Kostenvoranschlag Rechnung ohne Absprache

  • Hallo zusammen,


    eine Firma hatte mir einen Kostenvoranschlag geschrieben für Abbruch Arbeiten, Anbau von einem Zimmer und der Elektrik. Ich habe der Firma abgesagt da ich mich für eine andere Entschieden habe. Es war zu keiner Zeit davon die Sprache das er den Kostenvoranschlag in Rechnung stellt. Jetzt bekomme ich eine Rechnung mit dem Text Leistungsbild gem. § 34 HOAI.


    Hätte ich es vorher gewusst hätte ich mir den Kostenvoranschlag vielleicht zweimal überlegt. Habe weder mündlich zugestimmt noch irgendwas unterschrieben.

    Ich kann ja manchmal verstehen das Firmen dafür Geld nehmen für den Aufwand aber wenn sollte man dem doch vorher zustimmen.


    Ist das ein normales Vorgehen?

    Was würdet ihr mir raten?

  • Was hast Du genau bekommen: Eine detaillierte Kostenschätzung (vielleicht mit Leistungsbeschreibung(en)) oder ein Angebot?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Was hast Du genau bekommen: Eine detaillierte Kostenschätzung (vielleicht mit Leistungsbeschreibung(en)) oder ein Angebot?

    Eine Kostenschätzung, also Lohn und Material. Leistungsbeschreibung naja, da steht einfach : "Abbruch" und dann Lohn und Material oder "Anbau an Gebäude" und mehr nicht.

  • Die Frage ist doch weniger, was er bekommen hat, sondern was beauftragt wurde.


    Ein Kostenvoranschlag ist "in der Regel" nicht zu vergüten, es sei denn, eine Vergütung wurde gesondert (außerhalb von AGB) vereinbart oder sie ist branchenüblich.


    Um wieviel € gehts denn?

    Was wurde denn wie (schriftlich oder mündlich) beauftragt?

  • Ein Kostenvoranschlag ist "in der Regel" nicht zu vergüten,

    Es handelt sich aber nicht um eine Kostenvoranschlag (ich hatte nach "Angebot" gefragt), sondern um ein

    (Da steht nur) Sanierungskonzept / "Baukostenschätzung"

    Das ist nicht das selbe. Und das lässt sich - je nach Umfang, den wir noch nicht kennen - möglicherweise schon als eine Planungsleistung auch HOAI einordnen. Aber das ist meine Auffassung als juristischer Laie und es gibt meiner Erinnerung nach eine gefestigte Rechtssprechung dazu!

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  • Es sind knapp 350€ (3,5 Stunden angeblich)


    Mündlich hat er vorgeschlagen eine Kosteneinschätzung zu machen. Mehr aber auch nicht. Weder konkrete Leistungen oder sonst was. Was mir schon schwer im Magen fiel war das er nichts aufgeschrieben hat beim Termin (dachte noch ok, wenn er es sich merkt seine Sache).


    Wenn ich da was versäumt habe ist das eben so. Aber finde für eine schlechte Einschätzung bei der ich nicht einmal wusste das ich was dafür zahlen soll den Betrag hoch.

    Er hatte auch noch Fenster/Türen in der Einschätzung für das Haus drin (waren bei ihm 15.000€ und bei richtigen Fensterbauer 33.000€). Hatten danach ja auch kein zweites Gespräch. Er war also nur eine halbe stunde oder bisschen mehr am Haus und hat die Kostenschätzung geschrieben.


    Aber seine Art am Telefon vor ein paar Tagen hat mir gezeigt das es richtig war den nicht zu beauftragen.


    Schriftlich gab es überhaupt nichts (bis auf die Zeichnungen vom Haus die er wollte)

  • Und das lässt sich - je nach Umfang, den wir noch nicht kennen - möglicherweise schon als eine Planungsleistung auch HOAI einordnen.

    Das war mein erster Gedanke, als ich "Konzept" gelesen habe.


    ABER auch hier gilt, was wurde beauftragt? Auch eine Planungsleistung ist nicht zu vergüten wenn sie nicht beauftragt war, und schon gar nicht, wenn noch nicht einmal bekannt war, auf welcher Basis zu vergüten wäre.

