Traufeinlaufblech und Traufentlüftung

  • Liebes Forum,


    die Rinnenhalter (Stärke 5 mm) sind auf die Traufbohle genagelt, jedoch nicht eingelassen. Nun soll ein Traufeinlaufblech und darüber ein Traufentlüftungskamm genagelt werden. Dabei sollen die Rinnenhalter nicht nachträglich in die Traufbohle eingelassen werden. Da aber über den Rinnenhaltern keine weitere Erhöhung (durch Aufnageln von Traufeinlaufblech und Traufentlüftungskamm) stattfinden soll, müsste man beim Traufeinlaufblech von oben her die Stellen rauszuschneiden, wo die Rinnenhalter sitzen. Der Traufentlüftungskamm wird über dem Rinnenhalter unterbrochen (bis zum Rinnenhalter geführt und anschließend wieder fortgesetzt). Die Unterbrechung macht nichts, da die Ziegel auf den Rinnenhaltern liegen. Ist zufällig über einem Rinnenhalter ein Wulst, wird der Taufentlüftungskamm nicht unterbrochen, sondern durchgängig weitergeführt. Der Grund warum nichts über den Rinnenhaltern sein soll, ist, weil diese einzelne Ziegel hochdrücken, sodass die Ziegel (auch bisher schon) seitlich nicht schließen. Durch das beschriebene Aussparen erhöht sich das Niveau zwischen/neben den Rinnenhaltern, sodass die Ziegel besser seitlich schließen.

    Zur Verdeutlichung die Bilder: Es sind in „blau“ die Ränder des Traufeinlaufblechs, in „rot“ das herausgeschnittene Stück im Einlaufblech, da wo die Rinnenhalter sind und in „gelb“ der Traufentlüftungskamm darstellen.

    Falls von Bedeutung, das Dach hat 40° und ist ein gemeinsames mit den Reihenhausnachbarn, die aber nichts machen.


    Frage 1: Kann man das so machen? Ich meine ja, da die unterste Ziegelreihe über das Traufeinlaufblech hinausragen wird, da die Ziegel in die Rinnen hineinragen (Bild 2), somit dürfte kein Wasser in die herausgeschnittenen Öffnungen dringen und wenn, dürfte das nicht viel sein.


    Frage 2: In welche Richtung werden die Zinken des Taufentlüftungskamms ausgerichtet? Richtung Dachrinne oder ins Dach hinein (durch gelbe Striche im Bild angedeutet)? Oder ist das egal?


    Frage 3: Welchen Nutzen hat denn das Traufeinlaufblech (die Ziegel hängen ja über der Rinne) oder kann ich mir das sparen? Soll das vielleicht feuchte Luft abhalten?


    Viele Grüße

    Andreas

  • Hallo,


    die beschriebene Variante würde ich nicht wählen ( mit Rinneneinlaufblech ausschneiden ). Meine Wahl wäre folgende Lösung, wenn an der Dachrinne/Rinneisen nichts geändert wird:

    - Leisten in der Materialstärke der Rinneisen schneiden und zwischen den Rinneisen anbringen, darauf dann das Rinneneinlaufblech und Traufgitter ( Vogelschutzgitter )

    der Nachteil hierbei ist, dass die erste Reihe Betondachsteine eine geringfügig flachere Neigung haben als die anderen Reihen, das dürfte aber aus der betrachterüblichen Betrachtung nicht auffallen.

    Das Rinneneinlaufblech wird vermutlich angebracht, weil der Einstand der Betondachsteine in die Dachrinne etwas zu wenig ist ( 1/3 Einstand in die Dachrinne )? Das Rinneneinlaufblech soll dann verhindern, das Feuchtigkeit bei Regen mit Wind bspw. zwischen Betondachstein und Dachrinne vorbeiläuft/durchkommt. Das Traufelement/Vogelschutzgitter wird mit den Kämmen in Richtung Dachrinne angebracht, damit Vögel u.ä. nicht in die Hinterlüftungsebene gelangen können.:thumbsup: ( Wird es mit den Kämmen in Richtung First/Dach verlegt, kommen die Vögel u.ä. meistens nur einmal rein und nicht mehr raus. :thumpsdown:

  • Hallo Elopant,


    vielen Dank für die Antwort. Die vorgeschlagene Lösung wäre schon okay: Mit Leiste, Einlaufblech und Entlüftungskamm öffnet sich ein riesiger Spalt zwischen den Ziegeln beim Übergang zum Nachbarreihenhaus. Der Handwerker hat dann Blech und Kamm wieder entfernt.

