Fliesenlegerarbeiten: Vorsprung erscheint schief

  • Hallo allerseits, ich schon wieder...


    Wir haben Differenzen mit unserem Fliesenleger. Nachdem er im Bad im EG keine Rücksprache mit uns gehalten hat, nachdem er gemerkt hat, dass die Decke nicht gerade ist (Altbau...), hat er seine Fliesen in der Dusche einfach auf der einen Seite so enden lassen, dass nun ca. 1,5 cm knapp unter der Decke ungefliest sind. Letztlich kann er nichts für die schiefe Decke, aber wir hätten uns hier Rücksprache gewünscht, sodass wir gemeinsam nach einer Lösung hätten suchen können. Wie dem auch sei, wir haben damals betont, dass er bitte im Prozess mit uns sprechen soll und nicht im Alleingang "Lösungen" suchen soll.


    Nun ist auch das Bad im OG fertig und wir sind aus allen Wolken gefallen, als wir den schiefen Vorsprung der Duschabtrennung sahen (siehe Fotos). ;( Gewünscht war eine bündige Fläche mit den Fliesen der Badewanne. Nun haben wir nicht nur eine Schiene zwischen Vorsprung und Badewanne (kann man sich mit arrangieren), sondern die Duschabtrennung erscheint rechts weiter in den Raum hinein ragend als links. Wir dachten erst, dass die Winkel der Trockenbauwand nicht rechtwinklig wären. Das sind sie aber! Allerdings sind hier die Wände (Neubau!) wohl so schief, dass es so schief erscheint. Der Chef des Fliesenlegers hat sich erst auf irgendwelche Toleranzen berufen und dann gemeint, dass wir es ja früher hätten sehen müssen. Sein Hauptargument ist nun, dass er ja nichts für die schiefen Wände könnte.


    Wir sollen nun 200 Euro für Folgendes zahlen (Ausführungen unseres Architekten): "Die erste Reihe der Fliesen an der Trennwand zur Dusche werden auf der Badewannenseite demontiert, ebenso die Stirnseite. Dann wird die Stirnseite so verändert, dass sie im neu plattierten Zustand flächenbündig mit der Badewannenverkleidung ist. (...) Den Bauherren ist bewusst, das die Stirnseite der Duschwand dann nicht mehr im rechten Winkel zu den Seitenflächen der Wand ist."


    So bleiben wie aktuell kann es auf keinen Fall. So ganz klar ist uns aber nicht, warum wir uns an den Kosten beteiligen sollen (und ob die Lösung nachher nicht noch schiefer erscheint...). Wenn mal nachgemessen worden wäre, hätte die Lage doch früher auffallen können (wobei ggf. Sowieso-Kosten für das Angleichen angefallen wären)? Oder trifft den Fliesenleger da keine Schuld (in dem Fall wäre es auch völlig ok für uns)? Der Rohbauer ist nicht mehr hinzuziehbar, die Trockenwand hat der Installateur gebaut. Diese scheint aber auch passend erstellt worden zu sein.

  • Ich kann mir die Gesamtsituation nicht vorstellen (Du hast sie ja vor Augen) Zeig Doch bitte mal eine Gesamtaufnahme oder einen Grundriss. So sieht es zumindest "gewöhnungsbedürftig" aus.

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  • Ehrliche Meinung gewünscht?

    Ich sehe den kleinen Absatz als Gliederungsinstrument und hätte gesagt:"Das muss so!"


    Der Wunsch vieler Bauherrn, nach ständiger Kommunikation jeden Details, ist einfach nicht erfüllbar, solange der Bauherr nicht täglich zehn Stunden auf der Baustelle präsent ist.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Ich kann mir die Gesamtsituation nicht vorstellen (Du hast sie ja vor Augen) Zeig Doch bitte mal eine Gesamtaufnahme oder einen Grundriss. So sieht es zumindest "gewöhnungsbedürftig" aus.

    Sorry, anbei ein Grundriss (Maße stimmen nicht mehr, hier gab es Probleme beim Rohbauer, der die untere Wand falsch gesetzt hat).

