Porenbeton gegen Schlagregen abdichten

  • Hallo zusammen,


    ich möchte eine Wand unseres Einfamilienhauses abdichten bzw. vor Schlagregen schützen. Ich habe das Haus selber aus Ytong Porenbeton gemauert und wir sind jetzt in der letzten Phase des Innenausbaus. Vor einigen Wochen gab es heftigen Schlagregen und das Mauerwerk wurde ziemlich feucht. Der Innenputz war ebenfalls stellenweise ordentlich nass und an einer Stelle lief sogar Wasser aus einer Steckdose. Zu dem Zeitpunkt war das noch kein großes Problem, allerdings soll die entsprechende Wand natürlich beim Einzug dicht sein und die Feuchtigkeit sicher abhalten.


    Natürlich wäre die beste Variante den Außenputz dran zu machen, jedoch kommt das aktuell aus finanziellen Gründen noch nicht in Frage. Stattdessen möchte ich die Wand zunächst einmal vernünftig schützen um einer weiteren Durchfeuchtung bei Schlagregen oder eventuellen Frostschäden vorzubeugen. Die Empfehlung unseres Verputzers ist eine provisorische Folien-Abdeckung mit einer entsprechenden Hinterlüftung um Staunässe zu vermeiden. Allerdings ist es grundsätzlich sehr windig bei uns, sodass ich davon ausgehe, dass die Folie eventuell schnell beschädigt werden könnte. Ich würde die Wand eigentlich lieber mit einer Dichtschlämme oder ähnlichem behandeln. Was sind da die Möglichkeiten? Der Untergrund sollte sich natürlich später auch für den Putz eignen... Der Außdenputz käme dann wahrscheinlich im nächsten Jahr... Vielen Dank schon einmal für die Informationen!

  • ich möchte eine Wand unseres Einfamilienhauses abdichten bzw. vor Schlagregen schützen. Ich habe das Haus selber aus Ytong Porenbeton gemauert und wir sind jetzt in der letzten Phase des Innenausbaus. ...


    Natürlich wäre die beste Variante den Außenputz dran zu machen, ...

    :thumbsup:


    So ist es! Es ist die sinnvollste und einzige Möglichkeit, die länger als ein paar Wochen hält und keine Mehrkosten verursacht.

    ... jedoch kommt das aktuell aus finanziellen Gründen noch nicht in Frage.

    Das ist sehr schlecht. Wie kommt es dazu? Ist etwas teuerer geworden oder ist ein Teil des Budgets unerwartet weggefallen?

    Stattdessen möchte ich die Wand zunächst einmal vernünftig schützen um einer weiteren Durchfeuchtung bei Schlagregen oder eventuellen Frostschäden vorzubeugen.

    Verputzen, siehe oben!

    Die Empfehlung unseres Verputzers ist eine provisorische Folien-Abdeckung mit einer entsprechenden Hinterlüftung um Staunässe zu vermeiden. Allerdings ist es grundsätzlich sehr windig bei uns, sodass ich davon ausgehe, dass die Folie eventuell schnell beschädigt werden könnte.

    So ist es. Abgesehen davon sind nur wenige Folien dauerhaft (> 4 - 6 Wochen) UV-fest. Und die sind dann richtig teuer!

    Ich würde die Wand eigentlich lieber mit einer Dichtschlämme oder ähnlichem behandeln. Was sind da die Möglichkeiten? Der Untergrund sollte sich natürlich später auch für den Putz eignen...

    Du suchst also eine überputzbare, hoch diffusionsoffene und UV-feste Abdichtung. Das wird schwierig!


    Im Sockelbereich wirst Du sie eh eine Abdichtung benötigen. Sind Detailzeichnungen dafür vorhanden? Was ist dort vorgesehen? Darüber würde ich schleunigst verputzen, denn Porenbeton benötigt vergleichsweise ewig, um wieder zu trocknen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Da dein Porenbeton ja jetzt schon mit Feuchtigkeit

    vollgesogen ist(so habe ich es oben verstanden),

    sollte dieser erst mal getrocknet werden.

    Solange sollte er auch vor neuer Feuchtigkeit

    geschützt werden(aber nicht mit einer Abdichtung

    auf dem Porenbeton).

