KFW Zuschuss

  • Hallo zusammen,


    wir hätten zu den Zuschüssen ein paar Fragen und konnten bisher keine wirklich korrekten Antworten finden.


    Vielleicht kann Sie einer beantworten oder helfen wo es irgendwie niedergeschrieben steht.

    1.) Bekommt man die Zuschüsse unabhängig vom Kredit? Also Bsp.: Ich brauche 20.000€ für die neue Heizung, nehme diese bei der Bank auf. Nach vollendeter Arbeit bekomme ich die 10% also 2.000€ von der KFW. Hab ich diese 2.000€ dann quasi einfach auf dem Konto oder muss man mit der Bank vereinbaren das dieses Geld direkt in die Finanzierung läuft?

    2.) Wie wird das mit den Wohneinheiten geregelt? Habe bei einem Teilnehmer eben gelesen das er die doppelte Förderung erhalten hat bei 2 Wohneinheiten.

    Im unseren Beispiel: Fassade 40.000€ / Fenster 30.000€ / Heizung 20.000€ bei 2 Wohneinheiten

    Wären das dann


    Variante 1:

    1x 10% Fassade = 4.000€

    1x 10% Fenster = 3.000€

    1x 10% Heizung = 2.000€

    Summe : 9.000€


    oder


    Variante 2:

    2x 10% Fassade = 8.000€

    2x 10% Fenster = 6.000€

    2x 10% Heizung = 4.000€

    Summe : 18.000€


    oder


    Variante 3:

    90.000€ Gesamtsumme

    1.WE 90.000€ davon 10% = 5.000€ (maximaler Zuschuss)

    2.WE 90.000€ davon 10% = 5.000€ (maximaler Zuschuss)

    Summe : 10.000€


    Variante 2 kann ich mir schwer vorstellen da jemand dann bei einem Haus mit 10 Wohneinheiten den gesamten Betrag gefördert bekommen würde ?! Oder sehe ich das falsch?

  • nur mal kurz...für Heizung gibt es keine KFW mehr... geht jetzt über Bafa...aber Öl und Gas nix mehr


    Die 10 % Zuschuss bei Einzelmassnahme ( zb Dämmung oder Fenster) sind unabhängig vom Kredit

    Dh nach Abschuss der Arbeiten gibt es das Geld aus das eigene Konto....


    Geht aber nur über einen Energieberater...der muss bei der KFW mit im Boot sein

    Er ( oder sie) Dich dann auch genauer Aufklären und Varianten bewerten


    PS. Die Zuschüsse sind/sollen erhöht werden ... aber genaueres weiss ich noch nicht

  • noch ne Anmerkung...


    werden verschiedene Maßnahmen gleichzeitig ( oder zeitnah) gemacht dann ist es besser das Ganze als Effizienzhaus laufen zu lassen


    Aufklärung darüber macht der Energieberater

  • Noch eine kurze Info, ab dem 1.1.2020 können solche Einzelmaßnahmen auch von der Einkommensteuer abgesetzt werden, und zwar mit 20% der Kosten statt 10 % bei der kfw (§ 35c EStG). Spannend ist, hier wird kein Energieberater benötigt, sondern das “Fachunternehmen“ selbst soll die Durchführung auf einem amtlichen Formblatt bestätigen. Dieses existiert freilich noch nicht...


    Ich persönlich glaube, dass in absehbarer Zeit auch die Fördersätze der kfw entsprechend angehoben werden, um diese Differenz anzugleichen.

  • Ich persönlich glaube, dass in absehbarer Zeit auch die Fördersätze der kfw entsprechend angehoben werden, um diese Differenz anzugleichen

    KFW Fördersätze sind angepasst .....


    Bei der steuerlichen Förderung gibt es die Einschränkung, dass es nur für selbst genutztes Eigentum gilt...

    Also falls eine Wohnung vermietet ist fällt diese Option weg....


    Über die Steuer bekommt man den Zuschuss verteilt über 3 Jahre zurück...immer mit der Gefahr dass das Finanzamt eventuell was nicht anerkennt

    Bei der KFW auf einen Schlag....


    also muss sich jeder Bauherr fragen was besser ist

  • Die Risiken beim Finanzamt sehe ich genauso wie du. Was, wenn da etwas nicht anerkannt wird? Die Maßnahme ist dann längst gelaufen und man kann nicht mehr nachsteuern.


    Die Anpassung bei der kfw hatte ich noch nicht auf dem Schirm, muss wohl gestern rausgekommen sein? Wollte vor allem zur Geduld bei der Antragstellung raten, hat sich damit dann wohl erledigt ;)

  • Ja habe ich gestern auch gesehen und mich gefreut. Würde es dennoch über die KFW machen, das Risiko ist mir persönlich auch zu hoch .


