feuchte Wand unter Kellerfenster

  • Liebe Experten,


    in unserem Haus aus dem Jahr 1992, das wir seit sieben Jahren bewohnen, haben wir unter einem Kellerfenster einen feuchten Wandbereich. In erster Linie fällt fiel es durch das Abplatzen der alten Dispersionswandfarbe (noch vom Vorbesitzer - bitte keine Kommentare zur Farbe ;)) auf. Man sieht nicht direkt Wasserflecken und die Feuchtigkeit ist auch nicht mit der Hand fühlbar. Anhand eines kapazitiven Feuchtigkeitsmessgeräts habe ich mal die Werte in diesem Bereich dokumentiert und in ein Foto Isolinien eingezeichnet (s. Anlage). Die grauen Klebereste links und rechts stammen übrigens von einer alten Fotowand des Vorbesitzers, haben mit der Sache nichts zu tun. Man sieht ganz deutlich wo der Punkt mit der größten Feuchtigkeit ist (roter Kreis) und wohin sie abnehmend ausstrahlt. Alle Bereiche außerhalb des äußersten grünen Rings sind absolut trocken. Der Verlauf überrascht mich zwar etwas, insbesondere, dass vom feuchtesten Punkt aus nach unten keine Ausstrahlung erfolgt, aber so sind zumindest die gemessenen Werte.



    Wir hatten bereits eine Firma da, die jedoch keine Messungen durchgeführt hat. Aussage war nach 10 Sekunden Betrachtung: Es ist Feuchtigkeit da, das sieht man an der abgeplatzen Farbe, also einmal das Haus rundum aufbuddeln und von außen neu abdichten. Puh. Ok, wenn das sein muss, dann ist es so. Aber bevor wir das machen, dafür einen fünfsstelligen Betrag bezahlen und unseren Garten zerstören, möchten wir wissen, ob das wirklich alternativlos ist. Zumal wirklich der komplette Rest der Kellermauern rundum absolut trocken ist und der feuchte Bereich sich seit Jahren auch nicht vergrößert. Eigentlich sehen wir nur deshalb Handlungsbedarf, weil wir den Raum mittelfristig gerne verputzen möchten und da wäre ein trockener Untergrund doch irgendwie sinnvoll. ;)


    Wäre das folgende Vorgehen evtl möglich: Der Lichtschacht hat unten eine Öffnung, damit Wasser versickern kann. Ich habe bereits durch die ausreichend große Öffnung eine große Menge Sand ausgehoben um die im Bild rot markierte Stelle von außen sehen zu können. Ich sehe allerdings keinen Schaden, da die Kelleraußenmauern mit Drainageplatten (Styropor) beklebt sind. Der Aufbau laut Bauleistungsbeschreibung ist wiefolgt: Kellerwände aus KSV-Steinen vollfugig gemauert, Außenseite mit Fugenglattstrich, vor Aufbringung der Isolierung Voranstrich auf Bitumen-Basis, anschließend Bitumenhautschutz-Abdichtungsmasse, bis 50 cm über OK Fundamentplatte wird ein Glassseidengewebe in die Abdichtung eingearbeitet (das wäre genau die Höhe, ab wo die Feuchtigkeit auf dem Foto startet - Zufall?), vor der Verfüllung der Baugrube werden die Wandflächen mit Drainageplatten (50mm) versehen zum Schutz der Isolierung gegen mechanische Beschädigungen.


    Wäre es möglich die Stelle unterhalb des Fensters mit einer neuen Schicht Bitumenabdichtung auszubessern, indem man durch das Kellerfenster den Bereich unterhalb des Lichtschachtes durch die vorhandene Öffnung noch etwas weiter freilegt, das Styropor vorsichtig entfernt und dann die Wand neu bestreicht? Ggf. könnte man die Öffnung im Lichtschacht unten auch noch etwas vergrößern, um den Bereich noch besser zu erreichen.


    Dass dass nicht DIN-gerecht ist liegt auf der Hand. Aber wäre es einen Versuch wert, bevor man wirklich mit der Abrissbirne durch den Garten rollt und Tabula Rasa macht?


    Danke für eure Einschätzung und beste Grüße

    Robbytobby

  • Zitat

    Wäre es möglich .........?

    Aber wäre es einen Versuch wert ....?

    Meine Glaskugel zeigt mir, dass Du Deinen " Plan " vergessen kannst.


    Vorschlag: Do entfenst den Lichtschacht und schachtest die Wand unterhalb des Kellerfensters bis ca. 30 cm unterhalb der Feuchtestelle frei. Dann die Drainplatten entfernen und nachsehen, ob die KMB-Abdichtung schadhaft ist. Wenn es wirklich nur die eine Feuchtigkeitsstelle gibt, dann muss natürlich nicht das ganze Gebäude freigelegt werden. Möglicherweise staut Wasser unterhalb des Lichtschachts auf, weil die dort befindliche Kiesrigole ( sofern vorhanden ) durch eingeschwemmten Sand/bindigen Boden nicht mehr versickerungsfähig ist.


    Wenn


    in die Bitumenhautschutz-Abdichtungsmasse ( = KMB ) nur bis 50 cm über OK Fundamentplatte ein Glassseidengewebe


    eingearbeitet sein sollte und darüber KMB ohne Gewebeeinlage sein sollte ( ??? )


    hätte das Stauwasser unterhalb des Lichtschachts die Abdichtung beschädigt, weil das was Du an vorhandener Abdichtung beschreibst, für aufstauendes Wasser nicht geeignet ist. In diesem Falle: Schadhafte Abdichtung erneuern und neue, funktionsfähige Kiesrigole einbauen.