Verbrauchsausweis oder Bedarfsausweis?

  • Bis zum Jahre 2009 standen auf einem gemeinsamen Grundstück zwei freistehende Wohnblocks mit jeweils vier Reihenhäuser. In den Reihenhäusern befanden sich jeweils 6 Wohnungen, insgesamt also zwei Häuserblocks x 4 Reihenhäuser x jeweils sechs Wohnungen = insgesamt 48 Wohnungen. Die Wohnungen werden beheizt mit einer Heizungsanlage, die sich im Keller eines der Wohnblocks befindet, Dachgeschosse waren nicht ausgebaut ( Speicher ).


    Im Jahre 2009 wurden die maroden Satteldächer der Reihenhäuser vom Eigentümer komplett abgerissen und im neu erstellten Satteldach ( mit Baugenehmigung ) Wohnungen eingebaut. Diese Wohnungen erhielten jeweils eigene Gasheizungen im Spitzboden. Bestand ab 2009 also: 48 Altbauwohnungen und 8 Neubauwohnungen nach ENEV 2009.


    In 2009 wurde das Grundstück geteilt und es entstanden zwei Eigentumswohnanlagen:


    Wohnblock 1 mit 24 Altbauwohnungen und vier Neubauwohnungen im DG

    Wohnblock 2 mit 24 Altbauwohnungen und vier Neubauwohnungen im DG


    Der Alteigentümer behielt die Altbauwohnungen. Die acht Neubauwohnungen wurden vom Alteigentümer verkauft.


    In 2019 mußten neu Energieausweise benötigt. Der Verwalter ( = Alteigentümer ) lies Verbrauchsausweise erstellen und zwar wie folgt: Jedes Reihenhaus wurde als ein Gebäude angesetzt und dafür jeweils ein separater Verbrauchsausweis erstellt, also insgesamt acht Verbrauchsausweise. Hierbei wurden für die jeweiligen Verbrauchsausweise die in den letzten 3 Jahren angefallenen Verbrauchskosten der sechs Altbauwohnungen herangezogen + der Verbrauch der eigenständigen Gasheizung in den Neubauwohnung im DG.


    Zulässig oder hätten aufgrund des nicht vergleichbaren Baualters und der fehlenden gemeinschaftlichen Heizungsanlage Bedarfsausweise erstellt werden müssen? Hätten für die Neubauwohnungen eigene Energieausweise erstellt werden müssen?


    Wo steht die Lösung in der ENEV 2013 ?

  • Ich habe mal aufgezeichnet, wie ich es verstanden habe:


    Jedes Reihenhaus hat eine eigene Nummer?Also beispielsweise 23 a, 23 b, etc?

    In jedem Haus befinden sich 7 Wohnungen?



    Skizze richtig?


    Für mich wäre der Verbrauchsausweis so ok, da jedes Reihenhaus eine eigenständige Nummer hat und mehr als 4 Wohnungen. Die Heizungsanlage spielt da meines Wissens nach keine Rolle, ob sie gemeinsam, unterschiedlichen Alters ist, nur für einzelne Wohnunge etc.


    Solche Situationen hat man bei anderen Gebäuden durchaus auch: nachträglicher Ausbau des Daches mit eigene Anlage ist nicht so ungewöhnlich. Es gibt in der EnEV 2013 dafür tatsächlich eine Regelung, aber die bezieht sich nicht auf die Ausweiserstellung, sondern auf die Vorgaben, wie ausgebaut werden muss.



    Da hat die Energieagentur NRW ein tolles Bild, ich hänge das hier mal an (übrigens ist die Energieagentur NRW Webseite mit super Pfds und PPP ausgestattet, sehr zu empfehlen!)



    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Mal von der rechtlichen Seite abgesehen ist ein Verbrauchsausweis für ein solches Haus bzw. Wohnungen praktisch nix wert

    Ist halt billig und schnell gemacht von den Vermietern bzw von der Hausverwaltung

    Sinnvoll ist nur ein gut gemachter Bedarfsausweis.....

  • Aber (hier) zulässig.


    Ja, ich stehe dem Verbrauchsausweis auch sehr kritisch gegenüber.


    Gerade bei Reihenhäusern ist ein Bedarfsausweis auch wirklich fix gemacht.

