Verkabelung unter Estrich mit Schutzrohren

  • Hallo zusammen,


    ich muss doch mal die Experten fragen, ob die Verkabelung bzw. das Anbringen der Schutzrohre an die Verkabelung für unter dem Estrich so passt, wenn ihr euch die Bilder anschaut.


    Für eine Feinreinigung bei uns im Keller wurde die alten Schutzrohre entfernt und erst war es geplant, neue Kabel zu verlegen, die ohne Schutzrohre unter dem Estrich verlegt werden können und nun hat man sich entschieden einfach neue Schutzrohre über die vorhandenen Kabel zu ziehen.


    Muss ich da nicht Angst haben, dass Estrichmaterial in die Schutzrohre reinläuft an den Stellen, die nicht über die Höhe des Estrichs kommen? Können auch Kabel nicht vollständig durch ein Schutzrohr geschützt unter dem Estrich liegen?


    An der einen Duplex LAN Dose hatte ich gedacht, dass man später bei Bedarf durch das Schutzrohr ein neues Kabel einziehen könnte oder würde das gar nicht mit dem Schutzrohr gehen sondern ich bräuchte ein richtiges Leerrohr?


    Danke schon mal für eure Einschätzungen.


  • Wenn die Leitungen "auswechselbar" verlegt werden sollen (bei LAN, TK, Antenne usw., Vorgaben aus der DIN 18015 z.B. ) dann muessen die Schutzrohre entsprechend in der Dose enden. Da ist die gezeigte Verkabelung/Verrohrung schlicht Murks.

    Wenn die Schutzrohre nur die verlegten Leitungen (z.B. NYM-J) vor mech. Beschaedigung schuetzen sollen, dann wuerde ich die Verrohrung als ausreichend betrachten, ich weiss allerdings nicht, wie da der Uebergang von Estrich zu Aufputz-Installation mal aussehen soll... Na gut, ich weiss auch nicht, wie der FuBo-Aufbau aussehen soll, irgendwas war da immer mit Waermedaemmung, Trittschalldaemmung, Randdaemmstreifen. Hier sieht es eher aus nach reinkippen und verteilen.


    Es kommt also darauf an, was du beauftragt hast...

  • Die Vorgaben zur Führung von elektrischen Leitungen auf Decken nach DIN 18015 von 3:2016 werden offensichtlich nicht eingehalten, die zum Estrich auch nicht: Link. Ich halte diese für eine a.R.d.T..

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wenn die Leitungen "auswechselbar" verlegt werden sollen (bei LAN, TK, Antenne usw., Vorgaben aus der DIN 18015 z.B. ) dann muessen die Schutzrohre entsprechend in der Dose enden. Da ist die gezeigte Verkabelung/Verrohrung schlicht Murks.

    Da die Installation im Keller auf Putz ist, würde es doch eigentlich reichen, wenn das Schutzrohr bis knapp über dem Estrich endet und dann in dem kurzen starren Schutzrohr an der Wand bis zur Dose weiterläuft. Man könnte dann die Leitung ja trotzdem tauschen, oder sehe ich das falsch?

  • Da die Installation im Keller auf Putz ist, würde es doch eigentlich reichen, wenn das Schutzrohr bis knapp über dem Estrich endet und dann in dem kurzen starren Schutzrohr an der Wand bis zur Dose weiterläuft. Man könnte dann die Leitung ja trotzdem tauschen, oder sehe ich das falsch?

    richtig. Wenn die Länge, Bögen und Bögenradien dir keinen Strich durch die Rechnung machen, geht das.


    grüne Leitung = KNX? Oder ist das Netzwerk?

  • Was war denn gewünscht?

    Schutzrohr oder Leerrohr?

    Per Definition doch ein Unterschied.

    und da bin ich ganz bei karo1170 seiner Aussage

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Was war denn gewünscht?

    Schutzrohr oder Leerrohr?