    Wie soll sonst die Feuchtigkeit raus?
    Also irgendwie von außen mit einer Folie/Plane für

    den Außenbereich.

    Alles andere vergrößert nur den Schaden und deine

    Kosten(also am falschen Ende gespart).

    Nach der fachgerechten Trocknung darf dann eine

    Beschichtung für Porenbeton aufgebracht werden.

    Rede mal mit einem Gipser vor Ort, vielleicht kann er

    dir hier helfen.


    LG Oliver

  • :thumbsup:


    So ist es! Es ist die sinnvollste und einzige Möglichkeit, die länger als ein paar Wochen hält und keine Mehrkosten verursacht.

    Wie gesagt, kommt aktuell leider noch nicht in Frage... Daher werde ich um eine Alternativlösung nicht umher kommen...

    Das ist sehr schlecht. Wie kommt es dazu? Ist etwas teuerer geworden oder ist ein Teil des Budgets unerwartet weggefallen?

    Einerseits waren einige Posten dann teurer als kalkuliert, andererseits gab es dann natürlich auch noch Wünsche an die Ausstattung. Und aufgrund der derzeitigen Lage (Kurzarbeit) muss die Nachfinanzierung so gering wie eben nötig ausfallen (wenn sie sich nicht ganz vermeiden lässt).

    Du suchst also eine überputzbare, hoch diffusionsoffene und UV-feste Abdichtung. Das wird schwierig!


    Im Sockelbereich wirst Du sie eh eine Abdichtung benötigen. Sind Detailzeichnungen dafür vorhanden? Was ist dort vorgesehen? Darüber würde ich schleunigst verputzen, denn Porenbeton benötigt vergleichsweise ewig, um wieder zu trocknen.

    Hier eine kleine Skizze zum Sockelbereich. Dort muss ja auch eine entsprechende Abdichtung stattfinden. Allerdings wahrscheinlich mit dem Unterschied, dass dort eine diffusionsdichte Variante verwendet werden muss, oder? Wichtiger wäre mir aktuell aber echt das Thema der Wand...


    (Gelb steht hier für eine PE-Folie)

  • Solange der Porenbeton durchfeuchtet ist, darf hier keine

    Beschichtung/Abdichtung drauf!

    Die kommt dir dann irgendwann entgegen.

    Durch die Kapillarwirkung wird die Fläche der Durchfeuchtung

    nur noch größer.


    LG Oliver

  • Die Steine an sich werden nicht wirklich durchfeuchtet sein. Bei dem Schlagregen ist das Wasser durch die Zwischenräume eingedrungen. Der größte Teil dürfte in der Zwischenzeit schon wieder getrocknet sein. Aber genau das Thema der Beschichtung ist die Frage die sich mir stellt. Wie gesagt, mein Verputzer ist der Meinung eine Folie sollte das Problem lösen.

  • Porenbeton besteht zu ca. 80% aus Luftporen, daher ist er

    auch sehr schnell durchfeuchtet.

    Das kann man bei dir aber nur vor Ort überprüfen, ob und

    wieviel durchfeuchtet ist.

    Erst danach kann man weitere Maßnahmen ergreifen was

    die Beschichtung angeht.

    Kannst ja mal aktuelle Bilder reinsetzen auf denen man auch

    wirklich gut alles erkennt(von innen und außen).

    Zusätzlich mal bitte ein Stück durchsichtige Folie auf den

    Porenbeton der betroffen ist mit Klebeband befestigen(aber

    bitte die Ränder durchgehend abkleben).

    Nach einem Tag sollte es hier im feuchten Zustand zu einer

    Kondensatbildung kommen, im trockenen Zustand eben

    dann kein Kondensat.

    Es bringt aber nur etwas diese Folie im betroffenen Bereich

    anzubringen.

    Ist dann auch nur für eine grobe Feststellung gedacht.


    LG Oliver

  • Gut geeignet für einen solchen temporären Schutz (welcher locker 1 Jahr halten dürfte, auch bei Sonne) sind dünne Kunststoff-Hohlkammerplatten.


    Übliche Formate sind DIN-A0 und DIN-A1.

