische Wärme- und Schalldämmung zwischen den Holz-Ständern (Wärmeleitgruppe 035)

    dagegen ist nichts zu schreiben

    - Feuchtevariable Klimamembran. Die Funktion ist ähnlich wie bei Goretex-Material. Das bedeutet für Sie eine diffusionsoffene Wandkonstruktion mit höchster Sicherheit.

    naja, diffusionsoffen ist sie nur manchmal und das wiederum manchmal zum falschen Zeitpunkt. Und "höchste Sicherheit" ja, unter bestimmten Umständen. (unter uns Experten: Sind die raumseitig eines WDVS überhaupt vorhanden?)

    - 16 mm wohngesunde Holzwerkstoffplatte P5 (LIVINGBOARD)

    s.o. wenn sie wasserdampfdiffusiondicht wäre (s.o.), bräuchte man die Kunststoff-Folie, äh, "Klima-Membran" dahinter nicht. Man könnte aber auch OSB3 nehmen und sich die Folie kneifen. (Macht u.a. Skeptiker , wann immer es geht.)

    als Innenbeplankung 10 mm Gipsfaserplatten (FERMACELL)


    Damit die Oberfläche möglichst dünn glatt wird und rissfrei bleibt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Warum nur so "dünne" Ständer? Warum nicht schlanke Ständer mit viel Dämmvolumen (ab 24 cm). Warum eine Polystyroldämmung auf einem HRB?

    Wieso so „dünn“ kann ich auch nicht sagen, das kommt ja leider so vom Hersteller. Wenn man sich die Aufbauten anderer Anbieter ansieht, kam mir eben das der Gesamtaufbau auch eher „dünn“ vor.

    Daher eben die Frage an euch als „Experten“, um einfach mal eine Außenstehende Meinung zu hören. Mit der Zeit wird man auch etwas „blind“.

  • alles in allen lese ich aus den Antworten Skepsis in allen Belangen heraus!?!


    eine Grundsatzdiksussion was besser oder schlechter ist, will ich auch gar nicht starten.


    Dinge wie eben das Dämmmaterial oder auch die fehlende Installationsebene?! haben mich eben zum nachdenken gebracht.

    Die „Klima Membran“ verpacken eben die Hersteller immer gekonnt mit teilweise eigen undurchsichtigen Begrifflichkeiten.

  • alles in allen lese ich aus den Antworten Skepsis in allen Belangen heraus!?!

    bei meinem Namen? :D Nie!


    Aber ernsthaft: Das sind wohlklingende Worte für kostenoptimierte Allerweltsbaustoffe. Das geht etwas besser. Arg unterscheiden sich die Wandaufbauten der verschiedenen Anbieter sowieso nicht. "Hochwertig" sind bei der Lösung aber nur die schönen Worte.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • bei meinem Namen? :D Nie!


    Aber ernsthaft: Das sind wohlklingende Worte für kostenoptimierte Allerweltsbaustoffe. Das geht etwas besser. Arg unterscheiden sich die Wandaufbauten der verschiedenen Anbieter sowieso nicht. "Hochwertig" sind bei der Lösung aber nur die schönen Worte.


    Wenn du hochwertig sprichst, was wäre denn im Gegensatz zu den beschriebenen Wandaufbau die optimalste Lösung?


    Das alles in wohlklingenden Worten in solchen Beschreibungen steht liegt ja auf der Hand😉


    Am Ende bleibt auch vieles immer auch eine Kostenfrage unterm Strich.

  • die optimalste Lösung?

    Ich bin nicht skeptiker (OK, manchmal schon sehr skeptisch), aber den optimalen Wandaufbau gibt es so nicht. Es gibt nut den optimalsten für das jeweilige Projekt. Nur das der oben beschriebene suboptimal ist, läßt sich SO sagen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Nur das der oben beschriebene suboptimal ist, läßt sich SO sagen.

    Und die Punkte wurden ja schon mehrfach angesprochen:

    WDVS auf einem Holzrahmenbau, was soll das?

    Installationsebene fehlt, daher wird die Folie schön regelmäßig durchlöchert.


    Das wären 2 Punkte, die *für mich* nicht in Frage kämen.

  • Am Ende bleibt auch vieles immer auch eine Kostenfrage unterm Strich.

    Gerade dann sollte man sehr genau schauen, was man für´s Geld bekommt.


    Ein Denkfehler der oft gemacht wird, anzunehmen, dass HRB automatisch günstig wird. Wenn es also keinen bestimmten Grund gibt, warum es hier HRB werden soll, dann nach allen Richtungen offen bleiben. Mag sein, dass HRB hier das Rennen macht, vielleicht findet sich aber auch eine andere interessante Alternative.

