Haustür unsachgemäßer Einbau?

  • Sehr geehrte Forenmitglieder,


    in unserem Einfamilienhaus haben wir eine alte Haustür aus Holz durch eine neue Aluminium-Haustür mit einem feststehenden Seitenteil aus Glas ersetzen lassen (s. Bild)


    Wir sind mit dem Einbau nicht zufrieden und daher mit dem beauftragten Handwerker uneinig, ob ein unsachgemäßer Einbau vorliegt, den der Handwerker nachbessern müsste oder nicht.


    Nachfolgend beschreibe ich zwei aus meiner Sicht vorliegenden Mängel und bitte Sie als sachkundige Leser um Ihre Meinung zu der Frage, ob der Einbau der Haustür so fachmännisch erfolgt ist oder nicht.


    1.

    Die alte Tür war 4 cm dick, der Rahmen der neuen Tür 7,5 cm. Der neue Rahmen wurde in den 4cm tiefen Ausschnitt im Mauerwerk eingesetzt und ragt nun 3,5 cm in den Innenraum herein.

    Meiner Meinung nach hätte das Mauerwerk zuvor weitere 3,5 - 4,0 cm tief eingefräst werden müssen, damit die Tür auf der Innenseite bündig mit der Wand ist. Das Kompriband hat auf der Innenseite natürlich auch keine Möglichkeit sich anzupressen und ist auf den 3,5 cm komplett expandiert (s. Bild).

    Der Handwerker sagt das wäre nur Optik, ich habe mal von einem nach innen verschobenen Taupunkt gehört und bin mir da nicht sicher, ob das so fachgerecht ist oder nicht?


    2.

    Der neue Türrahmen konnte auf Grund des seitlichen feststehenden Glaselements nicht so breit bestellt werden wie das Mauerwerk ausgeschnitten war, da sonst der Rahmen der Glasscheibe von außen gesehen hinter dem Mauerwerk verschwunden wäre. Das ist ok so, das nur auf der Innenseite zur Folge, dass ein relativ großer Abstand des Türrahmens zum Mauerwerk vorliegt. Auf der Innenseite beträgt der Abstand rechts ca. 6 cm, links sowie oben 4 cm.

    Diese Lücken wurden beim Einbau mit Fichtenholzlatten überbrückt, was mich etwas stutzig macht. Die Latten wurden zwar vorher angedübelt und nachher durch den Rahmen mit dem Mauerwerk verschraubt, auch hier bin ich mir nicht sicher, ob eine Haustür damit fachmännisch angebracht worden ist.?

    Ich habe von speziellen Türverbreiterungsprofilen gehört, die man dafür nehmen kann, ich weiß nur nicht, ob diese für einen fachgerechten Einbau notwendig sind oder ob die Holzlattenkonstruktion ringsherum auch fachmännisch ist?


    Der Handwerker ist in der Lage für Problem Nummer 1 die Nut tiefer zu Fräsen, für Problem Nr. 2 könnte er zum Rahmen farblich passende Verbreiterungsprofile bekommen.

    Den dafür notwendigen Aus- und Einbau mit Fräsen der Nut möchte der Handwerker jedoch nicht im Rahmen der Mängelbeseitigung kostenlos durchführen, sondern hat dazu ein Angebot über 400 € erstellt. Die Verbreiterungsprofile sollen mit 450 Euro berechnet werden.


    Wie sieht Ihre Meinung dazu aus?


    Ich hoffe Sie können uns hier weiterhelfen.


    Mit freundlichen Grüßen,

    Gruener Stift

  • Meiner Meinung nach hätte das Mauerwerk zuvor weitere 3,5 - 4,0 cm tief eingefräst werden müssen, damit die Tür auf der Innenseite bündig mit der Wand ist.

    Wenn Du das wolltest, hättest Du das mit dem Handwerker vereinbaren müssen.


    Für die Frage der Befestigung hätte man eine Bauleitung beauftragen können. Jetzt aus 2 Fotos zu sehen, ob das alles sauber gelaufen ist, ist schlicht unmöglich. Ja, es könnte sein, aber genausogut könnte es :pfusch: sein

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  • ich habe mal von einem nach innen verschobenen Taupunkt gehört

    Der Taupunkt würde mir weniger Sorgen bereiten. Ich frage mich eher, wie er das Element im Mauerwerk verankert hat. Es könnte sein, dass der Mindestrandabstand (Mauerwerk) deutlich unterschritten wird. Anhand der bisherigen Infos kann man das aber nur vermuten. Liege ich damit richtig, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass das durch die Montageanleitung der Hersteller oder Einbaurichtlinien abgedeckt ist. Damit könnte man dann einen Mangel begründen (auch wenn der Handwerker erst einmal eine fachgerechte Montage darlegen müsste).