    In grün habe ich das betreffende Teil markiert. Die untere Ecke erscheint quasi in den Raum hervorspringend.

  • Der Wunsch vieler Bauherrn, nach ständiger Kommunikation jeden Details, ist einfach nicht erfüllbar

    genau das ist der krux . da kommt man nämlich wegen lauter kommunikation nicht zum arbeiten.


    !!achtung !! provokante frage!!

    kam nicht ein grösseres fliesenformat in die engere auswahl ??;)

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Ehrliche Meinung gewünscht?

    Ich sehe den kleinen Absatz als Gliederungsinstrument und hätte gesagt:"Das muss so!"


    Der Wunsch vieler Bauherrn, nach ständiger Kommunikation jeden Details, ist einfach nicht erfüllbar, solange der Bauherr nicht täglich zehn Stunden auf der Baustelle präsent ist.

    Ja, absolut ist eine ehrliche Meinung gewünscht! Wenn hier alle sagen "Zahl die 200 Euro und das passt so!" dann machen wir genau das. ;) Es geht nich darum, irgendwelche Sachen zu suchen. So kann es aber nicht bleiben, da es sofort ins Auge springt.


    10 Stunden sind wir täglich nicht auf der Baustelle, aber immer erreichbar und mindestens einmal täglich morgens vor Ort. Außerdem auch unser Architekt täglich.

  • genau das ist der krux . da kommt man nämlich wegen lauter kommunikation nicht zum arbeiten.


    !!achtung !! provokante frage!!

    kam nicht ein grösseres fliesenformat in die engere auswahl ??;)

    Hm, im Nachhinein hat der Fliesenleger aber unserem Architekt die EG-Bad-Geschichte gezeigt ("Hier guck mal, Decke schief, habe ich jetzt so gemacht."). Ob das effizienter ist als einmal die Problemlösungen zu besprechen... Denn letztlich schauen wir die nächsten 30 Jahre darauf.


    Die Frage nach dem Fliesenformat verstehe ich nicht. Wir haben den Fliesenleger noch gefragt, ob das Format problematisch wäre. Da hat er gestöhnt über heutzutage überdimensionierte Fliesen, aber unsere wäre völlig unproblematisch.

  • Der Wunsch vieler Bauherrn, nach ständiger Kommunikation jeden Details, ist einfach nicht erfüllbar, solange der Bauherr nicht täglich zehn Stunden auf der Baustelle präsent ist.

    Naja

    Unternehmer hat ohne Planer umfassende Beratungspflicht

    Das hat auch nix mit Fliesenformat zu tun. Eher mit (fehlendem) Fliesenplan (Wandansichten mit eingetragenen Fliesenverlegungen, Bordüren usw.)

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  • Plan(ung)? Mit Fliesenplan hätte man auch vorher sehen können, dass die Eckschiene neben der Badewanne besonders "unschön" aussieht. (Ich halte die ja sowieso für überflüssig wie einen Kropf. )

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wer wäre denn für die Planung zuständig gewesen? Wir kamen eines morgens zur Baustelle und der Fliesenleger meinte, wir müssten nochmal über die Verlegung im OG-Bad sprechen. Es wäre nicht möglich, die Fugen der Badewannenverkleidung auf dem Boden weiterzuführen. Wir haben dann Fliesen zusammen hin und her geschoben und uns verständigt, dass diese lieber deutlich abweichen sollen, damit es nicht nach Versehen aussieht. Von dem Vorsprung war aber bzgl. Verlegemuster keine Rede.

    Dass wir keine Schiene zwischen Badewanne und Duschabtrennung wollen, haben wir mehrmals und durchgängig gesagt.

  • Wer wäre denn für die Planung zuständig gewesen?

    Für die Planung? Immer erst mal der Bauherr. Der kann das an z.B. einen Architekten deligieren. Gibts den nicht oder gibts keinen Plan, "mutiert" der BU zum "Planer", wenn er Entscheidungen trifft. Die sollten also mit dem Bauherren abgestimmt sein

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  • Wer wäre denn für die Planung zuständig gewesen?