    Deshalb kam die Idee mit dem Ausschneiden. Auf Bild 2 und dem nachfolgenden Bild 3 sieht man, wie die Ziegel in die Rinne hineinragen. Da der Abstand zwischen Stein und Rinne nicht allzu groß ist, dachte ich, dass man das mit dem Ausschneiden machen kann.


    Viele Grüße, Andreas

  • Hallo,

    durch geschicktes platzieren des letzten Rinnenhalters zum Nachbarn und ein auf 0 schneiden der Leiste im letzten Teil zum Nachbarn, sollte eigentlich kein Spalt mehr sein.

    Darf ich mal fragen was gemacht wurde? Ist evtl. auf den Bilder schlecht zu erkennen, aber kann es sein, das der letzte Betondachstein wegen dem Endboden der Dachrinne so sperrt?

  • Hallo zusammen, hallo Elopant,


    entschuldige, dass ich so spät antworte. Ich habe viel um die Ohren und bin nicht immer da, aber ich antworte immer. Auch Bilder machen braucht Zeit und muss die Tageslichtverhältnisse abpassen, um Bilder hinzubekommen, auf denen man etwas sieht. Ich habe die Frage nicht ganz verstanden. Ich versuche zu antworten.


    Ausgangspunkt war, dass Rinnenhalter Steine nach oben drückten und Tiere unter dem Wulst ins Dach drangen.


    Der Stein steht nicht mit seiner Erhöhung am unteren Ende der Steinunterseite auf der Rinne auf, siehe Bild 4. Deshalb stehen nicht alle Steine hoch, sondern nur die bei den Rinnenhaltern und nur dann, wenn dort kein Wulst zum liegen kommt.


    Ein Dachdecker flexte an einem Stein rum und hämmerte am oberen Ende des Rinnenhalters rum, mit dem Ergebnis, dass sich nichts besserte. Um es hier zu verdeutlichen habe ich heute Bild 5 gemacht mit einem gespannten Faden, der zeigt, dass mit dem Hochstehen der Steine nicht nur der Bereich über der Bohle sondern auch die obere Biegung des Halters hierfür verantwortlich ist.


    Nun kam ein Handwerker eines anderen Gewerks. Zuerst wurde eine Leiste (zum Ausgleich der Rinnenhalter) aufgenagelt, darüber Einlaufblech und Kamm. Es stand dann (mir fehlen die Fachbegriffe) die Erhöhung am unteren Ende der Steinunterseite auf dem Blech und drückte so den Stein noch weiter nach oben (geringere Neigung) und die Spalten öffneten sich noch mehr. Auf Bild 6 sieht man die Situation, bei der ich ein Blech so einschob und hingehoben habe, dass es gerade läuft, wie das Einlaufblech war. Auch könnte diese Situation problematisch sein, da dann evtl. Wasser über die Rinne hinausschießt. Grüße Andreas

  • Hallo,

    Ein Dachdecker flexte an einem Stein rum und hämmerte am oberen Ende des Rinnenhalters rum, mit dem Ergebnis, dass sich nichts besserte.

    X/Das hätte ich dir vorher sagen können, das das nichts bringt

    ...die Erhöhung am unteren Ende der Steinunterseite auf dem Blech und drückte so den Stein noch weiter nach oben (geringere Neigung) und die Spalten öffneten sich noch mehr.

    kann es sein, dass ihr fertig gekantete Rinneneinlaufbleche verwendet habt ( 90° gekantet )? Dann tritt das von dir beschriebene Problem auf ( dass sich die Neigung der untersten Reihe noch mehr verändert. Man kann auch die Rinneneinlaufbleche selbst kanten, dann hat man das Problem nicht.


    Die fachlich bessere Lösung wäre gewesen:

    Dachrinne und Rinnenhalter abnehmen, Rinneisen einlassen, alles wieder anbringen, mit selbst gekanteten Rinneneinlaufblechen und Traufgitter und Tataa, nichts sperrt mehr.

