Abweichung Grenzbebauung

  • Hallo zusammen, wir bauen gerade ein Einfamilienhaus (Fertighaus). Lt Bplan musste die Garage auf Grenze gebaut werden. Haus u Garage stehen inzwischen, allerdings hat der Vermesser gepfuscht u die Garage steht nun 13 cm von der Grundstücksgrenze weg. Garage u Haus sind verbunden, d.h. auch unser Haus steht 13 cm zu weit weg. Der Bauleiter hat das ganze schon vor Wochen abgenommen....ohne Beanstandung. Die Baufirma versucht uns jetzt mit mit Übernahme der Rechnung für einen 13cm Traufstreifen anzufertigen. Meiner Meinung nach ein Witz! Theoretisch haben wir gegen den genehmigten Bauantrag u den Bplan verstoßen. Ich möchte gar nicht wissen, was auf uns zukommt, sollte das die Gemeinde bemerken. Gibt es hier Erfahrungen, was in so einem Fall zu tun ist, bzw. wie hoch die Entschädigung sein muss. Macht es Sinn einen Anwalt hinzuzuziehen?

    Viele Grüße

  • Die Baufirma versucht uns jetzt mit mit Übernahme der Rechnung für einen 13cm Traufstreifen anzufertigen. Meiner Meinung nach ein Witz!

    Diesen Satz verstehe ich nicht richtig. Was hat die Baufirma damit zu tun, wenn falsch eingemessen wurde? Wer hat falsch eingemessen? Du schreibst der "Vermesser", dann wäre doch der mal der erste der den Kopf hinhalten muss.

    Wieso "anfertigen"? Oder meinst Du "abfertigen"?

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Theoretisch

    Praktisch kommt das nicht nur bei euch vor, dass bei der Einmessung mal ein paar cm in die eine oder andere Richtung vermessen wird.

    Folgen hat das keine, warum auch. Von wem willst Du eine Entschädigung, und für was?


    R.B. Ich verstehe das so, dass die Baufirma den Vermessungsfehler begangen hat und als Ausgleich jetzt den Traufstreifen anfertigt und selbst bezahlt, also nicht in Rechnung stellt.

  • R.B. Ich verstehe das so, dass die Baufirma den Vermessungsfehler begangen hat und als Ausgleich jetzt den Traufstreifen anfertigt und selbst bezahlt, also nicht in Rechnung stellt.

    Vermute ich zwar auch, aber sie schreibt von "Vermesser", das verwirrt mich ein wenig. Deswegen die Nachfrage. Baufirma die ein Schnurgerüst stellt o.ä. würde ich jetzt nicht als Vermesser bezeichnen.


    Schlimmer wäre, wenn die Garage 13cm auf dem Grundstück der Nachbarn stünde.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Guten Morgen, sorry für die Unklarheiten. Der Vermesser wurde über die Baufirma (Fertighausfirma) beauftragt. „Anfertigen“ sollte eigentlich „abfertigen“ heißen.
    Ist das tatsächlich so, dass es eine Toleranz bei der Grenzbebauung gibt? Ich dachte, wenn das so im Bplan steht, dann ist das so. Unser Nachbar hat mit seinem Bau noch nicht begonnen. Was ist denn, wenn auch er seine Garage auf Grenze bauen will, dann sollten unsere Garagen eigentlich aneinander „stoßen“. So wie es jetzt ist, wäre aber ein Spalt von eben 13 cm.
    Viele Grüße

  • Praktisch kommt das nicht nur bei euch vor, dass bei der Einmessung mal ein paar cm in die eine oder andere Richtung vermessen wird.

    Folgen hat das keine, warum auch. Von wem willst Du eine Entschädigung, und für was?


    R.B. Ich verstehe das so, dass die Baufirma den Vermessungsfehler begangen hat und als Ausgleich jetzt den Traufstreifen anfertigt und selbst bezahlt, also nicht in Rechnung stellt.

    Sie wollen die falsch eingemessenen 13 cm jetzt als Traufstreifen anlegen. Diese Kosten würden sie bezahlen. Also ein Traufstreifen zwischen Nachbargrundstück und unserer Garage

  • Was sollten sie sonst machen? Abriss wäre unverhältnismäßig. Garage steht noch auf Eurem Grundstück.

    Optischer Mangel? Darüber könnte man nachdenken, der Schaden in Euro dürfte aber gering sein.


