Sandwichplatten aus Metall - Wohnhaus 60er Jahre - modernisierungsfähig?

  • Servus beinander,


    Ich habe hier eine skurrile Konstruktion: Fertighaus aus den 60er Jahren und zwar keine Holzkonstruktion, sondern das ganze Teil aus Stahl!

    Die Sandwichplatten bestehen wohl aus 5mm Stahl, 5cm EPS, 5mmStahl. Innen wurde mal mit 3cm draufgedämmt und mit Rigips verkleidet.


    Wie geht man so ein Gebäude überhaupt an?

    Abriss? (Juchu, Asbest)

    Irgendwie hat es auch was.

    Einfach noch EPS aussen draufpacken?


    Ich gestehe, ich rätsele


    So schauts aus:



    Unten ist ein KS-Keller, voll beheizt, das Gebäude steht an fast allen Seiten über dem Keller drüber auf Stahlträgern.


    Was würdet ihr tun?


    Ich schwanke zwischen Abriss und Dämmen

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Sowas ist mir noch nicht untergekommen. Ich habe Fertighäuser schon in verschiedensten Varianten gesehen, aber keines war 1) so alt 2) aus Metall.

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  • Treffer! Auch der Name stimmt. Sollte fast unter Denkmalschutz stehen. Es hat was, wirklich.

    Heizung ist allerdings gewöhnliche NT-Heizung.

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  • Ich liebe diesen Job! Wo sonst würde man über sowas stolpern? Immer wieder spannend. (Und da fragte mich doch mal glatt jemand, ob das nicht langweilig sei)

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  • Sowas ist mir noch nicht untergekommen. Ich habe Fertighäuser schon in verschiedensten Varianten gesehen, aber keines war 1) so alt 2) aus Metall.

    Wenn Du schon eine bauliche Anlage im Stil eines Industriebaus / Gewerbebaus hast, dann behandle es doch auch so: ;-)

    - nichttragende Teile ausbauen

    - außen ISO-Elemente oder Dämmung in Blech-Kassetten mit Stahltrapezblech (=A1, nichtbrennbar!)

    - innen KS-Mauerwerk als Sichtmauerwerk (das fasst die Stahlstützen ein bis auf die Gurte)


    Ist aber insgesamt eine schwierige Konstruktion wegen der Wärmebrückenproblematik.


    Schön ist 'was anderes.

    Aber was war denn die Idee und der Zweck dahinter?

    Industielle Fertigung, schnelle Montage, preiswert.


    ((Da waren sie wieder - meine 3 Probleme...))

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • - nichttragende Teile ausbauen

    - außen ISO-Elemente oder Dämmung in Blech-Kassetten mit Stahltrapezblech (=A1, nichtbrennbar!)

    - innen KS-Mauerwerk als Sichtmauerwerk (das fasst die Stahlstützen ein bis auf die Gurte)

    wird schwierig bei dieser Konstruktion, Zitat Wiki:


    "Die Fertigteile waren aus Platal, einem korrosionsbeständigen Verbundwerkstoff aus Stahl und Kunststoff. Die Konstruktion bestand aus Bandstahlträgern und Rippenträgern. Unterboden, Wände und Dach bestanden jeweils aus zwei Lagen Platal, zwischen denen sich eine Isolierschicht aus Styropor befand. Dadurch und durch die Gipskassettendecken wurde eine effektive Wärme- und Schalldämmung erzielt, vergleichbar mit einer etwa 40 cm dicken Steinmauer. Entlang den Wänden lief in der Decke eine Schiene aus Stahl, an der wie in einer Galerie Bilder an Perlonfäden aufgehängt werden konnten. Aufsatzleisten für die 6 cm dicken Wände, die ebenfalls aus Platal und Styropor erstellt wurden, waren mit dem Fußboden verschweißt. Der Fußboden war auch aus Stahl, drüber lag Pressholz, darauf der Teppich. ... Selbst die Terrasse und die Rollladenkästen waren aus Stahl."

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Formatierung Zitat teilweise neutralisiert

  • Ich würds anders angehen. Statik und Bauphysik. Kann die Konstruktion das Zusatzgewicht einer Dämmung samt UK tragen und wie funzt dann die Physik (Diffusion)

    Guter Hinweis. Fraglich ist, ob statische Werte überhaupt noch verfügbar sind. Evtl. kann das Hoeschmuseum weiterhelfen.


    Ich würde die Fassade gar nicht zusätzlich belasten. Die Dämmplatten sollten m.E. auf Sockelschienen stehen, die hoffentlich an der KG-Decke oder den KG-Wänden befestigt werden können.


    Insgesamt halte ich die (energetische) Sanierung für recht anspruchsvoll, weil die Hülle wahrscheinlich nur so vor Wärmebrücken strotzt.


    Vor einiger Zeit haben wir mal eine Führung durch einen Vorläufer, das Stahlhaus in Dessau gemacht, das auch noch bis in die 90er Jahre bewohnt war. Das Wohnen war nach Aussage der Führerin nicht unbedingt angenehm, Stichwort Kondenswasser von rundum.

