Dusche zu klein? Oder noch im Toleranzbereich?

  • Hallo liebe Bauexperten!

    folgende Situation:

    Gestern hat die Abnahme meiner Neubau Wohnung stattgefunden. Leider ist mir erst später aufgefallen, dass der Platz für die Dusche in eine Richtung recht klein ist. Die Trockenbauwand hinter den Fliesen scheint recht breit geworden zu sein und gegenüber ist die Türzarge die limitierende Grenze. -siehe Bilder-

    (ebenerdig geflieste Dusche, Ist-Werte: kurze Wand 75,5 cm, lange Wand 87 cm)

    In der Baubeschreibung des Kaufvertrages ist die Rede von zwei möglichen Maßen für die Duschen: 80 × 80 oder 90 × 90 cm. Die tatsächliche Größe sei dem Grundriss zu entnehmen. Im Grundriss selbst ist die Dusche allerdings nicht mit Maßen versehen. Wenn ich mit dem Zirkel messe Komme ich eher auf 90 × 90 als auf 80 × 80 cm. (Minimal weniger als 90, deutlich größer als 80cm)

    Wasserdicht ist diese Argumentation sicherlich nicht, daher folgende Fragen:

    1.Ganz allgemein, welches Vorgehen würden Sie mir raten ? Der Grundriss ist wie gesagt nur bedingt Aussagefähig.

    2.Wie groß sind die Toleranzen in diesem Bereich? Wenn sich in anderen Unterlagen herausstellt das es sich tatsächlich nur um eine 80 × 80cm Dusche handelt, sind dann 75,5 × 87cm noch im Toleranzbereich?


    Beste Grüße und vielen Dank

  • Es steht doch drauf: Alle Masse sind ca Angaben und können abweichen. Das Blatt Papier was du da hast, ist bestenfalls als Werbeprospekt geeignet. Vermasste Pläne werden in definierten Massstab (z.B. 1:100 Entwurf, 1:50 AP) gedruckt/geplottet. Daraus kann man etwas nachmessen. Ich hoffe, du hast solche Pläne beim Vertragsabschluss mit bekommen bzw. angefordert.


    Die Einrichtung einer Dusche direkt neben der Tür bringt noch ganz andere lustige Effekte...versuch mal einen Lichtschalter im Raum zu platzieren...

  • In der Baubeschreibung des Kaufvertrages ist die Rede von zwei möglichen Maßen für die Duschen: 80 × 80 oder 90 × 90 cm.

    und


    Ist-Werte: kurze Wand 75,5 cm, lange Wand 87 cm

    Ist nicht in Einklang zu bringen. Entweder 80/80 oder 90/90, sicherlich aber nicht 75,5 / 87.


    Die tatsächliche Größe sei dem Grundriss zu entnehmen. Im Grundriss selbst ist die Dusche allerdings nicht mit Maßen versehen.

    Das ist natürlich schon sensationell....nun ja...


    Grundsätzlich: Ich empfände eine kleine Dusche (80/80) in einem Gästebad als durchaus in Ordnung. Nicht luxuriös, aber für die wenigen Male, die man diese Dusche dann benötigt schon in Ordnung.


    Für das Hauptbad wären für mich (!) 90 / 90 das Mindestmaß.


    Leider ist Eure Baubeschreibung hier sehr vage (entweder so oder so...), 75,5cm ist aber wirklich sehr klein. das kann man auch mit etwas mehr Breite nicht wett machen, das die engste Stelle die Nutzung einschränkt. Diese dürfte wohl sogar am Ende nochmals kleiner werden, wenn die Armaturen, wie zu vermuten ist, auf der Seite der mit Vorwandinstallation sind und dann auch noch eine wie auch immer geartete Duschabtrennung das tatsächliche nutzbare Maß reduzieren....


    Nun ist guter Rat wirklich teuer.


    Einfach größer machen geht ja nicht, weil der Raum so groß ist wie er ist. Geld einbehalten mag funktionieren, nützt Euch aber im gelebten Alltag auch nichts, wenn die Dusche eben zu klein ist.

  • Das Messen in Zeichnungen, insbesondere derart kleinmaßstäblichen, ist nicht maßgebend (im doppelten Wortsinne). Papier unterliegt feuchtebedingten Größenschwankungen, ebenso wwie optische Verzerrungen bei der Reproduktion.

    Ein Maß von 75/85 cm ist bei Duschen in räumlich beengten/eingeengten Bädern nicht unüblich und daher per se nicht zu beanstanden.