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  • Hätten für die Neubauwohnungen eigene Energieausweise erstellt werden müssen?

    Nein, denn:


    EnEV §17

    (3)

    Energieausweise werden für Gebäude ausgestellt. Sie sind für Teile von Gebäuden auszustellen, wenn die Gebäudeteile nach § 22 getrennt zu behandeln sind.


    Anm.: in §22 geht es um gemischt genutzte Gebäude (Nichtwohngeb u. Wohngeb.)


    Sprich, für einzelne Wohnungen dürfen keine Energieausweise erstellt werden.


    Nach §19 ist die Verbrauchserfassung wie folgt durchzuführen


    (3)

    Zur Ermittlung des Energieverbrauchs sind


    1.

    Verbrauchsdaten aus Abrechnungen von Heizkosten nach der Heizkostenverordnung für das gesamte Gebäude,


    2.

    andere geeignete Verbrauchsdaten, insbesondere Abrechnungen von Energielieferanten oder sachgerecht durchgeführte Verbrauchsmessungen, oder


    3.

    eine Kombination von Verbrauchsdaten nach den Nummern 1 und 2


    zu verwenden; dabei sind mindestens die Abrechnungen aus einem zusammenhängenden Zeitraum von 36 Monaten zugrunde zu legen, der die jüngste vorliegende Abrechnungsperiode einschließt.

    Wenn diese Daten für das Gebäude vorliegen, dann steht einem Verbrauchsausweis nichts entgegen. Mit wie vielen unterschiedlichen Heizungsanlagen, aus welchen Baujahren auch immer, die Heizenergie bereitgestellt wird, ist nicht von Belang. Interessant wäre es allerdings, wenn der Ausbau in den letzten zwei Jahren durchgeführt worden wäre und die Daten für die Verbräuche nicht über die letzten 36 Monaten vorliegen würden. Dann müsste ein Bedarfsausweis ausgestellt werden.


    Grundsätzlich kann ich die Erstellung eines Verbrauchsnachweises schon nachvollziehen. Je Höher die Anzahl an Wohneinheiten, desto wahrscheinlicher ist ein Durchschinttsverbrauch, der mit dem eigenen Verbrauch korreliert, wenn ich selbst am Durchschnittsverbrauch liege. Als langjähriger Mieter kann man den eigenen Unterschied zum Durchschnitt aber in der Regele auch einigermaßen abschätzen. Außerdem ist die Erstellung eines Bedarfsausweises auch von den Qualitäten des Erstellers abhängig, denn die Bewertung der vorliegenden Bauteile und Systemgrenzen, gerade bei älteren Gebäude ohne Dokumentation kann sehr aufwendig sein. Dieser Aufwand wird aber gerne eingespart.

  • Außerdem ist die Erstellung eines Bedarfsausweises auch von den Qualitäten des Erstellers abhängig, denn die Bewertung der vorliegenden Bauteile und Systemgrenzen, gerade bei älteren Gebäude ohne Dokumentation kann sehr aufwendig sein. Dieser Aufwand wird aber gerne eingespart.

    Ergänzung aus meiner Sicht: Die Bewertung vorliegender Bauteile ist bei älteren Gebäuden eigentlich kaum hinreichend genau möglich. Das geht bei angenommenen Werten für die Wärmeleitfähigkeit von Bauteilen bis zu einem hohen Wärmebrückenzuschlag, weil die genauen Details der Ausführung nicht zerstörungsfrei ermittelt werden können. Und am Ende kommt raus, dass alte Buden einen höheren Energiebedarf haben als neue. Welche Überraschung!


    Ich halte EnEV-Nachweise für Bestandsbauten für begrenzt aussagefähig, egal, ob Verbrauch oder Bedarf. Als zuverlässige Aussage zum tatsächlichen Energiebedarf sind wegen unterschiedlichem Nutzerverhalten nicht mal Nachweise für Neubauten tauglich. Zum Vergleich der energetischen Qualität schon, aber hier liegen auch viel zuverlässigere Daten als bei älteren Bestandsbauten vor.


    zur eigentlichen Frage: Dass Verbrauchsausweise zulässig sind, wurde schon geschrieben. Ich würde davon ausgehen, dass die (abgelaufenen, sic!) Bedarfsausweise nach EnEV 2009 trotzdem aussagefähiger sind.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Skizze im Beitrag #2 ist im Grundsatz richtig mit folgender Abweichung: Reihenhaus a) + b) verspringen um ca. 1/3. RH a.) hat also vorne einen freien Giebel und Haus b.) gartenseitig einen freien Giebel.