    Per Definition doch ein Unterschied.

    und da bin ich ganz bei karo1170 seiner Aussage

    Sind nicht Leitungen der "Nachrichtentechnik" (laienhafter Ausdruck) nach den a.R.d.T.nicht immer austauschbar zu verlegen? Dann ist die Frage, was "gewünscht" (gemeint wahrscheinlich eher "bestellt") ist gleichgültig weil jegliche Stückelung der Austauschbarkeit einigermaßen widerspricht.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Skeptiker und SirSydom


    ja das wissen wir ja schon, aber wenn der Kunde das so wünscht, ist es auch legitim.

    und man kann der Firma nichts vorwerfen was mit dem Kunden vereinbart ist, sofern es nicht fahrlässig ist und klar verboten ist.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • und man kann der Firma nichts vorwerfen was mit dem Kunden vereinbart ist,

    sehe ich auch so. Ich gehe aber mal davon aus, dass dazu wahrscheinlich eben nichts explizit vereinbart wurde, und dann gilt mittlere art und güte.


    Bzw. scheint es ja so zu sein, dass es Rohre gab und diese zu Reinigungszwecken (!) entfernt wurden.

    Da sehe ich den alten Zustand auf jeden Fall als Referenz (keinesfalls weniger).

  • Sind nicht Leitungen der "Nachrichtentechnik" (laienhafter Ausdruck) nach den a.R.d.T.nicht immer austauschbar zu verlegen?

    So ist es in der Reihe DIN 18015 für IuK- und RuK-Leerrohre verlangt. Inkonsequenterweise gibt es aber auf IuK beschränkt auch Ausnahmebestimmungen, die insbesondere bei Pappendeckel-Gebäuden von den Anbietern fälschlich auch auf RuK übertragen werden.


    Der in den Praxisfragen der Elektro-Fachzeitschriften omnipräsente Herr Hörmann behauptet gelegentlich, dass die Reihe DIN 18014 keine a.R.d.T sei und vereinbart werden müsse. Einen juristischen Beleg hat er dafür noch nicht geliefert. An der Landeskademie des Handwerks in BW haben die Jura-Dozenten, beides Richter, vor einer kleinen Ewigkeit den Betriebswirten des Handwerks noch eingebläut, dass man bei LVs ohne zugfähige Leerrohrsysteme schriftlich seine Bedenken geltend machen soll. Dies auch dann, wenn die VOB kein Vertragsbestandteil ist.


    Ich halte mich weiter an diese Auslegung, wonach jeder AN ein Werk nach den a.R.d.T schuldet, es sein denn es ist ausdrücklich etwas anderes konkludent vereinbart.


    Wer ist der erste, der das BGH-Urteil zum Schallschutz durch sinnentstellende Verkürzung auf den ersten Satz in sein Gegenteil verkürzt? :thumpsdown:

  • sehe ich auch so. Ich gehe aber mal davon aus, dass dazu wahrscheinlich eben nichts explizit vereinbart wurde, und dann gilt mittlere art und güte.


    Bzw. scheint es ja so zu sein, dass es Rohre gab und diese zu Reinigungszwecken (!) entfernt wurden.

    Da sehe ich den alten Zustand auf jeden Fall als Referenz (keinesfalls weniger).

    Das trifft es am besten. Vorher verliefen die Leerrohre bzw. Schutzrohre vom Verteilerkasten bis zur Anschlussdose bzw. soweit über die Oberkante vom Estrich, dass man spätestens an der Stelle Zugang zu den Leitungen hätte. Und das könnte man doch als Referenz sehen, oder?

  • Skeptiker und SirSydom


    ja das wissen wir ja schon, aber wenn der Kunde das so wünscht, ist es auch legitim.

    Jeder Werkvertrag verlangt immer die Einhaltung der a.R.d.T.! Legitim ist eine Abweichung davon nur dann, wenn der Auftraggeber vor der Ausführung von der Abweichung und über die möglichen Risiken und Nebenwirkungen belegbar umfangreich informiert wurde und in deren Kenntnis ausdrücklich die von den a.R.d.T. abweichende Ausführung gewünscht hat.

    und man kann der Firma nichts vorwerfen was mit dem Kunden vereinbart ist, sofern es nicht fahrlässig ist und klar verboten ist.

