Gewährleistung / Mangelhaftung in der Haustechnik

  • Servus,


    bei meiner 3,5Jahre alten LWWP streikt seit heute morgen das Gebläse. Die kalte Dusche war unschön.


    WP wurde im Rahmen eines GÜ-Vertrages vom HB als Sub eingebaut.

    Bauvertrag nach BGB, 5 Jahre Gewährleistung.


    HB sagt nun: Verschleißteil, unterliegt nicht der Gewährleistung.


    Grundsatz der Sachmangelhaftung ist ja, dass der Mangel schon bei Gefahrübergang vorhanden bzw "anglegt" war.

    Das zu beweisen ist eh mal schwierig.


    Aber mich würde mal interessieren, wie das in eurer Praxis so läuft...

    und wie ihr die Situation einschätzt.


    Da mein HB nichts selbst macht, kommt für jeden Scheiß der Werkskundendienst, und der veranschlagt gleich mal 6-700€...

  • HB sagt nun: Verschleißteil, unterliegt nicht der Gewährleistung. ... Aber mich würde mal interessieren, wie das in eurer Praxis so läuft... und wie ihr die Situation einschätzt.

    Ich bin ja - auch bei privaten Auftraggebern - ein entschiedener Befürworter der Anwendung bzw. Vereinbarung der VOB/B. Und die sagt ...

    (4) ...


    2.

    Ist für Teile von maschinellen und elektrotechnischen/elektronischen Anlagen, bei denen die Wartung Einfluss auf Sicherheit und Funktionsfähigkeit hat, nichts anderes vereinbart, beträgt für diese Anlagenteile die Verjährungsfrist für Mängelansprüche abweichend von Nummer 1 zwei Jahre, wenn der Auftraggeber sich dafür entschieden hat, dem Auftragnehmer die Wartung für die Dauer der Verjährungsfrist nicht zu übertragen; dies gilt auch, wenn für weitere Leistungen eine andere Verjährungsfrist vereinbart ist.

    aaaaaaaber: Die VOB/B ist bei Dir ja gerade nicht vereinbart. Und das BGB kennt nach meinem laienhaften Wissen keine besondere Regelung für bewegte Teile. Damit würden die 5 Jahre des BGB gelten, da Werkvertrag. Aber da bin ich nicht ganz so sattelfest, wie in der VOB.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Steht denn im GU-Bauvertrag eine verkürzte Gewährleistung für "bewegliche Teile"? Ansonsten bin ich bei Skeptiker, wenn BGB.

    Gibt es eigentlich noch die Gewährleistungsübernahmeerklärung der Industrie ggü. dem Handwerk? Wir haben früher nur Produkte von Firmen eingebaut, die die Handwerker nicht im Regen stehen gelassen haben.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • HB sagt nun: Verschleißteil, unterliegt nicht der Gewährleistung.

    Soweit mir bekannt gibt der Hersteller eine 2 jährige Gewährleistung. Zusätzlich besteht die Möglichkeit eine 5 jährige Systemgarantie zu vereinbaren. Ich müsste jetzt nachschauen, wie das vor 3,5 Jahren genau geregelt war, meine mich aber daran zu erinnern, dass es diese auch damals schon gab. Bei der 5 jährigen Systemgarantie wirbt der Hersteller ausdrücklich damit, dass alle Komponenten abgedeckt sind.

    Voraussetzung dafür war/ist eine Inbetriebnahme durch den Werkskundendienst oder eine vom Hersteller authorisierte Firma, und Registrierung der Anlage beim Hersteller nach Inbetriebnahme. Die genauen Kosten für dieses Systemgarantie weiß ich jetzt nicht auswendig.


    Ein Lüfter ist ein Verschleißteil, man könnte aber darüber streiten, ob dieser Verschleiß bei "normaler" Nutzung in einem EFH nach 2 Jahren bzw. 3,5 Jahren und xxxx h Betriebsdauer schon eintreten darf, oder ob ein Lüfter der so früh ausfällt nicht sowieso mangelhaft ist. Wäre der Lüfter tatsächlich als Verschleißteil im Rahmen der Gewährleistung zu betrachten?