    Hier in Bayern gäbe es die zur Zeit sogar gratis, denn sie werden z.B. als Wahlplakate benutzt. Und die Wahlen sind grad vorbei, die Demontage aber noch nicht überall erledigt, die Wertstoffhöfe hingegen größtenteils zu (Corona).

    In anderen Bundesländern könnte man z.B. Veranstalter fragen, ob sie schon welche haben drucken lassen, die jetzt (wegen ausfallenmüssender Veranstaltungen) gar nicht erst aufgestellt wurden oder gleich wieder abzubauen sind.


    In Deinem Fall eben mit der weißen Rückseite nach außen anbringen.

    Allseitig überlappend auf senkrechte Holzlattung heften und dann wieder ne senkrechte Lattung drüberschrauben.

    Kostet also nur ein paar zig Meter Dachlatten sowie einige Schrauben und Dübel.


    Ich hebe mir von den Dingern immer etliche auf (vor allem natürlich die fabrikneuen aus der Reserve). Eignen sich nämlich prima für solche Sachen (z.B. auch als Fußbodenabdeckung bei Verputz- und Malerarbeiten - viel besser als Folien, oder als Schutzabdeckung in Fahrzeug-Kofferräumen.

  • Sorry für die späte Rückmeldung... Danke schon einmal für den Tipp mit den Platten! Bislang war ich mit der Suche jedoch nicht erfolgreich bzw sind mir diese Holzfaserplatten angeboten worden. Leider in diesem Fall nicht zweckmäßig.

    Hier auch noch wie gewünscht das Bild.

    Folie habe ich gerade angebracht, hoffe dass macht so Sinn? Werde morgen schauen wie es aussieht.

  • Guten Morgen,


    Folie hing jetzt 24h, es hat sich keinerlei Kondensat niedergeschlagen.

    Das Dampfsperrenband hatte ich gestern noch kurz nach dem Foto aufgebracht.


    Wie kann ich jetzt weiter vorgehen? Der Verputzer hat nochmal auf die Folie verwiesen, diese Lösung würde ich wie gesagt nicht unbedingt favorisieren.

  • Ist das die Stelle an der das Wasser aus der Wand lief? Du wolltest doch ein paar weitere Bilder

    hier reinsetzen damit man dir weiter helfen kann. Bitte auch Großflächig die Außenseite und

    die Innenseite als Großbild, damit man sich ein Gesamtbild der Verhältnisse vor Ort von

    innen und außen machen kann.

    Die Fakten und Daten kannst nur du liefern.


    LG Oliver

  • Hier die Außenansicht. Die abgeklebte Stelle ist die, wo sich innen Durchfeuchtungen gezeigt haben.


    Und hier die entsprechende Innenwand. Da die Wand zwischenzeitlich wieder komplett getrocknet ist, gibt es auch keine Spuren mehr.


    Reichen die Info's oder wird noch mehr benötigt?

  • Die Steine sind also nicht nennenswert durchfeuchtet. Schonmal gut.


    Ist denn die Stoßfuge etwa mittig oberhalb der Folie offen?

    Auf dem Bild ist sie dunkel, das könnte der Schatten eines ungefüllten Spalts sein oder ein dunklerer Mörtel.


    Wenn die (weitgehend) offen ist, solle einen der Feuchtedurchschlag bei kräftigem Regen nicht wundern.

  • Wenn die (weitgehend) offen ist, solle einen der Feuchtedurchschlag bei kräftigem Regen nicht wundern.

    Dann sollte einen aber auch nicht wundern, dass ich wenig / keine Feuchtigkeit auf der Folie niederschlägt, weil die Luft durch den Spalt zirkulieren und Feucht abtransportieren kann. Gegenmittel für ein zuverlässigeren Test: Exakt einen Stein abkleben, ohne Fugenüberdeckung.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Und bitte im direkten Sockelbereich komplett zwei Steine übereinander abkleben(erste

    und zweite Reihe von unten).

    Gerade dort hält sich die Feuchtigkeit meistens hartnäckig.


    LG Oliver

  • Ich frage mich ja, was denn diese Feuchtigkeitstests bringen sollen. Jetzt sind die Steine vielleicht trocken oder auch nicht, nach dem nächsten Schlagregen sind sie dann wieder nass. Erkenntnisgewinn?

  • Jetzt sind die Steine vielleicht trocken oder auch nicht, nach dem nächsten Schlagregen sind sie dann wieder nass. Erkenntnisgewinn?

    "Sie waren trocken"

    "Sie waren ein wenig feucht"

    "Sie waren feucht"

    "Sie waren patschnass"


    Ich weiß auch nicht, was dabei wirklich herauskommen soll. Mir erscheint der hier verfolgte Lösungsansatz auch weiterhin als überflüssige Bastelei, die möglicherweise nicht nur erheblich Geld kostet, sondern wahrscheinlich zu weiteren Schädigungen der Wand führen wird: Bohrlöchern, Ausplatzungen ...

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich frage mich ja, was denn diese Feuchtigkeitstests bringen sollen. Jetzt sind die Steine vielleicht trocken oder auch nicht, nach dem nächsten Schlagregen sind sie dann wieder nass. Erkenntnisgewinn?

    Ja, vielen Dank für's laut aussprechen!

    Fakt ist einfach, dass diese Wand da recht gefährdet ist. Zum damaligen Zeitpunkt war das sicher unschön aber nicht wirklich schlimm. Wenn wir in Kürze einziehen und nochmal eine solche extreme Wetterlage haben, habe ich 1. Befürchtungen um Möbel etc. die an der Wand stehen, 2. die Elektrik, da Wasser und Strom in einer Steckdose sich wohl nicht gut vertragen werden und 3. natürlich auch um die Bausubstanz, falls Wasser z.B. unter den Estrich läuft oder die Wand einfach zu stark durchnässt wird.

    Aber scheinbar gibt es hier ja keine einfache Lösung... Mir wäre es wichtig, einen provisorischen Schutz zu haben. Ich rede ja nicht davon, dass der nichts kosten darf. Ich möchte halt wissen, was da sinnvoll und zweckmäßig ist. Ich möchte ja jetzt nicht durch eine unüberlegte/halbgare Aktion später Ärger haben weil z.B. der Außenputz nicht mehr vernünftig hält...

  • Alles was du da nun investierst ist verlorenes Geld, Da billigste für ein halbes Jahr ist immer noch Folie auf Holzrahmen. als Regenschutz.

    Alles andere na Platten ect bedarf mehr Aufwand und mehr Geldmittel. die dir später wieder fehlen. Da ist es dann sinniger, ein Darlehen aufzunehmen das die Fassadenarbeiten auf dieser Seite finanziert. Denn das Geld was du da vernichtest kostet auch das Darlehen.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Danke für die Antwort! Ich hatte da eine andere Hoffnung, aber wenn das alles nur Geldverbrennung, Mehrarbeit und am Ende unnütz ist, dann werden wir wohl eine Folie vorhängen und dann direkt verputzen.

  • Off-Topic:

    ich möchte eine Wand unseres Einfamilienhauses abdichten bzw. vor Schlagregen schützen.


    Abdichten und gegen Schlagregen schützen sind zwei grundlegend verschiedene Dinge. Insofern Frage:


    Ist denn bereits eine vertikale Bauwerksabdichtung von der Außenwand ( beginnend mindestens 15 cm über GOK im fertigen Zustand ) über das Styrodur hinweg ( geeigneter Verlegeuntergrund für die Bauwerksabdichtung ? ) bis mindestens 10 cm auf die Frostschürze vorhanden und diese sowohl oben ( Wand ) als auch unten ( Frostschürze feuchtigkeitsdicht/hinterlaufsicher angeschlossen ( siehe hierzu Deine Skizze im Beitrag # 4 ). Grund der Frage: Am Aufstandpunkt der Außenwand auf die Bodenplatte bildet sich eine Fuge, durch die Feuchtigkeit in die Wand und ins Gebäude eindringen kann. Hast Du ja schön mit horizontalem, roten Strich eingetragen.

  • Bislang ist das noch nicht erfolgt, wird aber natürlich noch erledigt. Das hier noch eine Abdichtung nötig ist, ist mir bewusst.

    Meine Frage bezog sich insbesondere auf die Wandfläche, nicht auf den Sockelbereich.

  • Das verstehe ich, hat jedoch nichts mit dem Schlagregen am Mauerwerk zu tun.

    Wir werden den Sockel noch entsprechend abdichten.