Waagerechte Streifen an der Außenfassade

  • Liebe Forumsmitglieder,

    in unserem Neubau (massive Bauweise mit Randdämmung (WLG 035 im Bereich der Geschossdecken) beobachte ich immer wieder nach Schnee- oder Regenfällen dunkle Streifen am Außenputz. Genau hinter diesen Streifen befindet sich die bereits genannte Dämmung. Es sieht zum Einen optisch nicht schön aus und zum Anderen weckt bei mir den Verdacht, dass es sich um einen Bumangel handelt. Meine Überlegungen gehen in Richtung ungeeignetes Material (z.B. Billigprodukte)/ Materialzusammensetzung oder mangelhafte Ausführung (z.B. zu dünn aufgetragene Putzschicht). Ich kann leider keine Informationen zu den tatsächlich verwendeten Materialien liefern.

    Wie kommen solche Streifen zustande? Handelt es sich hierbei um einen optischen Mangel oder sogar um einen Baumangel?

    Gibt es vielleicht dazu Erfahrungen oder kennt sich jemand mit Normen aus (z.B. Stärke der Putzschicht)? Hat vielleicht jemand schon in einem ähnlichen Fall einen Gutachter beauftragt oder einen Rechtstreit geführt?

    Vielen Dank im Voraus!

  • Laienmeinung: Das ist ganz normal. Die Temperatur des Putzes ist an den Stellen, wo die Dämmung ist, nachts *niedriger* als an den übrigen Stellen - weil von innen weniger Wärme "nachströmt". An dem Putz mit niedrigerer Temperatur kondensiert mehr Wasser, demzufolge ist es da dann tagsüber dunkler (weil nasser). Vermutlich Nordfassade, wo niemals ein Sonnenstrahl hinkommt, richtig?

  • Welche Räume befinden sich hinter den beiden Fenstern im Giebelbereich

    Dort ist es ja auch großflächig "dunkler". Könnte es sein, dass dort weniger geheizt wird?


    Die Durchfeuchtung durch Kondensat lässt sich mit einem entsprechenden Anstrich verringern. Das Kondensat an der Oberfläche bleibt natürlich trotzdem.


    Zur Putzstärke, dazu bräuchte es noch mehr Infos. Hilfreich wäre ein Blick in´s techischen Datenblatt und die Verarbeitungsrichtlinien. Sowohl Putz- als auch Ziegelhersteller liefern dazu Informationen. Als grobe Richtschnur würde ich mal von von min. 15mm-20mm (komplett) mittl. Putzstärke ausgehen (DIN18550, EN998 usw.).


    Bei einer zu geringen Putzstärke würde ich erwarten, dass sich die Konturen der Ziegel abzeichnen. Das ist hier nicht der Fall, zumindest kann ich das auf dem Bild nicht erkennen. Das wäre für mich schon einmal ein Indikator dafür, dass die Putzstärke ausreichend sein könnte.

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  • Laienmeinung: Das ist ganz normal. Die Temperatur des Putzes ist an den Stellen, wo die Dämmung ist, nachts *niedriger* als an den übrigen Stellen - weil von innen weniger Wärme "nachströmt". An dem Putz mit niedrigerer Temperatur kondensiert mehr Wasser, demzufolge ist es da dann tagsüber dunkler (weil nasser). Vermutlich Nordfassade, wo niemals ein Sonnenstrahl hinkommt, richtig


    Es handelt sich bei der Wand nicht um die Nordseite und die Streifen entstehen eigentlich am häufigsten nach dem Schnee oder Regen. Aber ich werde demnächst mal darauf achten, wie sie in den frühen Morgenstunden aussieht um den Gedanken mit dem Kondensat nicht außer Acht zu lassen.

  • Beitrag von AAW ()

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  • Beitrag von AAW ()

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  • Hinter den Fenstern befinden sich gut beheizte Wohnräume. Die Temperatur im gesamten Haus ist etwa gleich hoch. Die Streifen entstehen auch eine Etage tiefer.

    Der Ziegelhersteller gibt 2cm Putzstärke (mineralischer Leichtputz) an. Die Prüfung der Stärke der Putzschicht ist vermutlich der erste Schritt, den man gehen sollte, um dem Ganzen näher zu kommen.


    Der Tipp mit den Konturen der Ziegel ist gut, denn selbst auf dem Foto erkennt man ganz leichte Schachbrettmuster (zumindest bei großer Auflösung).

  • nach Schnee- oder Regenfällen

    Ist jetzt nichts außergewöhnliches.


    Bei heutigen, höchdämmenden Fassaden, zeichnen sich "Wärmebrücken", also Stellen mit einem erhöhten Wärmedurchgang, gerne von solchen mit geringerem Wärmedurchgang kurzzeitig ab. Kurzzeitig, weil sich hier, an den kühleren Stellen, Feuchtigkeit etwas länger hält. An den wärmeren Stellen dampft diese schneller ab.


    Mittelfristig kann dies natürlich zu einem Wuchs von Algen/ mikrobiellem Bewuchs führen. Dann zeichnen sich solche Muster dauerhaft in Form von Bewuchs (= dunklere Flächen, manchmal auch grüne Flächen) ab.

  • ich glaube, das ist hier neben der Wärmebrückenwirkung vor allem auch die unterschiedliche Wärmespeicherkapazität des Putzes in Kombination mit dessen Unterlage eine große Rolle spielt


    beim Mauerwerk haben wir eine viel höhere Wärmespeicherkapazität als bei der Deckenstirn. Demzufolge kühlt die Deckenstirn schneller und mehr aus, als der Bereich des Mauerwerks. Und infolge dessen wird es dort früher und länger Kondensat/Feuchtigkeit geben.


    Was echt spannend ist: eine Thermografie unmittelbar vor und zum Zeitpunkt des Sonnenaufgangs durchzuführen. hier sieht man, welch kleine Strahlungsintensitäten es braucht, damit sich die Oberflächentemperatur von leichten Oberflächen ändert. Sogar unterschiedliche Farbigkeit hat nennenswerten Einfluss...


    Ein guter Grund, auf einen homogenen Putzgrund zu achten...!