    Im voliegenden Fall wurden für den betrachteten Häuserblock drei Verbrauchsausweise ausgestellt6.


    Verbrauchsausweis für RH a.)

    Verbrauchsausweis für Reihenhäuser b.) und c.)

    Verbrauchsausweis für RH d.)


    RH b.) und c.) sind hinsichtlich der Wärmeverbrauchs nur bedingt vergleichbar, denn RH b.) hat einen um 1/3 freien Giebel und RH c.) hat die wärmetechnisch günstigste Situation, weil es auf beiden Giebelseiten angebaut ist, nämlich an RH b.) und RH d.).


    Was ist hier das Gebäude iSd § 17 EnEV? Warum sollen b.) und c.) = 2 RH ein Gebäude sein und a.) und d.) jeweils ein Gebäude? Was ist überhaupt die Definition für " Gebäude " iSd EnEV?


    Meiner Ansicht nach zeichnet " ein Gebäude " die eigenständige Nutzbarkeit aus. Das sind aber im Grunde genommen alle 8 RH nicht, weil sie nur über eine Heizungsanlage für 28 Wohnungen und 8 Einzelheizungen für die DG-Wohnungen verfügen.


    Jedenfall ist nicht nachvollziehbar warum RH b.) und c.) " ein Gebäude " sein soll.


    §§ 17 Abs. 3 iVm 22 EnEV ist m.E. in diesem Fall nicht anwendbar, weil dort nur gemischt genutzte Gebäude behandelt werden. Jedenfalls folgt daraus, dass auch eine horizontale Teilung durchaus in der Vorstellung der EnEV liegt, aber eben nur bei einem gemischt genutzten " Gebäude ".

  • Skizze im Beitrag #2 ist im Grundsatz richtig mit folgender Abweichung: Reihenhaus a) + b) verspringen um ca. 1/3. RH a.) hat also vorne einen freien Giebel und Haus b.) gartenseitig einen freien Giebel

    Für die Bewertung, ob man einen Verbrauchs-oder Bedarfsausweis erstellt, ist das irrelevant.

    Meiner Ansicht nach zeichnet " ein Gebäude " die eigenständige Nutzbarkeit aus. Das sind aber im Grunde genommen alle 8 RH nicht, weil sie nur über eine Heizungsanlage für 28 Wohnungen und 8 Einzelheizungen für die DG-Wohnungen verfügen


    In meinen Fortbildungen wurde immer gesagt: Eigene Hausnummer und eigener Eingang. Die Lage/Zugänglichkeit der Anlagentechnik spielt da keine Rolle. Ist ja auch beispielsweise bei Nah-/ Fernwärme nicht gegeben., evtl gar bei einem MFH, wo ein zentraler Heizkessel im Keller steht und nur durch einen Hausmeister zugänglich ist. Das ist kein Kriterirum nach EnEV.


    Man kann wohl einen Reihenhausblock auch gesamt als ein Gebäude betrachten. Das kommt bei mir in der Praxis nie vor, hatte auch noch nie einen Neubau als Reihenhäuser. Daher bin ich da nicht bzgl. des Wissens, wo das stehen, könnte nicht fit.

    Ich könnte mir vorstellen, dass bei der dibt.de bei den Fragen zur EnEV was drinsteht. Ich kann mir auch vorstellen, dass J.B. oder Alfons Fischer da genaueres wissen, wo was steht.


    Zu Deinem Fall:

    Die Ausweise wurden also so erstellt? Das ist allerdings nicht zulässig für die beiden mittleren. Da bräuchte jedes RMH einen eigenen Ausweis. Ganz klar.


    OFF-Topic:


    Bzgl Diskussion Verbrauchs-Bedarfsausweis:

    Grundsätzlich kann ich die Erstellung eines Verbrauchsnachweises schon nachvollziehen. Je Höher die Anzahl an Wohneinheiten, desto wahrscheinlicher ist ein Durchschinttsverbrauch, der mit dem eigenen Verbrauch korreliert, wenn ich selbst am Durchschnittsverbrauch liege. Als langjähriger Mieter kann man den eigenen Unterschied zum Durchschnitt aber in der Regele auch einigermaßen abschätzen.