    Derjenige, der damit („Ausführungsplanung“) beauftragt ist. Da ich oben „unser Architekt“ las, würde ich diesen - bei entsprechender Beauftragung natürlich nur - zuerst in der Pflicht sehen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Unsere Korrespondenz mit dem Architekten sah folgendermaßen aus:


    Mein Mann:

    Zitat

    leider wurde die Badewanne im OG-Bad nicht wie besprochen flächenbündig mit dem angrenzenden Trockenbau gefliest, sondern mit einem kleinen Versatz nach hinten. Die Edelstahlschiene an der Trennwand zwischen Dusche und Badewanne wurde bis zum Boden geführt.

    Antwort Architekt:

    Zitat

    wenn Sie das so mit dem Fliesenleger besprochen haben, muss er das m. E. anpassen.

    Wobei sich mir die Frage stellt, wie man das mit dieser Badewannenform hätte realisieren wollen, da die Wanne abgerundete Ecken hat.

  • Derjenige, der damit („Ausführungsplanung“) beauftragt ist. Da ich oben „unser Architekt“ las, würde ich diesen - bei entsprechender Beauftragung natürlich nur - zuerst in der Pflicht sehen.

    Ja, unser Architekt ist damit beauftragt. Seine Arbeiten diesbezüglich beschränken sich aktuell auf die Erstellung des Vertrages (Angebote hatten wir eingeholt), Prüfen der Rechnung (wobei er uns gefragt hat, ob wir das Aufmaß vornehmen möchten (er arbeitet auf Stundenlohnbasis) und er nicht nach Mängeln geschaut hat) und der Terminabstimmung und Anwesenheit bzgl. Krisengespräch mit dem Fliesenleger.

  • Da war doch mal was mit einem Wechsel, wenn ich mich nicht irre.

    Richtig, Fliesenlagearbeiten waren aber alle mit den neuen Architekt. Seine Arbeit beschränkt sich aber leider auch auf die angenehmen Parts bzw. Standardroutinen wie Verträge aufsetzen – für Mängel sind mal wieder wir zuständig. Mir ist sein Aufgabenbereich aktuell nicht klar – sobald es Probleme gibt, sind wir dafür zuständig.

    • Probleme mit dem Termin für den Türeneinbau – "Ich komme hier nicht weiter, bitte halten Sie Rücksprache mit Firma x."
    • Fassade unschön: "Fassade ist vorne nicht zu beanstanden, hinten ist es eine Diskussionsfrage." (mittlerweile haben wir die Zusage, dass alles nochmal überputzt wird, also nicht "nicht zu beanstanden"
    • ...

    Wir sind da leider vom Regen in die Traufe gekommen...

  • Verträge aufsetzen

    Der Kollege hat Mut. Das ist Juristerei. Aber gut. Planung she ich akut nicht bei ihm. Das er sich bei Problemen zurückzieht, ist halbrichtig. Wie gesagt - Juristerei, das ist Eure Sache. Aber Mängel aufzeigen und Euch beraten sollte schon seine Sache sein.

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  • Vielleicht, in dem man die trockenbauwand kürzt. ;)

    Gut, das Kind ist jetzt in den Brunnen gefallen... Mehrkosten haben wir dann auf jeden Fall oder hätte da mal irgendjemand Bedenken anmelden müssen? Letztlich hat der Rohbauer da Mist gemacht, aber können sich da wirklich alle drauf berufen? Oder hätte mal jemand im Prozess messen sollen und Bedenken äußern müssen, dass es mistig aussehen wird?

  • Für die Planung? Immer erst mal der Bauherr. Der kann das an z.B. einen Architekten deligieren. Gibts den nicht oder gibts keinen Plan, "mutiert" der BU zum "Planer", wenn er Entscheidungen trifft. Die sollten also mit dem Bauherren abgestimmt sein

    Das ist im Fall der Stirnseite der Trockenbauwand nicht geschehen - uns ist es erst nach Abschluss der Fliesenarbeiten aufgefallen. Vermutlich ist der Fliesenleger davon ausgegangen, dass wir es schon nicht sehen werden.

