Schallübertragung vom OG ins EG

  • Hallo Bauexperten-Forum,


    ich habe ein Vierparteien Haus bauen lassen. Das Haus wurde Ende diesen Jahres fertiggestellt und alle Wohnungen sind bezogen.


    Die Decke zwischen meiner EG Wohnung und den beiden Wohnungen im 1.OG ist aus 22cm Stahlbeton, plus einer Trittschalldämmung, schwimmendem Estrich und einem Fußbodenheizungsaufbau.


    Ich höre aus beiden oberen Wohnungen keinen oder kaum wahrnehmbaren Trittschall. Was ich jedoch höre ist Luftschall.


    ich höre folgende Geräusche:


    - Nase putzen

    - niesen

    - normale Gespräche

    - lachen

    - Abwasser



    Festzuhalten ist, dass von den OG Wohnungen jeweils ein Versorgungsschacht durch meine Wohnung führt. Hier laufen auch die jeweiligen Abwasserrohre. Im Bereich der Decke sind diese einbetoniert. Ansonsten ist der Schacht eine Aussparung im Mauerwerk welche mit Rigips als Hohlraum im Mauerwerk eingefasst ist.


    könnte der Luftschall trotz der Tatsache, dass ich keinen oder kaum Trittschall höre, trotzdem durch die Decke kommen oder kann nur der Versorgungsschacht in Frage kommen?


    wenn ich Geräusche höre, höre ich sie in fast jedem Raum. Das könnte daran liegen, dass das Mauerwerk innerhalb meiner Wohnung aus Hohlkammerziegelsteinen besteht.


    Ich hoffe, dass ich die genutzten Begriffe richtig verwendet habe.


    Für mich ist dieser Zustand so nicht tragbar und ich hoffe sehr, dass Maßnahmen getroffen werden können um den Schallschutz zu verbessern.


    Hat jemand Erfahrung mit ähnlichen Problematiken gehabt und kann mir helfen ?


    freundliche Grüße


    Ra.Ab

  • Hast Du schon einmal versucht den Ausbreitungsweg genauer zu suchen?

    Wenn man einen Versorgungsschacht in Verdacht hat, dann sollte man dort ja den Luftschall lauter hören als in anderen Räumen. Richtigerweise müsste man das dann messtechnisch verifizieren, aber für einen ersten Anhaltspunkt genügen die "Ohren" als Messtechnik.


    Was war hinsichtlich Schallschutz vereinbart?

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    .

  • Luftschall und Körperschall unterscheiden sich ja nur auf ihrem Weg in die Bauteile: Direkte Erregung des leitenden Bauteils durch einen anderen Körper (Körperschall) oder indirekt durch über die Luft übertragene Schallwellen (Luftschall). Eine gute Trittschalldämmung verhindert den Eintrag von Trittschall (= Körperschall). Bei Dir scheint durch

    ... das Mauerwerk innerhalb meiner Wohnung aus Hohlkammerziegelsteinen ...

    eine starke Schallweitergabe an die angrenzenden Räume zu erfolgen. Ursache dafür könnte die geringe Eigenmasse und damit gute Schallweitergabe der Hochlochziegel als Resonanzkörper sein. Hochlochziegel sind deshalb als Wohnraumtrennwände weniger geeignet als andere Wandbildner.


    Der andere Weg über Rohrleitungen ist ebenso möglich, insbesondere, wenn die Leitungen nicht von den tragenden Massivbauteilen entkoppelt sind.


    Für die Problemlösung ist eine vorherige Messung sinnvoll und empfehlenswert. Die subjektive Wahrnehmung täuscht bei Schall oft.


    Waren über die aktuelle DIN 4109 hinausgehende Anforderungen an den Schallschutz des Hauses vertraglich vereinbart?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Vielen Dank für die schnellen Rückmeldungen!


    Nein es wurden keine Sondervereinbarungen zum Thema Schallschutz getroffen.


    Zwischen meiner und den OG Wohnungen liegt die Betondecke. Weitere gemeinsame „Trennwände“ gibt es nicht.


    Ich habe natürlich selber schon durch Horschen an den Wänden und Schächten versucht zu verifizieren von wo aus die Geräusche lauter sind. Ist mir aber leider bisher nicht gelungen.


    Ist es denn möglich, dass bspw. Stimmen über die Decke in meine Wohnung gelangen, gleichzeitig Schritte bisher aber überhaupt nicht zu hören sind?

    Lieben Dank.