    Das ist ein sehr interessanter Hinweis. Danke. Normalerweise erkläre ich den Verbrauchsausweis für den nicht so aussagekräftigen Ausweis. Der bildet ja nur ab, WIE man in einem bestimmten Gebäude wohnt, während der Bedarfsausweis normierte Bedingungen für alle Gebäude annimmt. Und da muss man halt selbst schauen, inwiefern man mit seinem eigenen Verhalten diesen Bedingunen entspricht oder nicht.


    Mein Lieblingsvergleich, der auch viel vorkommt real: Ein Haus wird von eine alleinstehenden älteren Dame bewohnt, die nur die Stube heizte. In dieses zieht ein junges Pärchen mit 2 kleinen Kindern. Da kann sich jeder vorstellen, dass der Verbauchsausweis hier absolut nicht aussagekräftig ist.

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  • Außerdem ist die Erstellung eines Bedarfsausweises auch von den Qualitäten des Erstellers abhängig, denn die Bewertung der vorliegenden Bauteile und Systemgrenzen, gerade bei älteren Gebäude ohne Dokumentation kann sehr aufwendig sein. Dieser Aufwand wird aber gerne eingespart.

    Öhm, Bewertung der Systemgrenzen aufwendig? Wie meinst Du das? Klar, das ist manchmal schwierig wegen der nicht Zugänglichkeit von Dachböden, beispielsweise. Aber aussen ist es schnell selbst aufgemessen. Ok, die untere Systemgrenze ist nicht immer nachvollziehbar, wenn beheizt gegen Erdreich und keine Pläne vorhanden sind, aber beheizte Keller sind ja eher in neueren Gebäuden mit Planunterlagen üblich.


    Und ja, auch die Bewertung des Mauerwerks ist ja ganz innerhalb eines Zeitraumes ganz schön weit gefasst und manchmal nicht wirklich ersichtlich. Besonders "gerne" hab ich es, wenn die Baujahre in einem Gebäude munter durcheinanderspringen, weil mal hier ein bisserl gepuzzelt wurde und mal dort.

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  • Jep, da gibt es eine Auslegungsfrage vom dibt:



    Ich denke, das beantwortet die Frage. In der Praxis ist es jedoch trotzdem nicht immer einfach.


    Anda meist erstelle ich nur für komplizierte Fälle Energieausweise. Häufig im städtischen Raum, häufig Gebäudeteile verschiedener Baujahre und häufig auch noch zu Teilen nach §22. Gerade nach dem 2. Weltkrieg wurde z.B. in Köln, Wuppertal, Dortmund, etc. viel um- und angebaut ohne dies im Plan zu vermerken. Da wissen zum Teil nicht mal die Eigentümer genau, bis wo Ihnen was gehört und ob dass dann schon Nachbar ist oder noch zu ihrem Gebäude gehört :-) .Da ist es halt deutlich komplizierter die Systemgrenzen festzulegen. Wenn ich sehe, was ich da zum Teil einen Aufwand für betreiben muss (Recherche historischer Bauakten, zerstörende Bauteilprüfungen, Erstellen von 3D-Modellen, Interviewen von Betreibern, Eigentümern etc. ) und dann sehe für was für Honorare Kollegen solche Ausweise erstellen, schlacker ich mit den Ohren.


    Und klar, wenn du eine alte Dame in einem Häuschen wohnen hast, und danach dann eine Familie einzieht sind die Werte natürlich nicht vergleichbar. Je größer das MFH ist, desto wahrscheinlicher wird aber, dass nicht nur alte Damen dort wohnen, sondern auch junge Familien, Singels etc. und je größer die Durchmischung wird, desto näher sind die Verbräuche am Durchschnitt.

  • Jep, da gibt es eine Auslegungsfrage vom dibt

    Danke!

