Bestehende Abdichtung ausreichend?

  • Wie schon im Brunnenthema geschrieben geht es nun an den Außenbereich. Die Südseite des Erdgeschosses steht vollständig im Hang. Diese Wand wurde aus einer Doppelwand aus WU Beton erstellt welche dann mit Remmers MB 2K abgedichtet wurde. Auf diese Abdichtung wurden dann noch 12 cm EPS Dämmung aufgeklebt.


    Der gesamten Sockelbereich an den anderen drei Wänden wurde von UK Bodenplatte bis 30 cm über OKFF / GOK ebenfalls mit mit Remmers MB 2K abgedichtet und anschließend 6 cm Sockeldämmplatten aufgeklebt. Die Putzer haben dann von OK Sockeldämmplatten bis 40 cm über OKFF / GOK mit Sockelputz verputzt. Der Bereich zwischen Sockeldämmplatten und beginnender Sockelputz wurden dann noch mit Dichtschlämme eingestrichen.


    An der Hangseite wird noch eine Drainage eingebaut. Den in 3 m freigelegten Hang konnte ich nun 3 Jahre beobachten und kein Schichtenwasser beobachten aber man weiß ja nie. Rechnen würde ich lieber damit. Das Baugrundgutachten hat das auch so vermutet, dass mit Schichtenwasser zu rechnen ist (die genaue Formulierung könnte ich bei Bedarf nachschlagen).


    Nun hatten wir 4 Firmen für den Außenbereich vor Ort von denen eine sofort sagte, dass sie diese Dämmplatten noch einmal abdichten würden und danach erst die Noppenbahnen anbringen würden. Die anderen 3 meinen die bestehende Abdichtung ist ausreichend und es reichen die Noppenbahnen. Zur Drainage und Abdichtung im Bereich Haus- und Terrassentür würde ich gern in einen anderen Thema fragen.


    Ich habe nun folgende Fragen:


    1.) Macht es Sinn die bestehenden Dämmplatten im Sockelbereich und an der Südseite der EG Wand noch einmal bis knapp über die GOK entweder mit Sockelputz oder Dichtschlämme oder Dickbeschichtung abzudichten? Kann man das machen oder wäre eine zusätzliche Abdichtung ggf. sogar kontraproduktiv? Oder einfach nur Noppenbahnen und Traufstreifen und fertig?


    2.) Hätte die Dichtschlämme nicht bis 5 cm über OKFF / GOK ausgeführt werden müssen? Falls ja dann würde ich zumindest das noch beauftragen.


    Vielen Dank


    mit Dickbeschichtung



    mit Sockeldämmplatten



    mit Sockelputz




    PS: Auf die Abdichtung speziell im Türbereich komme ich noch gesondert. Viele Grüße

  • 2.) Hätte die Dichtschlämme nicht bis 5 cm über OKFF / GOK

    Vor 3 Jahren galt noch die DIN 18195 mit ihren div. Teilen (mittlerweile überholt) Danach hätte die vertikale Abdichtung bis 30 cm über geplantes Geländeniveau oder 15 cm über das tatsächliche Niveau hochgeführt werden müssen

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Vor 3 Jahren galt noch die DIN 18195 mit ihren div. Teilen (mittlerweile überholt) Danach hätte die vertikale Abdichtung bis 30 cm über geplantes Geländeniveau oder 15 cm über das tatsächliche Niveau hochgeführt werden müssen

    Die Dickbeschichtung wurde 30 cm über GOK ausgeführt. Die Dichtschlämme hingegen nur beim Übergang Sockeldämmplatten zu Sockelputz, siehe Bild 3 in #1. Die Dichtschlämme hätte also wie die Dickbeschichtung auch bis 30 cm über GOK ausgeführt werden müssen? Dafür ist es ja noch nicht zu spät.


    Sockel wollte ich nach Abschluss aller Arbeiten sowieso noch einmal streichen.



    Was sagst denn die Detailplanung (Schnitt?) über die vorgesehene Ausführung?

    Die gab es tatsächlich aber natürlich war die unbrauchbar. Dementsprechend wurde davon abgewichen. Ausgeführt wurde es letztlich so wie von mir in #1 beschrieben bzw. wie es die Bilder in #1 zeigen.


    sockel.pdf



    Ich habe halt jetzt das "Problem" entscheiden zu müssen ob ich mit den Sockeldämmplatten noch irgendwas machen lasse oder ob die Baufirma einfach Noppenbahn dran legt und den Traufstreifen dann mit Kies verfüllt. Die Meinungen der in Frage kommenden Firmen gingen da auseinander.


    Wäre z.B. das Aufbringen einer flexiblen Dichtschlämme bis 5 cm über GOK (oder 20, 30 cm?) sinnvoll, sinnlos oder gar schädlich?

