50qm genehmigungsfreie Garage

  • Hallo zusammen,


    mal eine Verständnisfrage:

    Hier (in Sachsen) darf man eine genehmigungsfreie Garage bis zu 50qm BGF pro Grundstück bauen. Soweit sogut.

    Bereits bestehende Garagen sind davon abzuziehen.


    Ich frage jetzt mal, wie ist das zu verstehen?


    Und formuliere mal so:

    Gegeben sei ein Grundstück, wo bereits 3 Garagen drauf sind, die (Achtung!) eine Baugenehmigung haben.

    Theoretisch hat dieses Grundstück noch 50qm Kontingent Garagenfläche frei, weil die anderen 3 Garagen ja innerhalb einer BG lagen/liegen.


    Sozusagen hat jedes Flurstück ein Kontingent von 50qm Gragenfläche frei, ohne Baugengehmigung.

    Wenn aber auf dem Grundstück bereits 3 Garagen MIT Baugenehmigung stehen, hat das Flurstück das Kontingent nicht ausgeschöpft,

    dürfte also genehmigungsfrei trotz bestehender Garagen, das Freikontigent von 50qm in Anspruch nehmen?


    Wie seht ihr die Sache?

    lg trekkie

    ---
    It's not the hammer, it is the way you hit.

  • Ich verstehe es so, dass auf einem Grundstück nur 50 qm Garage gebaut werden darf, egal wann, wie und warum sie gebaut wurden. Mehr als 50 qm geht nicht. Steht da schon eine und die hat 20qm, dann darfst Du nur 30 qm dazu bauen, egal wann, wie und warum die 20qm vorher gebaut wurden.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Hallo zusammen,


    mal eine Verständnisfrage:

    Hier (in Sachsen) darf man eine genehmigungsfreie Garage bis zu 50qm BGF pro Grundstück bauen. Soweit sogut.

    Bereits bestehende Garagen sind davon abzuziehen.

    Das sollte es besser darstellen, wenn es der identische Gesetzestext ist.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Zitat

    Sächsische Bauordnung

    Vollzitat: Sächsische Bauordnung in der Fassung der Bekanntmachung vom 11. Mai 2016 (SächsGVBl. S. 186), die zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 11. Dezember 2018 (SächsGVBl. S. 706) geändert worden ist

    § 61
    Verfahrensfreie Bauvorhaben, Beseitigung von Anlagen

    (1) Verfahrensfrei sind

    1. folgende Gebäude:

    a) eingeschossige Gebäude mit einer Brutto-Grundfläche bis zu 10 m², außer im Außenbereich,

    b) Garagen einschließlich überdachter Stellplätze mit einer mittleren Wandhöhe bis zu 3 m und einer Brutto-Grundfläche bis zu 50 m² je Grundstück, außer im Außenbereich,


    Ob die bestehenden Garagen über eine BG verfügen oder nicht, spielt IMO keine Rolle.

  • Danke Ihr Beiden,

    hilft aber nicht wirklich weiter.

    Sicher, ich verstehe das mit den qm genauso wie Frau Maier, aber darum ging es mir nicht.


    Gegeben sei ein größeres Grundstück mit einem Wohnhaus und einem Wohn- und Gewerbebau drauf,

    der Gewerbebau hat im EG Lager- und Garagen, darüber ist Wohnen. Das andere Haus auf dem Grundstück ist ein reines Wohnhaus.

    Für beide Objekte auf dem Flurstück existieren Baugenehmigungen.

    Dort soll jetzt eine genehmigungsfreie Garage gebaut werden für zwei Privat-PKW, sprich die Leute möchten die 50qm Regel verfahrensfrei ausschöpfen,

    weil diese bislang nie in Anspruch genommen wurde und deren KFZ im Freien stehen.

    Ich kann deren Argumentation sogar nachvollziehen. Nur was jetzt richtig ist, weiss ich grade nicht.

    Aber egal, ich rufe nächste Woche mal im Amt an und werde hinterfragen, wie das zu verstehen ist.


    Nochmal Danke und schönes Rest-WE

    trekkie

    ---
    It's not the hammer, it is the way you hit.

  • Aber egal, ich rufe nächste Woche mal im Amt an und werde hinterfragen, wie das zu verstehen ist.

