Bauherren Haftpflichtversicherung

  • Hallo Zusammen,


    meine Frau und ich haben ein Einfamilienhaus mit 147 m2 aus dem BJ 1957 gekauft.

    Dort wird von den "Außenanlagen" nur das Dach komplett neusaniert und die Garage bisschen gepflickt, die Restarbeiten sind nur im inneren.


    Nun ist unsere Frage ob es hierbei erforderlich ist eine Bauherren Haftpflichtversicherung für 2 Monate abzuschließen?

    In der Regel wird solch eine Versicherung eher nur beim Neubau angewendet, soweit wir es gehört haben.

    Die bisherige Wohngebäude-Haftpflichtversicherung hat Bauherrenversicherung nicht inkl., die wir von den Verkäufern übernehmen werden.


    Ist die Bauherren-Haftpflicht in unserem Fall sinvoll oder überflüßig bei dem Aufwand?


    Über eure Antworten würden wir uns sehr freuen.


    Vielen Dank im Voraus.

  • Wer führt welche Arbeiten aus? Firmen? Privat? EIgenleistung?


    Hast Du schon einmal mit Deiner Privathaftpflicht gesprochen? Die sichern auch "Bau"maßnahmen im geringen Umfang ab, beispielsweise bei Renovierungsarbeiten. Das ist an sich nicht vergleichbar mit einer Bauherrenhaftpflicht, aber Sanierung ist ja auch kein Neubau. Die von Dir genannten 2 Monate sprechen eher für "Kleinere" Maßnahmen, und wenn Du beispielsweise an Deinem Privathaus das Dach neu eindecken lässt, schließt Du deswegen auch keine Bauherrenhaftpflicht ab.


    Es ist also auch eine Frage des Arbeitsumfangs. In Deinem Fall handelt es sich primär um Sanierungs- oder Renovierungsarbeiten, da ist das Risiko deutlich geringer. Die ausführenden Firmen haben ihrerseits wieder eine Haftpflichtversicherung, so dass Du Dich bei einem durch die FIrmen verursachter Schaden bei denen schadlos halten kannst. Unter´m Strich ist Dein Risiko also überschaubar.


    Dieser Risikobetrachtung stehen die Kosten für eine Bauherrenhaftpflichtversicherung entgegen. Solche Verträge gibt es schon für unter 100,- €, wobei man auch da den Leistungsumfang genauer anschauen sollte. Versicherungen sind Weltmeister darin, Verträge und Tarife so zu gestalten, dass sie kaum jemand versteht. Am Ende hast Du einen Vertrag, der aber nicht die Risiken abdeckt, die für Dich von Interesse sind.


    ICH würde wie folgt vorgehen. Zuerst einmal schauen, was die Privathaftpflicht leistet, wenn ich beim Umbau Schäden produziere. Dann überlegen, welche Risiken dadurch nicht abgedeckt sind, und was es kostet, diese Risiken über eine zusätzliche Versicherung abzusichern. Dann muss man nur noch entscheiden, was einem diese Absicherung wert ist. In Zweifelsfall würde ich eine zusätzliche Versicherung abschließen, vorausgesetzt der Tarif hat einen Leistungsumfang der meinen Vorstellungen entspricht.

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  • Vielen Dank für die schnelle Antwort.


    Die meisten großen Sanierungssachen werden von Firmen erledigt, zb das Dach, ein Badezimmer und Elektrik. Boden und Malerarbeiten sind Eigenleistungen.


    Dann empfiehlt sichs in unserem Fall keine zusätzliche Bauherren-Haftpflichtversicherung abzuschließen?

  • Ich weiß nicht wie risikofreudig Du bist. Für jemanden der sich bestmöglich absichern möchte, muss die Empfehlung lauten, sich zusätzlich zu versichern. Ich für meinen Teil würde darauf verzichten, zumal nachdem Du nun die Arbeiten etwas genauer spezifiziert hast.


    Bis auf das Dach, das von einer Firma gemacht wird, handelt es sich um Arbeiten in geringem Umfang. Es geht hier eher um eine Renovierung als um eine Sanierung. Schau bitte bei Deiner Privathaftpflicht nach, es wäre gut denkbar, dass diese solche Arbeiten automatisch mit abdeckt. In vielen Verträgen sind solche Arbeiten im geringen Umfang enthalten. Meist wird "geringer Umfang" auch definiert, sprich bei Baukosten bis zu xxx.xxx € (in meinem Tarif sind es glaube ich 100.000,- €, müsste ich jetzt nachlesen).