  • Der Fliesör findet es garantiert nicht optisch mistig.

    Doch, das sagt der Chef selbst. Aber er kann eben nichts dafür, meint er. Weil die Wände nicht gerade sind.

    Aber weil er nicht ganz unschuldig ist (sagt er auch, aber eben nicht alleinschuldig), macht er uns eben das Schnäppchenangebot mit den 200 Euro.

  • ...Vermutlich ist der Fliesenleger davon ausgegangen, dass wir es schon nicht sehen werden.

    Oder es sogar schick finden.

    Warum hätte er davon ausgehen müssen, das Ihr es mistig findet?

    Für mich wird die Trennwand in Ihrer Funktionalität betont und wirkt nicht wie ein aufgesetztes Anhängsel der Badewanne.

    Wenn es um Geschmacksfragen geht, können die Meinungen sehr auseinander gehen. Darum heiraten wir auch nicht alle die gleiche Frau/den gleichen Mann/das gleiche Diverse.

    Ich selbst hätte statt dieser Fliesenwand lieber eine Ganzglaswand aufgesetzt. Wäre die Dusche gleich zehn Zentimeter größer geworden.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Oder es sogar schick finden.

    Warum hätte er davon ausgehen müssen, das Ihr es mistig findet?

    Für mich wird die Trennwand in Ihrer Funktionalität betont und wirkt nicht wie ein aufgesetztes Anhängsel der Badewanne.

    Wenn es um Geschmacksfragen geht, können die Meinungen sehr auseinander gehen. Darum heiraten wir auch nicht alle die gleiche Frau/den gleichen Mann/das gleiche Diverse.

    Du sprichst jetzt aber nur von der Schiene, oder? Dazu hatte ich ja in meinem Eingangspost geschrieben, dass wir uns damit arrangieren könnten, auch wenn es anders abgesprochen war.

    Unser Problem besteht darin, dass wenn man vor der Stirnseite des Trockenbaus steht, die rechte Ecke deutlich vorspringt im Vergleich zur linken Ecke. Anders ausgedrückt: Es sieht so aus, als wären die Fliesen rechts so weit vorgezogen worden, damit die Schiene reinpasst.

    Das ist doch keine Geschmackssache. ;)


    Siehe Foto: Die markierte Ecke liegt weiter zurück als die rechte Ecke mit der Schiene. Wenn man die Fuge der Bodenfliese sieht, sieht man es noch stärker. Wenn man zur Tür reinkommt oder auf der Toilette sitzt, fällt es auf, dass da irgendwas verkehrt ist.

  • Ich sehe noch ein ganz anderes Problem, wenn da ne Duschwand hinkommt. Wo soll die befestigt werden? Im Fliesekleber? An sich hätte dann die Wand so ca. 5 cm vorstehen müssen. Dann wär die Betonung auch klar.

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  • Ich sehe noch ein ganz anderes Problem, wenn da ne Duschwand hinkommt. Wo soll die befestigt werden? Im Fliesekleber? An sich hätte dann die Wand so ca. 5 cm vorstehen müssen. Dann wär die Betonung auch klar.

    Das ist auch so ein Thema... Der Installateur hat schon mehrmals zugesichert, dass er einen Termin mit HSK und uns machen wird. Trotz mehrfacher Erinnerung passiert da nichts. Wir haben nun mal einen Termin mit einem Glaser gemacht, allerdings erstmal unverbindlich.


    Es soll "nur" eine Glasplatte ohne Tür verbaut werden.

  • Ich sehe noch ein ganz anderes Problem, wenn da ne Duschwand hinkommt. Wo soll die befestigt werden? Im Fliesekleber? An sich hätte dann die Wand so ca. 5 cm vorstehen müssen. Dann wär die Betonung auch klar.

    Mit den 5 cm stimme ich zu. Aber selbst mit diesem Minivorsprung wären wir einverstanden, wenn die Stirnseite eben nicht schief wäre.