Thermostat Fußbodenheizung und Handtuchheizkörper

  • Hallo in die werte Runde! In unserem erst kürzlich fertig gestelltem Neubau wurde das Thermostat des Badezimmers für die Fußbodenheizung direkt neben dem Handtuchheizkörper platziert. Und das direkt hinter der Tür - Luftlinie etwa 30 cm, weil es direkt über Eck ist. Natürlich haben die beiden enormen Einfluß aufeinander. Soviel ich weiß ist es ein Heizkreislauf. Wir haben diesen Sachverhalt beim Bauträger beanstandet und es wurden uns 450 Euro Entschädigung oder die Beseitigung des Mangels angeboten. Die Beseitigung des Mangels ist meiner Meinung ein enormer Aufwand, weil der gesamte Trockenbau aufgerissen werden müßte.


    Was meint ihr dazu? Die Entschädigungszahlung annehmen oder die Beseitigung des Mangels einfordern?


    Ich würde mich sehr auf Feedback freuen!


    Viele Grüße

    P.R.

  • Die Entschädigungszahlung annehmen

    und wie willst Du dann das Problem beseitigen?


    Wird der Kreis über einen Stellantrieb an einem Heizkreis- bzw. FBH-verteiler angesteuert?

    Evtl. lässt sich das durch eine Funklösung ersetzen.


    Beispielsweise so etwas:


    INSTAT+ 868 | Eberle


    Der bisherige Thermostat wird durch den Empfänger mit Festanschluss ersetzt, und der neue Thermostat (Sender) wird an passender Stelle im Raum platziert (batteriebetrieben).


    Ähnliche Lösungen gibt es auch von anderen Herstellern, da muss man sich einmal auf die Suche machen.


    Ansonsten sehe ich wenig Sinn darin, 450,- € zu nehmen, wenn der Mangel nur mit viel Aufwand zu beseitigen ist. Dann hat man zwar ein paar Euro, das Problem ist aber nicht gelöst, und für die paar Euro auch nicht lösbar.


    Die Beseitigung des Mangels ist meiner Meinung ein enormer Aufwand, weil der gesamte Trockenbau aufgerissen werden müßte.

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  • Funklösung oder ein geschickter Eli zieht die Zuleitung der ERR an eine vernünftige Stelle. Im Trockenbau ist vieles minimalintensiv möglich.

    Dir 450 Euro an die Wand zu hängen und sich ein Leben lang zu ärgern, ist keine Lösung. Andererseits könnte der Thermostat in einer gut abgeglichenen Fußbodenheizung ziemlich überflüssig sein. Besonders wenn man bedenkt, das Badezimmer meist die kritischen Räume sind, könnte man auch den Regler ständig vollgeöffnet lassen und die Heizkurve so justieren, dass die RLT passt.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Vielen Dank für das Feedback! Die Fußbodenheizung wurde über ein klassisches uponor t-23 Steinzeit Thermostat geregelt und der Handtuchheizkörper über ein Oventrop. Mittlerweile ist da jetzt ein Tado dran mit dem ich auch notfalls ein Override einstellen könnte. Leider führt die Postion der Handtücher immer zu anderen Temperaturen - deshalb scheidet das wohl aus. Ich bin jetzt nicht so krass vom Fach und weiß auch nicht wie ich eine Heizkurve einstelle. Ich finde die funkgesteuerte Lösung durchaus denkbar, aber die Frage ist ja: Ihr würdet das Problem also vom Bauträger lösen lassen, so wie ich das raushöre, richtig? Und wäre die funkgesteuerte Sache eine akzeptable Lösung?


    Ich habe schon einiges gelesen zum Thema FBH und Handtuchheizkörper und irgendwie gibt es häufig die Empfehlung den Handtuchheizkörper aus zu lassen, weil die sich immer in die Quere kommen.

  • Musst Du ausprobieren. Wenn die FBH zur Erreichung Deiner Wunschtemperatur ausreicht, dann nimm diese. Grund: Eine Deckung des gesamten Heizenergiebedarfs über die FBH führt zu einer etwas höheren Oberflächentemperatur des Bodens und die ist im Bad gewöhnlich erwünscht. Oft reicht es aber nicht, nur mit der FBH zu heizen, dann erübrigen sich solche Überlegungen. Wenn der Handtuchheizkörper zur Raumwärme wirklich benötigt wird, sind auch darüber gehängte Handtücher kontraproduktiv.

    Ist aber alles Spekulation. Musst Du ausprobieren.