    Das was Du beschreibst sind in meinen Augen also typische Renovierungsarbeiten die durch Deine Privathaftpflicht abgedeckt sein sollten. Solltest Du beispielsweise bei der Badrenovierung Dritte schädigen, dann ist das ein Fall für Deine Privathaftpflicht.


    Es wäre etwas anderes, wenn Du das komplette Gebäude sanieren würdest, beispielsweise entkernen und komplett neu aufbauen. Das wäre ein Umfang der über eine typische Renovierung hinaus geht. In so einem Fall ist es fraglich, ob die Privathaftpflicht leisten würde, und somit wäre eine Bauherrenhaftpflicht angesagt. Es gibt aber auch Privathaftpflichttarife, in denen solche Leistungen enthalten sind.


    Deswegen solltest Du unbedingt schauen, was Deine Privathaftpflicht abdeckt. Es ist sehr wahrscheinlich (ich kenne ja Deinen Vertrag nicht), dass diese Arbeiten abgedeckt sind und eine zuästzliche Bauherrenhaftpflicht in Deinem Fall entbehrlich ist.


    Übrigens, die Gebäudehaftpflichtversicherung hat damit nichts zu tun. Ob es sinnvoll ist den bestehenden Vertrag zu übernehmen, das kann man so nicht sagen. Nach meiner Erfahrung lohnt es sich, regelmäßig nach alternativen Angeboten Ausschau zu halten. Viele alten Verträge wurden kaum oder gar nicht angepasst, so dass sie die heutigen Risiken nicht unbedingt abdecken. Man zahlt dann Geld für eine Absicherung die man so nicht wirklich benötigt.

    Ich würde mir sehr gut überlegen, ob es sinnvoll ist, den alten Vertrag zu übernehmen.

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  • Beim Bauen korreliert nach meiner Erfahrung das Risiko aus der Haftpflicht gerade nicht mit der Höhe der Bau- oder Arbeitskosten der beteiligten Gewerke. Ein noch nicht verklammerter Dachziegel vom kleinen Reparaturauftrag für den First kann am Wintergarten oder der Limousine des Nachbarn einen Schaden in vielfacher Höhe der Auftragssumme verursachen, im schlimmsten Fall einen Personenschaden, der zu einer lebenslangen monatlichen Rentenzahlung führt. Da die Kosten für Haftpflichtversicherungen niedrig sind und man sich oft garnicht ausdenken kann, welche blöden Zufälle es gerade beim Bauen gibt, würde ich auf eine Bauherrenhaftpflicht nicht verzichten - außer das Objekt steht abgeschieden und abgeschlossen im Wald, fern von Nachbarn und Straße.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Beim Bauen korreliert nach meiner Erfahrung das Risiko aus der Haftpflicht gerade nicht mit der Höhe der Bau- oder Arbeitskosten der beteiligten Gewerke.

    Das ist völlig richtig. Es geht auch nicht darum, ob man sich versichert, sondern wie.


    Die "Baukosten" dienen lediglich der Unterscheidung, ob das noch ein Fall für die Privathaftpflicht ist. Wie das die Versicherer rechnen um auf diesen Grenzwert zu kommen, das bleibt wohl deren Geheimnis. Man geht halt davon aus, dass bei Baumaßnahmen unter xxx.xxx Euro das Risiko für die Versicherungsgesellschaft geringer ist, also kann man dieses Risiko noch mit abdecken.


    Die EIntrittswahrscheinliches eines Schadensfalles muss den Versicherten hier nicht interessieren, für ihn ist nur wichtig, welche Art von Versicherungsvertrag er braucht, und welche Arbeiten wie abgesichert sind.


    Vom Leistungsumfang bzw. der Versicherungssumme macht es dann keinen Unterschied. DIe Privathaftpflicht leistet diesbezüglich im gleichen Umfang wie die Bauherrenhaftpflicht, also x Mio für Sachschäden, y Mio für Personenschäden. In beiden Varianten gibt es meist auch die Möglichkeit, die Versicherungssumme über die üblichen Grenzen hinaus zu erweitern,


    Diese Regelungen sind in vielen Verträgen zur Privathaftpflicht enthalten, unter anderem auch interessant für Mieter, die in ihrer Wohnung renovieren. SIe brauchen daher keine Bauherrenhaftpflicht, selbst wenn sie beim Tapezieren einen Millionenschaden produzieren würden.

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