    Also hier für Eric ganz eindeutig jedes Haus für sich. Ich wusste nur noch grob, dass es bei Reihenhäuser eben sein kann, dass man die zusammen bilanzieren könnte. Aber eben, ich brauche das nie im Alltag.



    meist erstelle ich nur für komplizierte Fälle Energieausweise. Häufig im städtischen Raum, häufig Gebäudeteile verschiedener Baujahre und häufig auch noch zu Teilen nach §22

    Sehr interessant. Bei mir sind die komplizierten eher im dörflichen Bereich, wo mal hier und da was angebaut wurde, das ursprüngliche Gebäude schon ururalt ist etc.


    Erstellen von 3D-Modellen,

    3D Modelle? Zeichnen?

    Ich arbeite mit hottgenroth und hab da auch das 3D, Werde ich heute wieder brauchen, hab da so ein "besonderes" Haus. Welche Programm nimmst Du?


    und dann sehe für was für Honorare Kollegen solche Ausweise erstellen, schlacker ich mit den Ohren.

    Würdest Du bei uns vermutlich auch. Es ist einfach eine Mischkalkulation mit der wir arbeiten. Im Endeffekt kostet den Eigentümer ein RMH genausoviel wie ein komplexes Haus. Die Leute wollen feste Preise und so zahlen wir halt mal beim Objekt X drauf und holen es bei Y wieder rein. Im Schnitt passt es. Aktuell bearbeite ich Bedarfsausweis Nr 856. Je nachdem, wie die Lage ist, werde ich voraussichtlich nächstes Jahr den 1.000er voll haben.

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  • PS: Komplizierte Gebäude im Nürnberger Raum aus den 20er und 30er Jahren (Blockrandbebauung) hatten bislang interessanterweise IMMER Pläne. Einzig die Modernisierungen machten mir da das Leben schwer. (Teilweiser Dachausbau, nur teilweiser Fenstertausch etc.)

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  • Off-Topic:

    Jo, auch mit Hottgenroth. Deshalb hab ich schon einige graue Haare mehr. Gerade bei komplexen Geometrien, wo dann z.T. Wohnbereich in Gewerbebereiche eingreifen macht Hottcad nicht immer was ich will. Leider vergeht da noch einige Zeit, die Daten auf Plausibilität zu prüfen. Wie sind deine Erfahrungen mit dem Programm. Wir haben und da mehr erhofft. Habe Vorher mit der Profiversion von Sketchup Modelle gezeichnet. Das ging zur Visualisierung und zur Flächen/Volumenermittlung super schnell. Ob Hottcad jetzt immer die richtigen Bauteile überträgt, hm, hab ich manchmal meine Zweifel.


    Ich mache nur recht wenig Wohngebäude und wenn sind das so größere Wohnkomplexe. Häufig hab ich Bürogebäude, Groß- und Einzelhandelsgebäude, Ministerien, Industriebetriebe, Einkaufzentren. Das ist schon interessant. Oft höre ich dann, dass andere E-Ausweisersteller abgelehnt haben.


    Ich find es aber gut, dass ihr damit zurecht kommt. Wenn ich im Internet suche, finde ich Angebote ab 19 €. Da ist doch schön zu hören, dass noch normale Büros beauftragt werden :-). Bei uns geht es häufig erst bei mehr als 200 mal so teuer los.

  • Off-Topic:

    19,- Euro :eek::eek::eek: Nö, bei solchen Preisen sind auch wir noch lange nicht dabei. Wir haben unsere Netzwerke, über die die Aufträge reinkommen.


    Ich mache ausschließlich Wohngebäude. Für Wohngebäude geht Hottgenroth recht gut. Aber ich hab das Teil schon mehr als einmal zum Abstürzen gebracht. (auch schon ein paar graue Haar mehr) Manchmal half dann nur noch 1x neu<x


    Ja, und die Übertragung der Zeichnung in die detailierte Erfassung auf Plausibilität prüfen ist wichtig. Auch, ob man tatsächlich alle Bauteile definiert hat. Da gefällt mir das An und Abschalten der Sichtbarkeit recht gut.