    Allerdings wie würde das bei der Steuer ablaufen? Die KFW möchte ja das die Arbeiten von dem Energieberater begleitet und begutachtet werden wie diese ausgeführt sind. Bei dem Thema Steuer soll das die Firma einfach einen Zettel ausfüllen (wahrscheinlich mit den Daten zu den Baumaterialien und den Werten?!) und dieser muss mit eingereicht werden. Eine Überprüfung ob die Arbeiten tatsächlich korrekt ausgeführt wurden wird dabei nicht kontrolliert bzw. interessiert bei der Art des Zuschusses nicht oder ?

  • Eine Überprüfung ob die Arbeiten tatsächlich korrekt ausgeführt wurden wird dabei nicht kontrolliert

    Das FInanzamt schickt dann seine Betriebsprüfer raus, die wurden zwischenzeitlich zum Energieberater umgeschult. :lach:


    Ich habe vor gefühlt 100 Jahren mal so einen Steuervorteil genutzt. Das FA wollte damals die Belege haben, mehr nicht. Danach haben wir uns nur noch darüber gestritten, ob und wie der Vorteil über die Jahre verteilt werden muss. Das hat man nun besser gemacht, indem die 3 Jahre vorgegeben sind.


    Spannend ist, hier wird kein Energieberater benötigt, sondern das “Fachunternehmen“ selbst soll die Durchführung auf einem amtlichen Formblatt bestätigen. Dieses existiert freilich noch nicht...


    Bis die EkSt. Erklärungen für 2020 abzugeben sind, dauert es ja noch ein Weilchen. Bis dahin werden vermutlich die Sachbearbeiter mit Papierkram eingedeckt, damit die dann wissen, wie sie diese Fälle zu bearbeiten haben.


    Interessanter Nebeneffekt, das FA bekommt gleich noch Daten, welches Fachunternehmen, was, wo und wie "gearbeitet" hat, und kann das bei der nächsten BP mit abgleichen. Die Unterschrift unter so ein Formular kann also für den Handwerker weitreichende Folgen haben. Da kann ein "Freundschaftsdienst" ganz schnell ganz teuer werden.

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  • . Eine Überprüfung ob die Arbeiten tatsächlich korrekt ausgeführt wurden wird dabei nicht kontrolliert bzw. interessiert bei der Art des Zuschusses nicht oder ?

    nun genau das ist einer der grossen Kritikpunkte von Seite der (ausgebildeten und zugelassenen ) Energieberater.


    Für KFW Zuschuss muss ja ein EB das ganze 'begleiten' und bestätigen dass alles OK ist...

    Ist auch gut für den Bauherrn wenn eine unabhängiger Fachmann den Firmen da etwas auf die Finger schaut

    Die Arbeit der EB selbst wird ja auch mit über 50 % ( neu 70 % ?? ) bezuschusst...kostet also wirklich nicht die Welt

    Damit hat der Bauherr die Sicherheit nach Abschluss der Arbeiten den KFW Zuschuss sofort in voller Höhe zu bekommen


    Bei der Absetzung über Steuerrist das nicht so

    Es 'reicht' eine Erklärung vom Unternehmen dass alle OK ist ... ob das der Wahrheit entspricht oder nicht...wie will der Laie das Kontrollieren ?

    Und aus eigener Erfahrung weiss ich, dass manche Unternehmen quasi alles stempeln was man ihnen vor die Nase hält

    Was dann das Finanzamt damit macht bleibt ungewiss und ein Risiko für den Bauherrn


    Um das ganze etwas zu verbessern kann der Bauherr quasi freiwillig auf bei der Steuervariante einen EB zur Rate ziehen ...wird glaube ich auch bezuschusst


    Aber immer daran denken.... Steuer gilt NUR für SELBST genutztes Wohneigentum....

  • Aber immer daran denken.... Steuer gilt NUR für SELBST genutztes Wohneigentum....

    Bei Vermietung wird man die Investitionskosten sowieso bei den Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung abschreiben.

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    .

  • Im Referentenentwurf für die Umsetzung des Klima-Paketes 2030 im Steuerrecht beziffert man die Kosten dieser Maßnahmen für die Verwaltung. Dabei wurden 10 Minuten pro Antrag für die Bearbeitung durch die Finanzämter zu Grunde gelegt. Ich denke das reicht für eine gute Qualitätssicherung....

