Zahlbar bei Auftragserteilung

  • Hallo zusammen,


    mein Sanitärinstallateur wünscht sich 25% der Angebotssumme zahlbar bei Auftragserteilung. Wir sind gerade in mitten der Auftragsvergabe. Nach Rücksprache mit dem Architekten teilte mir dieser mit, dass dies bei den Sanitärleuten schonmal anzutreffen sei und auch nicht so sehr schlimm wäre, da die ja schon in Vorleistung gingen mit der Bestellung der Ware. Soweit so gut - ich will den Anbieter nehmen. Habe mit dem A. über die aktuelle Sit. gesprochen bzgl. Lockdown, Corona usw.

    Baubeginn ist KW 26 - also Ende Juni. Habe meine Bedenken dem A gegenüber geäussert und wir sind überein gekommen, dass ich die Beauftragungsunterlagen die zur finalen Unterschrift bei mir heute eingegangen sind ergänze um einen Passus, das ich die 25% erst bis 4 Wochen vor Auftragsausführung zahlen werde - da ja keiner aktuell weiss wie sich die Lage und auch die Sit. der Firma bis Juni entwickelt. Es geht um 25% von etwas über 29tsd EUR. 4 Wochen sollten dem Handwerker ja reichen die für die Installation notwendigen Teile zu ordern.


    Würde sowas formulieren wie:


    Die bei Auftragserteilung verlangte Zahlung von xxxx,xx EUR wird aufgrund der aktuellen Situation und der daraus resultierenden Ungewissheit erst 4 Wochen vor Beginn der Ausführung der Leistung gezahlt.


    - haltet Ihr das für "haltbar"

    - ist die Angabe eines konkreten Datums besser? Ich habe halt Bedenken, das sich ggf. die Ausführung auch gegenüber dem aktuellen Plan verschieb - aufgrund von Lockdowns

    - Architekt und Sanitär hat bereits (ohne diese Ergänzung) unterschrieben - ich würde das ja nun nachträglich um einen Zusatz ergänzen - könnte der Sanitärinstallateur meine Unterschrift anerkennen, auf die von mir getätigte Ergänzung jedoch pfeiffen? Das er dadurch natürlich das ganze auch komplett ablehnen kann ist mir schon klar. Mir geht es eher um "ich tu so als ob der Satz da nicht steht!"


    Viele Grüße,

    OlliL

  • Vier Wochen Bestellvorlauf reichen je nach Modell- und Farbwünschen bei Weitem nicht.

    Ich kenne die Probleme vieler kleiner Firmen, in Vorleistung zu gehen. Andererseits bezahlen die auch erst mit einem mehr oder weniger langem Zahlungsziel nach Abholung der Ware.

    Zu lösen wäre das Problem mit einer Vertragserfüllungsbürgschaft die der AN beibringt.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Ich würde mit dem Vertragspartner klären, wann genau er das Geld unter den gegebenen Umständen benötigt und dann einen neuen Vertrag formulieren.


    Aber davon abgesehen habe ich im Bereich von Sanitärinstallationen noch nie den Wunsch nach Vorkasse erlebt. Bei Vorgehen strikt nach BGB wäre im Gegenteil sogar ein deutlicher Sicherheitseinbehalt zulässig bzw. eine Vertragserfüllungsbürgschaft vorzulegen. Vorauszahlungen bei Auftragserteilung kenne ich nur aus Bereichen hoher Vorfertigung in der Firma des AN wie beim Metall- oder Fensterbau. Ansonsten wird bezahlt, was eingebaut oder mindestens auf der Baustelle ist.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich kann zwar die Handwerker verstehen, andererseits sollte man auch für den Kunden Verständnis haben.

    Üblicherweise kauft der Handwerker bei seinem GH gegen Rechnung mit Zahlungsziel x, wobei unter Umständen sogar eine Rückgabe der Ware möglich ist. Sein finanzielles Risiko ist somit gut kalkulierbar.

    Ausnahme: Der Handwerker ist nicht kreditwürdig, nicht einmal bei einem GH.


    Ich würde vorschlagen, dass die Ware bezahlt wird, sobald sie auf der Baustelle eintrifft. Hier kann eine kurze Zahlungsfrist vereinbart werden, bei entsprechender Planung geht das nahtlos. So muss der Handwerker nicht in Vorleistung gehen und der Kunde zahlt "nur" die Ware die er in seinem Besitz hat. Dem AG muss klar sein, dass mit Anlieferung die Verantwortung für das Material an ihn übertragen wird (Beschädigung, Verlust auf der Baustelle).


    Alternativ wäre denkbar, dass der Kunde die Ware beim GH bestellt und dort bezahlt. Das wird nicht so gerne gemacht, weil die Jungs dann schnell mal mit ihren Preislisten und Rabattstaffeln durcheinander kommen. Man könnte das Material auch komplett beistellen, aber da wird der Handwerker nicht mitspielen, weil er dann seinen Aufschlag nicht unterbringen kann. Zudem ist die Abwicklung bei einem Mangel der Ware deutlich komplizierter.


    Dem AG muss klar sein, dass er bei Vorkasse selbst in´s Risiko geht, sofern er keine Vertragserfüllungsbürgeschaft oder anderweitige Absicherung hat. Andererseits hat natürlich der Handwerker ein Problem, wenn er Material verbaut hat, und der Kunde dann nicht bezahlt. Das Ziel sollte sein, das Risiko zu minimieren, und das Restrisiko gerecht auf beide Parteien zu verteilen.

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  • Grundsätzlich ist das doch reine Verhandlungssache. Ergo erstmal mit dem Sanitärer sprechen.

