Was tun bei Kanalrohrsenkung?

  • Hallo,


    bei meinen Eltern hat es die letzten Monate immer wieder Kanalverstopfungen gegeben. Nach dem dritten mal in 3 Monaten hat unser Handwerker mit der Kamera das Kanalrohr inspiziert. Da wir eine lange Ausfahrt im Garten haben unter der der Kanal verläuft sind es ca. 20m bis zur Straße. Nun sagt uns der Handwerker das offenbar auf 10m länge sich das Kanalrohr gesenkt hat. In dieser Senke steht Wasser und bleibt wohl auch mit der Zeit immer wieder der ganze Sch... liegen. Er sagt das einzige was ihm einfällt ist aufgraben und ein neues Rohr rein. Da unsere Ausfahrt ungünstig liegt und die Graberei sehr viel Dreck und Kosten mit sich bringt wollte ich jetzt mal fragen, ob es noch eine andere Möglichkeit gibt? Ich weiss nicht genau ob das Rohr aus Ton oder Plastik ist. Der Kanal ist ca. 30 Jahre alt. Uns wurde schon gesagt, das wohl Kosten in fünfstelliger Höhe auf uns zu kommen würden, da wie erwähnt dann auch wieder das Pflaster neu hingemacht werden muss usw. Wir sind echt verzweifelt.


    Danke schonmal.


    Andi

  • Um sicher zu sein, dass es sich nicht nur um eine punktuelle Senke handelt, lass doch erstmal eine Kanal-TV Untersuchung machen.


    Zur Reparatur wirst Du aber um das Aufgraben nicht umhin kommen. Dafür gibt es noch keinen Ersatz.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Freibaggern, unterfüttern oder neu verlegen.

    Das Freigraben überlebt selten ein so kleines Rohr schadfrei.


    Die günstigste Variante wird das freibaggern sein. (Keller auch regulär entwässert?)

    Man kann zwar die Leitungsführung ändern in dem man neben dem Pflaster vor gräbt. Das hängt aber von sehr vielen Faktoren ab.


    Grundsätzlich gäbe es zwar Birstlining oder Rammung in kleiner Dimension. Ist aber bei NUR 20m genausoteuer und Aufwendig.


    Offener Leitungsbau ist bei kurzen Stecken unschlagbar. und bei 10-20m ist alles andere vom Aufbau her zu Komplex.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Es gibt die technische Möglichkeit einer Inliner-Sanierung.

    Dabei wird ein Schlauch oder ein Kunststoffrohr in ein vorhandenes Rohr eingezogen, ausgerichtet und der Ringraum zwischen Altrohr und dem Inliner wird mit einem Füller verpresst. Diese Arbeiten können je nach Haltungslänge und Geometrie von 2 Schächten aus oder mit 2 kleinen Baugruben am Anfang und am Ende ausgeführt werden.

    Durch den Inliner wird der Nettoquerschnitt verringert, aber durch die aalglatte Oberfläche erhöht sich aber der KSt-Wert positiv.


    Ob eine derartige Sanierungsmöglichkeit überhaupt ausführbar ist (Rohrdurchmesser, Wasseranfall, Gefälle, ...) und ob es wirtschaftlich darstellbar ist bei dieser kurzen Leitungslänge, muss eine Fachfirma vor Ort bewerten.


    Das Absacken von Leitungsabschnitten hat ja eine Ursache. Möglich wären hier Undichtigkeiten und daraus folgend, eine Aufweichung/Ausspülung des Untergrundes, Wurzelaktivitäten oder andere Ursachen. Die Ursache muss gefunden und Beseitigt werden, ansonsten werden die Schäden immer wieder auftreten.