  • Ist es denn möglich, dass bspw. Stimmen über die Decke in meine Wohnung gelangen, gleichzeitig Schritte bisher aber überhaupt nicht zu hören sind?

    Wie ich oben schon schrieb: Ja, das ist möglich, weil sich die Eintragswege unterscheiden. Auch bei perfekter Entkoppelung des schwimmenden Estrichs (Trittschall wird nicht eingeleitet) ist die Ein- und Weiterleitung von Luftschall über die Wände der anderen Räume problemlos möglich und sogar wahrscheinlich.


    Hinzukommt, dass Trittschall praktisch immer niedrigfrequent ist, Luftschall aber typischerweise überwiegend hochfrequent. Und die Längsleitung von Schall erfolgt bei Baustoffen nicht über das gesamte Schallspektrum gleichmäßig.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • @ Skeptiker,

    der Schall kommt NICHT aus den benachbarten Räumen, er kommt aus den darüberliegenden Geschosswohnungen!!


    Aus eigener und leidvoller Erfahrung weiß ich, dass der Weg über den Schacht und den Rohren der wahrscheinlichste Weg ist.
    Hier würde ich zusätzlich eine etwas schwerere Mineralwolle anordnen wollen. Damit müsste der Weg über die Rohre und dem Resonanzkörper Schacht weitestgehenst verbaut sein.


    Grüße

    Stefan Ibold

    DDM und öbuv Sachverständiger der HWK Bielefeld

  • Okay das sind natürlich schlechte Nachrichten für mich. Ansonsten hätte ich die Ursache mit Sicherheit auf den Schacht reduzieren können.


    Gibt es denn nachträgliche bauliche Maßnahmen die man treffen kann um die Decke dahingehend anzupassen ohne den gesamten Boden im OG nochmal aufzureißen?

  • stefan ibold

    ich habe bei einem der Schächte zwischenzeitlich einen Dämmschaum angewendet. Dieser hat bisher zu keinerlei Besserung geführt.


    Das Produkt versprach eine Dämmung von bis zu 55db. Ist Dämmwolle deutlich besser geeignet?

  • @ Skeptiker,

    der Schall kommt NICHT aus den benachbarten Räumen, er kommt aus den darüberliegenden Geschosswohnungen!!

    Benachbarte Räume können unterhalb, nebenan oder oberhalb liegen. Sie sind einfach nur andere Räume. Bauphysikalisch ist es gleichgültig, ob der Schall von unten, nebenan oder oben kommt. Wenn er einmal im Bauteil ist, breitet er sich durch dieses in allen Richtungen aus. (Dass der Schall in diesem Fall aus einem anderen Geschoss kommt, hatte ich verstanden und bei meiner Antwort vorausgesetzt. Hier ist es aber nebensächlich.)

    Aus eigener und leidvoller Erfahrung weiß ich, dass der Weg über den Schacht und den Rohren der wahrscheinlichste Weg ist.

    Das kann ich so nicht bestätigen, aber das mag bei Dir trotzdem so gewesen sein. Erfahrungen sind nun einmal subjektiv.

    Hier würde ich zusätzlich eine etwas schwerere Mineralwolle anordnen wollen. Damit müsste der Weg über die Rohre und dem Resonanzkörper Schacht weitestgehenst verbaut sein.

    Da lt. TS die Deckendurchführungen vermörtelt sind (hoffentlich mit Mineralfaserdämmstreifen zwischen Rohr und Mörtel) kann der Schacht eigentlich kein durchgehender Resonanzkörper sein. Damit würde auch die Ausschäumung des Schachts nicht viel bringen. Ich halte in dieser Hinsicht eine fehlende Entkopplung von Rohren und Massivwand / - decke für wahrscheinlicher - und eine Längsleitung durch die Rohrleitungen. (Und von Ortschäumen halte ich im Zusammenhang mit Schallschutz sowieso nur wenig, weil sie meist ausgehärtet starr und damit schalleitend sind.)

    Gibt es denn nachträgliche bauliche Maßnahmen die man treffen kann um die Decke dahingehend anzupassen ohne den gesamten Boden im OG nochmal aufzureißen?

    Dein Problem dürfte weniger die Decke sein, welche längs Schall immer weiterleitet, sondern eher die leichten, starren Wände, s.o.!

    ich habe bei einem der Schächte zwischenzeitlich einen Dämmschaum angewendet. Dieser hat bisher zu keinerlei Besserung geführt.

    Das ist aus meiner Sicht nach bisherigen Informationen kein Wunder, weil der Schacht nicht als ein Hohlraum durch beide Geschosse geht.

