Luftfeuchtigkeit Kaltdach

  • Hallo Zusammen,


    mein Neubau ist nun soweit fertig erstellt.

    Die Heizphase wurde im November begonnen.


    Dachboden war im Sommer schön ausgetrocknet und scheint auch Dicht zu sein.


    Im Oktober hat es noch etwas leicht geregnet als der Putz auf die Außenwände kam,

    dass daher die Steine noch etwas feucht sein können, ist wahrscheinlich, eher die West-Wetter Giebelseite.



    Oberste Geschossdecke ist mit 22cm Betondecke, Dampfsperre, 24cm Styropor Dämmung (12+12) und OSB Platten als Aufbau.


    Da leider die Einschubtreppe nicht Luftdicht angeschlossen wurde, gab es an dem Übergang Betondecke/Rahmen Kondensation/Undichtheiten, es tropfe also in den Gang im OG.

    Dichtband wurde nicht montiert und nur mit Schaum gearbeitet, da Rahmen zu groß bestellt wurde :pfusch:


    Dämmung wurde rund um die Treppe 10cm aufgemacht, Dampfsperre ist intakt und der Beton-Boden erscheint trocken.

    2 Tage abgetrocknet, mit Anti-Schimmelspray behandelt und nun unten & oben mit einen Abdichtband versehen und neu gedämmt.


    Die Abdichtung scheint nun Dicht zu sein, unten weder Feuchte/Wassertropfen etc, der Rahmen der Einschubtreppe ist trocken und beschlägt auch nicht mehr.

    War vorher kalt u feucht an beiden Seiten, jetzt ist er trocken.


    Ein 50er Leerrohr musste ich noch abdichten, da vom warmen Technikraum die Luft hochkondensierte. Inzwischen auch dicht.


    Auf beiden Giebelseiten sind 100er Öffnungen mit Lüftungsgitter vorhanden.

    Die Dachbahn ist auf voller Länge am First aufgeschnitten.


    Luftfeuchte war die letzten Tage im Dachraum ca. 72-78% bei ca 1-3 Grad und Außentemperaturen von 3 bis -5 Grad.

    In der heutigen Nacht hat das Wetter umgeschlagen, geregnet und ca. 3-6 Grad draußen.

    Luftfeuchtigkeit im Dachraum bei 86-88%.


    Muss ich mir Gedanken machen oder ist es (sofern Luftdichtheit zu Wohnraum/Abluft/Leerrohre dicht) normal das die Luftfeuchtigkeit so hoch ist?


    Die Luftfeuchte und Temperatur dürfte dann eigentlich die der Außenluft sein (+/- ein paar Grad/%), oder?


    Ich verlange keine Glaskugel Hellseher Aussagen bzgl. Undichtheiten etc., das kann niemand per Ferndiagnose sagen.


    Ich würde eher generell was zu Temperatur u Luftfeuchtigkeit im Kaltdach erfahren.


    Danke euch

  • zuerst mal ist zu sagen, dass es bei sehr niedrigen Temperaturen schwer ist, niedrige relative Luftfeuchtewerte zu erreichen.


    Ich hab am Smartphone eine App, die heißt "Taupunkt". Damit kann man ganz einfach sehen, wie hoch die absolute Feuchte bei gegebener rel. LF + Temperatur ist.

    um die 80% erscheinen mir bei den genannten Temperaturen, sofern nur vorübergehend, nicht so arg hoch.


    aktuell solltet Ihr laut online Wettermeldungen draußen um die +4°C und um die 75% rel. LF haben.

    da wird es bei regelmäßigem Luftaustausch und ohne Heizung/Dämmung schwierig, innen signifikant andere Werte zu erreichen.


    in der Regel tut das dem Konstruktionsholz und den Holzweichfaserplatten, sofern diese vorher wirklich trocken waren, nicht weh. Weil diese natürlich auch Feuchte verteilen und puffern können. Erst, wenn diese an der Oberfläche aufgefeuchtet sind, wird's kritisch.

    Also beobachten!

  • Bilder vom Objekt können nicht schaden um sich mal einen Überblick darüber zu verschaffen.

    Wieso ist es denn trotz Heizphase so kalt im Neubau?
    Wieso wurde denn mit Schimmelentferner gearbeitet und wer hat denn die Feuchtigkeit

    und den Rest nach der Undichtigkeit mit was überprüft?


    LG Oliver

  • Ich würde eher generell was zu Temperatur u Luftfeuchtigkeit im Kaltdach erfahren.

    Im Winter fehlt es bei einem Kaltdach an thermischem Auftrieb. Eine Luftwechselrate kann also nur durch Windanströmung geschehen. Dazu müssen die Öffnungen sich jedoch gegenüber liegen und in direkter Anströmungsrichtung liegen. Tun sie das?


    Dein beobachtetes Phänomen ist eigentlich recht "simpel": Die Temperatur Außen hat sich nicht wesentlich geändert. Vermutlich waren die letzten Tage solar auch nicht ertragsreich. Man kann also vermuten die Temperatur im Kaltdach stagniert. Du berichtest von einem Wetterumschwung "Regen". Dieser erhöht die rel. LF in der Außenluft. Dein Dachraum (Kaltdach) ist hingegen trockener. Was wird also passieren? Die rel. LF wird sich der Außenumgebung anpassen und damit steigen deine Messwerte.


    Eine Verringerung der rel. LF kann nur mit der Erhöhung der Temperatur im Dachraum einher gehen. Wozu ist nur die Frage? Die rel. LF - also das was du misst - beschreibt ja nicht die Fasersättigung deiner Holzbauteile z. B. Die liegt, wie Alfons schon schrieb, im Bereich der Ausgleichsfeuchte sofern trocken verbaut wurde und keine langeinwirkende Auffeuchtung passiert ist.


    Gibt nach deinen Schilderungen kein Grund zur Besorgnis.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Vielen Dank Alfons & Kalle für eure klärenden Antworten.


    Heule,

    Ich habe die Nacharbeiten selbst beobachtet und kontrolliere noch regelmäßig, die Bänder sind trocken an der Wohnraumseite.


    Weil die OSB Platten an den Kanten angeschimmelt waren, diese wurden im Randbereich entfernt und ich habe vorsorglich besprüht.

    Das man die Oberflächenfeuchte prüfen kann ist mir klar. Da aber wirklich nur an der Einschubtreppe Feuchtigkeit war, es wurde ja ca. 15-20 cm drum

    herum die Dämmung geöffnet, angrenzender Bereich war haptisch u optisch trocken.




    Wie geschrieben war der Dachboden über Sommer/Herbst gut durchgetrocknet gewesen.

    Einzig um die Einschubtreppe und an der Stelle wo das 50er Leerrohr nicht dicht war hatte sich Feuchtigkeit bzw. am Rohr eine gefrorene Wasserpfütze gebildet.

    Diese beiden Punkte sind abgestellt.


    Kalle

    Nein die Öffnungen sind leider Diagonal an Ost u Westseite angeordnet, an beiden Giebelseiten.

    Das war leider nicht klar, dass die auf direkter Flucht sein müssen.


    Seht ihr da ein Problem, am First ist ja für Abluft die ganze Länge geöffnet.


    Ich werde es natürlich trotzdem regelmäßig kontrollieren.

  • Ob Diagonal oder in einer Flucht ist denke ich nicht relevant. Wir sprechen hier ja nicht von einer Belüftung im Flachdach oder Dergleichen. Effektiv kann es im Winter nur durch die Anströmrichtung sein. Es wird aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nichts passieren. Wer baut sein Haus schon danach?

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