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Was es nicht so alles gab... :eek:


    Wenn man außen was macht, dann verändert man das Gebäude, das eigentlich unter Denkmalschutz gehört. Wie sind denn Wände und Dach und Boden verbunden? Wurde das alles verschweißt? Ist das Gebäude so ähnlich dicht wie ein Container?

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Frag doch mal bei dem Hersteller. Oder falls es diesen nicht mehr gibt eine Firma die sich auf diese Sanierungsfälle spezialisiert hat. Sollte sich ja was finden lassen. (Das hab ich nach der Besichtigung eines Fertighauses gemacht aus dem Zeitalter um abschätzen zu können was Die Fassade abkann und welche Störfaktoren drin sind (Ausdünstungen)).


    Naja, ich bin das bei OLger MD . Alles lumpige raus und Grundauf neu. Solang keien massive Korrosion aufkommt.

    Kann mir aber nicht vorstellen das 5mm Stahlblech verbaut wurde. Oder ist das ein Trapezstahlblech mit aufgespritzten PU-Schaum?


    Gibt mehr Details vom Haus?


    Stahlhaus - geniale Idee wird zum Fall für Schrotthändler | ikz-online.de |

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Wikipedia Link von oben und deinen eigenen nicht gelesen?

    Ca. 50 Stahlhäuser stehen noch in Deutschland. Firmen die sich auf sowas spezialisiert haben heissen Schrotthändler....

  • Off-Topic:

    feelfree NEIN, ich lese und beklicke nicht jeden Link.

    Meine eigenen les ich aber schon ... nur hat Herr feelfree nicht erkannt das ich meinen Beitrag zweimal ergänz habe....:nono:

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • nur hat Herr feelfree nicht erkannt das ich meinen Beitrag zweimal ergänz habe....

    Wie hätte ich das erkennen sollen? Ich habe nur eine Version gelesen, und die steht jetzt noch da.

    Der Link in #3 ist aber in jedem Fall einen Klick wert, falls Du dich dafür interessierst.

  • Ich war nur für eine Besichtigung zum Energieausweis drin. Mehr als Modernisierungsmaßnahmen vorzuschlagen, brauche ich also nicht machen. Wobei der Ausweis schon fertig ist.


    Nichtsdestotrotz interessierte es mich sehr, was man wohl mit so einem Haus machen könnte, da es doch recht ungewöhnlich war. Mir ist da nicht wirklich was eingefallen, dazu bin ich zu wenig in der Ausführung unterwegs.


    Bei einigen „normalen“ Fertighäusern gibt es tatsächlich Firmen ( oftmals Teile der ursprünglichen) , die Sanierungskonzepte anbieten.

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  • Wieder was gelernt....!


    Kannte ich gar nicht, dachte ich, da fiel mir ein, dass ich vor Jahren (vielen Jahren!) einmal eine Anfrage hatte ein Haus aus Stahl (könnte ein Hoesch - Haus gewesen sein) zu sanieren.


    Kam letztendlich nicht zum Auftrag, erinnere mich aber, dass der Grundriss und das Gesamtwerk nicht gerade schick waren. Funktional....vielleicht. Ansonsten unspektakulär.


    So etwas zu sanieren halte ich für schwierig.


    5cm WD ist ja nicht eben üppig. Und wenn aus den 60er Jahren, dann wohl auch nicht mit einer entsprechend tollen WLG.


    Den Energieausweis musste mal (anonymisiert natürlich) einstellen. Wird sicher interessant sein.


    Was könnte man machen?


    Von außen so viel draufkleben, dass es passt. Dachränder anpassen....was bleibt dann aber vom Grundkonzept übrig? Wird man diese spezielle Bauweise dann noch erkennen? Will man die überhaupt erkennen?


    Andererseits: wenn sich sogar die Bauforschung damit beschäftigt...wäre es nicht vielleicht sinnvoll dies entsprechenden Stellen* zu melden?


    * : HOESCH-Bungalow Typ 109 K » Objektansicht » Datenbank Bauforschung/ Restaurierung

    (nur so als Beispiel)

  • So gänzlich unbeliebt scheinen die ja nicht zu sein.

    Stahlhaus in Renninhausen: Alte Liebe rostet nicht

    ausser die, im Artikel und auch in anderer Quelle beschriebenen, Schwierigkeiten der Klempner, was zu befestigen.

    Das im Artikel gezeigte Haus scheint auch schon mal modernisiert zu sein.


    MAN Stahlhäuser gibt es einige in der Nürberger Umgebung.


    Für Hoesch finden sich die Werte als 40cm Mauerwerkäquivalent bei 6cm Wandstärke.

    HOESCH-Bungalow Typ 109 K » Objektansicht » Datenbank Bauforschung/ Restaurierung


    und für MAN sogar 80 cm Mauerwerk

    MAN-Stahlhaus – Wikipedia