Fussbodenheizung - Die berühmten cm ...

  • Hallo liebe Experten,


    wir haben ein schönes Haus, Baujahr 1965, gekauft. Wir hatten ursprünglich vor, die Böden und den alten Estrich zu entfernen und eine Fussbodenheizung im EG und OG einzubauen. Nun haben wir die Fussböden entfernt und fanden zwar ca. 3 cm Sand aber keinen Estrich ;(. Der Sand wurde als Ausgleichsschüttung direkt auf die Betondecke aufgebracht...

    Jetzt stehen wir natürlich vor einem Problem da wir nur 7, maximal 8 cm Aufbauhöhe haben, um eine Fussbodenkonstruktion zu realisieren. =o

    Die gegenwärtige Überlegung ist, die Betondecke mit einer Ausgleichsmasse (ca. 3 mm) zu nivellieren, da sie wirklich "holprig" ist, dann 30 mm PUR-Dämmung, so verbleiben nach Abzug des geplanten Bodenbelags (Fliese Stärke 9 mm + 3-4 mm Fliesenkleber) ca. 25 bis 35 mm für die Fussbodenheizung, was sich ja theoretisch mit Dünnschicht-Verfahren realisieren lassen würde.

    Bei z.B. "Fördetherm" gäbe es auch 16 mm Rohre (bei mindestens 21 mm Aufbauhöhe), dann wäre der Druckverlust ja in Ordnung - bei natürlich gesalzenen Preisen.


    Was meinen die Experten, den Aufbau so durchziehen, lieber den ganzen Entwurf in die Tonne kloppen und die Konvektoren behalten oder gibt es noch eine elegantere Lösung?

    (Noch ein paar extra Daten zur Einschätzung: Öl-Heizung aus 2018, der Keller wird weiterhin beheizt mit Konvektoren, d.h. Dämmung müsste jetzt auch nicht zu extrem ausfallen, da alle Räume unter der Fussbodenheizung beheizt werden)

  • Unabhängig von den fehlenden cm: Welche Heizlast liegt denn vor und was bedeutet das für die Auslegung der FBH? Ich könnte mir vorstellen, dass da unangenehm warme Fußbodentemperaturen bei rauskommen....

  • Das beste Wärmeleistungs- / Höhenverhältnis bieten nach meiner Erinnerung Trockenestriche. 7 - 8 cm könnten dafür im Wohnbereich ausreichen. Ausgereicht hat das aber immer nur bei einigermaßen aktuell gedämmten Gebäudehüllen. Für 1965 ohne zusätzliche Dämmung dürfte die max. zul. Oberflächentemperatur deutlich überschritten werden.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Meine Frau würde sich über die "unangenehm warme[n] Fußbodentemperaturen" bestimmt freuen ;-)

    Die Heizlast kann ich leider nicht nennen, die muss ich mal ausrechnen lassen.

  • Meine Frau würde sich über die "unangenehm warme[n] Fußbodentemperaturen" bestimmt freuen ;-)

    Die Heizlast kann ich leider nicht nennen, die muss ich mal ausrechnen lassen.

    Das glaube ich nicht. Bereits Oberflächentemperaturen von 28° C werden vielfach als mind. "unangenehm" wahrgenommen. Und auf diese Größenordnung sind sie deshalb auch normativ festgelegt.


    (Ich persönlich nehme nach einigen Jahren auf Fußböden mit winterlichen Oberflächentemperaturen von max. 23° - 24°C inzwischen bereits Oberflächentemperaturen ab etwa 26° C als "heiß" wahr, bin da aber sicher auch besonders sensibel.)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ausgereicht hat das aber immer nur bei einigermaßen aktuell gedämmten Gebäudehüllen. Für 1965 ohne zusätzliche Dämmung dürfte die max. zul. Oberflächentemperatur deutlich überschritten werden.

    Das Haus ist nicht wirklich energetisch saniert (die oberste Geschossdecke ist gedämmt, sonst dem Baujahr entsprechend).

  • Das Haus ist nicht wirklich energetisch saniert (die oberste Geschossdecke ist gedämmt, sonst dem Baujahr entsprechend).