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  • Es handelt sich aber nicht um eine Kostenvoranschlag (ich hatte nach "Angebot" gefragt), sondern um ein

    Das ist nicht das selbe. Und das lässt sich - je nach Umfang, den wir noch nicht kennen - möglicherweise schon als eine Planungsleistung auch HOAI einordnen. Aber das ist meine Auffassung als juristischer Laie und es gibt meiner Erinnerung nach eine gefestigte Rechtssprechung dazu!


    Aber müsste diese Planungsleistung dann nicht auch schriftlich vereinbart werden?


    Habe vorhin die kostenlose Rechtsberatung meiner Versicherung genutzt und nachgefragt, der Herr meinte es würde BGB §632 Abs. 3 gelten. Die Aussage natürlich ohne die Kostenschätzung und Rechnung zu sehen.

  • Stundenlohn gibts in der HOAI nicht mehr, in § 34 (und dessen Vorgänger§) noch nie

    Okay so hat er es geschrieben

    Erbrachtes Leistungsbild gem. § 34 HOAI: Honorar: 3,5 Std eines Architekten x 90,0 € = 315,00 € (Netto

  • Aber müsste diese Planungsleistung dann nicht auch schriftlich vereinbart werden?

    Nein, muss sie nicht. Sie kann auch mündliche beauftragt werden. Aufträge für Werkleistungen bedürfen im Geltungsbereich des BGB nicht der Schriftform. Abhängig vom Leistungsumfang und dem Auftraggeber schließe ich auch gelegentlich mündlich Verträge. (Allerdings erkläre ich dann regelmäßig vor Aufnahme der Arbeit einmal kurz, dass ich jetzt beauftragt sehe und die Leistung ab jetzt zum Honorar von X ausführen werde.

    ... Rechtsberatung meiner Versicherung genutzt und nachgefragt, der Herr meinte es würde BGB §632 Abs. 3 gelten.

    (1) Eine Vergütung gilt als stillschweigend vereinbart, wenn die Herstellung des Werkes den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist.

    (2) Ist die Höhe der Vergütung nicht bestimmt, so ist bei dem Bestehen einer Taxe die taxmäßige Vergütung, in Ermangelung einer Taxe die übliche Vergütung als vereinbart anzusehen.

    aber:

    (3) Ein Kostenanschlag ist im Zweifel nicht zu vergüten.

    Ein Kostenanschlag war es ja aber gerade nicht, sondern ein:

    Sanierungskonzept / "Baukostenschätzung"

    Also?

    Stundenlohn gibts in der HOAI (2013, ERGÄNZUNG SKEPTIKER) nicht mehr, in § 34 (und dessen Vorgänger§) noch nie

    Stimmt, insofern ist diese Herleitung nicht begründet. Trotzdem:

    (1) Eine Vergütung gilt als stillschweigend vereinbart, wenn die Herstellung des Werkes den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist.

    (2) Ist die Höhe der Vergütung nicht bestimmt, so ist bei dem Bestehen einer Taxe die taxmäßige Vergütung, in Ermangelung einer Taxe die übliche Vergütung als vereinbart anzusehen.

    Ein Vergütungsanspruch könnte somit bestehen. Juristen vor!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wenn du dein Auto in die Werkstatt bringst um Ölwechsel zu machen bezahlst du doch auch nicht die komplette Neulackierung, auch wenn sie ausgeführt wurde.

    Wie heißt es so schön: Nicht alles was hinkt, ist ein Vergleich!

    Off-Topic:

    (ich habe kein Auto!)


    Wir wissen nicht, was tatsächlich beauftragt wurde und ob überhaupt beauftragt wurde.


    Wenn ein Auftraggeber aber sagt: "Rechnen Sie bitte mal aus, wieviel mich die Sanierung des Objektes genau kosten würde!" und ich bestätige, dies zu tun, so ist ein Vertrag zustande gekommen und dann gilt im Zweifel § 632 BGB. Aber ich schreibe das als Laie, nicht als Jurist.


    Wie ich schon schrieb, halte ich es für adäquat, dann noch einmal ausdrücklich auf die entstehenden Kosten hinzuweisen: "Das kostet dann XXX,- € zzgl. Mwst." Aber das mögen andere anders sehen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Vielleicht sollte man am Anfang mal beginnen.


