Asbest in Trockenbauplatten?

  • Hallo zusammen,


    ich bin neu hier und habe eine Frage an die Experten, es geht um Asbest. Ich habe mittlerweile ca 5h im Web gesucht, und keine wirklich zufriedenstellende Antwort gefunden.


    Wir haben vor kurzem eine Wohnung gekauft, München, Baujahr 1988. Die Wohnung ist wie ein Reihenhaus aufgebaut und hat einen Keller. Ich erspare Euch die Details, aber wir hatten einen ziemlich starken Schimmelbefall an einer Trockenbauwand die den Keller von der Treppe trennt. Nachdem wir den Schimmel mit viel Chemie entfernt haben (natürlich mit Atemschutz), wollte ich sichergehen dass innerhalb der Trockenbauwand kein Schimmel ist, und habe ein Stück rausgeschnitten. Zwei Sachen haben mich sehr gewundert:


    1: Die Trockenbauplatte unter dem Karton war nicht weiß, wie die Rigipsplatten die im Erdgeschoss verbaut sind (beides original von 1988), sondern grau. An der Stelle wo der Schimmel war konnte ich recht einfach mit einem Messer durchstechen, es war komplett durchnässt und wurde ziemlich schmierig. Weiter oben, wo es trocken ist, war es härter. Was ist das für ein Material, was wird außer Gips noch als Trockenbauplatten benutzt? Es war ein großer Schriftzug drauf, auf dem "MASSIVBAU" steht.


    2: Beim Außernanderbrechen der Platte kamen Fasern zum Vorschein, siehe Bild. Erster Gedanke: "Hoffentlich ist das kein Asbest!". Nach viel lesen habe ich 2 Tests gemacht. Erstens, Feuerzeug an die Faser: Asbest sollte ja nicht schmelzen, sondern glühen und sich nach einer Weile desintegrieren. Die Fasern haben sich aber beim Kontakt mit der Flamme zurückgezogen (so Ähnlich wie wenn man Haare verbrennt, aber nicht so weit und schnell). Dann dachte ich: "Puh, Entwarnung, es ist wahrscheinlch PVA oder Polypropylen, die ja öfter beigemischt werden". Da beides bei ca 200°C schmilzt, habe ich ein Stück der Platte ca 30min in einen Alten Ofen gelegt, bei 220°C (mit Thermometer nachgemessen). Das hat die Fasern überhaupt nicht interessiert, sie haben sich nicht einmal verbogen. Daher meine Frage, wurde in sowas früher auch Asbest verbaut? Oder kann ich sicher gehen dass es nur Glasfasern sind?


    Vielen Dank, Andreas


  • Die - auch hier zutreffende - Standardantwort lautet: Sicherheit gibt ausschließlich eine qualifizierte Analyse. Eine solche kostet für eine Probe in der Größenordnung ca. + / - 150 €.


    Ich vermute, dass es sich um Gipsfaserplatten (wie bspw. Fermacell) handelt, denen Glasfasern beigemischt werden. Diese waren früher in Bereichen mit Feuchtebelastung und / oder erhöhten Brandsschutzanforderungen fast ausschließlich anzutreffen.


    Generell sind aber in Baustoffen fest gebundene Fasern im eingebauten Zustand generell gesundheitlich unkritisch - solange nicht zerspanend an ihnen gearbeitet und somit Fasermaterial freigesetzt wird. Es gibt deshalb auch keine Beseitigungs- oder Austauschpflkicht für solche Bauteile.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Vielen Dank für die Antwort,

    ich habe auf jeden Fall vor eine Probe analysieren zu lassen. Ich rufe auch morgen die Verwaltung an um zu fragen ob die hier schonmal so einen Fall hatten. Leider ist es Freitag Abend/Samstag passiert, da ist alles zu. Daher habe ich hier gepostet um vielleicht erste Vermutungen zu bekommen.


    Es gibt zwar keine Austauschpflicht, aber es war so sehr mit Schimmel befallen (auch in der Wand drinnen feucht), dass ich einen waagerechten Schnitt mit der Flex reimachen wollte, und nach dem trocknen die untersten 40cm austauschen wollte. Flex und Asbest ist eher ungut ;-)

  • Flex gibt ne Riesensauerei.

    ich habe mit einem Multitool (da reicht auch einer aus dem Supermarkt) mit halbrundem Sägeblatt sehr gut Erfahrung gemacht. Das staubt fast gar nicht und geht recht fix.

    Wenn du Furcht vor den Fasern hast kannst du den Sägestaub mit einem Blumensprüher mit Wasser etwas anfeuchten und dann aufkehren/saugen.

  • die nicht vorhandenen asbestfasern dürften eines deiner kleineren probleme sein .


    wenn ich den feuchte/schimmelschaden sehe , denke ich dass ein multitool (:wall:) da erstmal nicht weiter hilft ......