    In der Zeit, wo die verschiedenen Versuche ausgeführt wurden, hätte man es vermutlich auch wie oben beschrieben machen können, einziger Nachteil, sind die Kosten für die neuen Rinneisen mit ca. 0,85 €/Stück + MwSt, die bei der Variante zusätzlich angefallen wären.

  • Hallo zusammen, hallo Elopant, (Kompliment an Dich, die Dachdeckerfirma, die hier war, hat das nicht erkannt.)


    Einlaufblech: Der Handwerker hat die Situation zuvor begutachtet und kam dann mit 40° gekanteten Einlaufblechen. Das funktioniert leider nicht, was m.E. im ob. Bild erkennbar sein müsste.


    Frage: Mir wurde vorgeschlagen, bei einem Einlassen der Rinnenhalter, die alten wieder zu verwenden, was ich allerdings ablehnte. Die Rinne sitzt dann tiefer gegenüber dem Reihenhausnachbar, hat zudem dann u.U. kein Gefälle mehr bzw. eine Senke mit stehendem Wasser. Der mit dem Nachbar gemeinsame Einlaufkasten wollte er auch tiefer setzten, was meines Erachtens wahrscheinlich keine gute Idee ist, denn die Einlaufseite mit der Rinne des Nachbarn wird nicht gesenkt. Sehe ich beides richtig und gibt es hierfür weitere Argumente?


    Frage: Wie hoch tragen Kämme auf? Die zu nagelnde Kunststoff-Kammleiste (Bild 7) ist nur 2 mm dick. Beim ersten Test haben sich die Zinken nicht im erforderlichen/gewünschten Maß gelegt, sodass die Erhöhung deutlich mehr als 2 mm waren. Mit wieviel Erhöhung muss erfahrungsgemäß gerechnet werden? Ändert sich das mit der Zeit? Grüße und Danke, A.

  • Moin,

    Mir wurde vorgeschlagen, bei einem Einlassen der Rinnenhalter, die alten wieder zu verwenden, was ich allerdings ablehnte.

    sehr gut, da diese eh nicht mehr passen

    Die Rinne sitzt dann tiefer gegenüber dem Reihenhausnachbar, hat zudem dann u.U. kein Gefälle mehr bzw. eine Senke mit stehendem Wasser.

    Die Rinne kann eigentlich von der Höhe wieder genauso angebracht werden, deßhalb ja die neuen Rinneisen, die dann nur etwas höher abgekantet werden ( wegen dem einlassen ). Wenn dein Handwerker eine Dachrinne nicht zum ersten mal verlegt, sollte er das eigentlich hinbekommen.

    Der mit dem Nachbar gemeinsame Einlaufkasten wollte er auch tiefer setzten

    Bei einem Wasserfangkasten kann dieser in seiner Position sitzen bleiben, sollte es, aus welchen Gründen auch immer, mit dem Gefälle nicht funktionieren, wird der Einlaufkasten auf deiner Seite etwas tiefer ausgeschnitten, um deine Rinne dort seitlich hinein zu führen.

    Hier mal ein Bild von einem Wasserfangkasten



    Bei einem Einhangstutzen wie diesem

    muß zuerst kontrolliert werden, ob man mit Gefälle die Höhe des Einhangstutzens erreicht, wenn nicht, Gefälle verringern, aber darauf achten, dass man kein Gegengefälle erreicht. Aber wie oben schon geschrieben kommt das eigentlich nicht vor, weil sich von der Höhe der Dachrinne nichts ändert, nur die Rinneisen werden anders abgekantet als die vorherigen.

    Die zu nagelnde Kunststoff-Kammleiste (Bild 7) ist nur 2 mm dick. Beim ersten Test haben sich die Zinken nicht im erforderlichen/gewünschten Maß gelegt, sodass die Erhöhung deutlich mehr als 2 mm waren.

    Gib den Kunststoffkämmen mal einen Tag Zeit nach dem anbringen, dann bist du wieder bei den 2 mm. Die Kämme brauchen einfach einen Augenblick, bis sie gemerkt haben, dass die Eindeckung aus Betondachsteinen doch stärker/schwerer ist und sie die Betondachsteine doch nicht hoch halten können. ;)

  • Hallo Elopant, vielen Dank, dass Du vorausgedacht hast und den Einhangstutzen gezeigt hast - den habe ich.