    Das Produkt versprach eine Dämmung von bis zu 55db. Ist Dämmwolle deutlich besser geeignet?

    Minimal. In den Deckendurchdringungen darf aber aus Gründen des Brandschutzes außer beim EFH aber eh kein Schaum eingesetzt werden. Er bietet keinen Feuerwiderstand.


    Aber wie schon geschrieben: Du kannst die Schächte soviel dämmen wie Du willst, denn sie sind bei vermörtelten Deckendurchgängen nicht das Problem. (Sofern ich Deine Schilderung bis hierher richtig verstanden habe und sie die bauliche Situation korrekt beschreiben. Als SV müsste man sich das natürlich mit eigenen Augen ansehen.)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • @ Skeptiker,

    ich hatte Deine Ausführungen dahingehend verstanden, als dass Du von Hochlochziegeln/Hohlkammerziegeln ausgegangen bist. Die reichen aber nicht über die Geschosse hinaus, sondern enden naturgemäß unterhalb der Geschossecke. Ähnlich verhält es sich ja auch mit Leichtbauwänden innerhalb der Wohnungen. Die Decke würde hier m. E. als Masse ausreichen, um dem Luftschall zu begegnen.

    Wie geschrieben, nach meiner Erfahrung konnten die Eigentümer bei uns im EG nahezu jedes Wort, welches wir in unserer Küche, in der der Schacht verlief, gesprochen haben, verstehen. Wenn ich mich über die (mal wieder) so richtig geärgert hatte, habe ich das laut und deutlich in unserer Küche kundgetan ;-)


    Meine Überlegung zum Fragesteller ist diese: eine starre Verbindung der Rohre zum Mauerwerk führt zum Höhren der Spülung bzw. des Wasserfallens. Bei Kunststoffrohren und nicht mit weichen Dämmstoffen ausgefüllten Schächten kann sich der Luftschall auf die leeren Rohre übertragen und dort weitergeleitet werden. Verfüllt man den Schacht, so ist dem Schalleintritt und dessen Austritt der Weg verbaut, also quasi Masse-Feder-Masse.
    Bei Schaum habe ich ebenfalls erhebliche Zweifel, dass der Luftschallübertragung damit Einhalt geboten wird.


    Das der Fragesteller keinen Trittschall hört, liegt an der offensichtlich guten Trennung des Estrichs vom Mauerwerk und/oder an dem Fußbodenbelag der oben liegenden Geschosse, also Teppich statt Parkett.


    Grüße

    si

    DDM und öbuv Sachverständiger der HWK Bielefeld

  • stefan ibold

    Waren denn bei euch damals die Rohre im Schacht ebenfalls einbetoniert?


    anbei ein Bild von einem der beiden Schächte in der Bauphase. Das Foto zeigt den Schacht im Bereich des OG.



  • @ Skeptiker,

    ich hatte Deine Ausführungen dahingehend verstanden, als dass Du von Hochlochziegeln/Hohlkammerziegeln ausgegangen bist. Die reichen aber nicht über die Geschosse hinaus, sondern enden naturgemäß unterhalb der Geschossecke.

    korrekt!


    Nein, ich meinte durchaus die mehrfache Weiterleitung über Geschossdecken hinweg.

    Ähnlich verhält es sich ja auch mit Leichtbauwänden innerhalb der Wohnungen.

    richtig


    Diese leiten wegen ihrer relativen Biegeweichheit Schall allerdings erheblich schlechter längs (vertikal wie horizontal) als Mauerwerkswände. Insofern gibt es auch bei Mauerwerkswänden - sofern sie nicht einen entkoppelten gleitenden Deckenanschluß haben (im Wohnbau sehr selten) - eine starke Schallängssleitung, auch über decken hinweg.

    Die Decke würde hier m. E. als Masse ausreichen, um dem Luftschall zu begegnen.

    Bei Trockenbauständerwänden ja, bei Mauerwerk nein.

    Wie geschrieben, nach meiner Erfahrung konnten die Eigentümer bei uns im EG nahezu jedes Wort, welches wir in unserer Küche, in der der Schacht verlief, gesprochen haben, verstehen. Wenn ich mich über die (mal wieder) so richtig geärgert hatte, habe ich das laut und deutlich in unserer Küche kundgetan ;-)

    Es gibt beide Bauarten: Durchgehender Schacht mit der von Dir beschriebenen Problematik (und Brandschutzanforderungen an die Schachtwand) oder Schottung in jeder Decke und eher keine Problem mit Schallschutz und Brandschutz.