    Als letzter hadschriftlich zur Unterschirft was handschriftlich hinzufügen, muss nicht automatisch anerkannt werden vom Auftragnehmer.

    Reden ist da im vorfeld das Maß der Dinge.


    Macht der Sani nur Sanitär?

    Ist das ein Neubau?

    Eigentlich kommen die teuren Bauteile erst gegen Ende.

    Ein Gewisser Anzahlungsbetrag bei/vor Arbeitsaufnahme kann man schon mal machen. Hängt aber wie andere schon schrieben, von ein paar Faktoren ab.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • gegen Rechnung mit Zahlungsziel x,

    das mit dem zahlungsziel x ist mittlerweile sowas von aus der mode , mittlerweile ist zahlen justintime die regel .


    nur bei den AG ist monatelanges hinauszögern üblich.

    da macht ein bisschen vorkasse schon einlächeln im gesicht .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • das mit dem zahlungsziel x ist mittlerweile sowas von aus der mode , mittlerweile ist zahlen justintime die regel .


    nur bei den AG ist monatelanges hinauszögern üblich. da macht ein bisschen vorkasse schon einlächeln im gesicht .

    Meine privaten Bauherrn zahlen nach meiner Beobachtung durchweg zum Skontotermin.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • nur bei den AG ist monatelanges hinauszögern üblich.

    Da fehlen mir die Erfahrungswerte. Die wenigen Baustellen die ich kenne, da zahlen die Bauherren termingerecht. Ausnahmen gibt es nur, wenn die Rechnung fragwürdig ist, oder Mängel beseitigt werden müssen, was leider immer häufiger vorkommt. Warum das immer öfter passiert, das ist schwer zu sagen. Vielleicht sind die Kunden kritischer geworden, oder die Firmen arbeiten schlechter, oder beides zusammen.


    Die letzte Baustelle in die ich tieferen Einblick in die Finanzen habe, war vor gut 1 Jahr. Da hat die Bauherrin (BWLer) eine Buchhaltung geführt, da könnte sich so manche Firme eine Scheibe davon abschneiden. Interessante Erkenntnis für mich, von den Firmen die über ein Vermitlungsportal beauftragt wurden, haben alle äußerst korrekt abgerechnet. Ärger gab es hingegen mit einigen lokal ansässigen Betrieben, bei denen die Rechnungen kaum nachvollziehbar waren, und oftmals auch mit den Angeboten (und dem Auftrag) nicht mehr viel zu tun hatten. Da wurde dann beispielsweise ein anderer Putz abgerechnet, der weder angeboten noch beauftragt war, und der locker das Doppelte kosten sollte.

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  • Ich rufe ihn morgen an und dann schauen wir was auch ergibt. Der Architekt hat Erfahrung mit dem Betrieb, das kann man auch würdigen finde ich. Ich weiß nicht, wie es bei euch so läuft, aber die Handwerker müssen hier schon länger nicht mehr jeden Auftrag annehmen. Wenn ihr wisst worauf ich hinaus will.....

  • mein Sanitärinstallateur wünscht sich 25% der Angebotssumme zahlbar bei Auftragserteilung.

    Standard-Katalog-Ware oder eher "seltene Kombination" nach Wunsch des Bauherren und/oder ggf. Maßanfertigung oder evtl eines der Premium-Produkte?

    Wie hoch sind denn die Materialkosten für den Auftrag?

    25% oder sind in den 25% schon Arbeitsleistungen enthalten?


    Ich weiß nicht, wie es bei euch so läuft, aber die Handwerker müssen hier schon länger nicht mehr jeden Auftrag annehmen.

    Wenn es so gut läuft, sollte doch die Material-Vorkasse nicht erforderlich sein - jedenfalls nicht, wenn der Handwerker bei einem seiner Standard-Lieferanten bestellt. Muss der Handwerker schon bei seinen Lieferanten in Vorkasse gehen, würde ich mich fragen warum. Sonderanfertigungen oder Premium-Produkte mal ausgenommen.


    Es gäbe noch die - rechtlich schwierige - Variante, dass der Bauherr das Material, dass der Handwerker beim Großhändler/Lieferanten für das Bauherren-Projekt bestell, selber bezahlt und auf die Baustelle liefern lässt.


    Durch die Bezahlung des Bauherren wird das Material Eigentum des Bauherren.

    Schwierig:

    - Gewährleistungsmängel, erst recht wenn das Material fehlerhaft ist und ersetzt werden muss

    - Kontrolle des Materials bei Lieferung (Fehllieferung, Maße, Material, Materialschäden, Transportschäden, ...)

    - Gewährleistungsbeginn für das Material beginnt für den Bauherren bei Lieferung, nicht erst bei Abnahme

    - Schutz des gelieferten Materials auf der Baustelle vor dem Einbau


    Diese Unwägbarkeiten für den Bauherren müssten schriftlich im Vertrag so vereinbart werden, dass der Bauherr hinsichtlich Gewährleistung und Verantwortung für das Material so gestellt ist, als hätte der Handwerker das Material bestellt, geliefert und bezahlt. z.B.: Die Bezahlung durch den Bauherren ist nur ein Ersatz für eine Anzahlung und eine Sicherung auf das Material bei Ausfall des Handwerkers (Insolvenz, Betriebsaufgabe, behördliche Anordnungen, o.Ä.), alle Rechte und Pflichten der beiden Vertragsparteien bleiben gemäß vereinbarten Regeln ((BGB oder VOB)) unberührt. Die Gewährleistungsansprüche bleiben unberührt. Gewährleistungsbeginn für den AN erfolgt im Zuge der Abnahme des fertigen Auftrages. o.s.ä.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)