Mitteilung Erstbieter an Lieferanten/Hersteller

  • Ein Hallo an die Experten da draußen.


    Ich habe folgende Fragen, die Ihr mir hoffentlich beantworten könnt.


    Wir (Kommune in Bayern) haben wegen einer Sanierungsmaßnahme div. Gewerke öffentlich ausgeschrieben.


    Nach der Submission, der Prüfung und der Vergabe durch den Bauausschuss haben wir die Bieter entsprechend mit einem Schreiben über den Ausgang der Ausschreibung informieren (offizielles Absageschreiben und Auftragsschreiben). Soweit so gut.


    Nun geschieht es teilweise, dass Lieferanten, Hersteller und dergleichen das Submissionsergebnis (bzw. den erfolgreichen Bieter) von uns erfahren wollen. Wie sieht es mit ausführenden Firmen aus, die sich nur die Ausschreibungsunterlagen besorgt haben, aber kein Angebot eingereicht haben? Darf ich als Ausschreiber das Submissionsergebnis bzw. Informationen über den "Gewinner" der Ausschreibung an Dritte weiterleiten?


    Wie ist dieser Sachverhalt in der VOB geregelt?


    Bei der Weiterleitung von Informationen bzgl. wer die Fachbauleitung durchführt stellt sich mir die gleiche Frage. (Hier sehe ich persönlich aber keine Hindernisse die Namen weiterzugeben).



    Beste Grüße

    FriFi

  • Ich wuesste nicht, das es in der VOB Regelungen gibt, die die Datenweitergabe an unbeteiligte Dritte vorsieht, regelt usw


    Ich wuerde hier in Richtung DSGVO schauen.


    Ich sehe keinen Grund, warum das Ausschreibungsergebnis neben der regulaeren Bekanntgabe an Bieter und evtl. Veroeffentlichungspflichten (Amtsblatt, Vergabeblatt, FoeMi-Stelle) nun von euch an Hinz und Kunz gegeben werden sollte...

  • Ich würde als Mindestbietender einen Aufstand machen, wenn Großhändler X mich anruft und zur gewonnenen Ausschreibung gratuliert und mir Material liefern will.

    Wo gibts denn sowas (in By - klar)

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Hersteller, Lieferanten, Subunternehmer, und Firmen die nur die Unterlagen abgefordert haben, aber kein Angebot abgegeben haben sind am Ausschreibungsverfahren nicht beteiligt (rechtlich "Dritte") und haben m.M.n. kein Recht auf Informationen über den Inhalt und den Ausgang des Verfahrens.


    Der Gewinner des Verfahrens steht bei Baubeginn auf dem Bauschild oder hängt Werbung an den Bauzaun.


    Antwort an Anfragende: Die Bauüberwachung ((o.g. Fachbauleitung)) führt der Auftraggeber durch.

    Wer genau diese Aufgabe übernimmt erfährt der Unternehmer bei der Bauanlaufberatung;

    ebenso, ob sich der Auftraggeber ggf. durch einen Dritten (Ing.-Büro, Architekt) vertreten lässt.


    Wenn die Person, welche die Bauüberwachung für die Gemeinde übernimmt, eine Rolle spielt, würde ich mir Gedanken machen ...


    Bei öff. Aufträgen ist erst mal immer der Bürgermeister / Gemeinderat der Bauherr, Auftraggeber, Bauüberwacher, Rechnungsprüfer...

    der sich aber, wie bei den meisten Angelegenheiten, vertreten lässt.


    Bei Firmen, mit denen die Gemeinde schon jahrelang gut zusammenarbeitet kann man auch schon mal sagen, dass Herr V.d.B. wieder Ansprechpartner sein wird.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Da beim Submissionstermin die Bieter und die Angebotssummen laut vorgelesen werden und bei einem meiner öffentlichen Auftraggeber auch an alle Absender vollständiger Angebote verschickt wurden, vermute ich, dass gegen genau diese Vorgehensweise nichts spricht. Alle anderen Personen sind als "unbeteiligte Dritte" zu sehen und erhalten keinerlei Informationen über Verfahrensbeteiligte.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Da Stimme ich zu.

    Ob Digital oder Schriftlich, Ergebnisse bekommen immer nur die Submissionsteilnehmer mitgeteilt. So ist es auch bei Submissionseröffnung. Teilnehmen dürfen nur Bieter bzw deren bevollmächtigte. (Sofern dies nicht eine "Nichtöffentliche" ist.)

    Das Ergebnis bzw die Firma die den Zuschlag bekommt, wird aber im laufe bzw nach der Prüfung des Angebotes öffentlich benannt in einer entsprechenden Sitzung.


    Genauere Infos dazu sollte aber die zuständige VOB Stelle liefern können.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Hallo,


    danke soweit für die Informationen.


    --> zumalen es "jetzt noch geheimer bzw. eingeschränkter" wird. Die Auftragsvergabe im Bauausschuss soll (muss ?) bei uns ab der nächsten Sitzung jetzt im nicht öffentlichen Teil behandelt werden!


    Ich werde somit weiterhin bei unseren öffentlichen Ausschreibung nur den Bietern die ein Angebot abgegeben haben und explizit angefragt haben die ungeprüfte Niederschrift (sozusagen als unverbindliche Vorabinfo) zukommen lassen. Alle Bieter" bekommen dann nach der Prüfung und der Vergabe durch den Ausschuss ein entsprechendes Formblatt der Absage bzw. des Auftrags. Unbeteiligte Dritte bekommen ein höfliches "Nichts" :-)


    Schöne Grüße

    FriFI

  • --> zumalen es "jetzt noch geheimer bzw. eingeschränkter" wird. Die Auftragsvergabe im Bauausschuss soll (muss ?) bei uns ab der nächsten Sitzung jetzt im nicht öffentlichen Teil behandelt werden!


    Das ist Standard.


    Die Ausschreibung ist öffentlich (keine becshränkte Ausschreibung), weil alle Anbieter am Markt die Unterlagen abfordern können und ein Angebot abgeben dürfen.

    (Das Gegenstück wäre eine beschränkte Ausschreibung, bei der 3 oder 4 oder 5 ausgewählte Anbieter direkt angefragt werden)


    Die Auswertung der Angebote erfolgt intern, also nicht öffentlich. Der Gemeinderat wertet die Angebote aus - ohne Zuschauer - im Saal. Sonst könnten ja die Bieter, Hersteller und Lieferanten als Gäste zur Gemeinderatssitzung kommen (oder jemanden schicken), um Zahlen und Informationen über andere Bieter abzufassen.

    Bei größeren Städten erfolgt die Auswertung im Bauamt, bei Großmaßnahmen gibt es ggf. einen Vergabeausschuss - auch nicht öffentlich.


    Nur die Verkündigung / Bekanntgabe erfolgt teilöffentlich (nur im Beisein der Unternehmer, die ein gültiges Angebot abgegeben haben) oder es wird öffentlich über die beauftragte Firma informiert.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • teilöffentlich (nur im Beisein der Unternehmer, die ein gültiges Angebot abgegeben haben)

    alles andere wäre unfug . warum sollten irgendwelche grosshändler und konkurenzunternehmen die sich nicht beteiligt haben über einzelheiten unterrichtet werden ?

    es wird öffentlich über die beauftragte Firma informiert.

    das ist eine andere geschichte . dabei werden keine einzelheiten preisgegeben.

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer