Wohnungskauf: Fußbodenheizung von Öl auf Gas umstellen

  • Hallo in die Runde,


    meine Frau und ich sind kurz davor eine Erdgeschoss-Eigentumswohnung zu kaufen. Das Haus ist von 1970 mit einem 165er Verbrauchswert und wird über eine ölheizung beheizt.


    Wir werden im Zuge der Renovierung ohnehin sämtliche Böden erneuern und sogar 2 Wände einreißen, 1 neue ziehen und die Anschlüsse für die Küche aus dem Waschkeller nach oben in den neuen Küchenraum ziehen müssen.


    Daher hatte ich die Idee, ob man in diesem Zuge nicht auch relativ eine Warmwasser-Fußbodenheizung einbauen lassen könnte. Das würde doch auch mit einer Ölheizung grundsätzlich funktionieren, oder?


    Jetzt kann man sich vorstellen, dass mittelfristig ohnehin aber der Umstieg auf eine Gasheizung erfolgen wird. Theoretisch könnte man das direkt jetzt machen, da allerdings im Haus insgesamt 3 Wohnungen sind und diese gerade einzeln verkauft werden, kann es auch sein das die neuen Eigentümer erstmal die Ölheizung behalten möchten.


    Daher die Frage:

    Wenn man jetzt eine Fußbodenheizung verlegen würde, könnte man später auf Gas wechseln ohne wieder den Boden rauszuhauen? Wäre das aus eurer Sicht sinnvoll und praktisch gut umsetzbar?


    Natürlich würde ich das im nächsten Schritt von einem Fachmann prüfen lassen. Aber eine erste grundsätzliche Einschätzung zu erhalten wäre klasse.


    Vielen Dank vorab!

    Tim

  • Daher hatte ich die Idee, ob man in diesem Zuge nicht auch relativ eine Warmwasser-Fußbodenheizung einbauen lassen könnte. Das würde doch auch mit einer Ölheizung grundsätzlich funktionieren, oder?

    Die Entscheidung für eine FBH ist mehr oder weniger unabhängig vom Wärmeerzeuger. Ob die benötigte Heizwassertemperatur von einem Ölkessel, einer Gastherme, einem Pelletkessel oder einer Wärmepumpe erzeugt wird, ist der Fußbodenheizung egal.


    Folglich zu Deiner Frage:


    Daher die Frage:

    Wenn man jetzt eine Fußbodenheizung verlegen würde, könnte man später auf Gas wechseln ohne wieder den Boden rauszuhauen?

    Das ist problemlos möglich.


    Wäre das aus eurer Sicht sinnvoll und praktisch gut umsetzbar?

    Jetzt wird es komplizierter.


    Sinnvoll ist der Einsatz von Flächenheizungen mit niedriger Heizwassertemperatur, wie eine FBH, sicherlich. Für Wärmepumpen fast schon ein Muss, aber auch der Einsatz von Solarthermie liefert mehr Effizienz wenn die Heizflächen mit niedrigen Temperaturen arbeiten.


    Die erste Frage wäre, ob das Haus ausreichend gedämmt ist, so dass eine FBH genügend Heizleistung liefert, ohne dass der Fußboden kocht. Dazu würde man zuerst die Heizlast der Wohnung/Räume nach EN12831 rechnen, und darauf basierend die notwendige Heizleistung festlegen und die FBH planen.


    Ein weiterer Knackpunkt ist meist die zur Verfügung stehende Höhe für den neuen Bodenaufbau. Bei einem Gebäude im Bestand kann es gut sein, dass der Estrich ohne eine Dämmlage verlegt wurde. Wird der Estrich entfernt, dann stehen somit nur ca. 30-40mm an Aufbauhöhe zur Verfügung. Das ist für eine FBH wenig, um nicht zu sagen zu wenig. Man landet dann schnell bei irgendwelchen Sonderkonstruktionen.

    Für einen höheren Aufbau müsste man aber die Türen anpassen, Treppen usw.



    d.h. Grundsätzlich ist das alles möglich und machbar, alles eine Frage des Aufwands und der Kosten.

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  • Also ob ein Umstieg von Öl auf Gas sinnvoll ist ??

    Zumal es ab Jetzt dafür keine Förderung mehr gibt


    Wie die anderen schon sagten....wenn dann eher auf Wärmepumpe oder Pellets


    Für Wärmepumpe wär ne Fußbodenheizung ( niedriger VL Temp) sinnvoll ...müsste aber dann in allen Wohnungen so sein...

    Klingt dann eher nach Generalsanierung auch der Haushülle ( Wand..fenster...dach )

  • Richtig.

    Welcher Wärmeerzeuger dann zum Einsatz kommt, das wird man sehen. Da muss man halt ein bisschen rechnen und planen. Bei Wärmepumpe stellt sich dann die Frage, ob sich eine LWP wirtschaftlich betreiben lässt, oder ob eine SWP die bessere Lösung ist, ob man auf Tiefenbohrung setzt, oder ob ein anderer Kollektor möglich ist usw.


    Bei einem MFH gilt es halt immer alle Wohneinheiten zu betrachten, nicht nur eine einzelne Wohnung. Das führt dann oft dazu, dass man nicht so optimieren kann wie bei einem EFH (Stichwort: Nutzerverhalten), und manche Lösung, die in einem EFH interessant ist, ist für ein MFH halt nicht, oder nicht so einfach umsetzbar.

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  • Wir werden im Zuge der Renovierung ohnehin sämtliche Böden erneuern und sogar 2 Wände einreißen, 1 neue ziehen und die Anschlüsse für die Küche aus dem Waschkeller nach oben in den neuen Küchenraum ziehen müssen.

    Dürft Ihr das denn - Stichwort WEG?