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    M.G.Wetrow

  • Ich würde das Geld nehmen, den ERR der FBH auf Maximum (also immer offen), und wenn es dann tatsächlich zu warm wird (>23 Grad), ist die Heizkurve eh zu hoch eingestellt und sollte nach unten korrigiert werden.

    Im Notfall hast du immer noch die Kohle um in eine Funklösung zu investieren.

  • Danke für die Hilfe!


    Ich mache das jetzt so, dass ich das Tado Thermostat von der FBH im Bad abmontiere, das alte t-23 von uponor drauf und dann auf max öffne. Mal sehen welche Temperatur dort ankommt. Und dann kann ich den Durchlauf ja immer noch runter regeln. Momentan ist da ein Wert von 0,7 eingestellt. Wie auch immer das gemessen worden ist. Auf dem Röhrchen ist der Wert visuell bei 0. Wie bei allen anderen Röhrchen auch. Der Durchlauf ist hier zwischen 0,2 und 0,7. Wir haben Fernwärme übrigens. Kann das denn überhaupt sein mit den Werten?

  • Auf dem Röhrchen ist der Wert visuell bei 0. Wie bei allen anderen Röhrchen auch. Der Durchlauf ist hier zwischen 0,2 und 0,7. Wir haben Fernwärme übrigens. Kann das denn überhaupt sein mit den Werten?

    Was denn nun? Stehen alle Durchflussanzeiger auf "Null" oder variieren zw. 0,2 und 0,7 (vermutlich Litern pro Minute)?




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    M.G.Wetrow

  • Ich überlege gerade, ob jetzt der richtige Zeitpunkt wäre, um nach einem hydraulischen Abgleich zu fragen. :lach:

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  • Die Werte sind hier dokumentiert. Visuell waren die Pegel auf 0. Und der hydraulische Abgleich ist wohl erfolgt. Gehe aber davon aus, dass es nach einer groben Einschätzung erfolgt ist. Also Finger weg von den Durchflüssen?

  • Nicht verschiedene Dinge (hier: falsche Postition des Thermostats) mit anderen (hier: Durchflusssanzeige) vermischen. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.


    Und ja: Finger weg von den Durchflüssen. "Visuell auf 0" kann bedeuten: Die Durchflussanzeiger funktionieren nicht (mehr) richtig, Oder deine Heizung hat gerade Warmwasser bereitet und den Heizkreis abgeschaltet. Denn wenn der Durchfluss wirklich 0 wäre, würde es nicht warm werden.

  • Der Durchlauf ist hier zwischen 0,2 und 0,7. Wir haben Fernwärme übrigens. Kann das denn überhaupt sein mit den Werten?

    Mach mal ein Bild von dem "Röhrchen" und am besten auch gleich ein Bild vom gesamten Verteiler.


    0,2 Liter/Minute, das wären bei 5K Spreizung eine Energiemenge von knapp 70Wh. Damit wird ein Badezimmer nicht warm.

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  • das wären bei 5K Spreizung

    So wie das bisher für mich so durchklingt, ist der Vorlauf sowieso viel zu hoch und die Thermostate dauernd am abregeln. Zeig' doch auch mal die Einstellungen deiner Fernwärmestation und die momentane Vorlauftemperatur.

  • Ich habe das Badezimmer seit einigen Tagen ohne Stellmotor, die Durchflussanzeige stand auf dem Wert 1 und habe 25 Grad erhalten. Ich habe den Durchfluss vor 2 Tagen reduziert und zwar auf den Wert, den ihr auf dem Bild seht. Also circa 0,3 und die Temperatur liegt immer noch bei 24,5 Grad. Die Vorlauftemperatur kenne ich leider nicht weil wir hier Fernwärme erhalten.


    Bis auf das Wohnzimmer wird nichts beheizt. Wir haben eine Wohnküche und daher wahrscheinlich die zwei Heizkreisläufe. Die Uponor Stellantriebe sind stromlos geschloßen. Ich hoffe, dass dort kein Strom vergeudet wird. Ansonsten mache ich die ab und nehme so eine Bauschutzkappe oder mache einen Handantrieb drauf.


    Kennen die uponor Stellantriebe Zwischenstände oder nur auf und zu? Sind gewissermaßen nur Limiter? Also bekomme ich eine Sinuskurve im Temperatur verlauf? Ist die Konstant eingepegelte Variante energetisch besser oder ist das egal?


    Vielen Dank für Euren Support übrigens!!!

  • ...Also circa 0,3 und die Temperatur liegt immer noch bei 24,5 Grad. Die Vorlauftemperatur kenne ich leider nicht weil wir hier Fernwärme erhalten.


