Tragende Wände? Und Hinweise für Statiker

  • Hallo zusammen,


    ich war gestern beim Bauamt und habe mir die letzten Akten von unserem Haus besorgt und diese werden jetzt kopiert. Wir hatten leider nur alte zerflückte Pläne daher wollte ich einfach mal alles in sauber und in vollständig haben.


    Jetzt ist mir dabei dieser Plan unter die Augen gekommen. Kann man hierrüber etwas über die Statik der Wände sagen?

    Sie die markierten Wände 1,2,3 tragende? Falls man das anhand des Bildes sagen kann.


    Unser Plan ist das wir die Wände 1,2 rausnehmen und das Bad quasi vergrößern.

    Der andere Plan ist im Flur/Küche, die Wand rausnehmen damit man in einen offenen Raum hineinkommt wenn man die Wohnung betritt.



    Und die andere Frage, wenn wir einen Statiker bräuchten um zu klären was tragend ist und was nicht, und was gemacht werden muss damit wir eine Wand die tragend ist herausnehmen können. Was ist zu beachten? Was sollten wir für den Statiker vorher geklärt haben? Habt ihr da Tipps?



  • da es einen geprüften plan gibt, sollte es auch eine geprüfte statische berechnung geben. wenn die vorhanden wäre, würde sich der kollege leichter tun, dein vorhaben optimistisch zu beurteilen.

  • Meine Vermutung (!) ist, dass die Decke darüber eine Holzbalkendecke ist, welche von der einen Außenwand zur anderen spannt (siehe Spannrichtungspfeil bei Pos "7"). Diese Holzbalken liegen wohl auf Trägern (?) auf Pos 3 u. 8. Von daher sehe ich es optimistisch, dass Deine Wände 1 - 3 fallen können.


    Das aber sollte ein TWP sich schon nochmal ansehen. Die Unterlagen hast Du ja (offensichtlich). Ein Abgleich mit der gebauten Wirklichkeit wäre nicht verkehrt!

  • Meine Vermutung (!) ist, dass die Decke darüber eine Holzbalkendecke ist, welche von der einen Außenwand zur anderen spannt (siehe Spannrichtungspfeil bei Pos "7"). Diese Holzbalken liegen wohl auf Trägern (?) auf Pos 3 u. 8. Von daher sehe ich es optimistisch, dass Deine Wände 1 - 3 fallen können.


    Das aber sollte ein TWP sich schon nochmal ansehen. Die Unterlagen hast Du ja (offensichtlich). Ein Abgleich mit der gebauten Wirklichkeit wäre nicht verkehrt!

    TWP ?


    Ja genau es ist eine Holzbalkendecke.


    Ja wenn ich die Unterlagen alle zugesendet bekomme habe ich hoffentlich alle vom Bauamt. Habe mir an dem Tag nur ein Foto schnell gemacht.

  • da es einen geprüften plan gibt, sollte es auch eine geprüfte statische berechnung geben. wenn die vorhanden wäre, würde sich der kollege leichter tun, dein vorhaben optimistisch zu beurteilen.

    Das ist richtig. Allerdings ist der Stempel des Prüfing. von 1969, wenn ich das richtig gesehen habe. Es ist daher schon Glück, dass der TE die Pläne beim Bauamt noch bekommen hat.

    Nach 20 Jahren sollen Bauakten archiviert werden - da werden die Akten ausgedünnt und u.a. die statischen Berechnungen entsorgt. Wir sind den Weg gegangen, die statischen Berechnungen vor der Entsorgung den jetzigen Eigentümern zum Kauf anzubieten. Wenn die sie nicht wollen, kommen sie den Schredder.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Ende 60iger und Holzbalkendecke? Ungewöhnlich. Oder ist das Haus älter und 1969 wurde saniert? Ich gehe da wie Thomas!

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Zumindest hier in der Gegend wurde zu dieser Zeit zumindest die obere Geschossdecke gerne als Holzbalkendecke ausgeführt. Das DG wurde eher selten zu Wohnzwecken genutzt, das war ein "kalter" Dachboden. Erst später wurden diese Flächen ausgebaut, wenn überhaupt.


    Das mag vielleicht auch damit zusammenhängen, dass ein EFH Bau damals viel Eigenleistung und Handarbeit war, zumindest im ländlichen Raum, und da baut sich eine Holzbalkendecke nun mal einfacher als den Beton nach oben zu schleppen.

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  • Hier in der Gegend habe ich keine Holzbalkendecken mehr aus den 60ern gesehen. Dafür die wildesten Beton-, Stahl und Ziegelkombinationen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • 60er Je nach Baustil sind hier im mittelfränkischen/ oberpfälzer Raum durchaus Holzbalkendecken üblich.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Ende 60iger und Holzbalkendecke? Ungewöhnlich. Oder ist das Haus älter und 1969 wurde saniert? Ich gehe da wie Thomas!

    Das Haus wurde 1938 gebaut und hat einen Anbau in 1970 erfahren.


    Ales was links auf der Skizze ist, ist der Anbau quasi.


    Wir haben bisher den putz von den Decken abgeklopft und die Schilfrohrdecke liegt jetzt frei. Müsste die Tragende Wand nicht direkt mit der Holzbalkendecke verbunden sein? Doofe Frage vllt. aber wie stell ich mir das sonst vor ?


    Aktuell haben wir ein paar Wände wo gefühlt das Schilfrohr über die Mauer in den anderen Raum weitergeht ?!

  • Schilfrohr? Dann ist das der 1938er Teil. Aus der Ferne lässt sich eh nix sagen. Da muss ein Statikus vor Ort gucken.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Aktuell haben wir ein paar Wände wo gefühlt das Schilfrohr über die Mauer in den anderen Raum weitergeht ?!

    Das sind dann "nichttragende Wände". Aber: Die Schilfmatte muss wirklich durchgehen, die Wand jedenfalls sicher keine Vertikallasten aufnehmen!


    Meine jüngste Schilfmatte stammte in Westberlin von 1968 und hing unter eine "StaKa"-Decke*. (*Stahl-Kassetten-Schalung)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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