    Sie haben bei einer Firma angerufen bzgl Ihres Anliegens, "eines Anbaues" ?

    Daraufhin kam dann von der Firma ein "Architekt"? und hat sich das angeschaut ohne etwas schriftlich zu notieren.

    Ein Paar Tage später kam eine Aufstellung der zu erwartenden Baukosten für die Maßnahme mit 1-2 Seiten umfassend?

    weitere Tage/Wochen Später kam dann die Rechnung für den Aufwand der Zusammenstellung der zu erwartenden Baukosten?


    Frage: Ist die Firma ein Architekturbüro oder eine Ausführende Firma? (Rohbau) oder gas ein Generalunternehmen/übernehmer mit Architekt und Hochbau und Elektriker)

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Grundsätzlich finde ich es gut, wenn man für seine Arbeit/Leistung

    entlohnt wird.

    Dies sollte aber vorab abgeklärt werden, am besten schriftlich.

    Mache ich nicht anders.

    Bei Auftragsvergabe entfällt diese Position, wenn es nicht zum Auftrag

    kommt, wird sie berechnet!


    So spielt jeder gleich mit offenen Karten.


    LG Oliver

  • Wir wissen nicht, was tatsächlich beauftragt wurde und ob überhaupt beauftragt wurde.

    Das dürfte der Knackpunkt sein, wie ich oben schon geschrieben habe.

    ABER auch hier gilt, was wurde beauftragt?

    wobei ich §632 Abs. 1 in Erinnerung bringen möchte:


    Zitat

    (1) Eine Vergütung gilt als stillschweigend vereinbart, wenn die Herstellung des Werkes den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist.


    Wenn ich einen Auftrag erteile von dem ich annehmen muss, dass dieser nur kostenpflicht erbracht wird (Umfang, branchenüblich) dann muss ich damit rechnen, dass dieser Auftrag auch verrechnet wird.


    Ich vermute nach den vorliegenden Infos, dass ein Auftrag erteilt wurde (mündlich, Übergabe von Unterlagen). Jetzt stellt sich die Frage, was beauftragt war, und ob die gelieferte Leistung auch vergütungswürdig ist. Die Bezeichnung "Konzept"erstellung lässt eine Planungsleistung vermuten, zumindest geht es um mehr als nur ein Angebot. Wenn also mehr gemacht wurde als nur ein Angebot, beispielsweise Entwurf für einen Anbau, evtl. auch noch inkl. einer ersten Kostenschätzung (oben ist von xx.xxx,- € für Fenster die Rede), dann ist das mehr als man kostenfrei erwarten kann. Ob der Ansatz mit den 3,5h korrekt ist, das wäre zu prüfen.


    Evtl. handelt es sich um ein Missverständnis bei der Auftragserteilung, oder man hat stillschweigend gehofft, dass die Leistung doch nicht verrechnet wird. Das war zumindest fahrlässig gedacht. Andererseits hat sich der Architekt auch nicht mit Ruhm bekleckert, denn er kann nicht voraussetzen, dass jeder Laie hier Bescheid weiß.


    Wenn du dein Auto in die Werkstatt bringst um Ölwechsel zu machen bezahlst du doch auch nicht die komplette Neulackierung, auch wenn sie ausgeführt wurde.

    Das ist zwar korrekt, wenn ich aber mein Auto für einen Ölwechsel in die Werkstatt bringe und sage "schaut noch mal drüber", dann kann ich nicht erwarten, dass die das kostenfrei machen. Fällt denen etwas auf, und sie bekommen nach Rückruf bei mir den Auftrag das zu beheben, dann werden sie das einfach mit dem neuen (erweiterten) Auftrag verrechnen. Lehne ich ab, dann könnte die Position "Überprüfung" auf der Rechnung erscheinen.


    Ich vermute beim TE war es ähnlich. Hätte er einen Auftrag erteilt, dann wäre die Leistung nicht verrechnet worden. Da er aber keinen Auftrag erteilt hat, hat der Architekt die 3,5h in Rechnung gestellt.

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    .

