Solarthermie

  • Es werden ja immer neue Häuser gebaut und ich wundere mich, dass so wenige Solarthermien auf neuen Hausdächern installiert werden, dagegen werden öfters an alten Dächern Solarthermien installiert, was freilich an der EnEV liegen wird. Aber wird von Fachleuten nicht zur Solarthermie geraten, wenn ein neues Haus gebaut wird?

    Grüßle

    Dachser




    Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt (Gandhi)

  • Ich persönlich hab mich gegen die ST entschieden, da ich sie mit KWL und WP für die ENEV nicht gebraucht habe, und mir hier mehrfach plausibel dargelegt wurde, dass die ST maximal ein Nullsummenspiel ist, wirtschaftlich gesehen.


    Zeitweise, durch überraschend hohen WW-Verbrauch hab ich es dann bereut, nicht mal eine Vorrüstung gemacht zu haben.

    Mittlerweile bin ich wieder froh keine gemacht zu haben, denn dadurch ist auf meinen Dach (mehr) Platz für PV.


    Den Ansatz PV und WP halte ich für den wirtschaftlicheren - den Überschüsse können verkauft werden, was bei der ST nicht geht. Je nach Ausrichtung und Größe der PV kann man sogar "umsonst" WW erzeugen, wenn man die Bereitung in Zeiten legt, wo die PV auf 70% Ihrer (theoretischen) Peak-Leistung gedrosselt wird.


    Ein Warmwasserspeicher, der darauf ausgelegt ist 1x täglich aufgeheizt zu werden, wäre von Vorteil. Meine 180l sind "etwas" knapp für 2 Erwachsene und 2 Kleinkinder, wenn die mal täglich duschen reicht es nicht mehr.

  • o.k., wenn ein Dach für PV benutzt wird, dann ist diese natürlich vorteilhaft ggü. der Solarthermie. Ich habe bei mir auf dem Dach unten rechts unter der PV einen Röhrenkollektor 2004 installieren lassen und bin wirklich zufrieden damit. Von April bis Ende September mach ich das Warmwasser so gut wie vollständig vom Dach. ST muß man lernen zu bedienen, es gibt viele die nicht zufrieden sind, weil sie morgens um 5 Uhr das Wasser auf 60° erwärmen und sich dann wundern, dass das Teil nicht viel bringt, das ist ja dann klar.

    Ein Warmwasserspeicher, der darauf ausgelegt ist 1x täglich aufgeheizt zu werden, wäre von Vorteil. Meine 180l sind "etwas" knapp für 2 Erwachsene und 2 Kleinkinder, wenn die mal täglich duschen reicht es nicht mehr.

    Bei mir sinds 300 Liter, bedingt durch die Solarthermie, jetzt allerdings sehe ich die Größe eher als Nachteil, da ich diese ja auch erwärmen muß. Im Sommer allerdings, läuft das heiße Wasser genauso schnell wieder nach, wie es verbraucht wird.

    Grüßle

    Dachser




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  • Solarthermie lässt sich wirtschaftlich kaum rechnen, und das dürfte der Hauptgrund sein, warum ST nur dann gebaut wird, wenn man dazu verdonnert wird.


    Letztendlich ist es eine Preisfrage, denn trotz Förderung, können die Installationskosten eine Amortisation noch in diesem Jahrhundert unmöglich machen. Ich kenne einige ST Anlagen, die aber in den meisten Fällen von den Betreibern selbst aufgebaut wurden. Der Rest betreibt diese zwangsläufig als Alibi-Anlagen wegen EWärmeG und hat die Kosten einfach abgeschrieben.


    Bei ST wird es schon schwierig, verwertbare Erträge > 300kWh/m²*a einzufahren, viele Anlagen schaffen gerade mal 250kWh/m²*a oder gar noch weniger. Je größer die Anlage wird, um so mehr hat man das Problem mit den Überschüssen im Sommer. Wohl dem der einen Pool beheizen kann, was in den meisten EFH aber nicht der Fall ist. Wer viel Zeit in Planung und Optimierung investiert, kann vielleicht auch mal in Richtung 350kWh/m²*a oder gar 400kWh/m²*a kommen, das schaffen aber die wenigsten.


    Nehmen wir einmal an, die Anlage schafft tatsächlich die 300kWh/m²*a, dann wäre das ein Gegenwert von 21,- €/m²*a. Bei sagen wir mal 10m² (dann mit Heizungsunterstützung) wären das um die 200,- € pro Jahr an möglicher Einsparung. Was kostet so eine Anlage betriebsbereit?

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  • Ich weiß nicht was die Anlagen heute kosten, ich hab 2004 gesamt 3300,-€ bezahlt, dazwischen hab ich 1x die Flüssigkeit wechseln lassen, das hat 300,-€ gekostet.