    Mir wäre auch nicht bekannt, dass der Hersteller fordert, den Lüfter alle x Jahre auszutauschen, was ja ein Indiz für ein Verschleißteil wäre. Gegen Verschleißteil spricht auch, dass dieses Teil bei der zusätzlich zu beauftragenden Systemgarantie von 5 Jahren auch abgedeckt wäre.


    Zitat aus den Garantiebedingungen:


    Zitat

    Von der Garantie ausgenommen sind: Teile, die einem natürlichen Verschleiß unterliegen (z. B. Elektroden, Anoden,

    Filter, Batterien usw.) und im Rahmen von Wartungsarbeiten ausgetauscht werden müssen;

    Achtung: Eine weitere Voraussetzung für die Garantie wäre eine jährliche Wartung, spätestens alle 16 Monate.


    Meine Meinung als jur. Laie, die Argumentation des HB zieht hier nicht. Ich vermute, er versucht es auf die Schiene "Verschleiß", weil er sich selbst nicht ausreichend abgesichert hat, oder einfach aus Unwissenheit. Da es sich bei der WP nicht um ein Kleinteil oder zusätzlich angebautes Teil handelt, sondern um den wichtigsten Teil der "zentralen Heizungsanlage", darf sich in meinen Augen der Hadnwerker auf 5 Jahre Gewährleistungspflicht "freuen".

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  • um den wichtigsten Teil der "zentralen Heizungsanlage", ....

    Ein Ventilator?

    Definiere mal bitte "den wichtigesten Teil" der Heizungsanlage bzw des Heizungsgeräts.

    Kompressor?, Ventilator? Expansionsventil? Wäremtauscher Ausen/Innen? Kältemittelleitung?

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • er versucht es auf die Schiene "Verschleiß", weil er sich selbst nicht ausreichend abgesichert hat

    Das denke ich auch. Der Hersteller gibt 2 Jahre Garantie. Die IB hat definitiv nicht durch den Werkskundendienst stattgefunden.


    Steht denn im GU-Bauvertrag eine verkürzte Gewährleistung für "bewegliche Teile"? Ansonsten bin ich bei Skeptiker, wenn BGB.

    Ja, nur bei der Mangelhaftung nach BGB gilt grundsätzlich, dass der Anspruchsteller den Mangel (bei Gefahrübergang) nachweisen muss.

    Nur in den ersten 6 Monaten gilt die Beweislastumkehr.



    Ich hab mir heute selbst das Wartungshandbuch geholt und mal die Fehlersuche nach Anleitung durchgeführt.

    Grundsätzlich kann es auch nämlich auch die Steuereinheit der Außengerätes sein. Das Steuert den Ventilator mit 230V und 0-10V Steuerspannung an.

    Zum Ventilator gehört dann wohl noch ein Umrichter, denn es ist ein DC Motor.


    Ich hab keine 230V an den entsprechenden Klemmen messen können, was auf die Steuerplatine hinweißt.

    Vielleicht hab ich aber auch falsch gemessen.

    Weiterhin war ja auch beim Initalen Fehler die 230V Sicherung (Hausseitig) geflogen. Die blieb aber dann drin.


    Ich werde auf jeden Fall dem Kundendienstler genau über die Schuilter schauen und auch keine ausgebauten Teile aus der Hand geben...


    Weiterhin gefällt mir das Eis da auch nicht. Es scheint, als fließt hier Wasser aus dem Kabelauslass.


    Überhaupt ist hier jede Menge Eis, obwohl es eine Abtauwanne gibt.



    und die Pfütze beim Kältekreis gefällt mir auch nicht. Da würde ich aber eher auf Kondensat tippen?!


  • Ja, nur bei der Mangelhaftung nach BGB gilt grundsätzlich, dass der Anspruchsteller den Mangel (bei Gefahrübergang) nachweisen muss. Nur in den ersten 6 Monaten gilt die Beweislastumkehr.

    Aber doch erst im Prozess! Soweit seid ihr doch noch nicht!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Zum Ventilator gehört dann wohl noch ein Umrichter, denn es ist ein DC Motor.

    DC oder BLDC? Bei einem einfachen DC Lüfter könnte man diesen ja mal abklemmen, extern speisen, und so schnell überprüfen, ob er noch funktioniert. Aufgrund Deiner Fehlebeschreibung mit einem LS der ausgelöst hat, stünde der Lüfter selbst bei mir ganz unten auf der Prioriätenliste.


