Trittschalldämmung unter 5mm wirklich hilfreich?

  • Hallo zusammen,


    es soll ein neuer Fußboden im 1. OG verlegt werden, entweder Laminat oder Vinyl. Maximale Dicke inklusive Dämmung beträgt 15mm. Generell ist der Schallschutz im Gebäude (80er Jahre) nicht so gut, so dass es für die Bewohner des EGs laut werden könnte.


    Gibt es eine Trittschalldämmung die 5mm oder weniger beträgt und wirklich Wirkung zeigt?


    Vielen Dank!

  • Die 5 mm dicken Schichten sind im bauakustischen Sinn keine "Trittschalldämmung", sondern sollen den "Gehschall" reduzieren. Das Problem "Gehschall" gibt es nur bei schwimmend verlegtem Laminat. Die sog. "Gehschalldämmungen" verbessern diese (meiner Meinung nach) bau- und raumakustisch unsinnige Bauweise "Laminat" nur marginal ("Es gibt kein richtiges Leben im falschen").

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Vielen Dank für das Feedback. Welche Bodenbeläge empfiehlt ihr als Alternative?

    Da scheiden sich die Geister. Auch in der Frage, wieviel Öko willst Du/bist Du?


    Was im Moment viel gemacht wird, sind Vinyldesignbeläge.

    Wenn die noch verklebt- und nicht schwimmend verlegt sind, eine tolle Sache.

    Gruß Werner :)

  • Was im Moment viel gemacht wird, sind Vinyldesignbeläge.

    Wenn die noch verklebt- und nicht schwimmend verlegt sind, eine tolle Sache.

    Also PVC. Ich bevorzuge in dieser Richtung die ohne Chlorchemie auskommenden Materialien Linoleum (aktuelle Farben und Dessins anschauen!) oder Kautschuk.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Also PVC. Ich bevorzuge in dieser Richtung die ohne Chlorchemie auskommenden Materialien Linoleum (aktuelle Farben und Dessins anschauen!) oder Kautschuk.

    Drum hab ich gefragt, wieviel Öko man will.

    Zumindest ist in diesen Belägen mitlerweilen weniger an Weichmachern drin,

    wie man das beim Namen "PVC" assoziiert bekommt.


    Die Ansprüche sind eben sehr unterschiedlich.

    Ich bin durchaus auch ein Fan von Linoleum, Kork und Konsorten, aber wenn man in den mechanisch

    etwas stärker beanspruchten Bereich kommt, wird da die Luft dünner.


    Zumal sich der Laie bei der Verarbeitung von Linoleum und Kautschulk ziemlich schwer tun wird.

    Gruß Werner :)

  • Gibt es eine Trittschalldämmung die 5mm oder weniger beträgt und wirklich Wirkung zeigt?

    Wenn die 5mm durch den Bodenaufbau vorgegeben sind, dann verschiedene Kandidaten genauer unter die Lupe nehmen. Angaben zur Trittschallverbesserung etc. finden sich in den Datenblättern.

    Das Thema Gehschall haben aber nicht alle Hersteller im Blick. Dann kommt noch der persönliche Geschmack dazu, manche möchten auf keinen Fall Schaumstoff, andere haben etwas gegen Pappe, der nächste steht nicht auf Kork usw.


    Die Dämmlage darf auch nicht zu dick werden, denn hier spielt Druckstabilität eine Rolle. Eine weiche Dämmlage mit xx mm Dicke mag den Trittschall dämmen, aber durch Belastung durch Möbel etc. kriegt man bildlich gesprochen eine Berg und Talbahn, das bringt Spannung in den eher dünnen schwimmenden Oberbelag.


    A prpopos Oberbelag, wie oben mehrfach geschrieben wurde, hängt der Tritt- und Gehschall dann auch vom Oberbelag ab. Einfache Regel, je weicher der Belag, um so höher ist die Verbesserung bei der Trittschall- und Gehschalldämmung.


    Bsp.: Ich habe unten im Kinderzimmer einen Korkbelag verlegt (auf Dämmung). Da ist Trittschall oder Gehschall gar kein Thema (gemessen habe ich aber nicht). ABER der Belag ist so weich, dass die Rollen vom Schreibtischstuhl schon nach wenigen Jahren deutliche Spuren hinterlassen haben. Das war jetzt kein Problem, denn Kinder werden schnell größer, dann kriegen sie ein anderes Zimmer, oder das Kinderzimmer wird sowieso grundlegend renoviert.


    Achte auch auf die Raumgröße, schwimmende Beläge kann man bei sehr großen Räumen nicht mehr so einfach verwenden. Hersteller-/Montageanleitung beachten.


    Kennst Du den kompletten Bodenaufbau (Estrich, Dämmlage darunter, FBH etc.)?