  • Hat niemand einen Tipp? Die Dichtschlämme hätte doch eigentlich bis mind. 5 cm über GOK ausgeführt werden müssen. Sie wurde aber nur als ein Streifen deutlich unter der GOK ausgeführt. Wenn ich die Firma für den Außenbereich nun damit beauftrage von UK Bodenplatte (Sockeldämmplatten) bis x cm über GOK eine Dichtschlämme aufzubringen, ist das das sinnvoll, sinnlos oder gar schädlich?


    Die Kosten dafür würden sich ja in Grenzen halten.

  • Ja die GOK stand von Anfang an fest. Die Rohbauer haben ja die Dickbeschichtung auch auf den cm korrekt ausgeführt (30 cm über GOK). Die Putzer haben dann merkwürdiger Weise den Sockelputz auch korrekt angelegt (40 cm über GOK). Nur die Dichtschlämme haben sie dann eben viel zu niedrig enden lassen.

  • Was macht die Frage/Antwort so kompliziert? Ich habe sie in #1 detailliert dargestellt und auf euer Nachfragen entsprechend konkretisiert und sogar die Planung hochgeladen aber irgendwie scheint die Frage ob man die Firma die den Außenbereich macht damit zu beauftragen vor dem Verfüllen die Dichtschlämme noch bis über die GOK auszuführen, nicht beantwortbar zu sein.


    Ich habe ja nur die Wahl zwischen alles so lassen wie es ist oder irgendwas in Auftrag zu geben und hier wäre ein Tipp hilfreich.


    Als Laie würde ich sagen, die Dichtschlämme zumindest bis über die GOK bringen oder ist das überflüssig weil unter dem Sockelputz die Dickbeschichtung ja schon bis 30 cm über GOK geht? Eine Firma hat sogar vorgeschlagen auf die Dämmplatten noch eine Schicht Dickbeschichtung zu machen. Ich sagte ihr, dass unter den Dämmplatten schon eine Dickbeschichtung ist aber sie sagte das wäre egal, sie würde noch eine zweite darüber machen.


    Was ist zu viel und was zu wenig. Irgendeine Empfehlung muss es doch geben oder warum habt ihr nachgefragt?


    Danke

  • Die Bauwerksabdichtung ist nach Deinen Angaben unter den Sockeldämmplatten bis 30 cm über die geplante GOK hochgeführt und ist damit i.O.


    Hiervon zu unterscheiden ist der Feuchteschutz für den auf der Sockeldämmplatte aufgebachten Putz. Der Putz wird wahrscheinlich bis ca. 10 cm unter die geplante GOK heruntergeführt worden sein. Den mußt Du mit der Dichtschlämme einpacken. Unten ca. 5 - 10 cm vor dem Putz beginnen und bis mindestens 5 cm über tatsächliche GOK hochführen. Damit wird verhindert, dass der Putz von der Feuchtigkeit im Erdreich und von Spritzwasser durchfeuchtet wird.


    Was unterhalb hiervon noch an Sockeldämmung verbleibt, muß nicht mit Dichtschlämme beschichtet werden. Der Sockeldämmung ist die Erdfeuchte egal. Geschützt werden muß nur der später ins Erdreich einbindende Sockelputz und die ca. 5 cm darüber ( Spritzwasserbereich ).


    Wenn Du die entstehende GOK auf den Sockel mit einer Schlagschnur auf den Sockel überträgst, siehst Du, ob Putz und Dichtschlämme richtig ausgeführt worden sind.


    Problem wurde hier bereits zig-fach abgehandelt. Insofern muß jetzt ausreichen der Verweis auf nachstehende RiLi


    Richtlinie Fassadensockelputz (3. Auflage 2013) – Fachverband der Stuckateure (SAF)


    und dort auf die Abbildung auf S. 32.


    Auf den Fotos 1 + 2 ist offenbar bereits die Sockeldämmung angebracht. Es ist daher nicht erkennbar, ob die hinter der Sockeldämmung liegende Bauwerksabdichtung richtig und dauerhaft an den Türstock ( unten und seitlich ) herangeführt und hieran hinterlaufsicher verwahrt ist.


    Hierzu nach " Der vergessene Anschluß " googeln. In diesem Fachartikel wird verständlich erklärt und auf Bildern gezeigt, wie der Anschluß auszuführen ist.


    Tür dürfte zu tief eingebaut worden sein --> keine mindestens 5 cm Abstand zur fertigen GOK + keine Entwässerungsrinne möglich (??? ).

  • Hierzu nach " Der vergessene Anschluß " googeln. In diesem Fachartikel wird verständlich erklärt und auf Bildern gezeigt, wie der Anschluß auszuführen ist.


    Tür dürfte zu tief eingebaut worden sein --> keine mindestens 5 cm Abstand zur fertigen GOK + keine Entwässerungsrinne möglich (??? ).

    Zu diesem schönen Thema gibt es in den jüngsten Ausgaben von "Der Bausachverständige" sehr interessante und hervorragend bebilderte Artikel. Einige Ausschnitte daraus stehen hier kostenlos zum Lesen bereit.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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