    Ein Problem habe ich noch. Damit der Stein nicht unnötig hochsteht, wegen den Erhöhungen an unteren Ende (Füße), muss das Einlaufblech der Rinne tief zugeführt werden, wozu es 2mal gebogen werden müsste, siehe Bild 8, grob skizzierte blaue Linie und Biegung im roten Kreis. Wäre das akzeptabel?


    Weil die ersten Versuche missglückten, habe ich folgende Frage: Da die Rinnenhalter nicht wie Papier an einer Stelle punktgenau geknickt werden können, sondern beim Biegen ein Bogen entsteht, kann ich mir vorstellen, dass der Handwerker für das Biegen Erfahrung braucht, damit die Biegung an der richtigen Stelle ist und die Längen stimmen, denn sonst habe ich ein falsches/kein Gefälle oder Durchhänger.


    Mir stellt sich zwischenzeitlich die Frage, ob ich wirklich Einlaufbleche benötige, weil ich bei „Hausjournal“ las: „Auch bei bestimmten baulichen Gegebenheiten können Traufbleche unterbleiben – etwa dann, wenn die Dachziegel bei einer höheren Dachneigung bis zur Mitte der Dachrinne reichen, die Rinne also unterhalb der Ziegel montiert ist. Dann macht ein Traufblech natürlich auch keinen Sinn.“

    Zur Beurteilung folgende Bilder: im Bild 9 ist der Spiegel die Horizontale. Ich habe Heidelberger und in Bild 10 habe ich einen Spiegel in die Rinne gestellt (die untere Bildhälfte ist Spiegel). Dort sieht man dass zwischen Rinne und Stein wenig offen ist, nur beim Wulst 3cm. Der Tropfpunkt ist direkt über der Rinne und tiefer als der hintere Rinnenhand. Ich habe nie beobachtet, dass Wasser hinten runterlief. Mag sein, dass da gelegentlich Spritzer durchkommen, das dürfte aber unbedenklich sein. Weils offen ist, wirds gut belüftet und könnte es wieder trocknen.


    Die Rinne hat sich durch Lawinen oben weiter geöffnet und an einer Stelle einen sehr kleinen Knick. Schneerückhaltesystem wurde zwischenzeitlich angebracht. Kann man die Rinne zurückbiegen, sodass sie oben wieder durchgängig gleich weit (weniger) offen ist und damit optisch besser aussieht. Wie wird sowas gemacht und wird dazu bestimmtes Werkzeugen/Gerät benötigt?


    Vielen Dank und Grüße, A.

  • offf prrrrrrr.


    MAn kann jedes Blech zurückbiegen, aber hinterlässt halt spuren. vorallem bei altem Kupfer.


    Rinne Weg, Hacken weg. das ganze durch eine Fachfirma neu einsetzten lassen und gut.

    Weniger ist mehr. NAtürlich nur eingefrästen Dachhacken die ja ursächlich das Problem sind.

    Alles andere wäre doch nur Symptombekämpfung.

    Über das Einlaufblech kann man sich jetzt streiten, aber ich habs noch nie so doppelt und dreifach gekantet gesehen wie der TE das sich vorstellt.

    HAts der Nachbar dran? wie ist es da gelöst? Hat der auch ein EInlaufblech?

    Man kann sich ja mit einem Stehfalzblech an der Schnittstelle zwischen Dachstein Haus A und B behelfen. Was eh bei einer irgendwann fälligen Dachsnaierung auf Haus A oder B erfolgt.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Hallo,

    dass der Handwerker für das Biegen Erfahrung braucht, damit die Biegung an der richtigen Stelle ist und die Längen stimmen, denn sonst habe ich ein falsches/kein Gefälle oder Durchhänger.

    ja, das wird nach dem anbringen des höchsten und tiefsten Rinneisens und spannen der Schnur mittels Wasserwaage kontrolliert, danach werden die Rinneisen an die Schnur gehalten, angezeichnet und mit der Rinneisenabbiegzange genau dort gekantet, wo es angezeichnet wurde.

    Mir stellt sich zwischenzeitlich die Frage, ob ich wirklich Einlaufbleche benötige,

    Reicht der Betondachstein 1/3 in die Dachrinne, werden keine benötigt, ist es weniger, wie bei dir, würde ich welche anbringen, z.B. so


    oder so:



    dann sperrt auch nichts.