    Meine Überlegung zum Fragesteller ist diese: eine starre Verbindung der Rohre zum Mauerwerk führt zum Höhren der Spülung bzw. des Wasserfallens. Bei Kunststoffrohren und nicht mit weichen Dämmstoffen ausgefüllten Schächten kann sich der Luftschall auf die leeren Rohre übertragen und dort weitergeleitet werden. Verfüllt man den Schacht, so ist dem Schalleintritt und dessen Austritt der Weg verbaut, also quasi Masse-Feder-Masse.

    Bei Schaum habe ich ebenfalls erhebliche Zweifel, dass der Luftschallübertragung damit Einhalt geboten wird.


    Das der Fragesteller keinen Trittschall hört, liegt an der offensichtlich guten Trennung des Estrichs vom Mauerwerk und/oder an dem Fußbodenbelag der oben liegenden Geschosse, also Teppich statt Parkett.

    :thumbsup:

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Moin,

    ob die bei uns einbetoniert waren, kann ich nicht sagen. Der Schacht wurde nachträglich beim Bauen im Bestand angeordnet, aber wurde als Quelle des Übels eindeutig ausgemacht.


    Boah, wassn da alles zu sehen??
    Am schwarzen Rohr scheinen zunächst rauscharme Schellen verwendet worden zu sein. Bei der "Zuleitung" über das graue Rohr könnte dieses auf der Rohbetondecke liegen oder über die Leerrohre Kontakt zu der Decke bekommen haben, was die Schallübertragung hier erklären könnte.

    Für welchen Zweck sind denn die grünen Flexrohre?
    Und wenn ich das richtig interpretieren, dann wurde die Öffnung in den Wänden vermutlich nur mit Leichtbaumaterial geschlossen?


    Grüße

    si

    DDM und öbuv Sachverständiger der HWK Bielefeld

  • Waren denn bei euch damals die Rohre im Schacht ebenfalls einbetoniert?

    Mir scheint, wir sollten erstmal einen "Schacht" im Bauwesen definieren:


    Ein "Schacht" ist (für mich) ein mehrgeschossig vertikal ausgerichteter abgetrennter Raum zur Aufnahme von einer oder mehreren Haustechnischer Leitungen oder eines oder mehrerer Aufzuges / Aufzüge.


    Ein geschossweise in Deckenebene bis an die Leitungen vermörtelter (betonierter) Schacht ist für mich deshalb im eigentlichen Sinne schon kein Schacht mehr. Hier sind nur noch die Durchdringung der Leitungen zu betrachten! Der TS hat meiner Meinung nach keinen Schacht!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Die grünen Rohre gehören zur Wohnraumlüftung. Hier gibt es für jede Wohnung ein in sich geschlossenes System.


    der Schacht an sich wurde einfach mit Rigips-Platten geschlossen und bündig mit der Wand verputzt. im Schacht selber wurde keine weitere Dämmung eingesetzt, da man das zubetonieren für ausreichend hielt.

    In dem Rohr läuft das gesamte Abwasser der rechten OG Wohnung zusammen.


    Anbei ein Foto von dem einbetonierten Rohr an dem Schacht.


    Hier auch noch ein Bild auf dem zu erlebten ist, dass die Decke zwischen den Etagen durchgehend ist.



    Hier die Steine die verwendet wurden.
    expertenforum-bau.de/index.php?attachment/9660/

  • Ähh, da werden rauscharme Schellen verwendet und dann der Beton direkt an das Rohr gedrückt????:pfusch::rb:


    Das Außenmauerwerk hat andere Steine als die Trennwände innen.


    si

    DDM und öbuv Sachverständiger der HWK Bielefeld

  • Könnte das das Problem der starken Schallübertragung darstellen?

    Ja Innen gibt es wie gesagt als Verbindung nurnoch die Decke zu meiner Wohnung. Ich habe sogar einen separaten Hauseingang da es ein Eckhaus ist.

  • Ähh, da werden rauscharme Schellen verwendet und dann der Beton direkt an das Rohr gedrückt????:pfusch::rb:i

    in der Tat, das ist :wall:

    Das Außenmauerwerk hat andere Steine als die Trennwände innen

    ja - eigentlich ... diesen Trennwandziegel zum Beispiel, der dann ausbetoniert wird und so einen leidlich vernünftigen Schalldämmwert erhält. Aber genau davon schreibt der TS leider nichts. Das ist also wohl der zweite problematische Weg für den Schall, die zweite mögliche Schallbrücke, s.o.!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich kann aktuell nur sagen, dass diese Ziegel für die Außenwände verwendet wurden. verwendet wurden.




    genaueres kann ich noch einmal in Erfahrung bringen. Ich möchte da jetzt nichts falsches sagen. Ich kenne mich leider zu wenig aus und habe sehr auf meinen Architekten, welcher auch die Bauleitung des Objekts übernommen hat vertraut.