    Wir sind diejenigen, die dann an Leute wie Euch weiterverweisen, wenns um komplexe Nichtwohngebäude geht.:thumbsup:

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  • Habt Ihr einen Premium-Zugang zu dieser Frage:


    Kurzinfo: In diesem Praxisfall handelt es sich um große Mehrfamilienhäuser, die aus drei Reihenhäusern bestehen, mit jeweils 20 Eigentumswohnungen. Zur Problematik der Energieausweise für Wohngebäude hat das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBT) eine amtliche Auslegung veröffentlicht in der 20. Staffel (Ausstellung von Energieausweisen für Wohngebäude). Gemäß dieser Auslegung ist bei Reihenhäusern für jedes einzelne Reihenhaus ein Energieausweis auszustellen. Dies ist für Doppelhäuser durchaus verständlich. Jedoch im vorliegenden Praxisfall bedeutet es einen erhebliche größeren, zusätzlichen Aufwand, für jedes Reihenhaus einen eigenen Energieausweis auszustellen, der im Grunde genommen zu keinem anderen Ergebnis führt. Die Nachweise müssten gegenüber dem baurechtlich erforderlichen EnEV-Nachweis komplett neu ausgestellt werden. Es stellt sich die Frage des Mehrwertes, da selbst bei Aufstellen der Nachweise für die einzelnen Gebäude, der Energiebedarf für die einzelne Eigentumswohnung nicht geliefert wird. So wird beispielsweise auch eine in der Mitte liegende Wohnung in einem Randhaus sich sicherlich energetisch günstiger erweisen, als eine oberste Wohnung in einem mittleren Gebäude.

    Fragen: Könnten Sie diesen Tatbestand und die angesprochenen Aspekte kommentieren?


    Antwort: 15.11.2018 - wenn Sie unseren Premium-Zugang EnEV-online abonniert haben, lesen Sie die folgende passwortgeschützte Antwort:

  • Hab ich nicht, hätte ihn manchmal gerne.


    Aber zu dem Fall meine Einschätzung, wie ich an die Sache herangehen würde. Ich hatte solche Gebäude schon.

    Jedes Reihenhaus dennoch als einzelnes.

    Die Argumentation mit den unterschiedlichen Verbräuchen hat man in jeden etwas größeren MFH. Diesen kann man ja auch noch zusätzlich ausweisen als Information.


    Nichtsdestotrotz geht es in der EnEV um die Vergleichbarkeit von Gebäuden.


    Wenn die Gebäude so ähnlich sind, was Anlagentechnik und Modernisierungen betrifft: Dann kann man einen günstigen Preis für den Kunden vereinbaren, da es auch beispielsweise bei Hottgenroth copy und paste gibt, man also nicht jedes Haus ganz neu eingeben muss. Der Aufwand für wirklich gleiche Gebäude hält sich da in Grenzen.


    Nach meinen Erfahrungen: Zumeist sind die auf den ersten Blick ähnlichen Häuser doch ganz schön verschieden. Mal wurde die oberste Geschossdecke gedämmt, mal nicht. Fenster wurden mal in einem Zuge ausgetauscht, man nur häppchenweise.

    Das Baujahr und die Art der Anlagentechnik variiert regelmäßig.

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  • Off-Topic:

    Hab ich nicht, hätte ihn manchmal gerne.


    Die Aussage haut mich jetzt aber um bei - nach Deinen Angaben - über 800 bereits erstellten Energieausweisen. Das ist doch offenbar eine Art Standard-Kommentierung/Anleitung zur EnEV. Also ich kann ohne Kommentar keinen schwierigen Fall sicher lösen.


    Die Arbeit mit der EnEV ist Rechtsanwendung: Subsumtion eines konkreten Sachverhalts unter eine Rechtsvorschrift. Ich kenne kaum eine Rechtsvorschrift, die aus sich heraus verständlich ist.


    Das gilt insbesondere für die EnEV: Dabei geht´s um Vergleichbarkeit von Gebäuden hinsichtlich der Energieverbrauchs. Und dann wird am Begriff " Gebäude " solange herumgetrickst, bis der nichtssagende Verbrauchsausweis verwandt werden kann.


    Ist derselbe Unfug wie bei der Heizkostenverordnung mit den HKV. Dort hat ja auch die HKV-Mafia erreicht, dem Gesetzgeber Energie-Einsparpotential vorzugaukeln. Inzwischen kassiert die Mafia bei den Nutzern die angeblichen 15% Energieeinsparung als Abrechnungsgebühren ab. Und natürlich war es auch im hiesigen Fall ein " Abrechnungsdienst ", der die drei Verbrauchsausweise für vier Reihenhäuser erstellt hat.