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • wasweissich , warum so Aggressiv? Das Multitool habe ich empfohlen um die Gipsplatten zu schneiden und ohne die zu schneiden wird man dem Schimmel sicher nicht beikommen. Wenn der Experte jedoch meint die Platten mit der Flex zu bearbeiten, mach doch.

  • Wenn der Experte jedoch meint die Platten mit der Flex zu bearbeiten, mach doch.

    wo hast du denn das gelesen ?


    ich käme nicht auf den klops mit flex oder etwas anderem elektrischen im innenraum gipsfaserplatten zu schneiden ........

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Zählt denn Gipskarton (oder was auch immer das gräuliche ist) als "schwach gebunden"? Ich war mir bei der genauen Definition nicht sicher, ich dachte das betrifft vor Allem so Wolle-artige Produkte.

    Das Schneiden mit dem Multitool werde ich probieren, hab eins da, danke für den Tipp.


    @wassweissich
    Ich gehe davon aus, dass Dein Post sich darauf bezieht, dass das ein schlimmer Schimmelbefall ist. Das stimmt, deshalb möchte ich die Platten auch austauschen und nicht einfach mit anti-Schimmel Zeug drübermalen. Ich habe mich auch gefragt, ob das Wasser aus der Bodenplatte kommt, ich denke aber nicht: Die Trockenbauprofile sind leicht angerostet, aber nur an den Stellen, an denen die Trockenbauplatte sie berührt hat. Das Profil, das im Boden verschraubt ist hat überhaupt keinen Rost. Es scheint wirklich, als sei das Wasser von aussen durchgesickert. Ich muss auch zugeben, dass wir im Januar ca 2 Wochen lang extreme Feuchtigkeit in der Wohnung hatten, das Wasser ist buchstäblich von den Fenstern runtergelaufen und wir haben nicht richtig gelüftet. Im Keller ist ein Bad mit Ventilator nach außen, der wahrscheinlich die Feuchte Luft von oben in den Keller gesaugt hat. Die Schimmelstellen waren verdeckt und unter der Treppe ist sowieso kein Luftzug. Ich denke es war einfach zu Feucht und an der kalten Bodenplatte ist das Wasser kondensiert. Für die Zukunft werde ich an die riskanten Stellen ein Feuchtigkeitssensor plazieren, wir haben auch gestern einen Luftentfeuchter gekauft. Ich denke / hoffe, dass es in Zukunft damit nicht mehr passiert.


    Vielen Dank für Eure Antworten.

  • ... Es gibt zwar keine Austauschpflicht, aber es war so sehr mit Schimmel befallen (auch in der Wand drinnen feucht), dass ich einen waagerechten Schnitt mit der Flex reimachen wollte, ...

    Du hast einen ganz massives Schimmelproblem. Dieses hat einen derartigen Umfang, dass die Sanierung durch ein Fachunternehmen mit entsprechenden Schutzmaßnahmen durchgeführt werden sollte. Für die Schimmelsanierung muss aber erst einmal die Ursache der Feuchtigkeit geklärt werden. Und ich wage vorherzusagen, dass die Sanierung des sichtbar mit Pilzsporen bedeckten Materials allein dann nicht ausreichen wird. Und dabei wiederum muss dann eh mit umfangreichen Schutzmaßnahmen gearbeitet werden, so dass die Frage nach dem gebundenen Asbest sich schon allein deswegen fast erübrigt!

    Zählt denn Gipskarton (oder was auch immer das gräuliche ist) als "schwach gebunden"?

    nein, als gebunden.

    Das Schneiden mit dem Multitool werde ich probieren, hab eins da, danke für den Tipp.

    Ich halte das für keine gute Idee, siehe oben!

    Ich habe mich auch gefragt, ob das Wasser aus der Bodenplatte kommt, ich denke aber nicht: Die Trockenbauprofile sind leicht angerostet, aber nur an den Stellen, an denen die Trockenbauplatte sie berührt hat. Das Profil, das im Boden verschraubt ist hat überhaupt keinen Rost. Es scheint wirklich, als sei das Wasser von aussen durchgesickert. Ich muss auch zugeben, dass wir im Januar ca 2 Wochen lang extreme Feuchtigkeit in der Wohnung hatten, das Wasser ist buchstäblich von den Fenstern runtergelaufen und wir haben nicht richtig gelüftet. Im Keller ist ein Bad mit Ventilator nach außen, der wahrscheinlich die Feuchte Luft von oben in den Keller gesaugt hat. Die Schimmelstellen waren verdeckt und unter der Treppe ist sowieso kein Luftzug. Ich denke es war einfach zu Feucht und an der kalten Bodenplatte ist das Wasser kondensiert.