    Denkbar wäre ansonsten, dass die Regelung die Lüftereinheit nicht ansteuert oder der Umrichter defekt ist. Damit wäre dann auch das Thema "Verschleiß" vom Tisch.


    Das Thema Gewährleistung und Verschleiß(teile) ist eine Sache für sich, darüber kann man ewig streiten. Einerseits bedeutet Gewährleistung nicht, dass ein Gerät nicht ausfallen darf (keine uneingeschränkte Funktionsgarantie), andererseits kann sich ein Hersteller nicht auf den Standpunkt zurückziehen, dass jeder Ausfall "normal" ist (durch Verschleiß bedingt oder was auch immer). d.h. nicht jeder Ausfall ist automatisch eine Sache für die Gewährleistung, aber man kann diese auch nicht so einfach aushebeln.


    Ein Lüfter unterliegt einem Verschleiß durch Betrieb, ich denke das ist unstrittig. Lüfter sind aber von der Lebensdauer so ausgelegt, dass diese vergleichbar mit den anderen Baugruppen ist. L10 von 50.000 bis 100.000h und MTBF zwischen 200.000 und 400.000 sind da keine Seltenheit.

    Das bedeutet nicht, dass ein Lüfter nicht schon früher ausfallen kann, aber so ein Ausfall lässt sich dann nicht mit "Verschleißteil" begründen. In meinen Augen ist auch ein Verschleißteil das vorzeitig stirbt ein Fall für die Gewährleistung, denn ein vorzeitiger Ausfall deutet auf Materialfehler o.ä. hin. Auch Verschleißteile haben eine typ. Nutzungsdauer.

    Etwas überspitzt, wenn ich neue Reifen an mein Auto montieren lasse (typische Verschleißteile) und die fallen bei bestimungsgemäßer Nutzung nach 500km auseinander, dann werde ich auch auf einen Austausch im Rahmen der Gewährleistung pochen. Auch bei Verschleißteilen kann man eine typische Nutzungsdauer erwarten.


    Zur Erinnerung, Deine WP läuft jetzt seit 3,5 Jahren. Der Lüfter hat vielleicht 10.000 Betriebsstunden. Das ist deutlich weniger als die typische Lebensdauer (im Zweifelsfall müsste man die Spezifikation des Herstellers mal genauer anschauen).


    Nebenbei bemerkt, Lüfterausfälle die mir bisher untergekommen sind, waren meist auf äußere Einflüsse zurückzuführen. Bei WP durch Eisansatz zerstört, bei anderen Lüftern durch Überhitzung, 2 Fälle durch unzulässige Überspannung


    Ich bin gespannt, wie der Handwerker reagiert, wenn die Elektronik defekt sein sollte.

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  • Der Lüfter hat vielleicht 10.000 Betriebsstunden.

    gut geschätzt, 11.200h


    Ich seh das genau wie du!


    Ich könnte mir nur grad in den Allerwertesten beißen, dass ich den HB direkt verständigt habe, und nicht den Weg über den GÜ genommen habe, aufgrund der Dringlichkeit... War evtl ein strategischer Fehler. Die Mangelanzeige an den GÜ hab ich nun hinterhergeschickt.


    Habe am Freitag aber auch nicht damit gerechnet dass es Ärger gibt und war fest davon überzeugt dass das über Gewährleistung geht.

  • n bei bestimungsgemäßer Nutzung


    Nebenbei bemerkt, Lüfterausfälle die mir bisher untergekommen sind, waren meist auf äußere Einflüsse zurückzuführen. Bei WP durch Eisansatz zerstört, bei anderen Lüftern durch Überhitzung, 2 Fälle durch unzulässige Überspannung


    Siehst du den unterschied? :D

    Äußere EInflüsse können die bestimmungsgemäße Nutzung unterbrechen oder aushebeln.

    Nicht umsonst wird beim WKD automatisch der Log der Anlage rausgezogen

    Ein defekter Kompressor nach 3 Jahren ist ja nicht unmöglich. Andere halten komischerweise 20 Jahre. (identischer Typ) ;)

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  • Siehst du den unterschied? :D

    Der ist mir wohl bekannt. Von äußeren Einflüssen kann beim Sir aber nicht die Rede sein, sonst wäre das eher ein Fall für eine Versicherung.