    Entscheidend ist aber die Frage, was wurde angeboten bzw. beauftragt. Das Problem ist ja nicht urpötzlich vom Himmel gefallen, sondern seit dem Ausmessen des Elements/Öffnung sicherlich bekannt. Hatte er die zusätzlichen Leistungen angeboten, oder konnte man stillschweigend davon ausgehen, dass diese im Preis enthalten sind? Letzteres erweist sich oft als fatale Fehleinschätzung.


    Die Tatsache, dass er nun ein Angebot für das Nacharbeiten erstellt hat, spricht eher dafür, dass diese Leistung ursprünglich nicht enthalten war. Andererseits wäre der Aufwand viel geringer gewesen, wenn man es gleich angeboten (und beauftragt) hätte, und man sollte sich fragen, warum er dieses Angebot dann nicht gemacht hat. Wer, wenn nicht er, hätte wissen müssen, dass diese Arbeiten notwendig werden? Bei solchen "Kleinaufträgen" ist der Handwerker Planer und Ausführender in einer Person.


    Der neue Türrahmen konnte auf Grund des seitlichen feststehenden Glaselements nicht so breit bestellt werden wie das Mauerwerk ausgeschnitten war,

    Daraus würde ich keinen Mangel ableiten können, denn das Verschließen der Fugen ist nicht automatisch eine Leistung des Monteurs. Er muss "nur" sicherstellen, dass trotz größerem Abstand (Fugenbreite) das Element ausreichend befestigt ist, womit wir wieder bei obigen Pkt. 1 wären.

    Der Einsatz von Verbreiterungen ist zwar gängige Praxis, aber nicht immer zwingend erforderlich.


    In meinen Augen gibt es keinen Grund, warum der Handwerker nun alle Kosten für die Änderungen übernehmen sollte, aber er ist auch nicht völlig schuldlos an der Situation. Meine persönliche EInschätzung, für Punkt 1 wären die Kosten für die Änderung der Leibung vom AG zu bezahlen, Demontage und erneute Montage des Elements vom Handwerker. Punkt 2 ginge auf die Rechnung des AG, sofern er die Verbreiterungen wünscht und nicht eine andere Lösung favorisiert.


    Hierbei habe ich vorausgesetzt, dass diese Leistungen nicht angeboten und beauftragt waren, und somit durch die bisherige Rechnung auch noch nicht abgegolten sind.

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    .

  • Vielen Dank für Ihre Antworten.

    Zitat von R. B.

    Es könnte sein, dass der Mindestrandabstand (Mauerwerk) deutlich unterschritten wird. Anhand der bisherigen Infos kann man das aber nur vermuten. Liege ich damit richtig, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass das durch die Montageanleitung der Hersteller oder Einbaurichtlinien abgedeckt ist.

    In der Einbaurichtlinie des Herstellers sind leider keine Angaben über den Mindestabstand zum Mauerwerksrand gemacht, lediglich in welchen Mindestabständen die Befestigungen gesetzt werden müssen (s. Bild)

    Je geringer die Einbautiefe, desto kleiner ist natürlich der Abstand zum Rand und umso höher ist die Chance, dass die Befestigungen bei Gewalteinwirkung am Rand ausbrechen.


    Zitat von R. B.

    Hatte er die zusätzlichen Leistungen angeboten, oder konnte man stillschweigend davon ausgehen, dass diese im Preis enthalten sind? Letzteres erweist sich oft als fatale Fehleinschätzung.

    Es wurde leider erst gar nicht auf diese Thematik hingewiesen, so dass diese Leistungen vor der Montage weder besprochen noch angeboten wurden.


    Da ich handwerklicher Laie bin, habe ich eine Montage der Tür beauftragt und erst nach Fertigstellung gesehen, dass die Tür nicht bündig mit dem Mauerwerk verbaut wurde. Ich bin einfach davon ausgegangen, dass dies für einen Einbau ganz normal ist und dazugehört. Aufgefallen ist mir dies erst nach erfolgter Montage.


    Zitat von R. B.

    Daraus würde ich keinen Mangel ableiten können, denn das Verschließen der Fugen ist nicht automatisch eine Leistung des Monteurs. Er muss "nur" sicherstellen, dass trotz größerem Abstand (Fugenbreite) das Element ausreichend befestigt ist, womit wir wieder bei obigen Pkt. 1 wären.

    Der Einsatz von Verbreiterungen ist zwar gängige Praxis, aber nicht immer zwingend erforderlich.


    Ok, ich habe mich nur gefragt, ob Fichtenholzlatten eine angemessene Verbreiterung für den Anschluss an das Mauerwerk darstellen, da Fichte kein Hartholz sondern ein Weichholz ist und somit auch was das Thema Gewalteinwirkung betrifft sicher nicht so stabil und langlebig ist. Dazu kommen Anfälligkeit für Feuchtigkeit und ggf. Verottung des Materials.

    Die von Ihnen vorgeschlagene Aufteilung der Kosten finde ich fair, doch der Handwerker möchte leider alles bezahlt haben, was ich aus oben genannten Gründen auch nicht einsehe.


    Wenn Sie dazu noch ergänzende Meinungen oder Tipps parat haben, freue ich mich darüber.


