Werkvertrag , Baugenehmigung und Planprüfung

  • Ich habe im Juli letzten Jahres einen Werkvertrag mit einer Baufirma geschlossen. Die Lieferung des Hauses soll sein 12 Monate nach Baugenehmigung und Planprüfung. Die Baugenehmigung liegt seit November vor aber jetzt kommt das Problem. Die Baufirma scheint sich übernommen zu haben und lässt absichtlich die Planprüfungen liegen . Jedesmal kommen 4 bis 5 Wochen zusätzlich bei Anfrage oben drauf . Erst waren es 12 , dann 16 Wochen , jetzt sind es 30 Wochen für ein Kataloghaus . Solange dies nicht abgeschlossen ist kommt die Firma nicht in die 12 Monatsfrist somit verstoßen Sie auch nicht gegen den Vertrag . Meine Frage ist wie lange dürfen Sie das denn ? Vertraglich gibt es für die Planprüfung keine Frist also darf das sozusagen auch 5 Jahre so gehen ?

  • Erst waren es 12 ,

    Habt Ihr das schriftlich?


    Gab es schon irgendwelche "Anzahlungen"?



    Die Baufirma scheint sich übernommen zu haben

    Das wäre theoretisch denkbar. Die Frage wäre, zu viele Aufträge angenommen oder finanziell übernommen? (oder beides?)


    Wenn für eine Planprüfung (vermutlich Detailplanung?) zuerst 12 Wochen und dann 30 Wochen avisiert werden, dann ist das sicherlich nicht üblich. Daraus könnte ein Anwalt vielleicht etwas basteln. Dann kommt aber das nächste Problem, denn am Ende steht dann der Rücktritt vom Vertrag, und man streitet sich über bisher angefallene Kosten.

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  • Wie lange eine Planprüfung dauert davon gibt es leider nichts schriftlich. Von dem permanenten Vertrösten schon. Finanziell handelt es sich um eine große bekannte sehr gesunde Baufirma . In den AGBs steht das ein Rücktritt nach vier Wochen ohne Verschulden der Baufirma 8 Prozent Schadenersatz zur Folge hat wenn wir nicht beweisen das dieser geringer ist . Es geht mir ja nicht um längere Wartezeiten , ich hatta anvisiert das die Hausstellung dieses Jahr im November ist also ca 16 bis 18 Monat nach Unterzeichnung. Scheinbar benötigen sie aber 24 Monate und das ist mir einfach zulange . Ich muss den Kredit dann vorher zu 100 Prozent tilgen.

  • Planprüfung da wird die Statik und die Leitungen des Hauses kontrolliert ob die das so bauen können . Da es sich um ein Kataloghaus von der Firma handelt müssten die da kein Problem haben. Wir haben an den Plänen nichts ändern lassen.Keine Anzahlung , diese ist erst nach dieser Prüfung ..

  • da wird die Statik

    Müsste die nicht für den Bauantrag schon fertig sein?


    Die Vorgehensweise ist beliebt, auch bei Handwerkern. Man sammelt Aufträge, beginnt damit indem man irgendeine Kleinigkeit macht, und ab dann beginnt das Spiel auf Zeit. Deswegen werden bei größeren Bauvorhaben entsprechende Strafen bei Nicht-Einhaltung der Fristen vereinbart, während das im EFH Bereich noch nicht üblich ist. Diebszüglich sind die Verträge eher zu Lasten der Kunden ausgelegt.


    Damit Du mit einem blauen Auge aus der Nummer raus kommst, müsste man prüfen, ob es eine Pflichtverletzung seitens des AN gegeben hat. Das muss nicht zwangsläufig etwas sein das im schriftlichen Vertrag steht, auch mündliche Vereinbarungen (nachweisbar?) oder nachträgliche Schriftstücke können einen "Vertrag" darstellen. Um den Druck zu erhöhen, müsste man jetzt überlegen, ob und welche Fristen man setzt, die als Folge bei Nicht-Einhaltung einen Rücktritt ermöglichen.


    Meine Überlegung(en) als jur. Laie, dieses Spiel kann der AN nicht ewig spielen, aber die kennen ihre Verträge sehr genau, und wissen, wie sie die Schmerzgrenzen ausreizen können. Die 12 Wochen für eine simple "Planprüfung" finde ich schon üppig, aber 30 Wochen?

    Nächster Ansatzpunkt, Du hast im Vertrauen darauf Kredite vereinbart (evtl. auch Fördermittel?) und Kosten gehabt. Verzögerungen sind immer mal möglich, auch wenn man nicht unbedingt damit rechnet, aber wenn sich eine Frist von 12 Wochen fast verdreifacht, dann ist das mehr als nur eine kleine Verzögerung.

    usw.


    Wenn Du hier weiter vorgehen möchtest, dann solltest Du das nicht im Alleingang machen, dafür ist das Risiko für Fehler, selbst für einfache Formfehler, zu groß. Den nächsten Schritt würde ich nicht ohne Fachanwalt an meiner Seite machen, evtl. sieht der nach Sichtung der Unterlagen eine Möglichkeit. Du kannst jetzt jeden Tag dort anrufen, und man wird Dir irgendwelche Zahlen nennen, die am Ende doch völlig belanglos sind. So kommst Du nicht weiter.

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  • Die Grundrisse und die Vermessung in das Grundstück musste zum Bauantrag der Rest nicht . Wir sind mit dem glauben das alles läuft bis Ende 2020 zur Bank und haben für das Haus den Kredit beantragt und genehmigt bekommen mit der Auflage das Geld bis Sommer 20 anzufordern und ab März 21 die volle Rate zu bezahlen. Bis dahin entstehen Bereitstellungszinen. Das nach der Arbeit mit dem Architekten rein gar nichts passiert hätten wir nie gedacht. Die Bauberaterin hat scheinbar nur Ihre Provision im Kopf gehabt. Dann werde ich wohl versuchen einen Anwalt einzuschalten. Vielen Dank für deine umfangreiche Auskunft.

  • Die Bauberaterin hat scheinbar nur Ihre Provision im Kopf gehabt.

    Ersetze "beraterin" durch "verkäuferin", dann wird klar, wo deren Interesse lag. Natürlich arbeitet sie eher mit Blick auf die Firma, die ihr ja auch ein Einkommen sichert.



    Vielen Dank für deine umfangreiche Auskunft.

    Gern geschehen. Vielleicht schaut Eric hier rein, der kann das besser beurteilen.

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  • in BY muss ein Statiker auf dem Bauantrag unterschreiben. Würde mich wiundern wenn es bei euch anders ist.

    Bauanzeige wurde bei uns gemacht , vielleicht bringt das die Lösung . Bei uns musste ein Vermesser ran und der Architekt . LG

  • Planprüfungen ….. 30 Wochen

    Wo habt Ihr denn "gekauft"? Fertighaushersteller, Franchiser (zB StadtLandFluss) oder Generalunternehmer, der eine freie Planung umsetzt?


    Der Terminus "Planprüfung" sagt mir nämlich nichts. Was wird da geprüft??? Die haben doch wahrscheinlich ihre Pläner selber gemacht/ erstellt. Was sollte der Ausführende nun noch lange prüfen müssen?


    Mag sein, dass Sonderwünsche (Tür verschieben, 12 zusätzliche Steckdosen...?) einen gewissen Arbeitsaufwand darstellen, aber so etwas ist idR binnen weniger Tage erledigt würde ich sagen.


    Sich für eine "Planprüfung" 30 Wochen Zeit zu lassen ist doch lächerlich! Das sind über 7 Monate. In der Zeit hast Du du ein (Nichtfertig-)Haus ja schon fasts fertig gebaut....

  • Ersetze "beraterin" durch "verkäuferin", dann wird klar, wo deren Interesse lag. Natürlich arbeitet sie eher mit Blick auf die Firma, die ihr ja auch ein Einkommen sichert.



    Gern geschehen. Vielleicht schaut Eric hier rein, der kann das besser beurteilen.

    Leider ist man manchmal ein bisschen naiv und verlässt sich zu schnell auf Verträge. So wie ich andere Erfahrungsberichte gelesen habe läuft das bei anderen genau so zur Zeit .Nach Planprüfung die bei uns noch dauert, müssen wir scheinbar 8 Monate auf eine Hauptbemusterung warten und danach nochmal 5 Monate zur Lieferung . Ergibt bei mir voraussichtlich 05/2021 zur Hausstellung , da wohnen wir noch nicht drin. 4 Monate Ausbau dann wären wir im August drin. 26 Monate nach Werkvertrag .