    Die Ausbeulungen der Dachrinne kann man durch vorsichtiges zurückdrücken der Dachrinne wieder gerade bekommen, ist es zuviel, tauscht man sie eben aus. Sicher das das ein Fachbetrieb ist, der bei dir die Versuche durchführt? :)

  • Ich frag mich mehreres...
    1.: Wieso macht man das Holz so dahin? Das war hier vielleicht mal vor 50 Jahren üblich, mindestens ein Brett, eher eine Traufdiele ist hier normal.
    2.: Wen stört das minimale Stippeln? Ich habe das genau so schon öfters ausgeführt, das störte bisher nie.
    Einlassen der Rinneisen macht hier keiner, bei Traufdielen ist das wohl auch eher ungewöhnlich. Die Eindeckung liegt vorne auf dem Traufblech auf und damit ist alles Gerade...
    Bei dem komischen Holz ist das aber eher weniger möglich das Traufblech als Auflagekante zu nehmen...

  • Hallo Elopant,


    vielen Dank für deine Antworten. Als es trocken war, habe ich alles nochmals angeschaut.

    Eine Nachfrage: Dein Vorschlag wie das Blech gebogen bzw. zu führen wäre, sieht auf dem Bild gut aus. Leider täuscht mein Bild (weil ich dort nur diagonal fotografieren konnte), als ob der Fuß über dem Rückfalz liegt, sodass das Blech, wie von Dir skizziert, durchzuführen möglich wäre; tatsächlich aber hinter der Rückfalz liegt, sodass der Fuß stört. An wenigen Stellen, wäre es wie von Dir vorgeschlagen möglich, an den meisten Stellen aber nicht, da die Abstände und Lage zueinander nicht immer gleich sind. Wenn das Blech, wie von mir skizziert zweimal gekantet wird, käme man an allen Füßen vorbei, ohne dass die Ziegel nach oben gedrückt würden. Dies wäre zwar ein weiterer Arbeitsschritt, ich denke aber, dass hinsichtlich Zweckerfüllung dein fachkundiges Auge nichts dagegen einzuwenden hat. Bei nur einer Abkantung müsste sofort nach der Trauflatte gekantet werden, um auf diese Weise so tief wie möglich das Blech an den Füßen vorbeiführen zu können; bei meinem Vorschlag bräuchte man nicht sofort abkanten und hätte damit ein Spiel, das Einlaufblech etwas nach vorne oder hinten zu schieben (weil die Abstände nicht immer gleich sind). Könntest Du diesem Vorschlag zustimmen?

    Als ich Deinen Vorschlag an der Rinne nochmals an einer anderen Stelle prüfte, stellte ich fest, dass die längshalben Steine noch einen weiteren (dritten) Fuß oberhalb des zweiten Fußes haben, der auf alle Fälle stört und für die von mir favorisierte zweifache Kantung spricht.


    Frage: Ich habe wegen evtl. Notwendigkeit eines Einlaufblechs und den von Dir angesprochenen 5 Zentimeter nachgemessen. Folgende Daten: Reihenhaus, Dachneigung 40°, die Rinne ist horizontal 3 cm von der Traglatte (Traufbohle, bestehend aus doppelt genagelter Traglatte) entfernt, die Ziegel reichen bis unter die Rinnen-Horizontallinie (zwischen Rückfalz und vorderes Wulst) in die Rinne, der Tropfpunkt liegt horizontal um die 4 cm in der Rinne, siehe Bild 10a. Oberer Querschnitt der Rinne 15 cm.


    Frage: Bei der Schleppgaupe, breit 2 m, sieht es anders aus: sie hat eine Neigung von 17°, die Rinne hat einen hori. Abstand von 2 cm zur Traufbohle), die Ziegel reichen 6 cm über die Rinne, die einen oberen Querschnitt von 12 cm (Bild 11a). Der Tropfpunkt liegt hier auf der horizontalen Linie zwischen Rückfalz und vorderem Wulst. Ist hier ein Einlaufblech notwendig, sinnvoll oder überflüssig?

    Vielen Dank und Grüße, A.