    An sich sollte meine Auflistung nur zeigen, dass mir noch kein Lüfter untergekommen ist, der einfach so kaputt gegangen ist, oder aufgrund von Verschleiß innerhalb so kurzer Zeit..


    Interessant wäre höchstens noch die Überlegung, ob es bei normalem Betrieb zu einer Zerstörung aufgrund Eisansatz kommen darf, oder ob dieser Fall nicht vom Hersteller berücksichtigt/vermieden werden müsste.

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  • Äußere EInflüsse können die bestimmungsgemäße Nutzung unterbrechen oder aushebeln.

    willst du auf was bestimmtes raus?



    Ich hab jetzt eine neue Theorie für den Fall des LS.

    Wie ich aus meinen Logs herausziehen konnte, hat der Kompressor schon um 0:30 ausgeschaltet. 1h später ging schon der Heizstab rein mit 6kW.

    Pünktlich zum Start der WW-Bereitung um 05:00 gehts dann auf 0. Der Kompressor teilt sich eine Phase mit 1/3 des 9kW Heizstabes.

    Für WW ist der Heizstab eigtl. deaktiviert..

  • willst du auf was bestimmtes raus?

    Nein,

    aber außere EInflüsse sind unteranderem Witterung, Spannungsspitzen,Nutzerverhalten,Tierverschulden

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  • So, läuft wieder.


    Der Monteur bekam den Lüfter gar nicht mehr zum Laufen. Daraufhin hat er die Steuerplatine getauscht - und siehe da, läuft an aber mit üblem Lagergeräusch.

    Ich muss zugeben, dass das Lager lauter wurde ist mir auch schon in den letzten Monaten aufgefallen. Hab ich vor mir her geschoben.


    Da die Gebläsebaugruppe, bestehend aus Rotor + Motor und Drahtgitter 800€ kostet, hab ich etwas an der Tauschentscheidung gezahnt da die Übernahme durch HB / GÜ ungewiss ist. Aber was soll das, bei dem Lagergeräusch, kann das eigentlich nicht mehr lange dauern. Und irgendwie liegt auch Nahe, dass der Lüfter irgendwie die Steuerplatine gegrillt hat, warum sonst sollte der LS gefallen sein?


    Nach dem Tausch des Gebläses war die Geräuschkulisse übrigens wie Tag und Nacht..


    Auf der alten Platine ist nichts zu sehen - aber ein 230V Relais dass die 230V vom Lüfter schaltet. Ggf. löte ich das Relais mal aus und säge es auf.


    Der GÜ ist nun auch mit im Boot, der sieht ja schon den HB in der Pflicht. Der will den Hersteller zur Übernahme bewegen.


    Mal sehen wie das Thema ausgeht.

  • dass das Lager lauter wurde ist mir auch schon in den letzten Monaten aufgefallen.

    Dann wurde aber ein extrem billiger Lüfter eingesetzt oder es handelt sich tatsächlich um Zufall. Was mir beim Testen (Schall) von Lüftern aufgefallen ist, dass sich anscheinend keiner mehr Gedanken darüber macht, ob das Teil wirklich rund läuft. Eine Unwucht geht aber auf die Lebensdauer.

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  • extrem billiger Lüfter

    ebm papst ist eigentlich nicht für "extrem billig" bekannt


    anscheinend keiner mehr Gedanken darüber macht, ob das Teil wirklich rund läuft. Eine Unwucht geht aber auf die Lebensdauer.

    Guter Ansatz. In der Tat ist mir aufgefallen, dass an dem neuen Kunststoff-Lüfterrad kleine Metallklemmen (unregelmäßig) angebracht waren. Ich hab den Monteur gefragt ob das Wuchtgewichte sind, er meinte" wahrscheinlich schon".. Aber was sonst?


    Am alten Lüfterrad sind mir dererlei Gewichte nicht aufgefallen.

    Könnte darauf hindeuten, dass der Hersteller hier eine (notwendige) Verbesserung eingebracht hat.

    Auf Nachfrage beim Monteuer meinte der, er hat noch nie ein Gebläse getauscht.