    Eine lokale Reparatur kann helfen, es ist aber ungewiss, wie lange es dauert, bis ein gleicher oder ähnlicher Schaden wieder eintritt. Möglicherweise sind die Rohre selber nicht mehr die Besten oder das Material wurde durch

    Da unsere Ausfahrt ungünstig liegt

    eine Befahrung mit Kfz zu stark belastet, wenn beispielsweise die Überdeckung nicht passt oder die Stabilität des Pflasterunterbaus nicht ausreichend war. Möglicherweise passt auch die Tragfähigkeit der Rohre und die Befahrung nicht zusammen oder die Überdeckung des Rohres ist zu gering.


    Von daher wird es auf lange Sicht besser sein, das Rohr freizulegen, ggf. Bodenaustausch vornehmen zu lassen (Bereich der Absenkung), eine neue Bettung herstellen zu lassen und ein neues Rohr einzubauen.

    Im Zuge dieser Arbeiten besteht dann auch die Möglichkeit, das Gefälle der Pflasterfläche zu optimieren. Regenwasser, das nicht durch die Pflasterfläche sickert, kann den Baugrund darunter nicht aufweichen.


    Stehen ggf Bäume oder Sträucher in der Nähe, deren Wurzeln Richtung Abwasserkanal treiben?

    Gibt es evtl. eine Regenfall-Leitung /RW-Entwässerung in der Nähe, die undicht sein könnte?

    Wurden schon die Sohltiefen am Rohranfang und am Rohrende nivelliert?


    Also:

    - Bestandsaufnahme (Material, Durchmesser, Tiefenlagen, ...)

    - Abgleich mit den Bauplänen

    - Ursachenforschung (Bäume, Absackungen im Pflaser, Gefälle auf dem Pflaster?, RW-Leitung,

    gab es mal eine Befahrung mit einem sehr schweren Gerät, Container, LKW-Stütze, Lieferfahrzeug, Kran/Aufzug, ...

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • JA Billig ist das Inlinern nicht. und je nach Senkungsstärke nicht wirklich einsetzbar.

    Bei Gesamtlänge von 20m geht pro Schachtung 3-4m drauf. (Je nach Tiefe und an oberen Baugrubenmaß gerechnet.)

    Inlinern wäre dann bei einem bestehndem Schacht 15-16m und der Laufmeter einbau liegt , wenn ich mich recht erinnere bei 800/1000€

    Wird aber gerne gemacht bei Muffenschäden (undichtigkeit) und überbauten Leitungsanlagen.


    Die andern verfahren die ich beannt habe, benötigen einen hohen vorinvest.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • zuerst einmal den Sanierungsbedarf sehr konkret abklären


    Kamerabefahrung machen lassen und einen vom Sanierer unabhängigen Fachmann anschauen lassen, vielleicht beim Kanalnetzbetreiber nach einer Empfehlung fragen.


    was ist das überhaupt für ein Kanal, Regenwasser, Schmutzwasser oder Mischwasser,

    letzteres vermute ich, da du nur im Singular vom Kanal sprichst

    bei RW könnte man einen kleinen Unterbogen hinnehmen


    bei bestätigtem Sanierungsbedarf läuft alles in Richtung Buddeln und neu machen

    Es grüßt


    Manfred Abt
    Beratender Ingenieur

    AQUA-Planungsgruppe PartG mbB

    Ingenieurbüro für Tiefbau

  • rauspumpen? Also Druckschlauch in das vorhanden Rohr schieben?

    Und dann?

    Davon geht doch der Wassersack nicht weg. Solange andi die genaue Lage, Länge und den Grad der Verwerfung nicht abklären lässt, ist weiteres Raten sinnlos.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Sicherlich war nicht gemeint, lediglich das jetzt dort stehende Wasser rauszupumpen.

    sondern die Freispiegelleitung zu einer Druckleitung umzubauen.

    Also dauerhaft zu pumpen!

    Für jenen Aufwand würde man aber vermutlich locker aufgraben können...

  • Sicherlich war nicht gemeint, lediglich das jetzt dort stehende Wasser rauszupumpen.

    sondern die Freispiegelleitung zu einer Druckleitung umzubauen.