    Grenzbebauung bedeutet nicht, dass die Garage exakt auf den Millimeter genau auf der "Grenze" sitzen muss.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Ihr könntet eine Vereinbarung mit dem Unternehmen treffen, dass sie die Lücke zwischen Eurer und der Nachbargarage mit einer Blende verschließen, falls der in den nächsten fünf Jahren grenzständig baut.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Dämmung kleben + Putz bis genau an die Grenze, Stirnseiten neu putzen, Dachrand anpassen, und schon könnte das Problem aus der Welt sein, falls nicht der Grenzabstand auf der anderen Seite unterschritten ist. Zur baurechtlichen Absicherung könnte man noch eine Tektur genehmigen lassen.


    Schwierig wird es, wenn die Lage der Gebäude nicht genehmigungsfähig ist.


    Die Lösung mit dem Traufstreifen halte ich auch für keine gute Idee, siehe #5, Problem, wenn der Nachbar an gleicher Stelle eine Garage bauen will.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • hättest Du nicht ein paar Minuten eher schreiben können? 😀

    Mit Schreiben angefangen habe ich auch vor Deinem Beitrag, nur hat es wegen der größeren Anzahl Buchstaben auch länger gedauert bis zum Einstellen!:D

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Der Bauleiter hat das ganze schon vor Wochen abgenommen....ohne Beanstandung.

    Was soll er auch machen? Er weiß ja nicht, wo die Grenze tatsächlich in der Örtlichkeit liegt. Daher zunächst mal die Frage, wer hat die 13cm festgestellt?


    Ich möchte gar nicht wissen, was auf uns zukommt, sollte das die Gemeinde bemerken.

    Da Euch anscheinend keine Schuld trifft, solltest Du wissen, was auf Euch von der Gemeinde zukommt, denn danach lässt sich vielleicht ein Schaden bemessen.

    Macht es Sinn einen Anwalt hinzuzuziehen?

    Nur wenn sich die Baufirma als unkooperativ herausstellt. Immerhin haben sie schon etwas angeboten.


    mal ein paar cm

    Dreizehn übersteigt jegliche Toleranz.


    Folgen hat das keine

    Was noch herauszufinden ist.


    Ist das tatsächlich so, dass es eine Toleranz bei der Grenzbebauung gibt?

    Ja, aber keine 13cm. Die Toleranz ist von der Qualität des Katasternachweises abhängig und liegt üblicherweise zwischen 2cm und 6cm.

    Also ein Traufstreifen zwischen Nachbargrundstück und unserer Garage

    Schließe mich den Vorrednern an, dass das keine gute Lösung ist.

  • zu bedenken gebe ich , dass eine vermessung auch nur einen ungefährer wert ergibt .


    ich habe es schon oft genug erlebt , dass drei vermessungen drei verschiedene werte ergeben haben .u.u. steht die garage nur 3 cm von der grenze weg . im schlimsten falle kommt der vom nachbarn beauftagte vermesser auf 1 cm über der grenze ......


    alles schon dagewesen .


    (deswegen halte ich die von jedem vermesser gesetzten punkte in ehren und schütze sie , so gut es geht , wenn dann einer mit anderen grenzverläufen kommt , ist es gut , sowas zu haben )

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Hallo Escroda, die Grundstücksgrenze ist an der Grenze zur Straße u am anderen Ende des Grundstücks von der Gemeinde gekennzeichnet. Aufgefallen ist das unserem Erdbauer, der die Leitungen verlegt. Der neue Bauleiter (der Alte hat gekündigt 😊) hat die Abweichung gestern Abend bestätigt.

  • JaBu, hat denn der Vermesser die Abweichung bestätigt? Wenn ich lese "von der Gemeinde gekennzeichnet", muss das nicht unbedingt mit den Katasterunterlagen übereinstimmen!

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • JaBu, hat denn der Vermesser die Abweichung bestätigt? Wenn ich lese "von der Gemeinde gekennzeichnet", muss das nicht unbedingt mit den Katasterunterlagen übereinstimmen!

    Nein, bis jetzt der Bauleiter u der Erdbauer, dem die Unterlagen auch vorliegen. Der Bauleiter wollte Kontakt mit dem Vermesser aufnehmen. Es muss ja im Prinzip erstmal geklärt werden, ob der Vermesser gepfuscht hat oder derjenige, der sie Garage gebaut hat. Das ist die aktuelle Aussage vom Bauleiter 🤷🏼‍♀️

  • Hallo Escroda, die Grundstücksgrenze ist an der Grenze zur Straße u am anderen Ende des Grundstücks von der Gemeinde gekennzeichnet.