  • ebm papst ist eigentlich nicht für "extrem billig" bekannt

    Dem kann ich nur zustimmen. Ich kenne einige von deren Lüftern, für verschiedenste Zwecke. In meinem alten Fax-Server hatte ich gleich zu Beginn den Lüfter ausgetauscht, gegen einen Leiselüfter und Regelung. Der Fax-Server war etwa 20 Jahre quasi ohne Unterbrechung in Betrieb, und wurde nur für Wartungszwecke auch mal abgeschaltet. Nach 20 Jahren lief der Lüfter noch wie am ersten Tag.



    Könnte darauf hindeuten, dass der Hersteller hier eine (notwendige) Verbesserung eingebracht hat.

    Genau so würde ich es auch sehen. Man hat dieses Thema lange Zeit vernachlässigt, es fiel den Einsparmaßnahmen zum Opfer. Bei einem kleinen CPU Lüfter mag das ja noch angehen, aber bei großen Lüftern ist das nicht zu unterschätzen. Bei den Schallmessungen bemerkt man das sobald man sich das Spektrum genauer anschaut (ein Grund, warum ich nicht nur mit einfachen Schallpegelmessern arbeite). Da tauchen plötzlich Nebenlinien auf, die dort nicht hingehören. Die Spektrumanalyse bringt hier die besten Ergebnisse. Zur Not kann man auch versuchen das im Zeitbereich zu beobachten, und man sieht dann (sehr schwierig) wie dem Hauptgeräusch weitere Töne überlagert sind. Ähnlich einer Amplitudenmodulation.


    Es ist besonders wichtig, dass man bei jeder Wartung die Rotorblätter auf Beschädigung und Anhaftungen untersucht. Bei einer Beschädigung hilft meist nur Austausch, bei Verschmutzung eine sorgfältige Reinigung.


    Tja, und wenn Du dann dem Kunden (Hersteller) erklärst, dass im Rahmen von AQL Messungen auch die Schallemission überprüft werden sollte, dann schaut er Dich ganz entgeistert an. "Das ist unnötig, haben wir noch nie gemacht".

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  • Ach ich hab schon etliche EBM nach 6 Jahren + X entsorgt.... kann aber nicht sagen ob die interne Platine einen schuss hat oder der Lüfter selbst. (Die auf dem Lüfter mitmontierte Platine.

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  • solche Berichte bestätigen mich wieder, dass ich mit Gas bei den Mietobjekten auf der sichereren Seite wäre.


    Off-Topic:

    Auch wenn ich seit vorgestern echt wieder schwanke, nachdem die KfW das Förderprogramm bei KfW55 auf 15% von 120k€ (18k€ pro Haus) erhöht hat. Mit LWWP könnte man das locker erreichen, bei Gas muss man schon mit zentraler KWL+WRG und ST arbeiten...die Hülle ist ja weniger das Problem.


    Ich hoffe echt für Dich, dass da was über den GU/HB bzw. Hersteller zurückkommt.

    In den meisten GU Verträgen die ich bisher so gesehen habe, war die Gewährleistung allerdings für "bewegliche und feuerberührte Teile" auf 2 Jahre begrenzt.

    Da würde so ein Lüfter wohl drunter fallen.

  • solche Berichte bestätigen mich wieder, dass ich mit Gas bei den Mietobjekten auf der sichereren Seite wäre.

    Auch bei einer Gastherme gibt es Lüfter etc. Das macht hier also keinen Unterschied.


    Das Thema Gewährleistung bei Wärmeerzeugern ist in der Tat etwas verwirrend. Wenn man bewegliche und feuerberührte Teile ausschließt, und dann noch äußere Einflüsse, dann bleibt gar nicht smehr übrig, das unter die Gewährleistung fällt.

    Hinzu kommt, dass Verträge nach BGB und VOB unterschiedlich sind, und am Ende blickt keiner mehr durch. DIe Hersteller oder Montagebetriebe möchten am liebsten alles ausschließen, was aus deren Sicht irgendwie verständlich ist, und die Kunden möchten am liebsten alls einschließen.

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  • Auch bei einer Gastherme gibt es Lüfter etc. Das macht hier also keinen Unterschied.

    ich meinte eher wegen der Lautstärke und der Belästigung der Nachbarn. Das Lager war wohl schon länger "etwas" deutlicher hörbar.