    Dann sollte erstmal ein energetisches Sanierungskonzept für das gesamte Haus erstellt und in dessen Rahmen die zukünftige Heizlast ermittelt werden. Erst wenn diese über die ansetzbaren Bodenflächen mit der angestrebten Wärmequelle sinnvoll aufgebracht werden kann, lohnt es sich, über den Bodenaufbau weitere Gedanken zu machen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • der Keller wird weiterhin beheizt mit Konvektoren,

    d.h. Du brauchst 2 Heizkreise

    Die Steuerung im Heizkessel sollte dafür ausgelegt sein, oder man muss sie erweitern können.



    d.h. Dämmung müsste jetzt auch nicht zu extrem ausfallen, da alle Räume unter der Fussbodenheizung beheizt werden)

    Das stimmt zwar theoretisch, aber möchtest Du wirklich die Betondecke heizen? Der Beton leitet die Wärme überall hin, auch da hin wo Du sie vielleicht nicht möchtest. Unnötig zu sagen, dass sich durch die Masse auch die Trägheit der FBH deutlich verändert, und jedes "Watt" das im Beton landet, fehlt Dir dann an der Bodenoberfläche und somit als Heizleistung im Raum.


    Es wird zwar immer wieder behauptet, "die Energie bleibt im Haus", und das ist grundsätzlich ja richtig, aber wenn ich mein Wohnzimmer heize, möchte ich nicht gleichzeitig die Waschküche im Keller heizen.


    "Heizlast" wurde als Stichwort schon genannt. Die sollte (raumweise) bekannt sein, damit man die Heizflächen dimensionieren kann. Man kann die Heizlesitung zwar durch den Verlegeabstand etwas justieren, aber den Rest muss man über die Heizwassertemperatur machen und die max. zulässige Oberflächentemperatur setzt hier Grenzen.

    Sollte die spez. Heizlast im hohen zweistelligen Bereich liegen, oder gar dreistellig werden, dann würde ich mir sehr gut überlegen, ob ich dafür eine FBH baue. Da bewegt man sich dann nur noch außerhalb irgendwelcher Normen, ist also meilenweit von "fachgerecht" entfernt.


    Zur Aufbauhöhe, Dünnschichtsysteme gibt es natürlich, aber das macht sich halt im Preis bemerkbar. Bedenke auch, dass man so eine FBH nicht auf den Millimeter genau aufbauen kann, und wenn sich der Kram später bewegt, bricht Dir die Nivelliermasse an den Stellen mit geringer Rohrüberdeckung. Nur weil in einer Montageaneltung eine Rohrüberdeckung von x Millimetern angegeben ist, bedeutet das noch nicht, dass sich das in der Praxis bei Dir auch so umsetzen lässt.


    Also, zuerst Heizlast rechnen (lassen), und bitte nicht mit irgendwelchen Pauschalwerten, dann sieht man, ob es sich lohnt weiter über eine FBH nachzudenken. Parallel klären, welcher Aufwand notwendig ist, um über den Heizkessel 2 Kreise zu regeln. Gibt es bei diesen beiden Punkten grünes Licht, dann kann man weiter planen. Wenn nicht, dann abhaken und mit Heizkörpern weiter planen.

    Solte es nur in einzelnen Räumen eng werden mit der Heizlast, dann darüber nachdenken, ob man diese reduzieren kann, oder ob weitere Heizflächen eine Lösung sind (Wandheizung als Ergänzung zum Beispiel).

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    .

  • Was wird denn alles gemacht an dem Häuschen im Zuge der Renovierung/sanierung? Nur der Boden im EG?

    Besser man betrachtet erstmal das grobe ganze.

    Dannach kann der Heizi dir passende Lösungen vorschlagen.

    :thumpsdown:

  • Also, zuerst Heizlast rechnen (lassen), und bitte nicht mit irgendwelchen Pauschalwerten, dann sieht man, ob es sich lohnt weiter über eine FBH nachzudenken. Parallel klären, welcher Aufwand notwendig ist, um über den Heizkessel 2 Kreise zu regeln. Gibt es bei diesen beiden Punkten grünes Licht, dann kann man weiter planen. Wenn nicht, dann abhaken und mit Heizkörpern weiter planen.