    Die Alternative wäre eine feste Verlegung, sprich Verkleben des Oberbelags. Da wird die Trittschalldämmung mehr durch die Masse des Estrich bestimmt (Einfluss Oberbelag, je nach Flächengewicht, vielleicht 2-3dB) und die dynamische Steifigkeit der Dämmlage unter dem Estrich.


    Meine Meinung, bei Schallausbreitung sollte man immer möglichst an der Schallquelle ansetzen, da man dort noch mit relativ einfachen Mitteln etwas bewirken kann. Je weiter man sich auf dem Weg der Schallausbreitung von der Quelle weg bewegt, um so schwieriger wird es (und meist auch teurer).


    Sofern es in die Planung passt, würde ich über einen etwas weicheren Oberbelag nachdenken der fest verlegt wird. Das Gehgefühl ist einfach anders, wertiger, komfortabler, oder wie man das auch umschreiben möchte. Bei einer schwimmenden Verlegung würde ich darauf achten, dass der Oberbelag ein entsprechendes Gewicht hat (also keine dünnen 6mm Brettchen o.ä.) und die Oberfläche nicht zu hart ist. Die Trittschalldämmung gem. Datenblatt und persönlichen Wünschen. ich würde für mich an dieser Stelle auf eine Trittschallverbesserung um die 20dB setzen, Gehschallminderung min. 30%. Das ist jetzt keine starre Vorgabe, und es kommt auch nicht auf 1dB mehr oder weniger an, sondern das wäre halt die Richtung in die ich denken würde.

    Man könnte auch überlegen, ob man bei der Trittschalldämmung Abstriche macht, sofern dadurch die Gehschallverbesserung höher ist.

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    .

  • Vielen Dank für das ausführliche Feedback.


    Ich habe mal ein Bild des aktuellen Zustands hochgeladen. Der Abstand vom Beton zur Tür beträgt 15mm. Die 5mm Trittschalldämmung ergaben sich aus der Annahme, dass Laminat circa 8-10mm haben würde.


    Aktuell ist ein Teppichboden verlegt, ich persönlich finde aber Teppichboden ziemlich unmodisch. Da die Wohnung vermietet werden soll, wollte ich die Wohnung durch einen neuen Bodenbelag aufwerten.


    Ich habe nochmal nachgeschaut und die Dicke von Vinyl sollte ja um die 5mm betragen, somit könnte man auch über eine Kombi aus beispielsweise PE Schaum und Vinyl nachdenken.

    Wie wäre das mit dem aktuellen Aufbau (Estrich + Teppichboden) zu vergleichen?


    In Summe sprechen für über eine 3-Zimmer Wohnung mit knapp 80 qm (exkl. Bäder und Küche).


  • Danke.

    Und könnte ich Vinyl auf dem aktuellen Teppich verlegen lassen?

    Können, vermutlich schon, aber für sonderlich sinnvoll halte ich das nicht. Gemacht wird es öfter.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Mit Vinyl? Kenne es mit ausreichend stabilem Laminat, da funktioniert das leidlich. Aber mit so einem 5mm-Wabbel-Vinyl wird das von 12 bis Mittag halten, wenn überhaupt.

    Ich dachte an auf MDF aufgezogene PVC-Fliesen, also "Laminat" mit PVC oben drauf. (Ja, das heißt dann "Click-Vinyl")

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Danke.

    Und könnte ich Vinyl auf dem aktuellen Teppich verlegen lassen?

    Ja, ist aber nicht nach den aRdT.


    Bei längerflorigen Teppichen geht es relativ sicher in die Hose (meistens bricht die Klickverbindung aus), bei kurzflorigen "kann" es halten.


    Ist aber, selbst wenn es halten sollte, auch ein hygienisches Problem.

    Mit jedem Schritt auf dem schwimmend verlegten Belag hast Du eine Art Pumpfunktion.

    Das heißt, dass bei jedem Schritt aus irgendeiner Randfuge (auch wenn eine Sockelleiste da ist) von dem darunterliegendem Teppich irgendwelche Partikel hochgepustet werden.

    Und ...... Du willst sicher nicht wissen, was das alles ist. <x

    Gruß Werner :)

  • Wieso lässt sich der nicht entfernen?

    Er lässt sich entfernen, ich wohne jedoch im EG und möchte den Tritt- und Gehschall minimieren. Mit dem aktuellen Teppich ist es perfekt, jedoch muss dieser gewechselt werden (sehr (!) alter Teppich) und Teppiche sind leider aus der Mode gekommen, was eine Vermietbarkeit einschränkt.

  • Ok, dann muss ich wohl beim Teppich als Bodenbelag bleiben..

    Das ist gerade in dieser Konstellation (wenn man also selbst darunter wohnt und oben vermieten will) SEHR zu empfehlen!

    Man könnte sogar darüber nachdenken, ein diesbezügliches Veränderungsverbot (gegenüber dem Mieter) in den Vertrag aufzunehmen.