Dränage bei Abdichtung gemäß W2.1-E notwendig?

  • Wir machen uns gerade daran, ein Ende der 1960er gebautes Haus sehr umfassend zu sanieren. Da wir verpflichtet sind, im Zuge des Umbaus das Regenwasser separat zum entsprechenden Kanal zu führen, müssen wir das Haus sowieso an zwei Seiten ausgraben. Just an diesen Seiten ergeben sich gewisse Verdachtsmomente dahingehend, dass hier ein sehr umspezifiziertes Feuchtigkeitsproblem im Keller (der nach wie vor außerhalb der thermischen Hülle liegen wird) besteht.


    An der Ostseite des Hauses sieht man im unteren Mauerbereich leichte Ausblühungen im Putz/in der Deckfarbe (ein Testanstrich mit Kalkfarbe hat gehalten, so dass hier wohl nur mineralisches Material verwendet wurde). An der Nordseite des Hauses gibt es in dem Raum, in dem auch die Wasserleitung reinkommt und die Abwasserleitung rausgeführt wird an der Wand eine recht erhebliche, schimmelfarbige Verfärbung. In keinem der betroffenen Räume riecht es irgendwie modrig. Feuchteflecken sind den einigen Monaten, seit denen wir die Lage beobachten, nicht ersichtlich gewesen. Verschiedene Baufachleute (mehrere Architekten, Bauunternehmer, Energieberater und Baubiologen) haben die Räume besichtigt und waren nicht der Ansicht, dass die Wände nass sind.


    In den ursprünglichen Bauplänen ist oberhalb der Bodenplatte (auf Streifenfundamenten) und unterhalb der ersten Steinschicht eine Horizontalsperre eingezeichnet. Ob diese noch funktioniert, können wir nicht beurteilen.


    Es besteht kein Bodengutachten und die genauer Wassereinwirkungsklasse ist nicht definiert. Der Keller liegt jedoch nur zum Teil unter der Geländeoberfläche, in jedem Fall weniger als 3m (bis einschließlich Sohle der Fundamente), so dass wohl sicher keine Wassereinwirkungsklasse W2.2-E vorliegt.


    Unser Bauunternehmer hat (im Einvernehmen mit dem Architekten) nun vorgeschlagen, die Kellerwände von außen mit einer einlagigen Schweißbahn abzudichten. Nach meinen Recherchen ist dies, geeignete Materialien und ordentliche Ausführung vorausgesetzt, nach der DIN 18533 für die Wassereinwirkungsklasse W2.1-E grundsätzlich ausreichend.


    Zusätzlich schlägt der Bauunternehmer auch noch die Errichtung einer Dränage vor. Hier bin ich mir aber unsicher. Einerseits sind wir in unserer jetzigen Situation arg rückstaugeplagt und deshalb bin ich mir wohl bewusst, dass wir auch einen (vom Bauunternehmer natürlich bislang nicht vorgesehenen) Pumpschacht brauchen. Hier habe ich Angst davor, langfristig die gesamte Dränageninstallation am Laufen zu halten. Und im Übrigen bin ich mir nicht ganz im Klaren darüber, ob eine solche Dränage bei der gewählten Abdichtung überhaupt Sinn macht.


    Das Haus liegt im Norden an einer leicht abschüssigen Straße (vielleicht 1-1,5m über die gesamte Breite des Grundstücks) und die Ostseite ist grundsätzlich die "Bergseite". Der eigentliche Berg ist aber noch viel weiter entfernt und es schließen sich noch mehrere Häuser in diese Richtung mit ähnlichem Gefälle wie bei unserem Haus an (unser Haus ist gewissermaßen im "Bergschatten").


    Sollen wir die Dränage im Bauprogramm beibehalten (und dann eben noch um den Pumpschacht ergänzen lassen) oder lohnt sich das nicht?


    Ein zweites Problem, was mich gerade umtreibt, ist die ordnungsgemäße Abdichtung von Medienleitungen bei der Durchführung durch die mit Schweißbahnen abgedichteten Wände. Es geht wie gesagt nur um eine Abdichtung im Hinblick auf W2.1-E, so dass die teuren Fest-/Losflanschkonstruktionen von Doyma und Hauff mir vollkommen übertrieben erscheinen. Andererseits scheint es so, dass diese Hersteller ihre Dichtungen für W2.1-E eher auf Dickbeschichtungen (wie PMBC) ausgelegt haben. Kennt Ihr hier praktische und gerne auch kostengünstige Lösungen für bahnenartige Abdichtungen nach W2.1-E (also einlagig)? Konkret geht es um eine 3/4"-Wasserleitung und ein DN 110 KG-Abwasserrohr.


    Schließlich habe ich auch bemerkt, dass keine Klemmschiene im Angebot des Bauunternehmers enthalten ist, mit der die Schweißbahn nach oben abgeschlossen würde. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist dies nach DIN 18533 aber notwendig. Gibt es hier bewährte Fabrikate? Spricht im Übrigen etwas dagegen, diese Abdichtung bis in den Sockelbereich (also 30cm über Geländeoberkante) hochzuziehen und damit gleich die Abdichtung der W4-E-Zone mit zu erschlagen? Es würde dann eine dünne XPS-Perimeter- bzw. Sockeldämmung bis zur Unterkante des WDVS aufgebracht werden.