    Das halte ich für die sinnvollste Methode, um Deine Frage zu beantworten. Andere Frage - was ist so schlimm daran, für die gewünschte Garage einen Bauantrag zu stellen?

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Rose24 Gute Frage,

    für mich ist da nix schlimm dran, es geht hierbei nur um Kostenminimierung - und natürlich auch ums Prinzip ;)

    Bitte nicht falsch verstehen, es geht um Glaubwürdigkeit, weil a jeder red' was andres.

    Und ich hätte da jetzt schon mal eine klare Linie gewusst, aber okay, merke grade Ihr eiert da genauso rum wie ich auch.

    Nächste Woche bin ich schlauer - hoffentlich - und werde berichten.

    bis dahin

    lg trekkie

    ---
    It's not the hammer, it is the way you hit.

  • Andere Frage - was ist so schlimm daran, für die gewünschte Garage einen Bauantrag zu stellen?

    Die Kosten.

    Es ist natürlich ein Unterschied, ob man verfahrensfrei eine 50qm Garage errichten darf, ohne einen Architekten zu bemühen müssen,

    oder ob es nicht ohne (teuren Architekt) geht.

    Was ich so mitbekomme bei den Bauherren, es geht immer um die Kosten.

    Und es ist natürlich ein Unterschied, eine Garage verfahrensfrei hinzuballern, als eine Garage mit Baugenehmigung und dem vollen Programm...,

    finanziell auf jeden Fall.


    lg trekkie

    ---
    It's not the hammer, it is the way you hit.

  • Es ist natürlich ein Unterschied, ob man verfahrensfrei eine 50qm Garage errichten darf, ohne einen Architekten zu bemühen müssen,

    oder ob es nicht ohne (teuren Architekt) geht.

    Really?

    In der sächsischen Bauordnung finde ich in § 65 Abs. 1:


    "(1) Bauvorlagen für die nicht verfahrensfreie Errichtung und Änderung von Gebäuden müssen von einem Entwurfsverfasser unterschrieben sein, der bauvorlageberechtigt ist. Dies gilt nicht für

    1. 1.

      Bauvorlagen, die üblicherweise von Fachkräften mit anderer Ausbildung als nach Absatz 2 verfasst werden, und

    2. 2.

      geringfügige oder technisch einfache Bauvorhaben."

    Da könnte doch auch ein einfacher Bauzeichner den Plan machen - oder nicht?


    In By dürfte das jeder Bautechniker, Maurer- oder Zimmerermeister.


    Und ja - ich kenne die sächsische BO und ihre Auslegung leider nicht, würde aber auch meinen, dass in Deinem Fall eine Baugenehmigung erforderlich ist.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Ähm... Also steht auf dem Grundstück bisher noch gar keine Garage, nur die, die in einem Gebäude integriert sind, aber die zählen ja nicht. Ich würde es so sehen, dass man dann die 50qm Garage verfahrensfrei bauen dürfte, weil gibt ja noch keine.


    Fertiggaragen gibt es doch auch fertig geplant mit Zeichnung und Statik vom Hersteller. Da kann man sich dann das ganze Brimborium sparen. :)

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ähm... Also steht auf dem Grundstück bisher noch gar keine Garage, nur die, die in einem Gebäude integriert sind, aber die zählen ja nicht. Ich würde es so sehen, dass man dann die 50qm Garage verfahrensfrei bauen dürfte, weil gibt ja noch keine.


    Fertiggaragen gibt es doch auch fertig geplant mit Zeichnung und Statik vom Hersteller. Da kann man sich dann das ganze Brimborium sparen. :)

    Oh - das habe ich überlesen. Wenn das so ist, dann hat Frau Maier wohl Recht.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Es ist natürlich ein Unterschied, ob man verfahrensfrei eine 50qm Garage errichten darf, ohne einen Architekten zu bemühen müssen,

    oder ob es nicht ohne (teuren Architekt) geht.


    Also ich habe für ein 60m² Carport den Bauantrag alleine hingekriegt (Landkreis Meißen). Das einzige was ich habe machen lassen, war die Statik (und das Bauen hinterher), wobei der Zimmermann gesagt hat, er will so oder so eine Statik. Also das Geld hätte ich auch ohne Bauantrag ausgeben müssen.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -