Ausführung des Ringankers Kalkmörtel statt Zementmörtel

  • Hallo zusammen,


    mein Ringanker wurde mit 17,5er KS Schalen geklebt.

    Laut Statik sollen 4x 12mm Rundstahl/Bewährungsstahl eingebaut werden. Das wurde auch alles befolgt!

    Die Traufen sind freitragend, sprich die Betondecke liegt nur auf den Giebel sowie Innenwänden auf zwecks Dachneigung.

    Mein großes Problem:


    Anstatt den Ringanker mit Zementmörtel auszufüllen wurde fälschlicherweise Kalkmörtel in verhältnis 1:3 verwendet.

    Gibt es dort bedenken ?=o

  • Anstatt den Ringanker mit Zementmörtel auszufüllen wurde fälschlicherweise Kalkmörtel in verhältnis 1:3 verwendet.

    Gibt es dort bedenken ?=o

    weder Kalkmörtel noch Zementmörtel. Dort gehört, je nach Exposition mindestens Beton C20/25 hin.

    Jochen

  • Ich glaube der TE bringt da ein paar Begriffe durcheinander, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Firma nicht weiß wie man einen Ringanker macht.

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    .

  • Und: Was ist mit "Kalkmörtel" eigentlich gemeint? Wurden Sand und Kalk mit der Schaufel in den Freifallmischer gefüllt und dann mit Wasser angemischt? Wurde die Mischung dann im Eimer zum Einfüllort gebracht? Die Frage nach dem Verdichten kann man sich dann ja eigentlich sparen ...

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ja genau,

    Maurerkies+Hydraulischer Kalk+Wasser im Betonmischer 1:3.

    Die Gewindestangen für den Holzbalken wurden gleich mit einbetoniert.

    Anbei die gewünschte Skizze (der Verblender wurde ausgeschaltet).

    Die U-schale liegt direkt unterm Balken auf denen die Sparren liegen, die Betondecke ist schattiert dargestellt.

    Evtl. noch die Sparren auf der Betondecke abfangen ?


    Gruß

  • Auf die Schnelle konnte ich nichts über die chemische Interaktion von Kalkmörtel und Bewehrungsstahl finden, weil die Kombi planmäßig im Bauwesen nicht vorkommt. Da Kalkmörtel auch alkalisch ist, muss er nicht an sich schlecht sein. Kalkmörtel ist aber sehr viel weniger druckfest als Zementmörtel / Beton, insofern hat das eingebaute Zeug wenig bis nichts mit den vorgegebenen Eigenschaften gemein. Ich habe Material schon wegen geringerer möglicher Abweichungen genauer untersuchen lassen. Als Dein Bauleiter würde ich aber ohne weitere Untersuchung vorgeben, dass das Zeug komplett entfernt und neu richtiges eingebaut wird. Vielleicht findest Du jemanden, der Dir schriftlich die Unbedenklich bescheinigt oder es sonst irgendwie gesundbetet. Und die Art des Mischens und Einbauens ist dann auch egal.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • wurden gleich mit einbetoniert.

    eben nicht . eingemörtelt .


    Kalkmörtel ist aber sehr viel weniger druckfest als Zementmörtel / Beton, insofern hat das eingebaute Zeug wenig bis nichts mit den vorgegebenen Eigenschaften gemein.

    wenig wäre noch übertrieben .

    nichts ist korrekt

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Da Kalkmörtel auch alkalisch ist, muss er nicht an sich schlecht sein.

    Der Abbindevorgang von Kalkputz erfolgt doch mittels CO2 (und Feuchtigkeit) und führt zu einem Karbonatisierungsvorgang. Dauert eine Weile aber am Ende entsteht CaCO3 + H2O also die gleichen Endprodukte, die bei der Karbonatisierung von Beton entstehen und dann ist der alkalische Schutz nicht mehr gegeben.


    Mörtel an sich wäre OK, wenn es ein Gemisch aus Zement, Sand und Gesteinskörnungen bis 4mm Größtkorn ist und fachgerecht gemischt und eingebracht (verdichtet) wird.

    Die gleiche Mischung mit Gesteinskörnungen über 4mm Größtkorn darf sich dann Beton nennen.


    (Vergussbeton und Vergussmörtel unterscheiden sich im Wesentlichen durch das Größtkorn)


    Hier wurde aber

    Kalkmörtel

    verwendet, welches der falsche Baustoff ist - in zweifacher Hinsicht:

    - Festigkeit

    - Dauerhaftigkeit und Schutz der Bewehrung


    Der Ringanker zählt i.d.R. zu den tragenden / aussteifenden Bauteilen und muss daher in der erforderlichen Festigkeit - die dauerhaft zu gewährleisten ist - hergestellt werden. Das ist hier offensichtlich nicht der Fall.


    Eine Mischung

    in verhältnis 1:3

    ja was? Raumteile, Gewichtanteile, Schippen, ... ??

    Entspricht keiner Mischungberechnung und keiner Eignungsprüfung und kommt auch nicht an die Qualität einer Fertigmischung (Sackware) heran.

    Es lässt sich damit keinerlei Festigkeit gesundbeten womit die rechnerische Festigkeit so um Null liegen dürfte.


    Es mag jetzt nicht zusammenzubrechen, aber die erste Belastung kommt, wenn Kriechen und Schwinden der Betondecke am Rinkanker ziehen, spätetstens aber bei ersten großen Sturm...


    Von daher:

    würde ich aber ohne weitere Untersuchung vorgeben, dass das Zeug komplett entfernt und neu richtiges eingebaut wird.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Und was ist mit der Idee die Sparren mit einem zusätzlichen schwellenholz auf der Betondecke abzufangen?

    Die Gesamtlänge ist circa 5m, das Schwellenholz würde direkt über dem einbetonierten T-träger liegen (160er Träger in einer 22cm Ortbetondecke.

  • Off-Topic:

    von solchen ideen wird die materialqualität nicht anders/besser .ein kalkmörtel wird ideel nicht chemisch/mechanisch verändert . da kann man das hirn noch so anstrengen .:eek:


    irgendwie ist das zitieren daneben gegangen ...:wall:

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Ziel war es ja auch nicht die Qualität dadurch zu verbessern oder zu verändern.

    Ziel ist es dadurch waltende Kräfte abzuleiten.

  • Und was ist mit der Idee die Sparren mit einem zusätzlichen Schwellenholz auf der Betondecke abzufangen?

    Ist die Decke am Rand für die Aufnahme zusätzlicher Lasten berechnet und auch bewehrt (Stichwort Randeinfassung) ?

    Wohin leitet die Decke die Kräfte weiter? --> Üblicherweise in den Ringbalken.


    Ooops, da waren sie wieder die 3 Probleme.

    Tragfähigkeit, Material, Dauerhaftigkeit


    Für sowas gibt es Statiker..

    Und der muss es schriftlich auf Papier verfassen und das Ganze mit seinem Stempel und seiner Unterschrift verzieren.

    Gruß
    Holger
    --
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    (Andreas Marti; Schweizer)