Abdichtung Sockel/Bodenplatte

  • Hallo, liebe Expertenforum-Gemeinde,


    auf dem folgenden Bild ist der Sockelbereich unseres Wohnhauses (Neubau) dargestellt.

    Vor Monaten habe ich den Arbeitsbereich mit Lava 0/45 verfüllt (Wand vorher noch mit Styrodurplatten und Noppenbahn geschützt). An den Innenseiten der Außenwände im Bereich Wand/Fußboden ist es etwas feucht.

    Nun ist meine Frage, ob diese Feuchtigkeit Restfeuchte aus der Bauphase sein kann (es hatte zudem damals sehr stark geregnet und auf der Bodenplatte stand das Wasser), das noch in der unteren Steinreihe und/oder in der Bodenplatte steckt und nach und nach austritt, oder ob das Detail fehlerhaft ist.

    Kann es vielleicht sein, dass in den Fugen der Schalungssteine Feuchtigkeit nach oben in die Bodenplatte zieht?


    Herzlichen Dank im Voraus für eure Einschätzung.

  • Hallo chief,


    herzlichen Dank für deine Antwort.


    Die Abdichtung auf Außenwand/Randdämmung/Schalungsstein ist PCI Barraseal Turbo 2K-Reaktivabdichtung mit Gewebeeinlage.


    Die PE-Folie unter der Bodenplatte endet vor der Randdämmung. (keine Ahnung, welches Fabrikat und warum sie nicht durchgezogen wurde).


    Die Mauersperrbahn ist aus PVC, keine Bitumenbahn.


    Die Dampfsperre ist Alujet Floorjet Speed. Sie ist an den Stößen verklebt und endet auf dem Putz. Keine Verbindung zur Mauersperrbahn. Da Leitungen auf der Bodenplatte befestigt wurden, wurde eine Ausgleichsschicht aus Styrodurplatten und im Bereich der Leitungen bitumenummantelter Schüttung verlegt, darauf die Dampfsperre, darauf die Noppenplatten mit Fußbodenheizung, darauf der Estrich.


    Ich hoffe, ich habe nichts übersehen.

  • Ich habe auch mal ein paar Ideen in das Bild hineingemalt:



    Die PE-Folie ist meines Erachtens nicht weiter zu beachten, da sie nur konstruktiv war bzw. als Gleitlage dient.


    Für eine fundierte Bewertung fehlt noch einiges an Informationen, vor allem aber der eigene Blick auf das Objekt, aber da bist Du schon auf dem richtigen Weg!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Hallo Skeptiker,


    vielen Dank für deine Einschätzung.

    Ich könnte versuchen, dir sämtliche Informationen zu geben, die du brauchst.

    Der Rohbauer hat damals die vertikale Abdichtung der Schalungssteine vorgenommen. Müsste er nicht dann die Abdichtung bis zum Betonfundament nachträglich hinunterführen, damit über die Fugen keine Feuchtigkeit hochziehen kann?


    Viele Grüße

    Guido

  • Ich muss nochmal kurz nachfragen: Wenn ich das richtig verstanden habe, dann müsste, falls der Fehler daraus resultiert, das Problem beseitigt sein, wenn die vertikale Abdichtung von den Schalungssteinen weiter runtergezogen wird?

  • Der Rohbauer hat damals die vertikale Abdichtung der Schalungssteine vorgenommen. Müsste er nicht dann die Abdichtung bis zum Betonfundament nachträglich hinunterführen, damit über die Fugen keine Feuchtigkeit hochziehen kann?

    Wie bereits geschrieben, vermisse ich erstmal nur auf der Außenseite der Schalungssteine eine Abdichtung, weil ich sie dort erwarten würde. In der dargestellten Ausführung erscheint ein kapillarer Feuchtetransport nach oben möglich. Wer hat die Abdichtung des Gebäudes wie geplant?


    Ein weiterer Weg könnte ein kapillarer Feuchtetransport entlang des von mir skizzierten blauen Pfeils sein -> Bauteilfeuchte!


    Möglicherweise gibt es auch noch andere / weiter Wege eines Feuchtetransports.


    Es sollte in jedem Falle zuerst gemessen werden, wo es wieviel Feuchte gibt um das Problem qualitativ und quantitativ eingrenzen zu können.

    Oder soll ich besser erst ein Gutachten machen lassen?

    Zuerst sollte mit geeignetem Messegerät die Feuchteverteilung erfasst und nach vollziehbar dokumentiert werden. Dann kann man weitersehen. Welche Vertragspartner hast Du: GU, BT, Einzelgewerke? Gab es eine gewerkeübergreifende Ausführungsplanung? Wenn ja, durch wen?

