Heizung im Ziegelsteinaltbau, eigene Wärmepumpe oder Heizung vom Hauptgebäude

  • Hallo,


    ich habe eine alte Werkstatt/Scheune 40m² Grundfläche/3 Räume die jetzt ausgebaut wird als Bürohaus.

    Noch ist nichts gedämmt.


    Was für eine Heizung wäre da sinnvoll?

    Im haupthaus haben wir noch Öl soll aber auch auf Pellet oder Wärmepumpe umgebaut werden. Die Werkstatt steht 7m vom Haupthaus entfernt.


    Ist es sinnvoll eine Heizungsleitung vom Haupthaus zur Werkstatt zu legen oder lieber eine eigene Heizung rein zu bauen?

    Ich dachte an eine kleine Luft-Wärmepumpe.


    Grüsse

    Stefan

  • DIe 7m Entfernung sind kein Problem, aber wie soll die Werkstatt genutzt werden?


    Da es sich um einen Gebäudebstand handelt, wäre ich mit Wärmepumpen vorsichtig. Das kann funktionieren, muss aber nicht. Wichtigste Voraussetzungen für einen effizienten Betrieb einer WP, niedrige Gebäudeheizlast und niedrige Heizwassertemperatur. Letzteres wird üblicherweise durch Flächenheizungen ermöglicht. Überdimensionierte Heizkörper oder Gebläsekonvektoren sind da nur zweite Wahl.


    Bevor man aber weiter nachdenkt, braucht man erst einmal die Heizlast, vorzugsweise nach EN12831 ermittelt. Für eine erste Übersicht genügt auch eine Abschätzung, die man anhand des bisherigen Ölverbrauchs oder weniger Zahlen der Gebäudehülle vornehmen kann. Versuche die Heizlast einfach mit xx W/m² abzuschätzen, führen regelmäßig zu unbrauchbaren Ergebnissen. Gerade aber eine WP braucht eine sorgfältige Planung.


    Brauchst Du in der "Werkstatt" auch Wasser?


    Bei 40m² wird die Heizlast überschaubar sein. Das ermöglicht eine Leitung mit geringem Querschnitt, auch wenn die Strecke, bzw. Entfernung, 7m beträgt. Wird die Leitung im Erdboden verlegt und ordentlich gedämmt, dann spielen Wärmeverluste nur noch eine untergeordnete Rolle.


    Ein Klimagerät hätte den Vorteil, dass man es im Sommer auch zum Kühlen verwenden kann. Die Betriebskosten werden aber höher ausfallen, zumindest so lange man den el. Strom nicht selbst kostengünstig produzieren kann.


    Ohne jetzt alle notwendigen Details zu kennen um rechnen zu können, würde ich mal vermuten, dass die Variante mit Anbindung an die Heizung im Haupthaus unter´m Strich günstiger wird. Genauer kann man das erst sagen wenn gerechnet wurde.

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  • Ich habe die heizlast mit einen Rechner mal ausgerechnet.

    5kw laut meinen Angaben.


    Da dort noch nie eine Heizung drin war kann ich nicht mehr dazu sagen. Habe jetzt nur 3 zweifach isolierte Fenster, in jeden Raum ein Fenster, eingebaut und eine neue Tür mit 2,2m Breite kommt auch noch rein. Es werden 2 Büroräume und eine 15qm grosse Werkstatt die nicht so warm sein muss. 15grad reichen da.


    Wasser brauche ich nicht nur Heizung

  • Ich habe die heizlast mit einen Rechner mal ausgerechnet.

    5kw laut meinen Angaben.

    Da steckt vermutlich ein Fehler drin. mit 5kW kann man ein EFH mit 150m² beheizen, sofern es nach aktuellem Standard gedämmt ist.



    Sollte es besser gedämmt werden?

    Du musst mindestens die Vorgaben der EnEV erreichen. Eine Aufteilung in "normal" beheizt und Raum mit niedriger Raumtemperatur ist bei so einer kleinen Fläche nicht sinnvoll. 15m² ist ja eher ein kleines Zimmerchen. Ich würde daher alles als "normal" beheizt rechnen. Den Werkstattraum kriegst Du gegenüber den Büroräumen sowieso nicht richtig isoliert.

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  • Sollte es besser gedämmt werden?

    Ich würde folgenden Weg mal durchdenken.


    1. Obere Geschossdecke

    Soll das Dach mit den Faserzementplatten nicht angefasst werden, dann bietet sich hier die Dämmung der oberen Geschossdecke gerade zu an. Laut EnEV wäre ein U-Wert von 0,24W/m²K erforderlich. Das erreichst Du problemlos mit 14cm Dämmung in WLG035. Das lässt sich auch einfach in Eigenleistung erledigen.

    Man kann eine druckfeste Dämmung verwenden, die sich auch begehen lässt, oder man macht sich Laufwege (aufgeständert). Welche Variante günstiger wird, das müsste man einmal ausrechnen. Mit Materialkosten von ca. 10,- €/m² sollte man schon sehr weit kommen. Mit Mineralwolle geht es vermutlich noch günstiger.


    Damit reduziert sich der Wärmedurchgang bei Auslegungstemperatur auf deutlich unter 10W/m². Für die komplette Decke mit 40m² also weniger als 400W. Erhöht man die Dämmstärke dann kommt man schnell in den Bereich unter 300W für die komplette Decke.


    2. Außenwände

    Leider ist die Aussage mit 30cm Ziegelwand nicht sehr aussagekräftig. Aufgrund des Baujahres und der Anwendung, würde ich einmal unterstellen, dass Wärmedämmung hier keine Rolle gespielt hat. Letztendlich geht es dann darum, ob 12cm EPS in WLG032 ausreichen oder ob man mindestens auf 14cm gehen muss.

    Der Wärmeverlust wird in etwa so liegen wie bei der Decke, sprich die notwendigen 0,24W/m²K werden auf jeden Fall unterschritten. Ich würde hier mit 8W/m² für die Wandfläche rechnen.


    3. Fenster

    Die von Dir genannten Fenster dürften wohl die EnEV einhalten, sprich ein Uw von 1,3W/m²K. Den Wärmeverlust würde ich für eine erste Abschätzung mit 45W/m² Fensterfläche annehmen


    4. Außentür

    Hier verhält es sich wohl ähnlich wie mit den Fenstern. Es wird wohl kaum ein einfaches Blechtor eingesetzt. Somit wäre die Vorgabe identisch, und meine Annahme mit 45W/m² identisch zu Punkt 3


    5. Boden

    Hier hast Du anscheinend schon vorgearbeitet. An sich wäre ein U-Wert von 0,5W/m²K zu erreichen. In diesem Fall wäre der Wärmerverlust der 40m² über den Boden bei etwa 400W.


    Über die obigen Zahlen kannst Du schon mal grob die benötigte Heizleistung ermitteln. Ansonsten müsstest Du die Daten nachliefern, dann kann ich einmal rechnen.


    Hinzu kommen dann Lüftungsverluste. Diese können dann, je nach Lüftungsverhalten, irgendwo zwischen 300W und 1.200W liegen. Wenn natürlich den ganzen Tag das Tor offen steht, dann entsprechend mehr.

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  • Ich kann morgen mal nachschauen, was so die typischen Kennwerte fürs Mauerwerk nach Baujahr wären.


    Ansonsten stimme ich in vielen Punkten R.B. zu:

    Auf jeden Fall die OGD dämmen. Die Energie haut da ab, das glaubst Du nicht.

    Fenster 80 er mit 1,3 eher nicht oder ich hab was überlesen . Normalerweise 2,7


    Wand: Schau doch mal, ob Du in den Bauunterlagen was findest.


    Heizung: Schreib ich morgen was

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • ja stimmt. Fenster sind zweifach verglast, 1 fenster dreifach verglast und das Tor wird gegen eine ordentliche Tür getauscht im Frühjahr dann.


    Decke will ich auch im Früjahr von oben her dämmen und hatte mich jetzt entschloßen die Heizungsrohre vom Haupthaus ins Nebenhaus zu legen.


    ich werde morgen mal fotos machen da ist es einfacher.

  • Aussenwand:

    Anfang oder Ender 80er? In meinen Aufzeichnungen habe ich von 0,5-0,8. Ziegelmauerwerk oder Porenbeton (Ytong, Liapor etc.)?

    Je genauer man weiß, was verbaut wurde, desto besser kann man schätzen.