    Grüßle

    Dachser




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  • Bei ST wird es schon schwierig, verwertbare Erträge > 300kWh/m²*a einzufahren

    das kann ich pers. für meine Anlage so nicht bestätigen.

    Ich habe jetzt konstant seit 7 Jahren zwischen 2900 und 3100 kWh Ertrag nach WMZ bei eine Kollektorfläche von knapp 6m².

    Dach ist allerdings ziemlich optimal (S-SW bei 43° Neigung) ausgerichtet.

    Das sind dann also ~ 500kWh/m² auf einen 300l WW Speicher.

    Wir sind 4 Personen und 50% des Jahres wird WW quasi komplett über ST bereitet (zwischen Mitte April und Mitte Oktober, Heizung aus, habe ich ein paar zehn kWh Gas/Monat), die restlichen Monate wird die WW Bereitung eben unterstützt.

    Nur als Bsp.: hatte letzte Woche (Anfang Dez) an einem sonnigen Tag einen Ertrag von 10,x kWh lt WMZ und die unteren 2/3 des Speichers waren bei >40°


    Trotzdem ist ST bei den aktuellen Gaspreisen wirtschaftlich natürlich grenzwertig. Selbst wenn ich die 3000kWh über Gas decken müsste, wären das gerade mal 3000 * 0,045 135€/a.

    Anlage hat damals über GU 2600€ gekostet, musste aber wegen EnEV sein.

    Ich habe aber in Summe für ~150m² beheizte Fläche in einem EnEV Haus von 2012 insgesamt ~9-10kWh/a für Heizung und WW (4P, ~23° RT in den Wohnräumen).


    Ohne ST wäre der Gasbedarf also ~ um 25-30% höher...klingt doch viel besser in der heutigen Zeit.;)


    In meinem aktuellen Bau, werde ich die ST trotzdem weglassen und die EnEV über die KWL erreichen.

  • was freilich an der EnEV liegen wird

    Ich denke mal, die meisten Neubauten laufen mit WP, da sind sie nämlich am einfachsten und billigsten in den Anschaffungskosten über die ENEV- Hürde zu hieven. Schau mal, ob bei den Häusern Kamine sind und welche: Manchmal gibts nur den Holzkamin fürs hübsche Feuerchen, den Rest macht die WP.

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  • Das sind dann also ~ 500kWh/m² auf einen 300l WW Speicher.

    Habe ich noch nicht erlebt, und ich kenne einige Anlagen. Ihr müsst einen riesigen WW Verbrauch haben.

    Die beste Anlage die mir bisher unter die Finger gekommen ist, hat gerade so in Richtung 400kWh/m²*a an verwertbarem Ertrag gebracht. Da wurden dann schon einige kWh während der Übergangszeit in den Heizkreis gepumpt.


    Irgendwas passt da nicht.

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  • Ihr müsst einen riesigen WW Verbrauch haben.

    nö, rel. normal. Gesamtwasserverbrauch im Schnitt 11-12m³ / Monat, im Sommer etwas mehr als im Winter durch gießen und planschen (kein Pool, nur ein größeres aufblasbares Planschbecken, das dann aber mit WW gefüllt wird)


    Wenn man von 1000 kWh WW Bedarf / Person und Jahr ausgeht und 2700 echter verwertbarer Ertrag (200-300 gehen durch höhere Transmission in den Aufstellraum etc.), dann deckt die ST also 2700/4000 = 67,5%. Völlig im Rahmen. ST ist auf ca. 60% Deckung ausgelegt.

    Natürlich geht auch einiges in den Aufstellraum und durch die Zirku und landet nicht alles beim Verbraucher, aber Verluste hat man bei WW Erzeugung über WP,Gas etc. auch (etwas weniger, weil weniger delta T).

    Und wie gesagt: 6 Monate im Jahr übernimmt die ST WW quasi komplett. Die WW Bereitung über Gas habe ich natürlich schon auf die ST Erträge optimiert und lasse in der Zeit nur Abends eine WW Bereitung über Gas zu.

  • ST muß man lernen zu bedienen, es gibt viele die nicht zufrieden sind, weil sie morgens um 5 Uhr das Wasser auf 60° erwärmen und sich dann wundern, dass das Teil nicht viel bringt, das ist ja dann klar.

    dazu noch ein Satz.

    Ich hab das auch optimiert auf die Abendstunden, aber so schlimm ist das auch nicht morgens eine Bereitung zu zu lassen. Der typische 300l WW Speicher wird durch die Heizung ja nur im oberen Drittel erhitzt. Die anderen 2/3 stehen für ST bereit. Und wenn am Vortag Ertrag war, dann muss die Therme ja nur von der höheren, durch die ST bereitgestellte Temperatur aus "hochheizen" auf die Zieltemp.