    Rein finanziell hätte ich jetzt aber auch die Hoffnung, dass ein Gebläse in einer GBWT a) günstiger als 800€ ist und b) weniger anfällig als ein so großer Lüfter einer LWWP ist. Zumindest lese ich gefühlt viel öfter von Problemen mit den LWWP Lüfter nach rel. kurzer Zeit, als dass bei einer GBWT das Gebläse nach wenigen Jahren schon streikt.

  • In den meisten GU Verträgen die ich bisher so gesehen habe, war die Gewährleistung allerdings für "bewegliche und feuerberührte Teile" auf 2 Jahre begrenzt.

    Da würde so ein Lüfter wohl drunter fallen.

    Ob die Klausel wirksam ist?

    Kann ich mir kaum vorstellen, insbesondere nicht, wenn sie der AGB-Kontrolle unterliegt (vorformulierte Muster).


    Genau so würde ich es auch sehen. Man hat dieses Thema lange Zeit vernachlässigt, es fiel den Einsparmaßnahmen zum Opfer.

    Muss ich zurücknehmen, hab mir eben das alte Gebläse angesehen und es ist auch gewuchtet. Man bemerkt allerdings schon beim andrehen mit der Hand, das hier was mit dem Lager nicht stimmt.


    Hb hat nun mit dem Außendienst des Hersteller ausgehandelt, dass nachträglich die 5 Jahres Systemgarantie vereinbart wird.

    Dabei kann Inbetriebnahme und Kundendienst auch durch eine konzessioniertes Fachunternehmen erfolgen.


    Damit muss ich wohl keine Kosten übernehmen, schaut also gut aus.


    Bzgl Steuerplatine, die auch getauscht werden musste konnte ich auch noch was finden. Ich hatte ja ein defektes Relais im Verdacht, nachdem ich keine Sicherung gefunden habe.

    Jetzt hab ich mir gerade nochmal die Platine angeschaut und die Leiterbahnen verfolgt, und der vermeintlich leere und unbenutzte Sicherungshalter war gar nicht unbenutzt - sondern das Gehäuse ist so konstruiert, dass sich beim Zerlegen die Sicherung selbst zieht.

    Und siehe da.. 250V 6,3A Feinsicherung. Ausgelöst.


    Ich werde die alte Platine nicht einbauen m das zu testen, bin mir aber sicher, die ist noch einwandfrei.


    Müsste ich die nun bezahlen würde ich mich schön Bedanken, wenn mit der Werkskundendienst eine 200€ Ersatzplatine einbaut, wenn es mit einem Tausch einer 50Cent Sicherung getan wäre. Die noch dazu ohne Ausbau der Platine über eine Wartungsklappe getauscht werden kann... ;(;(


    So lege ich die Platine auf Lager für schlechte Zeiten :thumbsup:

  • Da sind wir aber wieder beim Thema "Katastrophen und Vermutungen"

    Eine Platine geht nicht zwingend auf der 230V Schiene kaputt. Meist zerhagelte es die Ansteuerung zur Drehzahlregelung.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • 250V 6,3A Feinsicherung. Ausgelöst.

    Wobei sich die Frage stellt, warum diese ausgelöst hat. Grundlos löst eine Sicherung nicht aus. Wahrscheinlicher ist, dass sie die Platine bei einem Defekt vor weiterem Schaden bewahren soll, damit ein kleines Problem nicht zu einem großen Problem wird. Der Lüfter könnte die Ursache sein, dann hätte die Sicherung tatsächlich die Elektronik geschützt. Denkbar wäre aber auch, dass ein (kleiner) Defekt der Platine zum Auslösen geführt hat.


    Ohne Unterlagen ist so eine Leiterplatte schwierig zu reparieren. Mutige Naturen überbrücken die Sicherung und schauen ob und wo es qualmt (oder kracht). Damit lässt sich der Fehler schon einmal grob eingrenzen. Dann beginnt die Suche Bauteil für Bauteil.

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  • Denkbar wäre aber auch, dass ein (kleiner) Defekt der Platine zum Auslösen geführt hat.