    Doch, das kann man. Man wirft ihr dann einen Sachmangel vor und den hat sie zu beseitigen. Und man hat gute Aussicht auf Erfolg mit diesem Vorwurf, notfalls vor Gericht. Die Rechtssprechung lässt da überhaupt keinen Interpretationsspielraum, siehe der Beitrag von Dipol .

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Vorher verliefen die Leerrohre bzw. Schutzrohre vom Verteilerkasten bis zur Anschlussdose bzw. soweit über die Oberkante vom Estrich, dass man spätestens an der Stelle Zugang zu den Leitungen hätte. Und das könnte man doch als Referenz sehen, oder?

    Hast du denn die Entfernung und Neu-Verlegung bzw. Neu-Verschutzrohrung explizit beauftragt?


    Und war tatsächlich die Reinigung der Grund? Erscheint mir "etwas" viel Aufwand....

  • Hast du denn die Entfernung und Neu-Verlegung bzw. Neu-Verschutzrohrung explizit beauftragt?

    Das war ja auch meine Frage,...irgendwie lese ich zwischen den Zeilen, das die Leitungen wohl unverändert geblieben sind. Dann faellt mir gerade nicht ein, wie man diese wieder ordnungsgemäss in ein Schutzrohr bekommen würde, ohne alle Leitungen auszuklemmen, ausprüfen und neu einzuziehen. Diesen Aufwand wollte man wohl sparen, ob nun ausgehend vom AG oder AN...Wie man in diesem Falle eine Einhaltung von einer DIN 18015 hätte vereinbaren können/müssen (und auf welchen Normstand man sich da berufen hätte...) weiss ich auch nicht. Eine aaRdT für diesen Fall des "Schutzrohrwechselns" wird es mangels Häufigkeit des Verfahrens nicht geben, einmal alles neu wäre wohl die üblichere Vorgehensweise.

    in den Rohren stand Wasser und es gab Hinweise von Schimmelpilzbefall sodass eine Feinreinigung vorgeschlagen wurde.

    Wer hat was wem vorgeschlagen? Von wem stammt die Idee mit den Schutzrohraustausch?

  • Die Reinigungsfirma hat gesagt, dass sie die Schutzrohre und das was in den Schutzrohren ist, nicht ordentlich reinigen können. Dann wurden die Schutzrohre entfernt und die Verkabelung lag erst einmal so. Dann wurde gereinigt. Dann hatte man die Idee, Kabel zu verwenden, die so unter den Estrich ohne Schutzrohr gelegt werden können. Das wurde aber nicht durchgeführt, sondern es wurde neue Kabel mit neuen Schutzrohren eingezogen. Das war der Vorschlag der Elektrofirma und AG ist der Bauträger.

  • Mich interessiert, weshalb man sich der großen Mühe unterzieht, den Ringraum zwischen einem Kabel und seinem Schutzrohr zu reinigen, wenn beide kein Substrat für Pilze und sogar dauerhaft feuchtebeständig sind.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Mich interessiert, weshalb man sich der großen Mühe unterzieht, den Ringraum zwischen einem Kabel und seinem Schutzrohr zu reinigen, wenn beide kein Substrat für Pilze und sogar dauerhaft feuchtebeständig sind.

    Die ausführende Firma verdient mehr Geld, das die Versicherung bezahlt.

  • Ich kann mir nicht vorstellen, das die Leitungen alle neu sind. Die sind ja zum verlegen in Leerrohren so schon viel zu kurz gewählt. So scheint es zumindest immer an den Anschlussdosen.


    Mein Kredo, Wer am leerrohr spart, spart am falschen Ende.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Wenn dies ein Versicherungsschaden war/ist, steht euch versicherungstechnisch genau der

    Zustand zu, der vor dem Schaden war.

    Wenn dieser vorige Zustand aber nicht den a.R.d.T. entspricht/entsprach, muss die ausführende

    Firma darauf hinweisen und den Mehrpreis dafür aufführen. Es liegt dann an der Versicherung ob

    du dann diesen Mehrpreis zahlen musst, oder ob sie dies übernehmen.

    Die a.R.d.T. sollten für alle ausführenden Fachfirmen Standard bedeuten, da sie sonst sehr schnell

    in der Haftung sind, und im schlimmsten Falle dies das Ende der Firma bedeutet.


    LG Oliver