  • Hochlochziegel sind (meines Erachtens) für Innenwände weniger geeignet - jedenfalls sofern sie nicht mit Beton verfüllt werden. Es kann dann nämlich genau der hier geschilderte Effekt eintreten, zumindest leichter. (Abgesehen davon frage ich mich, ob wirklich alle nichttragenden Wände einen gleitenden Deckenanschluss bekommen haben und wie der wohl aussieht, aber das ist ein anderes Thema ...)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Nunja leider kann ich Ziegel jetzt nicht mehr austauschen oder verändern. 😞


    Skeptiker

    Du vermutest also eine Übertragung von der Außenwand des OG durch die Decke in die Außenwand meiner EG Wohnung und weiterhin durch die gesamte Wohnung über die Innenwände?


    Falls dem so ist, hast du eine Idee was ich jetzt nachträglich tun kann um die Schallproblematik zumindest merklich zu verbessern?


    Schließt du auf Grundlage der Bilder eine Übertragung des Schalls über den Schacht aus?


    Ich habe für Januar einen Sachverständigen bestellt und hoffe spätestens dann die Ursache und hoffentlich auch eine Lösung zu finden.


    Dennoch lässt mir das weiterhin keine „Ruhe“ und ich bin für jede Ferndiagnose dankbar.

  • einen Dämmschaum angewendet. Dieser hat bisher zu keinerlei Besserung geführt.


    Das Produkt versprach eine Dämmung von bis zu 55db.

    Das klingt ziemlich dubios. Keine Ahnung unter welchen Bedingungen ein Schaum das schaffen soll.


    Ist Dämmwolle deutlich besser geeignet?

    Kommt darauf an, was man unter "Dämmwolle" versteht. Ich würde hierfür keinesfalls eine leichte Glaswolle einsetzen, das geht in die Hose. Die mag zwar Wärme dämmen, aber bei Schall klappt das nicht.

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  • Dennoch lässt mir das weiterhin keine „Ruhe“ und ich bin für jede Ferndiagnose dankbar.

    Über das bereits Geschriebene hinausgehende Ferndiagnosen wären die reinste :glaskugel:!

    Skeptiker

    Du vermutest also eine Übertragung von der Außenwand des OG durch die Decke in die Außenwand meiner EG Wohnung und weiterhin durch die gesamte Wohnung über die Innenwände?

    Ich vermute eine vertikale Weiterleitung des Luftschalls der oberen Wohnung durch alle berührten Ziegelwände, vor allem aber die inneren (nichttragenden) Wände, da diese dünner sind, noch weniger Masse und Auflast haben, als die tragenden äußeren.

    Falls dem so ist, hast du eine Idee was ich jetzt nachträglich tun kann um die Schallproblematik zumindest merklich zu verbessern?

    Wenig und das Naheliegendste davon möchtest Du vermutlich nicht lesen. Aber erstmal sollten überhaupt das Maß und der Weg des Schalls messtechnisch eindeutig geklärt werden.

    Ich habe für Januar einen Sachverständigen bestellt und hoffe spätestens dann die Ursache und hoffentlich auch eine Lösung zu finden.

    Du solltest einen Bauphysiker mit Schwerpunkt "Bauakustik" (nicht: Raumakustik!) bestellen und ihm als Aufgabe mitgeben, das vorhandene Maß der Schallübertragung / Schallimmission zu messen. Ist dieses höher als nach den a.R.d.T. zulässig? Wenn ja, weshalb und welche Maßnahmen können dagegen ergriffen werden? Mit welchen Kosten sind die vorgeschlagenen Maßnahmen verbunden? Für die Messungen muss die messende Person zwingend auch in die obere(n) Wohnung(en). Hierfür benötigst Du die Zustimmung der Eigentümer / Mieter!

    Schließt du auf Grundlage der Bilder eine Übertragung des Schalls über den Schacht aus?