  • Das sehe ich genauso mit dem Hinweis auf die Kosten. So würde man Missverständnisse ausräumen. Ist vielleicht ein doofer Vergleich aber wenn ich mir ein Auto kaufen will und eine Probefahrt mache, danach zurückkomme und sage ne das Auto passt nicht oder sonst was bekommt man ja auch keine Rechnung mit den Kosten für den Aufwand (Sprit, Verschleiß, Verkaufsberatung etc.). Natürlich KANN das Autohaus das abrechen aber dann sollte man ja vorher informiert werden um notfalls zu sagen, okay dann warte ich noch oder überlege es mir nochmal genauer.

    Die Firma wurde mir empfohlen, das sie eigentlich alles macht und notfalls Ausschreibungen macht. (im Firmenname steht nichts mit Architekt oder sonst was). Er kam vorbei, meinte für z.B Elektrik kann er eine Ausschreibung machen, die Mauerarbeiten da hat er seine Leute. Aufgeschrieben mit unseren Wünschen hat er nichts. Haben nur darüber gesprochen das wir das planen und jemanden suchen bei dem wir alles aus einer Hand bekommen und gerne wissen würden mit was wir da rechnen können. Er meinte er kann gerne eine Kostenschätzung machen.

    Diese Kostenschätzung kam dann ein paar Wochen später:


    Abrissarbeiten : Lohn xx€ Material xx€

    Mauerarbeiten: Lohn xx€ Material xx€

    Elektrik: Lohn xx€ Material xx€

    usw.

    Aber keine genauen Beschreibungen nur wirklich so grob wie geschrieben.


    Dann sollte es ein Persönliches Gespräch geben und ich habe ihm dann abgesagt das wir es aktuell (noch) nicht ausführen (was auch der Fall ist) dementsprechend kam eine Rechnung. Auch das er die Kosten falls der Auftrag doch zustande kommt verrechnen wird. Darauf hin fragte ich nach wieso eine Rechnung da er mir darüber niemals etwas gesagt hat. Daraufhin kam die Antwort ,, Ja denken sie so eine Kostenschätzung schüttelt sich einfach aus dem Arm, wie stellen sie sich das denn vor?'' aber eben auch auf eine etwas unfreundliche Art und Weise.


    Für mich war nicht ersichtlich ob es eine Baufirma war oder ein Architekturbüro (Internetseite im Aufbau). Laut seinen Aussagen das der Abriss und die Mauerarbeiten er ausführen könnte klang es für mich wie eine Baufirma.

    Das ist ja auch absolut okay, wobei ich sagen muss das genug andere Firmen dahinter stehen die keine Rechnung stellen. Wenn man für jeden Kostenvoranschlag zahlen würde, würde man sicher sich nicht mehrere einholen. Und bei den riesen Preisunterschieden teilweise find ich sowas verständlich.

    Sowas muss man eben in seinen anderen Kosten unterbringen. (meine Meinung)


    Es fiel eben nicht einmal ein Wort oder sonst was das er dafür was berechnet wenn es nicht zustande kommt.


    Ich hatte auch einen Gartenbauer mal angerufen (der ca. 10 Straßen weiter wohnt wie das Bauobjekt) welcher meinte er nimmt aber eine Gebühr für den Aufwand sich das anzuschauen etc. War ja seine Sache aber er war da bei mir raus weil er eben fast nebenan ist und ich sowas dann als Serviceleistung sehe (bei weiteren Anfahrten kann ich es ja noch nachempfinden ein wenig)



    Natürlich ist so ein Kostenvoranschlag mit Zeit verbunden und Aufwand und das sicher nicht mal nur 10 Minuten. Aber wie ist das in einem Autohaus wenn man sich ein Auto zusammenstellt? Oder Küchenplaner die viel Zeit "opfern" für Angebote die am Ende doch nicht genommen werden. Aber die Kosten werden dann eben vorher umgelegt. Aber das sieht sicher auch jeder ein wenig unterschiedlich.


    Wenn ich den Fehler gemacht habe, okay, dann muss ich den sauren Apfel beißen. Aber bei der, in meinen Augen, sehr sehr grobe Einschätzung und teilweise komplett falsche (z.B bei den Fenstern, so ein riesen Preisunterschied kann doch nicht sein oder?) ist die Rechnung auch mit 3,5h überzogen finde ich.