    ... bevor ich den Rohbauer damit konfrontiere.

    Ja, denn nur, wenn der Rohbauer der vermutliche (Haupt-) Verursacher des Mangels ist, sollte man ihn zur Beseitigung des Mangels auffordern. Dafür sollte aber klar sein, auf welchem Weg die Feuchte ins Haus kommt und wer das zu welchem Anteil zu verantworten hat.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich hätte die Dampfbremse an die Mauersperrbahn angeschlossen. Dafür hat diese einen entsprechenden raumseitigen Überstand. Wenn dann die Dampfbremse so verlegt wurde/ worden wäre, wäre auch der Feuchtetransport (blauer Pfeil von unserem skeptischen Mitforisten) unterbunden.

  • Sämtliche Leistungsphasen wurden durch einen Architekten betreut. Der Architekt war somit sowohl mit der Ausführungsplanung als auch mit der Bauleitung beauftragt.

    Laut Auftrag hatte der Bauunternehmer die Sockelisolierung der Außenwände zu liefern.

  • Sämtliche Leistungsphasen wurden durch einen Architekten betreut. Der Architekt war somit sowohl mit der Ausführungsplanung als auch mit der Bauleitung beauftragt.

    Laut Auftrag hatte der Bauunternehmer die Sockelisolierung der Außenwände zu liefern.

    Und was sagt oder schreibt der Kollege zum Sachverhalt? Worauf führt er die Feuchte (bitte noch die Fragen nach den Messungen beantworten!) zurück und was schlägt er zu deren Beseitigung vor?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Der Kollege hatte die Zusammenarbeit, nachdem der Rohbau fertiggestellt worden war, aufgekündigt. Daher besteht zwischen uns und dem Architekten kein gutes Verhältnis, um es mal vorsichtig auszudrücken. Es fehlt ihm ebenso in jeglicher Hinsicht an Einsicht.

    Er hatte die Höhen des Vermessers falsch interpretiert und daher das Haus zu niedrig geplant. Daher musste das Haus mit Schalungssteinen erhöht werden, nachdem die Frostschürze aus Beton schon gegossen worden war.

    Unter der Bodenplatte ist daher etwa 1 Meter kapillarbrechende Schicht. Daher gehe ich davon aus, dass aus dem Boden keine Feuchtigkeit in die Bodenplatte dringen kann (außer natürlich womöglich über die Fugen der Schalungssteine).

    Wenn man den Feuchtetransport über die Fugen der Schalungssteine unterbindet, kann eigentlich ja keine Feuchtigkeit mehr über die Bodenplatte ins Mauerwerk gelangen, oder? Es sei denn natürlich, es gibt keine anderen Leckagen.

  • Wir müssten die Feuchtemessungen noch durchführen und dokumentieren lassen.

    Mit meinem Feuchtemessgerät hatte ich stellenweise zwischen 0,6 und 1,4 % gemessen oberhalb OK Estrich. Ich schätze, dass es unterhalb, also im nicht sichtbaren Breich, feuchter ist/war, denn wir trocknen, um weiteren Schäden vorzubeugen.

  • KAnn es sein, dass nach einem Jahr in der Bodenplatte und in der unteren Steinreihe aufgrund der starken Durchnässung infolge der Niederschläge noch immer so viel Feuchtigkeit ist, das dieses Problem begründen könnte?

  • An 3 oder 4 Stellen roch es im Sockelbereich innen erdig. Ich habe vor 3 Tagen außen den Sockelbereich bis UK der ersten Schalungssteinreihe (bis auf ein paar Meter, die ich für einen möglichen Sachverständigen zur Messung übrig gelassen habe) bis zur Drainage ausgeschachtet und seitdem stellt sich eine deutliche Verbesserung ein (geruchlich), die ich zuvor durch alleinge Trocknung nicht erreichen konnte.

  • Thomas B,


    der Architekt hatte die Zusammenarbeit gekündigt. Daher mussten wir den Estrichleger selbst beauftragen. Hätte er von vornherein die Dampfsperre so ausführen müssen, dass sie an der Mauersperrbahn anschließt?

  • Hätte er von vornherein die Dampfsperre so ausführen müssen, dass sie an der Mauersperrbahn anschließt?

    Wer hatte was im Auftrag stehen?

    Abdichtung, Dämmung, also der ganze Unterbau kann vom Estrichleger gemacht werden, muss aber nicht. Gerade bei FBH werden die Aufgaben oft anders verteilt.

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  • Wer hatte was im Auftrag stehen?

    Abdichtung, Dämmung, also der ganze Unterbau kann vom Estrichleger gemacht werden, muss aber nicht. Gerade bei FBH werden die Aufgaben oft anders verteilt.