    Wenn auf ein bestimmtes Maß Wert gelegt wurde, hätte dieses vertraglich vereinbart werden müssen, um durchsetzbar zu sein.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ein Maß von 75/85 cm ist bei Duschen in räumlich beengten/eingeengten Bädern nicht unüblich und daher per se nicht zu beanstanden.

    Finde ich schon Ralf, wenn nämlich ein anderes maß angegeben wurde (80/80 o. 90/90). Räumlich beengt? Ja, das ist es. Darauf hätte man aber technisch / konstruktiv reagieren können! Eine Vormauerung muss ja nicht durchgängig 20cm sein (wird idR benötigt um den WC-Spülkasten abzudecken). Im Bereich der Dusche hätten 10cm genügt. Versprung sieht blöd aus? Ja, stimmt. Aber eine bessere Nutzung wäre ja auch nicht so ganz ohne....


    Der TE schreibt oben dass die Türzarge das limitierende Maß ist. Daraus könnte man vermuten, dass die Dusche tatsächlich unmittelbar an der Türzarge endet!


    Frage an Zemp: Wie breit ist das Bad denn (laut Plan)?

  • Vorwand von 10 cm? 100er Abflußleitung???

    Eine Dusche benötigt doch keine 100er Abflussleitung!


    Bad scheint ca. 1,95m tief zu sein. (Raumgröße geteilt durch ablesbare Breite! Btw: Alle Flächenmaße scheinen reine Rohbaumaße zu sein...naja...)


    Bei 1,94m und einer VM von 10cm (im Bereich der Dusche!) und einer Tür von 83cm (76 Türöffnung mit Umfassungszarge), etwas Luft zur wand zum SZ (5cm?), wären wir rechnerisch bei 96cm. Fliesenstärke uns evtl. Verputz weg...immernoch über 90cm. Es wäre also durchaus möglich gewesen.


    Bei einer breiteren Tür (Rohbauöffnung 88,5cm, also etwa 95cm Türzargenaußenmaß) wären es auch nur noch etwa 84cm gewesen.


    Anders herum:


    1,94m abzüglich Tür (83cm o. 95cm?), peppe an der Wand...naja...2cm?, tatsächliches Maß 78,5cm. Ergibt eine tatsächliche Vormauerungsstärke (je nach Größe der verbauten Tür) von 30,5 (sehr üppig!) bzw. 18,5cm (normal).


    Es dürfte also kein technisch unlösbares oder auch nur schwer lösbares Problem gewesen sein.

  • Beengt nur, wenn man eine Kabine drübersetzt

    Ja, aber ohne Spritzschutz wird es im Zugangsbereich zum Bad schon sehr feucht...äh...nass!


    (Selber jahrelang gehabt mit 4 Personen)

    ...das mag ja alles sein, aber darf man dies bei einem Neubau im Jahre 2019 erwarten?


    Meine Großmutter hatte nur ein innenliegendes WC, Waschbecken dazu (eines) in der Küche. Geduscht hatte sie im nahegelegenen öffentlichen Bad.....

  • Das Blatt Papier was du da hast, ist bestenfalls als Werbeprospekt geeignet.

    In einem Werbeprospekt würde es wohl eher so aussehen...




    Da kann man echt nichts rausmessen, kann evtl. erahnen, dass die Dusche etwas tiefer ist als die WC-Schüssel (55 - 60cm), was dann wiederum nahe der gebauten Wahrheit läge....

  • Ja, aber ohne Spritzschutz wird es im Zugangsbereich zum Bad schon sehr feucht...äh...nass!

    Naja. Ob ich nach dem Duschen eine Glaskabine trockenziehe (mit nem Abzieher) oder eben kurz den Boden trocken (= nebelfeucht) aufwische. Wo ist der Unterschied?

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  • reine Rohbaumaße

    Ich denke, das ist das dem Laien nicht ersichtliche Problem. Alle Maßketten sind Rohbaumaße (abzgl./zzgl. Putz und Fliesen) und in einer Verkaufs-/Prospekt-/Notarvertragszeichnung ist eine Darstellung von Putz/Fliesen absolut nicht üblich. Also wird der Raum (und damit die Dusche) je Wand um ca. 2,5 - 3 cm kleiner. Das macht bei so einem Raum ne Menge aus!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Wenn die Dusche schon nur ca. 75 tief sein sollte, würde ich wenigstens 90 cm Breite erreichen wollen. Das funktioniert auf jeden Fall besser als 80 x 80, jedenfalls mit Duschabtrennung/Kabine. 10 cm Breite sind eine Menge, wenn man etwas mit den Flügeln wedelt ...