    ...Kennen die uponor Stellantriebe Zwischenstände oder nur auf und zu? Sind gewissermaßen nur Limiter? Also bekomme ich eine Sinuskurve im Temperatur verlauf? Ist die Konstant eingepegelte Variante energetisch besser oder ist das egal?

    ...

    Hast Du kein Thermometer, keine Hand, die mal fühlen kann?

    Warte am Besten mal zwei, drei Tage ab, bevor Du die Einstellung beurteilst.


    Jeder thermische Stellantrieb kann Zwischenstellungen anfahren, wenn die Regelung es kann. Da die Antriebe ca. 3 min. von einem Ende zum anderen brauchen, ist es ganz leicht, die Spannung zu pulsen, um jede beliebige Stellung anzufahren. Klick/klack Thermostate können das natürlich nicht.




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    M.G.Wetrow

  • Die Vorlauftemperatur kenne ich leider nicht weil wir hier Fernwärme erhalten.

    Du hast ja eine Fernwärmestation in deinem Haus. Die Fernwärme geht ja nicht ungeregelt in deinen Heizkreislauf. Ich bin sicher, dass man die Heizkurve dort einstellen kann,


    Die Stellantriebe sind thermische Stellantriebe, kennen also eigentlich nur "Strom an = offen" (ca. 1W Verbrauch) und "Strom aus = zu". Allerdings brauchen die schon ein paar MInuten zwischen offen und zu - je nach Einzelraumregler können die also auch abwechselnd im Minutenabstand auf an / aus geschalten werde (das nennt man PWM) und so könnten auch Zwischenzustände eingestellt werden. Allerdings natürlich nicht mit einfachen "Klick/Klack"-Thermstaten.


    Alle bis auf einen Stellantrieb (der mit dem ausgefahrenen weißen Deckel) in deinem Bild sind zu, also sind auch die Durchflussanzeiger af 0, logisch.


    Energetisch und Regelungstechnisch ist es optimal, wenn die Vorlauftemperatur (außentemperaturgesteuert) genau so groß ist, dass Du mit durchgängig offenen Stellantrieben genau deine Wunschtemperatur erreichst.

  • Danke für die Informationen!


    Ich habe hier gemessene 40 Grad im Zulauf zum Bad. Also am transparenten Schlauch. Der Metallene Zulauf ganz unten rechts im Bild (leider angeschnitten) zeigt mir etwa 35 Grad.


    Mit den angebrachten T-23 Thermostaten ist also nicht viel gewonnen. Das ist tatsächlich Steinzeit. Habe da momentan einen Tado dran, weiß aber nicht, ob das die Lösung ist. Ich sehe in den Werten des Tado, dass der gegen 4.00 bis ca 8.00 heizt und dann den ganzen Tag nicht mehr.


    Was würdet ihr mir empfehlen? Ich könnte die Daten beim Heizungsbauer abfragen, um später einen wirklichen hydr. Abgleich machen zu lassen. Oder ich stelle erstmal die Werte mit dem Durchflussbegrenzer ein.


    Gibt es eine Empfehlung bezüglich Thermostat?

  • Bei 200 Wohneinheiten glaube ich nicht, dass hier mit Sorgfalt vorgegangen ist. Und wenn ich lese wie aufwändig ein hydraulischer Abgleich ist, dann glaube ich erst recht nicht daran, dass das gemacht wurde. Ich will einfach nur bei einer brandneuen Immobilie checken, ob die gesetzten Einstellungen richtig sind. Und auch gerne optimieren.

  • Ich kenne keinen Raumthermostat, der Standalone gepulste Spannungssignale auf den Stellantrieb sendet.

    Nach meiner Kenntnis ist dazu immer eine entsprechende Zentrale, eine Heizungsaktor und die passenden ERR notwendig.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Ich kenne keinen Raumthermostat, der Standalone gepulste Spannungssignale auf den Stellantrieb sendet.

    Doch, der Eberle Fitnp 3R kann das z.B., sogar mit einstellbarer Zykluszeit.

    Oder ein Homematic HmIP-BWTH, der sich auch Standalone, ohne Zentrale, betreiben lässt. Oder in etwas anderem Design der neue Bosch (ist ein Homematic OEM Teil von eq-3).

    Letztere beiden können allerdings *nur* PWM, und da bei 230V-Antrieben ein Relais schaltet, klickt es quasi dauernd. Ausschlusskriterium für mich.

  • Ok, danke.

    Ich schrieb ja nur, dass ich keine kenne.

    Bisher habe ich die immer nur zusammen mit Wohnungsautomation verbaut.

    Dann sind die von Dir genannten u.U. für den TE geeignet?




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    M.G.Wetrow