    Zum Vergleich: Ein T9, 36,5 cm0,09 verputzt liegt bei ca. 0,23W/m²K


    Heizung: Da bist Du ja schon von der Wärmepumpe weggekommen. Welches Baujahr und welche Größe hat das Haupthaus?

    R.B. hat das ja schon schön erklärt


    Es hängen halt Heizsystem mit Hausausgestaltung zusammen.

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  • In meinen Aufzeichnungen habe ich von 0,5-0,8. Ziegelmauerwerk

    Wenn das als Scheune geplant und gebaut war, dann weiß man nicht, was für ein Ziegelmauerwerk da gebaut wurde,. Da könnte selbst ein T18 schon optimistisch sein.

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  • 2 Träds zum gleichen Thema...nicht gut...unübersichtlich :(

    Da stimme ich zu.

    Hier habe ich die Hülle nur wegen der Berechnung der Heizlast aufgeführt, aber an sich gehört das in´s andere Thema.

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  • Wenn das als Scheune geplant und gebaut war, dann weiß man nicht, was für ein Ziegelmauerwerk da gebaut wurde,. Da könnte selbst ein T18 schon optimistisch sein

    ARGH! übersehen. Dann wäre eine Dämmung auf jeden Fall angebracht. Ähm, moment mal - muss das dann nicht bei Umwandlung komplett der ENEV entsprechen? Also wie Neubau?


    Ich wühle mal die Paragraphen. Ich hab das so selten, dass ich immer wieder nachlesen muss. Aus dem Stegreif weiß ich nur, dass es eine qm Begrenzung gibt (glaube 50qm) und dass es einen Unterschied macht, ob eine eigene Heizung angeschlosssen wird oder an die bestehende.


    Wie das bei einem Nebengebäude ist, das ganz für sich steht - hmmmm. Muss mal schauen. Die die oben genannten Regelungen gelten meines Wissens nach für Erweiterungen z.B. Dachausbau.


    Ich les mal nach.

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  • muss das dann nicht bei Umwandlung komplett der ENEV entsprechen? Also wie Neubau?

    Deswegen hatte ich oben mit einem U-Wert von 0,24W/m²K gerechnet. ;)


    Auch die Sache mti den 50m² zieht hier wohl nicht, denn diese Ausnahme gilt nur für temporäre Bauten, soweit ich mich erinnere (max. 5 Jahre oder so ähnlich).

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  • Ich werde am wochenede mal ausführlich mit bildern schreiben. und ja 2 threats ist schlecht aber eins war für heizung und eins für dämmung, deswegen wusste ich nicht wohin schreiben.

  • Wärmepumpen im Bestandsbau führt fast immer zu exorbitant gestiegenen Heizkosten, persönlich sehe ich Wärmepumpen auch in Neubauten problematisch.


    Eine einfache Gastherme in Kombination mit BAFA(gratis) ST kommt am Ende einfach am günstigsten. 🙂

  • So pauschal lässt sich das nicht sagen. Ob man in einem Gebäude sinnvoll eine WP einsetzen kann, das hängt von vielen Faktoren ab. Eine sorgfältige Planung ist hier ein Muss.


    Bei den Verbrauchskosten macht sich der gestiegende Strompreis bemerkbar, ich würde aber nicht darauf wetten, dass Gas oder Öl auch in Zukunft günstig bleibt. Denkbar ist hier fast alles.


    Einen entscheidenden Einfluss haben immer auch die Investitionskosten.


    Unter´m Strich hat man keine andere Möglichkeit als alle Varianten für den jeweiligen Fall zu rechnen und zu vergleichen.

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  • sehe ich Wärmepumpen auch in Neubauten problematisch.

    bei Neubau ist ne WP ne prima Sache... dazu noch ne PV aufs Dach und früher oder später einen (funktionierenden) Stromspeicher

    was gibt es besseres nahezu autark und die paar kWh kosten auch nicht die Welt

    Von Leuten mit neuen Häusern höre ich Summen von 20 Euro pro Monat für WP Strom...was wll man da noch mehr erreichen


    Die Bafa Förderung von 35 % für WP machen auch die Investitionskosten erträglich

  • Ahwa, das hagt von vielen Faktoren ab.

    Du kannst ja mal die Investitionskosten hochrechnen für deine Konstellation.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.