    Mir ist nach der Schilderung immer noch nicht klar, wo die Feuchtigkeit hergekommen ist / herkommt. Es kann sich auch um eine Jahrzehnte zurückliegenden Schaden handeln. Der Rost spricht für ein "längeres" / langes Einwirken von Feuchtigkeit.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Danke für die vielen Tipps, Warnungen. Ein Stück von der Platte ist trotzdem vorsichtshalber in der Post (gut eingepackt) und wird diese Woche noch getestet. Die Verwaltung weiß Bescheid und schickt den Hausmeister und evtl einen Experten, um die genaue Ursache der Feuchtigkeit zu finden (ich denke/hoffe immer noch dass es von außen kommen muss, aber ich lass das dann die Experten beschließen).
    Gruß, Andreas

  • Wenn, dann sind das die Spachtelmassen.

    die gezeigte bruchkante eine gipsfaserplatte mit deutlich sichtbaren glashaaren sagt genug .

    asbestfasern inder länge und stärke sind auf dem ichhabeangstvorallemwashätteirgendwannirgendwieseinkönnenkompost gewachsen


    asbestfasern sind deitlich kürzer und dünner. sonst wären sie auch nicht lungengängig.

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • asbestfasern sind deitlich kürzer und dünner. sonst wären sie auch nicht lungengängig.

    :thumbsup: Asbestfasern sind kleiner, das ist richtig, aber auch Asbestfasern sind NICHT lungengängig. Kritisch sind nicht die Fasern selbst sondern Bruchstückchen davon, und natürlich bei mechanischer Bearbeitung der Staub (der genau genommen auch aus Bruchstücken besteht). Die Fasern trennen sich leicht entlang der Längsachse auf und sehen dann aus wie ein Faserbüschel. Diese dünnen Faseranteile können auch leicht abbrechen, und dann hat man lungengängige Faserstückcken, wobei dann die Faserstückchen im Bereich weniger µm besonders kritisch sind.

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    .

  • Hallo nochmal,

    ich wollte mich nochmal mit dem abschließenden Ergebnis melden, für die die es interessiert.


    1, bezüglich Asbest: Die Laboranalyse hat (wie erwartet) ergeben, dass es sich nicht um Asbest handelt. Anscheinend sind die Fasern aus Steinwolle...


    2, bezüglich Schimmel/Feuchtigkeit: Es ist so, wie die Experten hier es schon vermutet haben, es handelt sich um ein größeres Problem. Die Abwasserleitung der vor ein Paar Monaten neu installierten Hebeanlage wurde wohl leicht undicht und hat bei jedem pumpen ca 20 Tropfen verloren (und danach hat sich möglicherweise jedes Mal die ganze senkrechte Leitung langsam entleert). Der Estrich hat sich wohl komplett vollgesaugt. Die Trockenbauwand, um die es sich handelt, wurde gebaut bevor der Estrich gegossen wurde, entsprechend ist da die Kontaktfläche groß und sie hat sich vollgesaugt. Alle anderen Wände wurden nachträglich eingezogen und sind relativ trocken (alles durch den Experten nachgemessen). Die Firma wird kommende Woche wiederkommen und mit der Trocknung anfangen.


    Vielen Dank nochmal für all Eure Antworten.
    Andreas

  • danke für die rückmeldung .

    die nicht vorhandenen asbestfasern dürften eines deiner kleineren probleme sein .

    wie vermutet .

    ................................................ dass ein multitool ( :wall: ) da erstmal nicht weiter hilft ......

    multi sollte viel können . aber noch lange nicht alles .


    und bei asbestverdacht , der diesmal zwar unbegrüdet war , auch besser nicht einsetzen .da ist ein ganz almodisches handwerkzeug und atemschutz erfordelich . stecheisen , ...... staubmaske

    (wegen coronahysterie momentan leider nicht zu bekommen)

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • ich wollte mich nochmal mit dem abschließenden Ergebnis melden, für die die es interessiert.

    Danke!

    1, bezüglich Asbest: Die Laboranalyse hat (wie erwartet) ergeben, dass es sich nicht um Asbest handelt.

    2, bezüglich Schimmel/Feuchtigkeit: Es ist so, wie die Experten hier es schon vermutet haben, es handelt sich um ein größeres Problem. Die Abwasserleitung der vor ein Paar Monaten neu installierten Hebeanlage wurde wohl leicht undicht und hat bei jedem pumpen ca 20 Tropfen verloren (und danach hat sich möglicherweise jedes Mal die ganze senkrechte Leitung langsam entleert). Der Estrich hat sich wohl komplett vollgesaugt. Die Trockenbauwand, um die es sich handelt, wurde gebaut bevor der Estrich gegossen wurde, entsprechend ist da die Kontaktfläche groß und sie hat sich vollgesaugt.

    Dann lagen wir ja mit unseren Einschätzungen ganz passend, schön, das zu lesen!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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