    Und wie gesagt der Anwalt an der Hotline meinte es würde §632 Abs. 3 gelten, auch wenn er Kostenschätzung schreibt.

  • Mir ist klar das viele Handwerksbetriebe dafür kein Geld verlangen. Das ist dann natürlich

    deren Sache.

    Wenn ich mir aber die Arbeit mache eine Baustelle zu besichtigen, ein Aufmaß zu erstellen

    usw. dann danach noch ein Angebot dazu, wird das ganz klar an den Kunden kommuniziert,

    dass dies bei uns Geld kostet.

    Wenn es sich andere Betriebe leisten können kostenlos zu arbeiten, dann können diese

    das gerne machen.

    Viele Kunden nehmen dies schon als normale Gegebenheit an und holen sich dann

    von 10 Betrieben so Angebote rein. Danach bekommt in der Regel der günstigste

    den Zuschlag mit Nachlass.

    So sieht es in der Praxis aus!

    Wer sich und seine Arbeit so wenig wertschätzt, ist selber schuld.


    Nur meine Gedanken dazu.


    LG Oliver

  • Ich kapiere hier so einiges nicht.


    Zum einen gab es wohl offenkundig ein Verständnis-/ Verständigungsproblem zw. AG u. AN. Der AG wusste gar nicht, dass er etwas "gab". Der AN "nahm" etwas, ohne dass dies kommuniziert worden war.


    Was aber wurde geleistet?


    Ein Gespräch mit dem TE. Daraufhin wurde ein Konzept inkl. Kostenschätzung erstellt. Je nach Umfang der Baumaßnahme ist das m.E. in 3,5 Stunden kaum zu leisten. Einen Anbau kostenmäßig zu rechnen kann man natürlich nur, wenn man weiß wie der Anbau aussehen wird, wie groß er sein wird, wenn man sich mit dem Bestand auseinandergesetzt hat. Dann muss man sich mit den Massen auseinandersetzen, diese ermitteln und schließlich mit Zahlen (Euro-Beträgen) versehen. Das alles ist weder 3,5 noch in 5 Stunden machbar. Alleine ein funktionierender Entwurf dürfte länger dauern.


    Was ist über die Güte des geleisteten zu sagen? Da wissen wir nicht viel. Nur das hier..

    waren bei ihm 15.000€ und bei richtigen Fensterbauer 33.000€

    Zugebenen: Umbau/ Anbau: das ist niemals exakt berechenbar. Man müsste im Vorfeld "wissen" wieviel der Günstigste verlangen wird. Wüsste man es wirklich, bräuchte man keine Ausschreibungen zu machen. Eine KS ist immer "eine Wette auf die Zukunft". Irgendwie. Dennoch: Gewerke wie zB die Fenster sind recht genau ermittelbar. Abweichungen von über 100% sind da nur scher nachzuvollziehen. Kann man das nun auf alle anderen Gewerke auch so annehmen? Keine Ahnung. Aber der tatsächliche Wert der Kostenschätzung ist natürlich fragwürdig. Einfach mal ein paar Zahlen gewürfelt? Wenn diese KS also keinen Erkenntnisgewinn erbrachte, weil einfach völlig daneben, dann ist es für mich schon fragwürdig, ob die Leistung zu honorieren ist.



    Und: Man sollte natürlich schon wissen mit wem man es zu tun hat. Zumindest ansatzweise. Da braucht man sich jetzt keine Zeugnisse zeigen zu lassen. Aber...

    Für mich war nicht ersichtlich ob es eine Baufirma war oder ein Architekturbüro (Internetseite im Aufbau). Laut seinen Aussagen das der Abriss und die Mauerarbeiten er ausführen könnte klang es für mich wie eine Baufirma.

    ...etwas mehr Informationen würde ich mir da schon wünschen.

  • Aber das ist ja eine gute Sache das es dann an den Kunden kommuniziert wird.

