Flachdachabdichtung Dachterrasse (Holzbau)

  • Hallo zusammen,



    gerne hätte ich eure Meinung zu meinem Thema/Problem.



    Ich hatte das Problem mit einer undichten Schweißnaht an den Bitumenbahnen meiner Dachterrasse.

    Dies bemerkte ich durch einen großen Wasserfleck an der Gipskartondecke, aus dem dann auch ziemlich schnell Wasser austrat.



    Ich habe die vermeintliche Schweißbahn mit Enkopur abgedichtet und habe seitdem keine Probleme mehr.



    Da ich normalerweise noch Gewährleistung hätte, habe ich ein Gutachten beauftragt. Dieses ergab mehrere Baufehler wie z.B. unsachgemäß verschweißte Dachbahnen (vermutlich wegen der OSB Beplankung), schlechte Spenglerarbeiten usw. Das größte Problem jedoch ist, das der ganze Dachaufbau nun in Frage gestellt wird.



    Ich habe also ein "unbelüftetes Dach mit Zwischensparrendämmung" (schematischen Aufbau habe ich angehängt).



    Details: Gefälle nur 1% (teilweise stehendes Wasser), Regenwasser wird grundsätzlich über 2 Wasserfangkästen abgeführt, Dachbahn schwarz (aber weiß nicht ob diffusionsoffen??), Dachausrichtung Süden (keine Beschattung), normalerweise mit WPC Paneele im Abstand zur Dachbahn überbaut, das Wohnzimmer unter der Terrasse wird mit einem dezentralem Wohnraumlüfter dauerhaft belüftet, Sparrendämmung ist Rockwool, Anschlusshöhe Terrassentür 12 cm (mit Aufwand 16 cm erreichbar);



    Jetzt meine Fragen:



    1. Ist mein Dachaufbau weiterhin so verwendbar ohne mit Folgeschäden rechnen zu müssen?

    2. Kann man alleine durch ein kontrolliertes Raumklima, Feuchteschäden an dem OSB-Dach vermeiden?

    3. Ist das Gefälle mit 1% deutlich zu gering?

    4. Wäre eine zusätzliche EPS Gefälledämmung in Verbindung mit einer EPDM Folie denkbar, bzw. die bessere Lösung? (Kondensationsvermeidung, Vergrößerung des Gefälles)

    5. Habt Ihr noch andere Ideen um mir hierbei weiterzuhelfen?



    Vielen Dank schon mal im Voraus!!



    Grüße Marcel

  • Moin,


    wer hat die Ausführung denn so geplant? Deine Konstruktion wird auch als selbstkompostierendes Flachdach bezeichnet. Warum legt man selbst Hand an mit Flüssigkunststoff, wenn man noch in der Gewährleistung ist?

    1. Ist mein Dachaufbau weiterhin so verwendbar ohne mit Folgeschäden rechnen zu müssen?

    Das Flachdach ist entgegen aller Regeln ausgeführt, wurde denn die durchfeuchtete OSB und Wärmedämmung ausgetauscht? Ich würde einen Neuaufbau einfordern, auch wenn das sportlich wird bzgl. der Anschlußhöhen

    2. Kann man alleine durch ein kontrolliertes Raumklima, Feuchteschäden an dem OSB-Dach vermeiden?

    Das kann das ganze verbessern, aber nicht heilen. Welche Dampfbremse ist denn verbaut, wie lange sind Putz-, und Estricharbeiten her, Ansicht der OSB Platten von der Rückseite ( die Seite die zur Wärmedämmung zeigt )

    3. Ist das Gefälle mit 1% deutlich zu gering?

    Das ist das kleinste Problem, weil die Abdichtung dicht sein muß. Stehendes Wasser verschwindet erst ab einer Neigung von 7-8 % ( durch die Überlappungen, Einbauteile usw. der Dachabdichtung )

    4. Wäre eine zusätzliche EPS Gefälledämmung in Verbindung mit einer EPDM Folie denkbar, bzw. die bessere Lösung? (Kondensationsvermeidung, Vergrößerung des Gefälles)

    Die OSB Platte als Untergrund finde ich pers. schon nicht sonderlich geeignet, da diese wie eine zusätzliche Dampfbremse wirkt. Die Temperatur der OSB Platte wird zwar durch eine zusätzliche Wärmedämmung angehoben, ob das ausreicht, muß man rechnen.

    5. Habt Ihr noch andere Ideen um mir hierbei weiterzuhelfen?

    Irgendjemand wird sich ja Gedanken gemacht haben, warum die Konstruktion so ausgeführt wurde. Wenn das ganze noch in der Gewährleistungszeit ist, hätte es eigentlich rechnerisch nachgewiesen werden müssen ( mit WUFI o.ä. ), da diese Konstruktion eine Sonderkonstruktion ist, die nachgewiesen werden muß. Eine Variante wäre die kpl. Wärmedämmung auf die Tragschale und Dampfbremse zu legen, wenn hierfür die Rahmenbedingungen passen ( Anschlußmöglichkeiten Dampfbremse usw. ), hiergegen spricht aber die Aufbauhöhe, die jetzt schon zu gering ist. Das kann man evtl. durch eine Wärmedämmung mit einer niedrigen WLS ( PUR/PIR, Vakuumdämmung ) komprimieren, aber das sollte derjenige planen, der die Konstruktion geplant hat ( oder vielleicht doch besser jemand anderes =o )

    Bei der Gelegenheit können dann auch die direkten Befestiger der Mauerabdeckung und Geländerbefestigungen durch die Mauerabdeckung geändert werden. :thumpsdown:

  • Wird in diesem Fall nicht auch noch die Möglichkeit der raumseitigen Rücktrocknung durch die feuchtevariable Dampfsperre hindurch von der aufgesetzten Terrasse durch Verschattung beeinträchtigt?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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