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    .

  • das ist ein Aufbau, wie ihn die Industrie gerne verwendet. Mir hat mal ein Mitarbeiter dieser Industrie gesagt, dass diese rund 15-20% ihres Umsatzes für Werbung ausgeben... Nur so am Rande...


    der handwerkliche Holzrahmenbau bietet in der Regel andere Aufbauten an... Häufig mit Materialien, die näher am Baustoff Holz sind.

  • Installationsebene fehlt komplett ??

    Soll das ganze ein KFW Niveau ( 55 oder 40 ) haben ?

    Ist so üblich bei Fertighäusern. Da wird die Installation schon im Werk gemacht und vor Ort nur noch angeschlossen. Ist billiger.


    Alles in allem ein 08/15 Ständeraufbau, wie aus dem Handbuch, mit schön geschriebenen Worten und WDVS außen aufgetragen.


    Meine Gedanken dazu:


    Willst Du ein Holzhaus? Dann zeige dass es ein Holzhaus ist! Ansonsten lass es, weil sonst hat es zwar eine Massivhausoptik, fühlt sich aber wie ein Holzhaus an, was zum berühmten Barrackenfeeling führt, was von vielen bemängelt wird. Massivhäuser lassen sich heute sehr rationell bauen, auch mit Ziegel-Fertigteilen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • fühlt sich aber wie ein Holzhaus an, was zum berühmten Barrackenfeeling führt, was von vielen bemängelt wird.

    Darf ich mal fragen, wodurch dieses Barackenfeeling ausgelöst wird? Kannst Du, wenn Du in einem Haus drin bist, erkennen, ob es ein (Fertig-) Haus in Holzständerbauweise ist oder massiv gemauert? Also ich kann das nur durch an die Wände klopfen, und das mache ich im Alltag nie,

  • Das fühlst Du einfach, durch die Akustik, die Geräusche was Türen machen, wenn man läuft. Lässt sich schwer beschreiben. Spätestens dann, wenn man mal was am Haus machen muss weiß man was es ist und dann kommt dieses Gefühl, weil Optik und Haptik einfach nicht zusammen passen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • und dann kommt dieses Gefühl, weil Optik und Haptik einfach nicht zusammen passen.

    Glaube ich dir nicht. Meine Innenwände sehen auch genauso wie meine massiven Außenwände aus, sind aber Trockenbau. Haptik (anfassen) und Optik (anschauen) sind nicht unterscheidbar, beides Gips. Erst wenn Du dagegenklopfst gibt es einen Unterschied. Na und?


    Wie sehen denn deiner Meinung nach Außenwände eines Holzständerhauses aus, sowohl innen wie auch außen, damit Du "dieses Gefühl" nicht bekommst?

    Sichtbalken, Holzvertäfelungen, ...? REALLY?

  • Willst Du ein Holzhaus? Dann zeige dass es ein Holzhaus ist! Ansonsten lass es, weil sonst hat es zwar eine Massivhausoptik, fühlt sich aber wie ein Holzhaus an, was zum berühmten Barrackenfeeling führt, was von vielen bemängelt wird. Massivhäuser lassen sich heute sehr rationell bauen, auch mit Ziegel-Fertigteilen.

    Unter Baracken-Feeling verstehe ich eine im Sommer sehr heißes und im Winter zu kaltes Raumklima, schlechten Schallschutz gegen außen und innen und ein irgendwie "leichter" oder "provisorischer" Eindruck. Das alles hat mit einem Leichtbau oder einem "Fertighaus" heute nichts mehr zu tun - sofern man es besser macht als der hier angefragte Hersteller / Anbieter.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • spätestens dann, wenn der fussbodenaufbau passt, die installationen unter der decke hängen und alles gekapselt ist, merkt man nichtmal bei diesem punkt (der sonst zu lasten des holzbaus ausgeht) den unterschied zu einem massivbau.

    70er-jahre klamotten machen sich nicht gut in einem aktuellen vergleich. ausser bei 70.-revival. oder verharren in den 70ern.


    klar: sparfüchse können vielleicht von massivdecken profitieren. das war´s aber auch schon.

    auch klar: einen "holzbau" anständig zu planen und bauzuleiten scheitert meist am können oder am wollen.

  • Kann ich bestätigen. Bei meinen Besichtigungen merke ich an ganz anderen Stellen, dass ich in einem Holzbau bin - aber nicht am "Barackenfeeling" Das hatte ich nur 1x und das Teil war echt nur noch zum Abreissen und aus den Anfängen der 70er. Wenn man an eine Wand geklopft hat, zitterte das ganze Haus....

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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