    Nein, ohne Ortsbesichtigung schließe ich nichts aus. Aber noch einmal: Nach allem, was Du bisher geschrieben hast, gibt es bei Dir keinen "Schacht" und damit auch keine Übertragung durch ihn, allenfalls durch einzelne Rohrleitungen!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Skeptiker

    Ja es ist ein Sachverständiger für Bauakustik. Zunächst wird gemessen ob die Mindestanforderungen der DIN-Norm eingehalten wurde. Anschließend wird nach der Ursache gesucht.


    Ich werde nach dem Termin hier über das Ergebnis berichten.


    so lange werde ich den Geräuschpegel wohl oder übel aushalten müssen.


    Gestern hatte man erneut das Gefühl in einen Hotelzimmer mit dünnen Zimmertüren zu schlafen, während direkt vor dem Zimmer eine angeregte Diskussion zwischen mehreren Personen stattfindet.


    Noch einmal Danke an jeden der hier kommentiert hat.


    Grüße


    Ra.Ab

  • Ich werde nach dem Termin hier über das Ergebnis berichten.

    Ich bin gespannt.


    Die Ausbreitung von Schallwellen innerhalb von Gebäuden ist fast so schlimm wie Hochfrequenz und deren Ausbreitung zu beurteilen.

    Da gibt es Effekte, an die denkt man zuerst gar nicht.

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  • Zitat

    Zunächst wird gemessen ob die Mindestanforderungen der DIN-Norm eingehalten wurde.

    Fehlerhafter rechtlicher Ansatz: Die Mindestanforderungen der DIN 4109 sind nach den inzwischen gefestigten Rechtsprechung des BGH ( googeln: BGH und Schallschutzanforderungen ) derart grottenschlecht, dass sie nicht als aRdT angesehen werden können, es sei denn, man hätte sich ausnahmsweise ausdrücklich und in voller Kenntnis des BH, was dies bedeutet, hierauf geeinigt. Welches Schallschutzmaß geschuldet ist, richtet sich nach BGH nicht nach der DIN, sondern ist durch Auslegung des Vertrags zu ermitteln --> geht damit in Richtung erhöhter Schallschutz.


    Ist denn der Architekt als Planer und Bauleiter bereits in die Sache eingebunden worden??


    Laut TE sind zwei " Schächte " vorhanden. Der eine, bereits gezeigte " Schacht " ist völlig mangelhaft ausgeführt worden.


    - Beton bis an das Abflußrohr und an die Wasserrohre ( blau ) ohne Schallentkopplung, das dürfte in jedem Fall die Wasserlaufgeräuche erklären.


    - Die Leerrohre ( gelb und schwarz) dürften zu Luftschallübertragungen führen.


    - Ich sehe auch keine Brandabschottung ( = MFH ) in R- bzw. L-90 an allen Rohr- und Leitungsdurchdringungen im kopfseitigen Schachtverschluß.


    - " Schacht " und auch Abwasserrohre sind ungedämmt.


    - Positionierung des Schachts in der Treppenhauswand ( ? ) erscheint unglücklich.


    Wie sieht der zweite " Schacht " aus? Bilder?


    Was sagt der Architekt zu der Beanstandung? Von wem wurde der Architekt beauftragt? Vom TE?


    Welcher Vertrag? BT, GU, GÜ oder Einzelvergabe aller Gewerke/Planung durch den TE.


    >>> Denn danach richtet sich, wer Ansprechpartner für Mängelrügen und Fristsetzung zur Mangelbeseitigung ist.

  • Nach Nachschau im Vertrag kann ich noch folgende Infos hinzufügen:


    - Es handelt sich um ein KFW 55 Mehrfamilienhaus


    - Schallschutz nach DIN-Norm ist nicht ausdrücklich erwähnt.


    - Die Außenwände sind aus 17,5cm Protonsteinen.

    - Die tragenden Innenwände aus 17,5 cm Bimssteinen


    - Die nichttragenden Innenwände sind aus 11,5 cm Bimssteinen oder Bimsplatten


    - Die Decken sind aus Stahlbeton C 25/30 ausgeführt.


    - Das Treppenhaus Stahlbeton C 25/30 mit Schallschutzentkopplung


    - Fußbodenheizung in allen Wohnräumen


    - Schwimmender Zementestrich in allen Räumen


    Weiterhin ein Foto des anderen „Schachts“ während der Bauphase:




    Mein Architekt hatte folgende Aufgaben:


    - Entwurfsplanung

    - Genehmigungsplanung

    - Ausführungsplanung

    - Ausschreibung und Vergabe

    - Bauleitung


    im Prinzip den vollumfänglichen Leistungsumfang.