  • 1.) Bekommt man die Zuschüsse unabhängig vom Kredit? Also Bsp.: Ich brauche 20.000€ für die neue Heizung, nehme diese bei der Bank auf. Nach vollendeter Arbeit bekomme ich die 10% also 2.000€ von der KFW. Hab ich diese 2.000€ dann quasi einfach auf dem Konto oder muss man mit der Bank vereinbaren das dieses Geld direkt in die Finanzierung läuft?

    2.) Wie wird das mit den Wohneinheiten geregelt? Habe bei einem Teilnehmer eben gelesen das er die doppelte Förderung erhalten hat bei 2 Wohneinheiten.

    Im unseren Beispiel: Fassade 40.000€ / Fenster 30.000€ / Heizung 20.000€ bei 2 Wohneinheiten

    Man muss bei der KfW unterscheiden zwischen Kredit- und Zuschussvariante. Hier wäre zu prüfen, ob nicht die Kreditvariante (KfW-Programmm 151 bzw. 152) interessanter ist...

    Ich unterstelle, dass die Frage auf die Zuschussvariante (KfW-Programm 430) abgestellt ist.


    zu 1.:

    richtig, wenn das Geld aus Eigenmitteln kommt (auch ein nicht von der KfW kommendes Darlehen wird von der KfW als Eigenmittel betrachtet), dann bekommt man von der KfW das Geld direkt auf's Privatkonto überwiesen.

    gilt aber nur für selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser.


    zu 2.:

    Die Zuschussvariante sagt: es gibt, wenn die technischen Mindestanforderungen eingehalten werden, einen Zuschuss über 10% der förderfähigen Kosten. bis zum Maximalzuschussbetrag von 5.000€ pro Wohneinheit.

    das heißt: bei 90.000 € förderfähigen Kosten gibt's bei einer Wohneinheit 5.000 € Zuschuss, bei zwei Wohneinheiten 9.000€


    ab 24. Januar ändern sich aber die Fördersätze und bei Effizienzhaus die maximalen förderfähigen Kosten der KfW spürbar. unbedingt anschauen!

    Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss (430)


    und:

    auch die Leistungen des Energie-Effizienz-Experten werden gefördert. I.d.R. gibt es 50% der Kosten als Zuschuss (max. 4.000€)

  • Dass die Förderungen auch für Neubauten um 10 % erhöht wurden kam ja doch recht überraschend

    dh. zb für ein KFW 55 Neubau jetzt 15 % Tilgungszuschuss anstelle von 5 %


    Viel haben ihren KFW Kreditvertrag noch im alten Jahr abgeschlossen ...stellt sich die Frage...kam man das noch ändern ?

    Ich habe mal gelesen dass man den KFW Vertrag kündigen kann solange das Geld noch nicht abgerufen wurde

    also kündigen und mit besserer Förderung neu abschließen

    Weiß jemand ob das geht ?

    Die Frage werden sicherlich einige haben.


    Bei der BAFA geht das nicht.... hat man mal einen BAFA Antrag gestellt und genehmigt bekommen dann kann man den nicht neu machen

  • Danke dann hab ich das soweit richtig verstanden.


    Ja es geht um die Zuschussvariante (430). Wir wollten aufgrund der geringen Zinsbindung nicht die Kreditvariante.


    Was bedeutet das selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser? Aktuell sind ja 2 WE im Haus, die untere ist bewohnt (per Wohnrecht) und wir wollen oben einziehen, aber gemeldet sind wir dort natürlich noch nicht. Das sollte ja denke kein Problem darstellen oder?


    Ja das habe ich gesehen das es ab 24. Januar deutlich erhöht wird (20% statt 10%). Da bin ich froh das sich das ganze Thema bei mir doch um ein paar Monate nach hinten verschoben hatte.

  • Was bedeutet das selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser? Aktuell sind ja 2 WE im Haus, die untere ist bewohnt (per Wohnrecht) und wir wollen oben einziehen, aber gemeldet sind wir dort natürlich noch nicht. Das sollte ja denke kein Problem darstellen oder?


    Für KFW 430 passt das.....möglich bei bis zu 2 WE ...ob vermietet oder selbst bewohnt spielt dabei kein Rolle

    Ja..gibt jetzt dafür bis zu 20 % je WE

  • stimmt, mein Fehler. Das mit selbstgenutzt hatte ich aus einem anderen Zusammenhang im Hinterkopf...

    richtig ist:

    Zitat


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    • Eigentümer eines Ein- oder Zwei­familien­hauses mit maximal 2 Wohn­einheiten oder einer Wohnung sind,
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