  • Leider ist man manchmal ein bisschen naiv und verlässt sich zu schnell auf Verträge.

    Das ist sicherlich so, dass man in der Euphorie manchmal die Vorsicht schleifen lässt. Andererseits kann nicht jeder Hauskäufer ein Bauexperte sein, und mit einem Dutzend weiteren Experten anrücken, um einen Bauvertrag abzuschließen. Eine Vertragsprüfung vor Unterschrift ist immer sinnvoll, so dass zumindest die jur. Details mal beleuchtet wurden.

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  • Bei "Planprüfung" würde ich die Prüffrist ansetzen, die das Bauamt üblicherweise für die Planprüfung hat. Müssten so ca. 6 Wochen sein + Zeit wegen Nachforderungen.


    "5 Jahre Zeit lassen" geht nicht, da nach einer gewissen zeit die Baugenehmigung erlischt (2 Jahre?).


    Übermäßige Verzögerungen heißen für den Bauherren auch Mehrkosten für Bereitstellungszinsen, ggf. weitere Finanzierungskosten, weiter Miete bezahlen, weiter mehr Nebenkosten zahlen (z.B. höhere Heizkosten bei Differenz zw. schlecht gedämmter Mietwohnung und Haus nach EEG / WSchVO, Mehrkosten für längere Wege zur Arbeit, Schule, Kita, Sportverein, Kneipe und ggf. Mehrkosten für Internet, wenn am Mietwohnungsort nur teures oder langsames Internet Plus Mobile Daten verfügbar sind.


    Lasst Euch doch mal die ungeprüften Pläne aushändigen zur Sichtprüfung für Euch um zu kontrollieren ob alles Besprochene enthalten ist, ob die Positionen der Steckdosen passen, ob die Fenstergrößen passen, usw. - dann sieht man doch schon, ob die PLäne überhaupt fertig sind.


    Ob ein "In-Verzug-setzen" erfolg haben kann, muss dan von einer juristisch sachkundigen Person anhand der Unterlagen geprüft werden.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Zitat

    26 Monate nach Werkvertrag .

    ... oder es wird noch mehr...wer weiß das schon :thumpsdown:


    Was tun? Warten bis die Kinder so groß, dass man die Kinderzimmer gar nicht mehr braucht? Warten bis die Baugenehmigung erloschen und man neu planen kann (dann ohne Kinderzimmer),...doch Achtung: die dann folgende Planprüfung kann sich natürlich etwas hinziehen....ahömm…


    Nee...also echt. Bauzeitverzögerung von 2 Jahren mag man sich bei Flughäfen durchaus einmal vorstellen können. Bei einem EFH ist das einfach lächerlich.


    Auch wenn ich juristisch gerne auf die Bremse trete, würde ich mir bei solchen Aussichten einen Rechtsbeistand ins Boot holen und dem Gegenüber mal kräftig den Marsch blasen. Vielleicht hilft das ja um den Prüfvorgang etwas zu beschleunigen.


    Vor allem könnte ich mir vorstellen, dass diese Dödel auch bewerten, wem man das zumuten kann (rutscht im Abarbeitungsstapel nach hinten) und wer aufbegehrt (wird früher zufriedengestellt. man will ja keinen Ärger)

  • Wir haben bei S....... Haus unterzeichnet , das zum Thema großer Fertighaus Hersteller . Man erstellt mit dem Architekten sogenannte Vorabzüge die auf Baubarkeit geprüft werden. Da es sich um ein Aktionshaus handelt dürfte das Innerhalb von 2 Wochen erledigt sein. Dafür brauchen die zur Zeit 30 Wochen. Wir sind genau so fassungslos wie die Kommentare es hier aussagen.

  • Prüffrist = Stapelzeit+Lesezeit+Denkzeit+Prüfberichterstellung

    = 5 Wochen+0,2 Wochen+0,2 Wochen+0,1 Woche+Reserve


    Aber mit der "amtlichen" Prüffrist hätte man eine handfeste Basis und letztendlich will der bauherr ja auch eine geprüfte Planung haben, denn nach der Abnahme ist er ja verantwortlich, dass es kein Schwarzbau ist und die Statik stimmt (Verkehrssicherungspflicht).