  • Warum willst du überhaupt an den FÜßen vorbei kommen? Das ist doch blöd wenn du das machst. Heb alle Pfannen ein wenig an mit dem Traufblech und schwupp interessieren dich die Eisen nicht mehr weil die Betonsteine auf dem Blech aufliegen und schon liegt Alles sauber glatt...
    Deswegen interessiert uns das Einlassen der Eisen nicht, bei uns liegen die Ziegel auf der Kantung des Traufblechs und somit komplett gerade auf

  • HPF In den Fachregeln für Metallarbeiten im Dachdeckerhandwerk steht unter 10.1.2.1 Vorgehängte Dachrinnen unter (8)


    ``Rinnenhalter sind im Deckbereich bündig einzulassen und versenkt zu befestigen. Wenn Aufgrund der Deckungsart das Einlassen der Rinnenhalter nicht erforderlich ist, kann hierauf verzichtet werden. ``

    Das verzichten sehe ich bei TE nicht, weil er hierdurch immer höher kommt und es im Übergangsbereich zum Nachbarn sperrt.

  • Moin,


    weniger aufwändig wäre es, wenn man jeweils einen Streifen Schweißbahn in Dicke der Eisen anbringt und im Bereich der Eisen ausschneidet.


    Grüße

    si

    DDM und öbuv Sachverständiger der HWK Bielefeld

  • Das Sperren am Übergang zum Nachbar beschreibt Elopant zutreffend.


    Aber auch in der Breite meines Dachs sperren (vielleicht gemildert) trotz Einlaufblech die Steine, wofür es einen weiteren Grund gibt, den Elopant oben #5 mit Bild 5, #6 bestätigt, und zwar (hoff. verständlich): Wenn die Rinneneisen nicht eingelassen sind, steht die obere Abkantung ebenfalls höher. Dort ist der höchste Punkt, da das Rinneneisen eine stärkere Neigung hat als der einzelne Ziegel. Und so drücken die Abkantungen durch das Blech an diesen Stellen die Steine nach oben.


    Elopant deine Beiträge waren bisher immer gut, deshalb meine Bitte an dich, würdest etwas zu meinen drei Fragen in #13 sagen. Zu Fragen 2 und 3 ist anzumerken, dass das Haus auf ca. 400 Höhenmeter steht, d.h. bei üblichen Winterverhältnissen, haben wir keinen oder wenig Schnee, das Satteldach ist Nord-Süd ausgerichtet. Schlagregen kommt vom Westen, sind aber durch Berg geschützt. Wenn du noch weitere Daten/Bilder brauchst, gerne und schon mal vielen Dank viele Grüße A.

  • Hallo,

    der Tropfpunkt liegt horizontal um die 4 cm in der Rinne, siehe Bild 10a. Oberer Querschnitt der Rinne 15 cm.

    man kann das Rinneneinlaufblech auch weg lassen, wenn bis jetzt keine Feuchtigkeit zwischen Dachrinne und Ende Holzkonstruktion durchgekommen ist, ich würde sie anbringen, wenn es meins wäre, evtl. auch mit einer zusätzlichen Kantung.


    Zu deiner Schleppgaube: Der Einhang des Betondachsteines ist ja die Hälfte der Dachrinne, ich würde hier kein Rinneneinlaufblech mehr anbringen, auch wenn ich ein Freund von Rinneneinlaufblechen bin.

  • Moin,

    @ Elopant,

    weglassen nur dann, wenn die Zusatzmaßnahme im Sinne der Fachregeln nachhaltig entwässern kann. Soll in die Dachrinnen entwässert werden, wirst um ein Einhangblech nicht umhinkommen.


    Grüße

    si

    DDM und öbuv Sachverständiger der HWK Bielefeld

  • Moin stefan ibold


    mit dem Zitieren komme ich nicht klar; Du schreibst: "wenn die Zusatzmaßnahme im Sinne der Fachregeln nachhaltig entwässern kann" Was oder welche Zusatzmaßnahme meinst Du?


    Ich bin nur Laie, aber was das Weglassen und dem 1/3 Überstand betrifft, habe ich folgendes gefunden:

    Aus Fachregel des ZVDH für Metallarbeiten, zumindest 2003 galt nach 6.2.1, Abs. 3:

    "Bei der Traufausbildung mit Dachrinne, aber ohne Rinneneinlaufblech soll der Überstand der Deckung (Abtropfpunkt) von der hinteren Aufkantung der Rinne waagerecht gemessen, 1/3 der oberen Öffnungsbreite der Dachrinne betragen. Ist dieser Überstand < 50 mm, so ist ein Rinneneinlaufblech anzuordnen." Bei der Dachgaupe ist die Öffnungsbreite 12 cm und der Überstand mehr als 50 mm.