    Natürlich ist das jeder Firma selbst überlassen. Ich kenne das eben das alle sonstigen Kosten umgeschlagen werden. Wenn Ihr das nicht so machen wollt und diese Kosten extra aufgliedert und berechnet ist das ja euch überlassen. Da schreibt einem ja keiner vor wie man es macht. Finde es aber gut das es kommuniziert wird. Würde mir als Kunden zeigen das ihr transparent seid, was ich persönlich sehr gut finde.


    in der Regel ist das wahrscheinlich auch so das die meisten den günstigsten nehmen. Bei mir muss eher das Gefühl stimmen, mir bringt der beste Preis ja nichts wenn ich kein gutes Gefühl habe.

  • auch wenn er Kostenschätzung schreibt.

    Das Wort "Kostenschätzung" würde mir weniger Sorgen bereiten, oben schreibst Du aber etwas von "Konzept". In meinen Augen verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung die Begründung dafür, dass der Aufwand in Rechnung gestellt wurde. Die Kostenschätzung gab es dann als kostenloses "Beiwerk".


    Hätte er nur eine Kostenschätzung abgeliefert, beispielsweise Abriss und Neubau ca. 100T€, dann wäre das mit Sicherheit kostenfrei geblieben. In Deinem Fall hat er aber eine Art Sanierung-/Umbakonzept erstellt (kostenpflichtig) und darauf basierend dann eine genauere Kostenschätzung (kostenfrei) in der anscheinend auch schon einzelne Gewerke aufgeschlüsselt sind. Es spielt dabei noch keine Rolle, ob die Preise später auch realisiert werden können, schließlich bleibt es eine Kostenschätzung.


    Da hat mein Vornamensvetter völlig Recht. Ich würde die Aktion als hinterlistig einstufen, aber ob sie juristisch angreifbar ist, das steht auf einem anderen Blatt.


    Übrigens, das gleiche gilt auch bei "Beratungen" durch Rechtsanwälte. Wenn ich mit meinem RA am Telefon etwas bespreche, und er mir dann später eine Kostenschätzung zuschickt, ist das für mich kostenfrei. Schicke ich ihm Unterlagen zu einem Fall, so dass er sich schon einmal einarbeiten und mir eine zuverlässige Kostenschätzung zuschicken kann, dann kostet mich der Spaß ein paar Euro.


    Ich halte es mit meinen Kunden auch so, insbesondere bei Interessenten bzw. Neukunden. Gratis gibt es quasi einen Auszug aus der "Preisliste" mit typischen Preisen. Das ist für die Mehrzahl der Produkte auch ausreichend. Bei komplexen Maschinen mit einer Unmenge an Leitungen usw. kann ich einen Prüfplan erstellen (kostenpflichtig) und darauf basierend dann eine Kostenschätzung bis hin zu einem verbindlichen Angebot (kostenfrei). Der Kunde wird aber vorab darauf hingewiesen (mündlich und/oder eMail).


    Hier sind Selbständige/Freiberufler im Vorteil, weil sie das kennen (müssten). Bei privaten Kunden kann man das nicht voraussetzen. Auch wenn man als Anbieter juristisch auf der sicheren Seite ist, moralisch finde ich das bedenklich.



    Wenn ich den Fehler gemacht habe, okay, dann muss ich den sauren Apfel beißen. Aber bei der, in meinen Augen, sehr sehr grobe Einschätzung und teilweise komplett falsche (z.B bei den Fenstern, so ein riesen Preisunterschied kann doch nicht sein oder?) ist die Rechnung auch mit 3,5h überzogen finde ich.

    Ich kann DIr jetzt nicht sagen, wie ein Jurist das einschätzen würde, aber nach meiner Einschätzung würdest Du in einem Streifall wohl unterliegen.


    Leider ist der Preisunterschied bei einer ersten Kostenabschätzung durchaus plausibel. Für die Kostenschätzung wird sagen wir mal einfach die Fläche mit einem Preis/m² hochgerechnet, evtl. nur für Fenster (ohne Rolladen, Fensterbänke etc.). Aus dem Konzept ergeben sich beispielsweise 30m² Fensterfläche, pauschal mit 400,- €/m² gerechnet sind das 12.000,- € + MwSt. und schon sind wir im Bereich um die 15.000,- €.