    Das hört sich nach einem gutem Plan an. Die Frage zum Heizkessel kann ich schon beantworten, da gibt es grünes Licht.

    Dann kümmere ich mal um die Heizlast :)

  • Die Frage zum Heizkessel kann ich schon beantworten, da gibt es grünes Licht.

    Das ist gut. Meist braucht es noch "Kleinteile" (Mischer, Pumpe, Temp.fühler, evtl. Erweiterungsmodul für die Regelung usw.).

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  • Was wird denn alles gemacht an dem Häuschen im Zuge der Renovierung/sanierung? Nur der Boden im EG?

    Besser man betrachtet erstmal das grobe ganze.

    Dannach kann der Heizi dir passende Lösungen vorschlagen.

    Es wird schon einiges gemacht (neue Elektrik, neue Badezimmer, neue Wände (verputzen), neue Böden im EG & OG) - aber bezüglich der "Heizsituation" bzw. energetischen Sanierung war zunächst nur die Frage, ob eine Fussbodenheizung machbar ist oder nicht. Wir planen mittelfristig (innerhalb der nächsten 2 - 5 Jahre) auch die Fenster auszutauschen und uns um die Fassadendämmung zu kümmern. Im aktuellen Budget ist eine komplette Gebäudesanierung leider nicht drin :rb:

  • Wenn das so durchgezogen wird, kann man die FBH schon machen. Man könnte isch aber auch noch dazu überlegen (oder alternativ) auf Decken und/oder Wandheizung einzugehen.

    Natürlich bietet es sich jetzt an, wenn man schon Estrich macht, hier automatisch FBH mit einzubauen mit entsprechender Planung und Dokumentation.

    :thumpsdown:

  • Wir planen mittelfristig (innerhalb der nächsten 2 - 5 J

    Dann würde ich tatsächlich überlegen, ob man nicht auf FBH setzt. Diese würde dann halt 2 oder 3 Winter nicht gerade fachgerecht betrieben, aber im Nachhinein lässt sich eine FBH nur schwer nachrüsten.

    Sobald die Heizlast bekannt ist, sieht man die Unterdeckung und kann ein bisschen mit den Zahlen spielen. Dann wird die FBH halt für den Winter mit max. 45°C VL betrieben anstatt mit 35°C oder 30°C. Dem Ölkessel ist das ziemlich egal, aber so eine Betriebsweise ist auch ziemlich unkomfortabel.


    Das sollte also NICHT zum Dauerzustand werden.

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  • Das ist gut. Meist braucht es noch "Kleinteile" (Mischer, Pumpe, Temp.fühler, evtl. Erweiterungsmodul für die Regelung usw.).

    Da hast du natürlich recht :), dass ist noch nicht alles vorhanden.

    Wenn ich zwischen den Zeilen richtig lese, sollte man wohl auch beim Dünnschicht-Verfahren nicht mit der minmalen Aufbauhöhe planen, sondern noch einen Puffer von mehreren mm einbauen, um auf der sicheren Seite zu sein. Das ist auch schonmal gut zu wissen, da die Nivelliermasse preislich ja nicht ohne ist ...

  • Wenn ich zwischen den Zeilen richtig lese, sollte man wohl auch beim Dünnschicht-Verfahren nicht mit der minmalen Aufbauhöhe planen, sondern noch einen Puffer von mehreren mm einbauen, um auf der sicheren Seite zu sein. Das ist auch schonmal gut zu wissen, da die Nivelliermasse preislich ja nicht ohne ist ...

    Das Problem hatte ich bisher nicht, jedenfalls, wenn wir über 2 oder 3 Millimeter schreiben ...

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • sondern noch einen Puffer von mehreren mm einbauen, um auf der sicheren Seite zu sein.

    Ich würde es so machen, denn mir ist es noch nie gelungen, so eine FBH auf den Millimeter genau zu bauen. Das mag vielleicht auch daran liegen, dass ich das nicht täglich mache, aber irgendwie glaube ich nicht, dass das der Grund war.

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