    Ich könnte mir vorstellen, wenn man bei der geringen Dachgaupenneigung von 17° Einlaufbleche anbringt, dass dann bei Schnee und Eis, je nachdem wieviel liegt und gefroren ist, Wasser staut und auf dem Einlaufblech steigen kann, bis es über die Einlaufblechkante kommt. Ist kein Einlaufblech da, könnte es (so nicht vorgesehen, aber dann seltener Fall) zwischen Rinne und Trauf abtropfen. Falls von Bedeutung: Schneerückhaltsystem ist vorhanden. Gruß, A.

  • mit dem Zitieren komme ich nicht klar;

    Die in meinen Augen einfachste Methode, im Text markieren, dann erscheinen 2 Felder mit "Zitat speichern" und "Zitat einfügen". Letzteres bringt den Text in den Editor an die Stelle an der der Cursor stand.


    Beim Speichern sind die gespeicherten Zitate dann über das Feld rechts unten (Zitate und in Klammern die Anzahl der gespeicherten Zitate) zugänglich.


    Mit dem smartphone ist es etwas umständlicher.

    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragestellern, die hier kostenlos Hilfe bekommen haben. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung

    .

  • Hallo,


    stefan ibold meint mit Zusatzmaßnahmen folgendes: Ein Betondachstein hat eine Regeldachneigung von 22°. Man kann die Regeldachneigung mit Zusatzmaßnahmen unterschreiten, d.h. man benötigt bei bspw. bei 2 weiteren erhöhten Anforderungen und einem Unterschreiten der Regeldachneigung von 4 - 8° eine naht-, und perforationsgesicherte Unterdeckung oder Unterspannung, die entwässert werden muß. Dies kann man z.B. lösen, indem man die Unterdeckung oder Unterspannung auf das Traufblech führt und in die Dachrinne entwässert. Das hat den Hintergrund, dass bei unterschreiten der Regeldachneigung ein gewisser Teil des Niederschlages unterhalb der Dacheindeckung gelangt, was natürlich abgeführt werden muß.

    Wenn an der Gaube das Traufdetail genauso wie bei dem Hauptdach ausgebildet ist, wird es vermutlich ohne Änderungen am Traufdetail nicht funktionieren, die Unterdeckung oder Unterspannung auf das Traufblech zu führen.

  • Hallo, ich habe nachgeschaut: im Prinzip ist die Traufe wie beim Hauptdach (Unterspannung, Konterlattung, Bohle), entwässert wird hinter der Rinne.


    Könnte als Zusatzmaßnahme gelten, dass die Steinreihen immer mit 9 cm überdeckt werden. Der Hersteller nennt mind. 7,5 cm bis max. 11 cm. Er gibt als mindeste Dachneigung für meinen Stein für Österreich 17° an, für D macht er keine Angaben. Die Gaupe hat die 17°.


    Verständnisfrage:

    Wenn ich alles verstanden habe, ist von euch die generelle Problematik wegen der geringen Gaupendachneigung angesprochen im Hinblick, wie die Unterspannung entwässert werden sollte. Mit dieser Problematik hat die Entwässerung der Steine über ein Einlaufblech dann zunächst nichts zu tun. Das würde bedeuten, dass allein für die Entwässerung der Steine kein Einlaufblech erforderlich wäre, da der Steinüberstand von 6 cm (Rinnenbreite 12cm) ausreichend ist und der Abstand vom Tropfpunkt (unterster Stein) bis Bohle: 8 cm sind. So verstehe ich Elopant in #18.


    Hat folgendes was für sich?: Bei der Schleppgaupe (bei unveränderter Unterspannungentwässerung) besser das Einlaufblech weglassen (ohnehin von Elopant vorgeschlagen), damit die Unterspannung bei der Traufe besser belüftet wird und damit besser abtrocknet, weil kein Tropfblech sondern nur ein Gitter vorhanden ist. Gegen das Entwässern der Unterspannung hinter der Rinne bei der Schleppgaupe (Länge 3 m) habe ich nichts.