Zuviel Finanzierung aufgenommen, was passiert?

  • Hallo zusammen,


    ich weiß man sollte nicht viel zu viel aufnehmen und auch genaue Kostenvoranschläge bereits haben.


    Was passiert dennoch wenn man Zuviel aufnimmt? Also sprich man nimmt

    Beispiel 1:

    200.000 Kredit auf und gibt nur 180.000€ aus (auch mit Garten und anderen Ausgaben) ? Soweit ich mitbekommen habe zahlen einige Banken den Rest einfach aus ohne Rechnung.


    Beispiel 2:

    300.000 Kredit und Ausgaben von nur 240.000€


    Am Ende wird eher was fehlen als was übrig bleibt. Aber getreu dem Motto irgendwas kann doch nicht umgesetzt werden oder sonst irgendwelche Gründe.


    Was passiert mit den restlichen 60.000€?

    Zahlt man solange Bereitstellungszinsen bis man Rechnungen einreicht damit es ausgezahlt wird ?

    Verstößt man gegen den Vertrag den man mit der Bank geschlossen hat und dieser kann von Bank seite aus gekündigt werden oder die Konditionen verschlechtern sich?

  • Zahlt man solange Bereitstellungszinsen bis man Rechnungen einreicht damit es ausgezahlt wird

    Bei manchen Banken: Ja!

    Verstößt man gegen den Vertrag den man mit der Bank geschlossen hat und dieser kann von Bank seite aus gekündigt werden oder die Konditionen verschlechtern sich?

    Nein, habe ich bei meinen Bauherrn so noch nicht gehört. Mehrfach habe ich gehört, dass Banken den mangels Belegen nicht ausgezahlten Betrag als Sondertilgung dem Darlehenskonto gutgeschrieben haben - in der vertraglich maximal möglichen Höhe und damit in einem Fall über drei Jahre verteilt. Aber der häufiger vorkommende Fall scheint eine Nachfinanzierung zu sein - nach dem, was man hier und in anderen Foren dazu mitunter liest.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Da handelt jede Bank etwas anders, wobei es sicherlich auch auf die Höhe des nicht in Anspruch genommenen Betrages ankommt. Die Banken bevorzugen die Variante, dass der Kredit so läuft wie ursprünglich vereinbart. Eine Reduzierung der Kreditsumme steht an sich nicht auf dem Plan.

    Bei einem kleinen Betrag und einer FInanzierung die hinsichtliche Sicherheiten nicht auf Kante genäht ist, reichen die Banken den Betrag oftmals auch ohne Rechnungsbelege aus.


    Schwierig wird es, wenn der Betrag relativ hoch ist (im Vehältnis zur Kreditsumme) und die Finanzierung vielleicht auch noch knapp besichert ist. In diesem Fall hat die Bank ein Problem, denn das gebaute Haus hat ja nicht den ursprünglich geplanten "Wert" (als Sicherheit), und wenn die Bank einen nicht unerheblichen Anteil der Kreditsumme einfach so vergibt, dann ist dieser Teil ja nicht besichert. Bis zu welchem Blankoanteil die Bank da mitspielt, dafür gibt es keine pauschale Regelung.Das hängt von vielen Faktoren ab (Bonität des Kreditnehmers, sonstiges Engagement usw.).


    Hier hilft nur Rücksprache mit der Bank, denn so lange der Teil nicht abgerufen ist, oder zumindest geklärt ist was damit geschehen soll, kann die Bank Bereitstellungszinsen berechnen. Ob sie davon Gebrauch macht, das steht in den Sternen. In Zeiten niedriger Guthabenzinsen, und der Tatsache, dass Banken froh sind um jeden Euro den sie gewinnbringend (und möglichst sicher) unterbringen können, würde ich nicht darauf hoffen, dass sie auf die Bereitstellungszinsen verzichtet.


    Manche versuchen daraus auch ein Zusatzgeschäft zu generieren, sprich Auswahlung und Einzahlung in einen BSV, der dann an die Bank abgetreten wird. Der bringt dann gleich noch ein bisschen Provision. Für den Kunden ist das normalerweise nicht die beste Variante.

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  • In der Regel hast du die Rechnungen nachzuweißen und bekommst ja entweder den vollen Betrag oder Teilauszahlungen zur Verfügung gestellt.

    Durch die Nachweise der Rechnungen ist die Zweckgebundenheit nachgewiesen.


    Solltest du mit weniger Geld auskommen als zur Verfügung steht, hast du am Ende die Fertigstellung des Bauvorhabens zu belegen, entweder durch Abnahme mit deinem Kreditgeber vor Ort oder ähnlich.


    Die restliche Summe steht dir zur freien Verfügung oder kann wenn Sondertilgung vereinbar ist eingebracht werden.

    Das restliche Geld ist nicht mehr zweckgebunden.


    VG

  • Die restliche Summe steht dir zur freien Verfügung oder kann wenn Sondertilgung vereinbar ist eingebracht werden.

    Das restliche Geld ist nicht mehr zweckgebunden.

    Das ist dann das berühmte Auto, das bei einem Baukredit rausspringen muss :thumbsup:

  • Aber noch einmal zur Erinnerung. Das funktioniert alles relativ einfach, so lange der Betrag überschaubar bleibt.


    Bei folgendem Beispiel wird es aber schwieriger, schließlich werden 20% des Darlehens NICHT für den ursprünglichen Zwecke genutzt.


    Beispiel 2:

    300.000 Kredit und Ausgaben von nur 240.000€


    Am Ende wird eher was fehlen als was übrig bleibt. Aber getreu dem Motto irgendwas kann doch nicht umgesetzt werden oder sonst irgendwelche Gründe.

    Wenn der Bau nicht so umgesetzt wird wie geplant, dann greift das was ich oben schon zu den Sicherheiten geschrieben habe. Wenn 60T€ nicht eingesetzt werden, dann wird man nur schwer erklären können, dass das Haus trotzdem den ursprünglich als Sicherheit angesetzten Wert hat. Bei hohem EK Einsatz spielt das keine Rolle, bei einer Finanzierung die auf Kante genäht ist, schon eher.


    Deswegen, mit der Bank reden, die wissen ja, was sie wie angesetzt haben, und wo noch "Luft" ist. Meist hat es genügend Reserve, so dass der Restbetrag zur freien Verfügung ausgereicht werden kann. Man kann aber nicht voraussetzen, dass dies immer zutrifft. Ob dann die Bank einfach mal so mit 60T€ (oder mehr) blanko geht? Darauf würde ich nicht wetten.

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  • Okay super vielen Dank euch!

    Ich gehe auch eher davon aus das nichts bzw. nur ganz wenig übrig bleibt. Glaube der andere Fall ist dann doch eher die extrem seltene Ausnahme. Ist nur Neuland für mich und daher wollte ich das einfach abgeklärt haben.

    Ein Auto wollen wir sicher nicht dafür kaufen, auch wenn es solche Fälle mit Sicherheit gibt.

  • Das Auto war halt ein typisches Beispiel, wobei man sich fragen könnte, ob es sinnvoll ist, ein Auto mit einer Lebensdauer von 10 Jahren auf 30 oder 40 Jahre zu finanzieren, egal wie niedrig der Zinssatz ist. Ein Geschäftsmann der so handelt, hätte schnell eine Schieflage in seiner Bilanz.

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