EnEV 40% Regelung, Verschlechterungsverbot

  • fikitves (!) Beispiel:

    Ein älterer Herr hat bei sich eine Pelletsheizung einbauen lassen. Die Anlage war störanfällig/nervte ihn/... und nach einigen Jahren hat er genug davon und möchte eine Gasbrennwerttherme, da er sowieso Gas im Haus hat. Er darf das ja nicht einfach so.

    Der Kaminkehrer muss das überprüfen aufgrund §26b Abschnitt 2 Satz 1, der verweist auf §11 Absatz 1 Satz 2, die wiederum auf Abschnitt 4 mit den §§ 13 - 15.


    1) Ich suche noch die 40% Regelung. Die besagt meines Wissens, dass man unter bestimmten Umständen, also mit Ersatzmaßnahmen so etwas schon tun darf und zwar muss daraufhin das Gebäude gerechnet werden. Dann darf der Primärenergiebedarf nicht mehr als 140% des (und da bin ich jetzt unsicher) Referenzgebäudes (also Neubau) betragen oder nicht mehr als 140% des Gebäudes (also Bestand).

    Heißt ja im Klartext, Ersatzmaßnahmen wie eine Solaranlage oder Dachdämmung oder Fenstertausch könnten diesen Heizungstausch gas statt Pellets möglich machen.


    2) Hattet ihr schon mal so einen Fall?

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • In §11 steht ja:"...Das Gleiche gilt für Anlagen und Einrichtungen nach dem Abschnitt 4, soweit sie zum Nachweis der Anforderungen energieeinsparrechtlicher Vorschriften des Bundes zu berücksichtigen waren....".


    Bei einem zu sanierenden Bestandsgebäude kann ich ja nach §9 einen Bauteilnachweis für die betroffenen Bauteile führen oder eine Bilanzierung. Bei der Bilanzierung ist eine Überschreitung der Anforderungen, definiert durch das Referenzgebäude, von 40 % gestattet. Wohlgemerkt ohne die Verschärfung von 2016.

    Wenn das Gebäude des älteren Herren also mit dem alternativen Wärmeerzeuger diese 140 % des Referenzgebäudes einhält, sind die energieeinsparrechtlichen Vorschriften des Bundes berücksichtigt.

  • Das heißt also im Beispiel:

    Je jünger das Gebäude ist, desto einfacher ist dann die Einhaltung bzw. desto weniger Ersatzmaßnahmen muss man leisten?


    Hattest Du in real life schon mal damit zu tun?

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  • Je jünger das Gebäude ist, desto einfacher ist dann die Einhaltung

    Da muss man natürlich aufpassen. Denn wenn das Gebäude so jung ist, dass es unter z.B. eine ältere EnEV-Version fällt, dann sind das natürlich die entsprechenden energieeinsparrrechtlichen Vorschriften. Mit anderen Worten, ich kann nicht hergehen und ein Gebäude welches nach EnEV 2019 errichtet wurde nach der 140 % Regel bewerten und damit von Pellets auf Gas umstellen. Da sind da die Anforderungen der EnEV 2009 maßgebend.


    Nein so einen Fall hatte ich noch nicht. Bis jetzt waren alle Anlagen energetisch besser gestellt.