    Rechnet man nun genauer (aus Fenstern werden vielleicht bodentiefe Fenster, Rolladen kommt hinzu, eine normale Balkontür wird zu einem Hebe-Schiebeelement usw. usw.) und schon ist man bei 25 oder 30T€, und dann kommt auch noch hinzu, dass jeder Anbieter die Montagekosten etwas anders kalkuliert, und schon ist auch ein Preis von 35T€ möglich.


    War die erste Kostenabschätzung nun mangelhaft?


    Hier wird man kaum einen Ansatzpunkt finden.


    Bleibt noch der Zeitaufwand für die Konzepterstellung. Hier hat der Architekt 3,5h angesetzt. Der Stundensatz selbst ist OK, da wird man nicht ansetzen können.


    Die Frage ist also, sind 3,5h gerechtfertigt?


    Hier wird die Antwort lauten, JA. Selbst wenn ein anderer Architekt die gleiche "Leistung" in 2h abliefern könnte, wäre das keine brauchbare Referenz. Es ist auch nicht so, dass solche Arbeiten mit der Stoppuhr gemessen werden.

    An diesem Punkt könnte man also nur ansetzen, wenn der angesetzte Zeitaufwand unverhältnismäßig wäre. das zu begründen oder gar nachzuweisen wird schwierig, bis unmöglich.

    Es wäre gut möglich (sehr wahrscheinlich?), dass er die 3,5h einfach so angesetzt hat, weil man diesen Aufwand jederzeit rechtfertigen kann. Ob er die Hälfte der Zeit nur aus dem Fenster gestarrt hat, das spielt keine Rolle.


    Das ist übrigens der Grund. warum ich so gut wie nie irgendwelche Leistungen auf Stundenbasis anbiete, schon gar nicht, wenn der Kunde bei der "Arbeit" nicht anwesend ist. Das gibt nur Ärger und böses Blut.


    Fassen wir mal zusammen:


    Die Rechnung wird einer Überprüfung wohl standhalten. Man könnte vielleicht auf Kulanzbasis an der Anzahl der Stunden ein bisschen verhandeln, aber wenn ich die Vorgeschichte (Telefonat) richtig verstanden habe, und das ein wenig interpretiere, dann würde ich die Chancen für einen Preisnachlass als gering einstufen.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

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  • Wenn die Kostenschätzung detailliert gewesen wäre und vielleicht noch eine Zeichnung oder sonst so etwas, dann könnte ich das ganze ja auch nachvollziehen. Aber gefühlt sieht das, wie du es schon beschreibst, eher wie gewürfelte Zahlen aus. Und auch weil die Preise so extrem abweichen.


    Natürlich, das war mein Fehler, es war einer der ersten die bei uns im Haus waren. Habe nur gehört das er vieles aus einer Hand macht und das hatte er mir so wiedergegeben. Hätte da noch mehr nachfragen müssen.

  • Hinterlistig trifft es denke gut.


    Ich werde abwarten was jetzt von ihm per Post kommt (vermute nur die Rechnung damit er vielleicht was in der Hand hat das es auch angekommen ist). Und werde dann schauen was ich mache, ob ich die 50€ in die Hand nehme und ein Anwalt einen Dreizeiler schreibt oder so.


    Aber ein Konzept besteht doch sicher aus mehr als einfach zu schreiben:
    -Abbruch

    -Anbau/Mauern

    -Elektro

    -Fenster


    Bin definitiv froh nichts bei ihm zu machen bzw. in Auftrag gegeben zu haben. Das deutet ja auch schon darauf hin wie das alles gelaufen wäre bei Mängeln.

  • …. und vielleicht noch eine Zeichnung oder sonst so etwas

    ... was dann aber ganz sicher kostenpflichtig wäre, denn individuelle Entwürfe kann es natürlich nicht für umme geben.


    Ich frage mich aber, wie Jemand Kosten schätzen kann, wenn er gar keinen Plan hat!

    Es gibt ja durchaus signifikante Unterscheide zw. Anbau und Anbau. Der eine ist eine Holzständerkonstruktion 4 x 5 m. Ein anderer rechnet einen allseitig verglasten Baukörper auf filigranen Stahlträgern 4 x 15m.... Nur mal so als drastisches Beispiel.