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Es handelt sich um Bauantrags-Pläne, die einer notariellen Kaufvertrag (vermutlich vom Bauträger) beilagen. Diese sind allenfalls eingeschränkt geeignet, daraus Ansprüche an Details des Ausbaus abzuleiten. Auf mögliche Abweichungen in der späteren Ausführung wird in diesem Fall auf dem Plan explizit hingewiesen. In den allermeisten Kaufverträgen wird dies sogar in den Vertrag selbst aufgenommen. Als juristischer Laie sehe ich wenig Möglichkeiten, daraus einen Anspruch auf eine größere Dusche abzuleiten. Sie ist ja auch eindeutig größer, als die kleinere der beiden Optionen.


    (Als auch bauleitend tätiger Architekt weiß ich, dass grafische Maßermittlungen an Bauplänen immer wenig Wert haben.)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Eine Dusche nicht, aber weißt Du, wo das Fallrohr ist? Wenn irgendwo hinter der Dusche oder das WC Rohr hinter der Dusche durch muss, wäre das <100 wohl kaum zu schaffen

    und nicht vergessen, Rohr inkl. Dämmung inkl. Befestigung, vielleicht noch ein Bogen, schließlich muss man auch die Richtung ändern, und schon passen selbst 10cm nicht. Von einem Gestell, Beplankung, ganz zu schweigen.


    (ebenerdig geflieste Dusche, Ist-Werte: kurze Wand 75,5 cm, lange Wand 87 cm)

    Wie genau wurde gemessen (an welchen Punkten) Für mich sieht das nach 80 x 90 aus, bzw. 90 x 90 inkl. Vorwand. Würde also der Beschreibung und somit der Vereinbarung entsprechen. Einen Mangel kann ich nicht erkennen.


    Übrigens, ein Duschelement 90 x 90 hat nach dem Einbau auch kein lichtes Innenmaß von 90 x 90 mehr. Deails kann man der Maßzeichnung des Herstellers entnehmen.

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    .

  • Hallo,


    ich habe früher mal bei einem Bauträger gearbeitet; wenn ich mich recht entsinne stand da im Vertrag immer eine Klausel drin, dass Installationsschächte im Einzelfall größer sein können als im Plan dargestellt...

    Jochen

  • O.K., jetzt mal Butter bei die Fische...Nach meiner bescheidenen quick-and-dirty Badplanung wäre eine deutlich größere Dusche problemlos möglich!


    Ja. ich weiß ….hätte, hätte, ….


    191206_Bad Maßprobleme_01.pdf


    Nun mag es sein, dass auf Grund von Barrierefreiheit eine breitere Tür geplant werden musste (sollte/ wollte/ könnte/ hätte/…).


    Dann würde, bei einer gleichzeitigen Reduktion des Türanschlags von 12,5 auf 6,5cm, der verbleibende Platz für die Dusche auch immernoch ca. 88 -90cm betragen, abzgl. Türzarge, also ca. 84 - 86cm.


    Nicht ideal, aber deutlich mehr als die realisierten 75,5cm.

  • Weisst Du, was sowas kostet?

    Also ich habe für diese Skizze und die Ermittlung der notwendigen Maße ca. 5 - 10 Minuten benötigt. Bei einem horrenden Stundensatz von 100 EUR und dem Wunsch dies auch etwas aufwendiger (ansehnlicher) darzustellen, also nochmals 10 Minuten am CAD rumstricken,....Kosten somit (inkl. einem zwischenzeitlich verabreichten Café)...50 Euro (zzgl. MwSt.). Erscheint mir jetzt schon irgendwie hinnehmbar.


    Btw. plane gerade für und mit einem BT . Eine Wohnung hat jetzt bereits Version Nr. 7, weil die Erwerber so entscheidungsfreudig sind. Entscheiden sich auch immer wieder um... ;(

  • Dann sollten sie ab Version Nr 5 aber auch zahlen. Das hat definitiv großen Einfluss auf die Entscheidungsfreudigkeit.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Das Messen in Zeichnungen, insbesondere derart kleinmaßstäblichen, ist nicht maßgebend (im doppelten Wortsinne). Papier unterliegt feuchtebedingten Größenschwankungen, ebenso wwie optische Verzerrungen bei der Reproduktion.