    Die Platine hat einen Kleinspannungsteil mit µC, Businterface, Eingänge für Sensoren und Ausgänge sowie einen 230V Steuerungsteil, der über Relais galvanisch getrennt ist. Enige Ausgänge werden dann noch über Optokoppler rückgelesen.

    Die Feinsicherung ist direkt hinter der 230V Versorgung weil weder die Relais die 16A können, noch die Leiterbahnen.





    Da sind wir aber wieder beim Thema "Katastrophen und Vermutungen"
    Eine Platine geht nicht zwingend auf der 230V Schiene kaputt. Meist zerhagelte es die Ansteuerung zur Drehzahlregelung.

    Naja ein bischen Ahnung von der Materie hab ich ja schon. Schließlich bin ich beruflich in der Elektronikentwicklung tätig.


    Sowohl die C16 SIcherung im Verteiler hat ausgelöst, als auch die Feinsicherung im Gerät.

    D.h., es ist ein großer Strom 230V seitig gefloßen. Und zwar an irgendeiner der Klemmen oder auf der Platine selbst.

    Da die Platine keine sichtbaren Schäden zeigt und alle Funktionen der Steuerplatine (Sensoren, Buskommunikation) bis auf die 230V Ansteuerungen funktioniert haben darf man auf die Klemmen und das dahinter schließen.

    Was im Zusammenhang mit dem defekten Gebläsemotor durchaus eine technisch begründeten Verdacht nahelegt, dass der Gebläselüfter ursächlich war.

    Wenn es dieser nicht war - bleibt nur noch die Kondensatwannenheizung, das Kondensatablauf-Heizkabel oder das 4-Wege-Ventil.

  • Was im Zusammenhang mit dem defekten Gebläsemotor durchaus eine technisch begründeten Verdacht nahelegt, dass der Gebläselüfter ursächlich war.

    Das passt in´s Bild. Ein 230V Verbraucher hat durch Überstrom den LS ausgelöst. Die Feinsicherungen werden ja so dimensioniert, dass sie mit etwas Reserve alle Betriebszustände der Verbraucher abdecken, also auch Ein- und Ausschaltvorgänge. Denkbar wäre, dass der schwergängige Lüfter beim Einschalten einen zu hohen Einschaltstrom verursacht hat, der dann richtigerweise zum Auslösen geführt hat.

    Erstaunlich, dass auch der C16A ausgelöst hat, da war die Feinsicherung wohl nicht flink genug. :D

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  • Hast du schon mal an den Relais geschnuppert?`Sieht so aus als wäre das was Schwarz verraucht. Kann aber auch von der betrieblichen Wärmeentwicklung kommen.

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  • Ob die Klausel wirksam ist?

    nach VOB/B würde ich die Klausel als wirksam sehen, zumindest wenn die Wartung nicht vom AN erbracht wird...die GU Verträge die ich bis jetzt so sah, waren überwiegend auch auf VOB ausgelegt

    (4) 1. 1Ist für Mängelansprüche keine Verjährungsfrist im Vertrag vereinbart, so beträgt sie für Bauwerke 4 Jahre, für andere Werke, deren Erfolg in der Herstellung, Wartung oder Veränderung einer Sache besteht, und für die vom Feuer berührten Teile von Feuerungsanlagen 2 Jahre. 2Abweichend von Satz 1 beträgt die Verjährungsfrist für feuerberührte und abgasdämmende Teile von industriellen Feuerungsanlagen 1 Jahr.
    2. Ist für Teile von maschinellen und elektrotechnischen/elektronischen Anlagen, bei denen die Wartung Einfluss auf Sicherheit und Funktionsfähigkeit hat, nichts anderes vereinbart, beträgt für diese Anlagenteile die Verjährungsfrist für Mängelansprüche abweichend von Nummer 1 zwei Jahre, wenn der Auftraggeber sich dafür entschieden hat, dem Auftragnehmer die Wartung für die Dauer der Verjährungsfrist nicht zu übertragen; dies gilt auch, wenn für weitere Leistungen eine andere Verjährungsfrist vereinbart ist.
  • Der Sir kann das ja klären, aber ich wüde nicht davon ausgehen, dass die VOB vereinbart war. Bei Verträgen mit Privatpersonen, typischen EFH etc. kann man nicht voraussetzen, dass die VOB rechtswirksam vereinbart war.

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