    Wichtiger ist, dass man eben nur kurz eine WW in der Früh zulässt für das WW das man zu der Zeit auch braucht. Danach soll der Speicher möglichst durch die ST wieder auf Temp gebracht werden.

    Wer natürlich 24h durchgehend WW Bereitung durch die Therme erlaubt und wenn nach dem morgendlichen duschen von 2-3 P gleich wieder nachgeheizt wird bevor die Sonne Ertrag liefert, verschenkt natürlich schon einiges.

  • nö, rel. normal. Gesamtwasserverbrauch im Schnitt 11-12m³ / Monat, im Sommer etwas mehr als im Winter durch gießen und planschen (kein Pool, nur ein größeres aufblasbares Planschbecken, das dann aber mit WW gefüllt wird)


    Wenn man von 1000 kWh WW Bedarf / Person und Jahr ausgeht und 2700 echter verwertbarer Ertrag (200-300 gehen durch höhere Transmission in den Aufstellraum etc.), dann deckt die ST also 2700/4000 = 67,5%. Völlig im Rahmen. ST ist auf ca. 60% Deckung ausgelegt.

    Natürlich geht auch einiges in den Aufstellraum und durch die Zirku und landet nicht alles beim Verbraucher, aber Verluste hat man bei WW Erzeugung über WP,Gas etc. auch (etwas weniger, weil weniger delta T).

    Und wie gesagt: 6 Monate im Jahr übernimmt die ST WW quasi komplett. Die WW Bereitung über Gas habe ich natürlich schon auf die ST Erträge optimiert und lasse in der Zeit nur Abends eine WW Bereitung über Gas zu.

    Ich habe jetzt nicht so viel am Hut mit den verschiedenen Zahlen, die da hier umher geworfen werden. Für mich ist das auch nicht unbedingt eine Frage ob sich das lohnt oder nicht. Aber so wie TausT eben mit Gas sein Wasser erwärmt, wenn die Solarthermie nicht ausreicht, so war/ist es bei mir Rapsöl und Heizöl und heute auch Strom. Ich habe die ST auch schon oben gehabt, als das Heizöl ca.1,-€/l gekostet hat und wenn ich davon ausgehe, dass ich 250,-€/Jahr spare, dann spielt das für mich keine Rolle, ob sich das Ding irgendwann rentiert oder auch nicht.(Man denke an die ganzen teueren Autos auf unseren Straßen, egal ob finanziert oder nicht, sie müssen bezahlt werden).Ich weiß nicht, wie lange es hält, aber wenn die Preise für Strom und Öl weiter so steigen, dann wird der Ertrag ja auch immer besser.Ich finds einfach toll, im Sommer mit Wasser zu baden oder duschen, das von der Sonne erwärmt ist.

    Gut, nach heutigem Wissensstand, wäre es damals besser gewesen, den Platz der ST mit PV voll zu machen, dazu muß ich sagen, dass ich 2004, wo es fast unmöglich war PV aufs Dach zu bekommen, weil keiner mehr liefern konnte, ich habe quasi das kWp-Paket eines abspringenden Kunden ganz kurzfristig in einer Hauruck-Aktion übernommen, größer wäre nicht möglich gewesen.

    Grüßle

    Dachser




    Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt (Gandhi)

  • In deiner Rechnung gehst du sehr pessimistisch aus, je nach System rentiert es sich.

    Je nach Umbaustufe gibt es mind. 2000 Euro BAFA Förderung.


    Bei uns ist eine Warmwasserzirkulation installiert, da ist der Bedarf an WW entsprechend hoch.


    Viel wichtiger ist die Ausrichtung, auf einem normalen Ost-West Dach bringen z.B. Flachkollektoren kaum was, wir haben die 20m2 vertikal 90 Grad an der Fassade mit zusätzlichen 35m2 Spiegelfächen ausgestattet.

    Bis weit in den Oktober geht an sonnigen Tagen die Anlage natürlich noch auf Volllast und lädt mal eben 2000l Pufferspeicher auf. :thumbsup:


    Aktuell im Dezember ist aber so gut wie kein Ertrag, die Sonne ist einfach zu schwach.

  • In deiner Rechnung gehst du sehr pessimistisch aus, je nach System rentiert es sich.

    Je nach Umbaustufe gibt es mind. 2000 Euro BAFA Förderung.

    Dann lass Dir Angebote vom Heizungsbauer geben.


    Ich hatte ja darauf hingewiesen, dass ich auch selbst gebaute Anlagen kenne. Da sieht die Rechnung logischerweise anders aus. Ich kann mir die Kollektoren auch direkt in einen Container aus China legen lassen, spart auch noch einmal. Das kann ich aber nicht verallgemeinern.

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