    Zum Grübeln kommt man auch bei der hierauf abstellenden Regelung der EnEV:



    Was sind die Verbrauchsdaten bei Abrechnung von insgesamt 8 Reihenhäusern mit einer Sammelheizung und HKV´s ( ohne Wärmemengenzähler ) und 8 Einzelheizungen in den DG-Wohnungen und wo/was ist da das gesamte Gebäude?




    " Zur Ermittlung des Energieverbrauchs sind
    a.) .......... die


    Verbrauchsdaten aus Abrechnungen von Heizkosten nach der Heizkostenverordnung für das gesamte Gebäude zu verwenden.
  • Also, in Deinem, Dir vorliegenden Fall:


    Bei uns hätte es

    1) die Ausweise so nicht gegeben, sondern vier Stück

    2) wenn man die einzelnen Verbräuche nicht nachweisen kann, dann gibts einen Bedarfsausweis. Ganz einfach. Punkt. Da wird bei uns nicht lange diskutiert.

    PS: Wenn der Kunde meint, er möchte sich den gerne als billigen Verbrauchsausweis im Netz ziehen - bitte. Nicht unser Problem.


    Natürlich ist der Bedarfsausweis teurer, aber bei 4 Reihenhäusern (=nur 1x Anfahrt mit Besichtigung, evlt gar mit Plänen) wäre das definitv nicht exorbitant geworden. Gerade bei einer solchen Größe gehen solche Kosten im Grundrauschen unter.


    Also die Ableser haben tatsächlich falsch ausgestellt.

    Verbauchsausweise macht übrigens mein Chef, bei denen bin ich nicht so fit, ich bin tatsächlich auf Bedarfsausweise spezialisiert. Die Aufträge kommen via Chef zu mir, d.h. mit der Auswahl, welche Variante nun drankommt, habe ich nicht so oft was zu tun. Viele unserer Kunden wollen tatsächlich auch eher den Bedarfsausweis.


    Die Aussage haut mich jetzt aber um bei - nach Deinen Angaben - über 800 bereits erstellten Energieausweisen. Das ist doch offenbar eine Art Standard-Kommentierung/Anleitung zur EnEV. Also ich kann ohne Kommentar keinen schwierigen Fall sicher lösen

    Alles gut. Diesen Kommentar (habe da auch den Newsletter abonniert) finde ich interessant. Aber ganz viele Fragen kommen bei mir in der Praxis nicht vor. Da bevorzuge ich Fortbildugnen. Und, wichtiger sind die Auslegungen des dibt!


    Wie schon geschrieben, ich mache auch Reihenhäuser in allen möglichen Varianten tatsächlich öfter und viele Fragen stellen sich mir nicht mehr so, da in Fortbildungen angesprochen. Dann habe ich die entsprechenden §§ und dibt Auslegungen nicht mehr unbedingt parat, aber ich weiß, was ich tun muss. Kürzlich mal von einer Wohnungsbaugesellschaft mehrere (ziemlich viele) Reihenhäuser bekommen. Dann passen wir uns auch mit dem Preis an, da die alle auf einem Haufen waren, Pläne vorlagen (die sogar stimmten) und auch die Modernisierungen und Anlagentechniken vorlagen.


    Nohcmal zu dem oberen Fall aus dem Kommentar:

    Wenns so aufwändig wäre, dann hieße das für mich: Die Häuser sind doch nicht so gleich. Wenns nicht aufwändig ist, dann ist es doch auch kein Problem da einen Bedarfsausweis schnell zu erstellen. Spätestens, wenn mit der Zeit die verschiedenen Modernisierungen kommen, unterscheiden sich die Häuser (Heizung geht kaputt und wird getauscht, Fenster werden getauscht irgendwo wird was gedämmt,...)


    Einen einmal erstellten Bedarfsausweis anzupassen, ist für mich nach dem Ablauf der 10 Jahre auch nicht das große Thema. Ich habe mir selbst eine Vorlage erstellt, nach der ich jedes Gebäude begehe und bei dem ich (zumeist) nachvollziehen kann, welche energetischen Besonderheiten vor Ort waren.

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