Fenstereinbau EnEV

  • Servus beinander,


    meine Kids in der Schulung haben mir eine interessante Frage gestellt, auf die ich so ad hoc keine Antwort habe. Und zwar handelt es sich um die 10% Regelung nach EnEV §9 (3), die Bagatellregelung und zwar auf die Fenster bezogen.


    Nach meinem Wissen ist es so: Ist die Fläche der zu tauschenden Fenster höher als 10%, muss das Fenster den Mindeststandard nach EnEV erfüllen , also Anlage 3, Nr 7 Anforderungen, Tabelle 1.


    Beispielsweise 10 Fenster a 0,95 qm. Tausche ich eines, dann muss das die Grenzwerte nicht einhalten, tausche ich 2, dann schon. (Wir gehen mal davon aus, dass der U-Wert der Wand auch passt)


    Jetzt kam die Frage:

    Und wenn ich jedes Jahr ein Fenster tausche? Oder jedes halbe Jahr eines? Ab welchem Zeitabstand rechnet man die Fenster zusammen?

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • (Wir gehen mal davon aus, dass der U-Wert der Wand auch passt)

    Diesen Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht. Bei einem Fenstertausch spielt der U-Wert der Wand hinsichtlich EnEV doch keine Rolle. Bauphysikalisch, JA, aber wegen der EnEV?


    Ab welchem Zeitabstand rechnet man die Fenster zusammen?

    Das würde mich auch interessen. Ab wann ist ein zeitlicher Zusammenhang der Maßnahme(n) darstellbar? Wenn zwischen den einzelnen Maßnahmen ein Zeitraum von 1 Jahr liegt, dann dürfte das wohl eindeutig sein.


    Aber nebenbei bemerkt, schlechtere Fenster als nach EnEV gefordert kriegt man doch nicht mehr, höchstens vielleicht gebraucht aus einem Altbau ausgebaut, und ob die pasen?.

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  • Wenn die Baumaßnahmen nicht im zeitlichen Zusammenhang stehen, kannst du mMn ein olles Fenster einbauen. Die Frage kam bei uns schon auf, im Zusammenhang mit Erweiterungen oder dem Ausbau um beh. Flächen und dem Austausch der Heizungsanlage. Wie viel später muss ich die Heizungsanlage einbauen damit der neu beh. Gebäudeteil nicht die Anforderungen an einen Neubau erfüllen muss? Mir ist aber gerade auch keine Rechtsprechung dazu bekannt, ab wann das dann nicht mehr als eine Baumaßnahme gilt.


    Bei Fenstern ist es ja relativ einfach die Anforderungen einzuhalten. Von daher eher selten Thema.

  • Aber nebenbei bemerkt, schlechtere Fenster als nach EnEV gefordert kriegt man doch nicht mehr, höchstens vielleicht gebraucht aus einem Altbau ausgebaut, und ob die pasen?.

    Ne, das kann tatsächlich Thema bei großen Elementen sein. Damit die dann nicht zu schwer werden ist das häufig eine Zweifachverglasung mit einem U-Wert Fenster von > 1,5 W/m²K.

  • Interessant. Du meinst dünnere Scheiben als 4mm?

    Ich dachte, dass gerade bei großen Flächen die Einzelscheiben eher dicker gewählt werden.

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  • Diesen Zusammenhang verstehe ich jetzt nicht. Bei einem Fenstertausch spielt der U-Wert der Wand hinsichtlich EnEV doch keine Rolle. Bauphysikalisch, JA, aber wegen der EnEV?

    Ich wollte da keine Extrasdiskussion, damit das nicht abgleitet.

    Ne, das kann tatsächlich Thema bei großen Elementen sein. Damit die dann nicht zu schwer werden ist das häufig eine Zweifachverglasung mit einem U-Wert Fenster von > 1,5 W/m²K.

    Ich dachte eher, bei großen Elementen sei es einfacher, da ja der Rahmen-Glasanteil anders ist.

    Aber evtl kommt es darauf an, ob man von beweglichen großen Elementen spricht oder festen.


    Vielen Dank für die inputs, auch für den Verweis mit der Heizungsanlage. Das geh ich ja auch mit den Kids durch. Aber dadurch, dass ich es nicht täglich mache, muss ich immer wieder nachlesen.

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  • Z.B. hatte ich jetzt einige Fenster wo durch die Architektur schmale Rahmen gefordert waren (System Schüco AWS 70.Hi) . Da ging es dann ab Uf > 1,6 W/m²K los.

    Das war ein BV mit Design vor Energieeinsparung. Welche Glasstärken da zum Einsatz kamen, müsste ich nachgucken.

  • Bei den üblichen Fenstern nach EnEV, also Standard 08/15, werden ja meist Scheiben 4/16/4 eingesetzt, Ug=1,1W/m²K. Wenn man dann ein Profil mit Uf 1,6W/m²K hat, dann kann man bei einem kleinen Fenster (typ. 1-1,2m²) schnell auf einen Rahmenanteil von 30% und mehr kommen. Dann landet man auch bei größeren Fensterflächen bei einem Uw im Bereich 1,5W/m²K.


    Die typischen Fensterprofile mit 70-80mm bewegen sich aber eher bei einem Uf von 1,1-1,4W/m²K.

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