    Da es in Bayern keine öffentlich bestellten Vermessungsingenieure gibt, ist einzig und allein das Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung für Grenzvermessungen zuständig. Dieses kann natürlich auf Anforderung der Gemeinde tätig geworden sein.

    Wie sehen denn die Kennzeichnungen aus? Bist Du sicher, dass sie die rechtmäßige Grenze anzeigen oder könnten sie durch Bautätigkeit verändert worden sein?

    Der neue Bauleiter (der Alte hat gekündigt 😊) hat die Abweichung gestern Abend bestätigt.

    Wie hat er denn geprüft? Wenn die Prüfung auf den gleichen falsch sitzenden Vermarkungen beruht, ist sie wertlos. Gibt es zuverlässige benachbarte Abmarkungen, mit deren Hilfe man die Grenzlängen überprüfen kann?



    ich habe es schon oft genug erlebt , dass drei vermessungen drei verschiedene werte ergeben haben

    Ja, das ist das Prinzip der Mehrfachmessungen. Nur anhand dieser Redundanzen kann überhaupt die Genauigkeit einer Messung ermittelt werden, damit dein unbestimmter Begriff "ungefähr" in konkreten Zahlen ausgedrückt werden kann.

  • damit dein unbestimmter Begriff "ungefähr" in konkreten Zahlen ausgedrückt werden kann.

    ist nicht mein unbestimmter begriff


    wenn nach der fertigstellung ein vermesser "seinen "grenzpunkt 20 cm auf der pflasterfläche findet und ich das röhrchen nach der frage warum wir so weit ausserhalb der grenze sind neben der pflasterung freilege kommt ein "OOOOh , ehrlich ?" ist das mit der redundanz so ne sache .....

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Es muss ja im Prinzip erstmal geklärt werden, ob der Vermesser gepfuscht hat oder derjenige, der sie Garage gebaut hat.

    Die Garage steht doch am Haus und dürfte eine feste, leicht nachmessbare Breite haben. Sollte also die Messpunkt stimmen, steht nicht nur die Garage, sondern auch euer Haus falsch...

    Den Garagenaufsteller dürfte also die geringste Schuld treffen.

  • 13 cm wäre schon eine Hausnummer, die zu Ärger führen könnte. Das hängt davon ab, wer wann welches Fass öffnet. Wenn man sich mit dem Nachbar einig wäre und z.B. dem Vorschlag von Thomas T. aus #9 folgen würde, wird das vermutlich die nächsten 100 Jahre keiner merken. Ein Restrisiko bleibt aber.


    Wenn Gemeinde und Landratsamt auf den Plan gerufen werden gibt es verschiedene Möglichkeiten.

    Gab es wirklich eine Genehmigung oder wurde im Genehmigungsfreistellungsverfahren gebaut? Die Folgen sind dann unterschiedlich. In letzterem Fall müsste alles nachgenehmigt werden und es fallen die gesamten Genehmigungsgebühren erstmals an. Im ersteren Fall wäre eine Tektur erforderlich. In beiden Fällen wird vermutlich eine Befreiung von B-Planfestsetzungen erforderlich (Einhaltung der Bauräume?), die auch Gebühren nach sich zieht. Außerdem müssen Pläne erstellt und bezahlt werden. Was passiert, wenn die Gemeinde oder das Landratsamt die Befreiung nicht geben, ist noch eine ganz andere Frage.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • ist nicht mein unbestimmter begriff

    Du hast in #13 zu bedenken gegeben, dass eine Vermessung nur einen ungefähren Wert ergäbe. Daher habe ich das Wort "ungefähr" Dir zugeschrieben.


    Da es hier konkret um 13cm geht, hilft "ungefähr" nicht weiter.

    enn nach der fertigstellung ein vermesser "seinen "grenzpunkt 20 cm auf der pflasterfläche findet und ich das röhrchen nach der frage warum wir so weit ausserhalb der grenze sind neben der pflasterung freilege kommt ein "OOOOh , ehrlich ?" ist das mit der redundanz so ne sache .....

    Sorry, ich verstehe nicht, was Du sagen willst.