    Ein Maß von 75/85 cm ist bei Duschen in räumlich beengten/eingeengten Bädern nicht unüblich und daher per se nicht zu beanstanden.

    Wenn auf ein bestimmtes Maß Wert gelegt wurde, hätte dieses vertraglich vereinbart werden müssen, um durchsetzbar zu sein.


    Finde ich schon Ralf, wenn nämlich ein anderes maß angegeben wurde (80/80 o. 90/90). Räumlich beengt? Ja, das ist es. Darauf hätte man aber technisch / konstruktiv reagieren können! Eine Vormauerung muss ja nicht durchgängig 20cm sein (wird idR benötigt um den WC-Spülkasten abzudecken). Im Bereich der Dusche hätten 10cm genügt. Versprung sieht blöd aus? Ja, stimmt. Aber eine bessere Nutzung wäre ja auch nicht so ganz ohne....


    Der TE schreibt oben dass die Türzarge das limitierende Maß ist. Daraus könnte man vermuten, dass die Dusche tatsächlich unmittelbar an der Türzarge endet!


    Frage an Zemp: Wie breit ist das Bad denn (laut Plan)?


    Hallo Finde ich schon Ralf, wenn nämlich ein anderes maß angegeben wurde (80/80 o. 90/90). Räumlich beengt? Ja, das ist es. Darauf hätte man aber technisch / konstruktiv reagieren können! Eine Vormauerung muss ja nicht durchgängig 20cm sein (wird idR benötigt um den WC-Spülkasten abzudecken). Im Bereich der Dusche hätten 10cm genügt. Versprung sieht blöd aus? Ja, stimmt. Aber eine bessere Nutzung wäre ja auch nicht so ganz ohne....


    Der TE schreibt oben dass die Türzarge das limitierende Maß ist. Daraus könnte man vermuten, dass die Dusche tatsächlich unmittelbar an der Türzarge endet!


    Frage an Zemp: Wie breit ist das Bad denn (laut Plan)?

    Hallo und danke schonmal für die rege Beteiligung und Hilfestellung.

    Die Breite des Bades ist mit 2,04m angegeben, die Zusätzliche Breite der Verblendung ist nicht im Plan Definiert, im Original trägt diese aber 24cm extra auf.

  • Die Breite des Bades ist mit 2,04m angegeben, die Zusätzliche Breite der Verblendung ist nicht im Plan Definiert, im Original trägt diese aber 24cm extra auf.

    bleiben 1,80m minus 2x Putz/Fliesen, also ca. 1,75m. Reicht eigentlich locker für eine 80er Dusche plus Türe.

    Vielleicht solltest du mal alle tatsächlichen Maße nachliefern.

    Bloß tiefer wird deine Dusche davon auch nicht, und den rechtlichen Anspruch darauf schätze ich ebenso nahezu aussichtslos ein.

  • Die Breite des Bades ist mit 2,04m angegeben, die Zusätzliche Breite der Verblendung ist nicht im Plan Definiert, im Original trägt diese aber 24cm extra auf.

    ...das wären dann sogar 9cm mehr, als ich angenommen hatte. Und ich habe die 90er Dusche da auch reingefummelt (planerisch). Wieso sollte das bei einem 9cm breiteren Bad zu einer 14,5 cm kleineren Lösung führen??? Ich verstehe das ehrlich gesagt nicht.

  • meine Tür hat ein lichtes Maß von 82cm. An der Stelle war man großzügiger. Aussedem die ungenutz gebliebenen 4 cm zwischen Türrahmen und wandverfliesung der Dusche.

    Begeistert bin ich jetzt natürlich nicht, aber ich habe immerhin eine Ahnung woran ich bin.

    Ich werde das in nächster Zeit verändern und mir den verschwendeten Platz zurück holen.

    Meine 90x90 Dusche kriege schon noch.

    Nochmals danke an das Forum für eure Einschätzung der Lage was rechtlichen Anspruch und mögliche Umsetzung angeht.


    Beste Grüße aus Mainz

  • der Lichtschalter ist innen, wenn man durch die Tür geht links an der Wand nach dem Anschlag der Tür.;)

    ähh….also quasi hinter der Tür, oder habe ich das jetzt falsch verstanden?????


    O.K. auf der anderen Seite geht nicht wegen der Nähe zur Dusche, das ist technisch i.O.!


    Aber dann eben vor der Tür (außen, im Flur), aber doch nicht hinter der Tür, was ist denn das für ein Quatsch?