    Der Estrichleger hat die Ausgleichsschicht aus Styrodurplatten und Schüttung + Dampfsperre + Estrich verlegt. Der Heizungsbauer lediglich die Noppenbahnen + Leitungen der FBH.

    Ich schaue die Tage mal, as im Auftrag steht.

  • So, habe nochmal in die Schlussrechnung des Estrichlegers geschaut:


    "Abdichtungsbahn liefern und einbauen ca. 160mm hochführen"

    "Dämmung liefern und verlegen 50mm dick XPS incl. MEHA BIT Schüttung". Als Ausgleichsschicht für Installationsebene auf der Bodenplatte.


    Die Noppenplatten + Fußbodenheizung hat der Heizungsbauer verlegt.

  • Hätte er von vornherein die Dampfsperre so ausführen müssen, dass sie an der Mauersperrbahn anschließt?

    Nun ja, eine Dampfbremse soll ja den Feuchtetransport unterbinden. Daher ist eine solche Dampfbremse auch zu verkleben (also die einzelnen Bahnen untereinander), so dass eine flächige Abdichtungsebene entsteht. Diese Abdichtungsebene dann umlaufend zum Rand hin zu unterbrechen ist natürlich irgendwie nicht ganz zielführend, zumal ja (wenn die Skizze so stimmt) ein raumseitiger Überstand vorhanden gewesen war, der sich zum Anschließen der Dampfbremse förmlich aufgedrängt hätte.


    Man sollte nicht unterschätzen welche Mengen Feuchte in einem vermeintlich trockenen Bauteil (hier die Bodenplatte) schlummern und nach außen drängen. Wo kann nun diese Bauteilfeuchte hin? Nach unten? Schwierig. Dort ist es tendenziell ohnehin schon feucht(er) und die PE-Folie ist da auch ein Hemmnis. Nach oben? Geht auch nicht so gut: da ist die Dampfbremse. Aber diese hat umlaufend geschickterweise einen ordentlichen Spalt....den Weg findet die Feuchte schon. Vor allem wenn das Bauteil Wand von oben immer schön abtrocknen kann. Dann ist dem Feuchtetransport Tür und Tor geöffnet. Das (vielleicht) beruhigende: wenn das Problem tatsächlich hier seine Ursache hat, darf man sicherlich davon ausgehen, dass das Problem irgendwann aufhört, weil die Bodenplatte natürlich auch mal irgendwann trocken genug sein wird. Fragt sich halt wann dies der Fall sein wird...

  • Das (vielleicht) beruhigende: wenn das Problem tatsächlich hier seine Ursache hat, darf man sicherlich davon ausgehen, dass das Problem irgendwann aufhört, weil die Bodenplatte natürlich auch mal irgendwann trocken genug sein wird. Fragt sich halt wann dies der Fall sein wird...

    In einem im weitesten Sinn ähnlichen Fall hat mir bei Existenz einer vollflächigen bewegten Luftschicht mal ein Bauphysiker eine mehrjährige Trocknungszeit berechnet. Ich würde deshalb ohne weitere Maßnahmen erstmal einen zu erwartenden Zeitraum von mehreren (mind. 5 ?) Jahren ansetzen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Frage!

    Wurde nach der Aufkündigung eine anderer Architekt ins Boot geholt? oder wurde selber weiter gemacht?


    Falls nein, seh ich das es keine Weitere Planung im Innenausbau gab. die sich nun rächt.

    Dafür ist allerdings nicht der erste Architekt zu belangen.


    An die Werten Kollegen!

    Styrodur unter der Dampfsperre/Bremse seh ich sein, aber Schüttung? Je nach Schüttungsmaterial kann das doch schief gehen im dauerfeuchtebereich?


    Guuido was für angaben wurden dem Estrichleger denn gemacht?

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Es wurde für Putz und Estrich kein neuer Architekt beauftragt. Der Rest der Arbeiten wurde ja von ihm überwacht. Falls die vertikale Abdichtung das Problem ist, hat es doch der Architekt mit zu verantworten.

    Der Estrichleger hat sich die Situation angesehen und ein Angebot erstellt. Er muss ja wissen, dass sich in der Bodenplatte eines Neubaus Baufeuchte befindet, ohne dass man ihn darauf aufmerksam machen muss.

  • Ja, je nach Materialwahl könnte die Schüttung auch feuchteempfindlich sein. Welches Material ist es denn?


    Mit Sorge blicke ich auch auf das Styrodur im Bodenaufbau. Als Trittschalldämmung taugt das nicht. Aber es ist feuchtebeständig und auch relativ dampfdiffusionsdicht.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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