    Also dauerhaft zu pumpen!

    Für jenen Aufwand würde man aber vermutlich locker aufgraben können...

    ähm, theoretisch ist ja viel möglich.

    Empfehlung ist es definitiv nicht.

    Allein schon, weil man davon ausgehen muss, in die bestehen Leitung eine Dichte Druckleitung einzuziehen.

    Dazu noch eine Doppelanlage als Pumpe .... mit den halbjährlichen Wartungskosten und ggf Baulichen Maßnahmen im Haus.... ist das kein Sparbeitrag.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Zähne Zusammenbeissen und selbst aufbaggern und wieder verschliessen.


    Jetzt zur Corona-Krise müsste sowas locker in einer Woche zu erledigen sein.


    Ihr müsst ja nur die betroffene Stelle aufgraben und unterfüttern.

  • Ja, er hat doch eine Kanalbefahrung machen lassen, die Aufnahmen zeigen doch die exakten Koordinaten zum Einfahrpunkt auf.


    Das Rohr aufgraben und mit Sand zu unterfüttern, ist doch kein Hexenwerk.


    Und jetzt erzähl mir nicht, dass du den nächsten Galabauer zur Hilfe rufen würdest und ihm für die Kleinigkeit mit einem fünfstelligen Betrag vergütest. ;)

  • Ihr müsst ja nur die betroffene Stelle aufgraben und unterfüttern.

    sicher .....:wall:

    Das Rohr aufgraben und mit Sand zu unterfüttern, ist doch kein Hexenwerk.

    nein .


    aber der rat den bagger für nächstes jahr zu reservieren vermisse ich noch .(damit die stücke vor und hinter der reparaturstelle nachgebessert werden können...)

    und die geschichte mit richtig verfüllen , und noch so ein paar kleinigkeiten ..........

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Das Rohr aufgraben und mit Sand zu unterfüttern, ist doch kein Hexenwerk.

    Wir wissen alle nicht, in welcher tiefe das Rohr liegt (> 1,2 m = Verbau) und wie es verlegt wurde. In Sand mit ordentlicher Überdeckung, so daß man mit dem Bagger rechtzeitig aufhören kann, bevor -knaks- ein Loch im Rohr ist.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Wir wissen alle nicht, in welcher tiefe das Rohr liegt (> 1,2 m = Verbau) und wie es verlegt wurde. In Sand mit ordentlicher Überdeckung, so daß man mit dem Bagger rechtzeitig aufhören kann, bevor -knaks- ein Loch im Rohr ist.

    Ist doch völlig egal, wenn das Rohr beschädigt wird, Schadstelle rausschneiden, Muffe rauf und weiter.


    Beim Baggern steht ja immer jemand mit der Schaufel und guckt, wo das Rohr ist.

  • Ist doch völlig egal, wenn das Rohr beschädigt wird, Schadstelle rausschneiden, Muffe rauf und weiter.


    Beim Baggern steht ja immer jemand mit der Schaufel und guckt, wo das Rohr ist.

    Das funktioniert aber auch nur, wenn der, der baggert, weiß, was er tut. Das gleiche gilt auch für den Schüppenmann.
    Wäre nicht das erste mal, dass beim lustigen Hobbybaggern Fremdleitungen beschädigt und im schlimmsten Fall die Ausführenden von der Grabenwand verschüttet werden.

    Ach ja, und je nach Rohrmaterial kannste dein "unterfüttern" auch mal ganz dezent abhaken. Alte Stz-Rohre mögen sowas gar nicht bzw meistens sind danach die Dichtungen (wenn überhaupt welche drin sind) hinüber.
    Und ein KG-Rohr, das 30 Jahre mit nem Unterbogen in der Erde lag, wirste auch nur noch schwer dazu bewegen können, die ihm ursprünglich angedachte Form wieder anzunehmen...