    Gruß
    Holger
    --
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    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Man erstellt mit dem Architekten sogenannte Vorabzüge die auf Baubarkeit geprüft werden. Da es sich um ein Aktionshaus handelt dürfte das Innerhalb von 2 Wochen erledigt sein.

    Ich weiß ja nicht wie fit der Architekt ist, aber er (der A.) sollte eigentlich immer so planen, dass das Dingens baubar ist. Wäre ja sonst irgendwie blöd.


    Nun ist es ein Aktionshaus, dürfte also, das unterstelle ich jetzt mal, nicht eben das komplizierteste Werk aller Zeiten werden...versetzte Ebenen? Gigantische Deckenspannweiten? schlanke Stützen?


    Vielmehr wird es wohl sein, dass dieser Passus mit der Planprüfung als Hilfsmittel genommen wird den Baubeginn, ohne gegen den Vertrag zu verstoßen, so einzutakten wie es gerade passt. Kann schnell gehen (wenn es gerade passt) oder man wartet bis ultimo (wenn es gerade nicht so passt).


    Mit Prüfung von irgendwas hat das m.E. gar nichts zu tun. Klingt aber natürlich echt wichtig.

  • Prüffristen ignorieren die einfach . 4 Wochen nach Unterschrift auf den Werkverträgen haben die sich die schönsten Rechte ausgesucht und uns nur Pflichten auferlegt , die wir alle schon erfüllt haben : Finanzierungsbestätigung , Bodengutachten, Baugenehmigung und den Tiefbauer haben wir auch schon . Wir haben sämtliche Versorger im Boot. Das zum Thema sie haben Ihre vertraglichen Pflichten bis jetzt erfüllt.

    Scheinbar haben sie keine bevor diese Planprüfung auf Baubarkeit des Hauses abgeschlossen ist.

  • Ich habe den Namen oben entfernt, und möchte bitten, diesen nicht zu nennen. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir hier eine subjektive Schilderung einer Partei lesen, und Ärger wegen unbewiesener Argumente könnten im Zusammenhang mit einer Namensnennung für noch mehr Ärger sorgen.

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  • Ich glaube -nochmals- nicht dass "Planprüfung" auch nur irgendwas mit einer Planprüfung zu tun hat. Was sollte das geprüft werden? Baurechtlich, so hatte ich es verstanden, ist alles getan (Baugenehmigung bzw. Freistellungsverfahren). Technisch wird das Rad bei einem GÜ nicht jedes mal neu erfunden. Wirklich nicht.

    Selbst bei individuell geplanten, stylischen, designverliebten Häusern dauert das Erstellen der Werkplanung keine 10 oder 20 Wochen.


    Für Deinen Vertragspartner ist das schlichtweg ein Schlupfloch sich bei terminlichen Engpässen (zu viele Aufträge) elegant (naja...nicht wirklich) aus der Affäre zu ziehen. Wenn es ganz blöd läuft, wir wollen es nicht hoffen, wartest Du noch länger....viel länger?

  • Die Vorabzüge gingen Anfang Oktober zur sogenannten Planprüfung. Ich soll mich Ende März mal melden da wissen sie genaueres war die letzte Aussage. Die Antwort im März wird sein ich soll mich im Mai melden . Es ist einfach ärgerlich

  • Ich glaube -nochmals- nicht dass "Planprüfung" auch nur irgendwas mit einer Planprüfung zu tun hat.

    Das ist der "Joker", der "Sichere Hafen", die "lange Leine" für den Bauherren, der geheime Faktor für die Verlangsamung der Zeit und der Relativität.


    "Na, Ihr Bauvorhaben ging ja relativ schnell!"

    Gruß
    Holger
    --
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  • Genau das frage ich mich jeden Tag 🙈 also einen Anwalt nehmen und versuchen mit dem Druck zumachen . Es ist eine ganz normale 130 qm Stadtvilla mit Walmdach ohne Schnick Schnack

  • Aktionshaus ist vom englischen abgeleitet, Action House, und das bedeutet so viel wie, dass vom Käufer viel Action erforderlich ist bis es gebaut wird. :D


    oder anders ausgedrückt, erst auf Aktion erfolgt Reaktion.

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