    Danke!

  • Wenn Du vorher über möglichkeiten hättest informiert werden wollen und der Unternehmer nicht von sich aus was gesagt hat, warum hast Du dann nicht nachgefragt und bist stillschweigend von einer Lösung in Deinem Sinne ausgegangen?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • PS.: Wenn die Einbauvorschrift der Tür keine Mindestrandabstände vorgibt, dann mal die Zulassung der Befestiger einsehen. Da stehen meist materialabhängig Mindestrandabstände drin.

    Ach ja - sicher, dass es Nadelholzleisten sind? Für mich sieht das nach Buche aus - und das ist kein Nadelbaum.

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  • doch der Handwerker möchte leider alles bezahlt haben,

    Hast DU ihm bereits einen Gegenvorschlag unterbreitet? Wenn ja, und er hat diesen abgelehnt, dann wären wohl die Juristen am Zug.


    Meine Vermutung ist, dass er ein paar Arbeitsstunden leichter abschreiben kann als Materialeinsatz. Vielleicht geht er davon aus, dass er alles umsonst machen soll, und lehnt deshalb kategorisch ab.


    Auch wenn es sich optisch um eine deutliche Verschlechterung des ursprünglichen Zustands handelt, würde ich damit als Mangel nicht argumentieren wollen (ich bin aber kein Jurist). Ein besserer Ansatz wäre in meinen Augen, wenn man klar erkennen könnte, dass eine zugesicherte Eigenschaft nicht erreicht wird.


    Bsp.:

    Für die Schalldämmung wird sagen wir mal ein Schalldämm-Maß von 35dB(A) angegeben. Als Kunde kannst Du darauf vertrauen, dass dieser Wert auch erreicht wird. Aufgrund der gezeigten Montage wird dieser Wert nicht erreicht, was sich messtechnisch verifizieren lässt, folglich Mangel.


    Oder die von mir angesprochene Montage. Das Element ist zuverlässig zu befestigen, wobei der Hersteller Maueranker, Dübel etc. nennt. Was für Rahmenschrauben wurden verwendet? Dann in die technischen Unterlagen der Schrauben schauen, wie diese in welchem Mauerwerk zu verwenden sind (Stichwort Randabstand). Ich vermute anhand Deiner Infos, dass die Befestigung nicht fachgerecht ist, und vermutlich auch den Vorgaben der Schraubenhersteller widerspricht. Folglich -> Mangel


    Bevor man also versucht, Mängel zu "konstruieren" bei denen die Argumentation nachher auf wackeligen Beinen steht, würde ich versuchen mich auf eindeutige Punkte zu konzentrieren.

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  • Vielen Dank für Ihre Antworten.

    Zitat von Ralf Dühlmeyer

    Ach ja - sicher, dass es Nadelholzleisten sind? Für mich sieht das nach Buche aus - und das ist kein Nadelbaum.

    Der Farbton des Holzes auf dem Bild sieht relativ dunkel aus, so dass man es für Buche halten kann, ich kann Ihnen jedoch versichern es ist Fichte.


    Stellt die Verwendung von weichem Nadelholz einen Mangel dar?


    Zitat von Ralf Dühlmeyer

    PS.: Wenn die Einbauvorschrift der Tür keine Mindestrandabstände vorgibt, dann mal die Zulassung der Befestiger einsehen. Da stehen meist materialabhängig Mindestrandabstände drin.

    Das Päckchen Schrauben welches bei der Montage verwendet wurde habe ich nicht gesehen, so dass ich leider nicht weiß, was verbaut worden ist. Der Türrahmen hat eine Verblendung von innen, ich kann die verwendeten Schrauben daher nicht erkennen.

    Um das zu klären müsste ich den Monteur fragen.


    Zitat von R. B.

    Hast DU ihm bereits einen Gegenvorschlag unterbreitet? Wenn ja, und er hat diesen abgelehnt, dann wären wohl die Juristen am Zug.

    Bisher habe ich mit dem Monteur nur telefonisch über Nachbesserung diskutiert, daraufhin hat er mir ein neues Angebot über 400 € für den erneuten Einbau per Email zukommen lassen, zuzüglich 450 € für 3 Verbreiterungsprofile.


    Zitat von R. B.

    Was für Rahmenschrauben wurden verwendet? Dann in die technischen Unterlagen der Schrauben schauen, wie diese in welchem Mauerwerk zu verwenden sind (Stichwort Randabstand).

    S.o., das weiß ich leider nicht, muss ich den Monteur fragen.


    Zitat von R.B.
    • Bevor man also versucht, Mängel zu "konstruieren" bei denen die Argumentation nachher auf wackeligen Beinen steht, würde ich versuchen mich auf eindeutige Punkte zu konzentrieren

    Ok, das klingt vernünftig. Ich werde nach den Befestigungen fragen und hoffe natürlich auf eine ehrliche Antwort des Monteurs.


    Für weitere Anregungen bleibe ich offen werde über neue Erkenntnisse berichten.